ausgeraubtes Volk auffüttern

  • Hallo alle,


    meine 2 nicht so starken Ableger sind nun bei der Fütterung laufend ausgeraubt worden. Ich hatte zumindest ein Volk auch mal 10km entfernt aufgestellt, da gab es aber wohl auch Räuber. Die Füttergung habe ich vor rund 10 Tagen eingestellt und bin mit der AS-Behandlung jetzt durch. Das Flugloch habe ich auf 2-3cm verkleinert und wollte mir nochmal 1-2 Wochen Zeit lassen, bis ich nochmal das Füttern versuche.
    Ist das so realistisch oder merken die Räuber das wieder sofort? Ich bin übrigens der Meinung, dass ich sehr sorgfältig vorgegangen bin, nichts verschüttet und alles immer kurz vorm dunkel werden gegeben habe...
    Wenn wieder geräubert wird, besteht ja sicher auch die Gefahr der Reinvasion mit den Milben und die Behandlung wäre umsonst gewesen...?
    (Wie) bekomme ich da nun noch ausreichend Futter rein?


    Danke & Grüße
    von Thomas

  • Hallo Thomas,


    deine 2 Ableger werden immer wieder ausgeräubert wenn sie zu schwach und nicht abwehrbereit sind.


    Eine Möglichkeit sehe ich darin, aus den 2 schwachen Ableger einen starken (Vereinigung) zu machen.


    Gruß
    Werner

  • Hallo Werner,


    naja, darauf wird es wohl hinauslaufen. Hast Du eine praktikable Anleitung?
    Einfach übereinanderstellen und etwas Zeitung dazwischen und eine Woche später dann die Waben zusammen in einen Raum hängen? Kann ich das so machen?


    Danke & Grüße
    von Thomas

  • Hallo Thomas,


    was heisst denn `nicht so starke Ableger`, wieviel Brut ist denn drin?


    Bist Du sicher, dass die AS Behandlung geklappt hat? Meistens ist Varroa das Problem, wenn sie sich nicht richtig entwickeln.


    Du solltest auch kontrollieren, ob die Königinnen noch da sind, die werden meiner Erfahrung nach oft als erstes massakriert.


    Wenn die Ableger auf mindesten 2 Waben Brut haben, bzw. 4 Waben besetzen, würde ich folgendes machen: Nach Dunkelheit bei offenem Gitterboden Flugloch 1-2 Tage verschliessen, dabei kannst Du weiter füttern. Dann auf eine Bienenbreite üffnen, so, dass sie sich richtig durchzwängen müssen und weiter beobachten, inklusive Varroa.


    Bei zuviel Varroabefall sieht man eigentlich immer junge Bienen mit verkrüppelten Flügeln und vereinzelt Milben auf den Bienen sitzen.


    Vereinigen kannst Du dann immer noch Mitte Oktober, wenn sie zu klein bleiben.


    Gruss, Jan

  • ... Vereinigen kannst Du dann immer noch Mitte Oktober, wenn sie zu klein bleiben.

    ... und mit etwas Pech kommt im November der erste Schnee ...


    Jetzt ist die Zeit die Völker auf den Winter einzustellen. Jetzt und nicht später. Im Oktober ist man mitten im roten Bereich. Da sollten nur noch Notfälle anliegen. Für mich ist der 3. Oktober der Tag, an dem allerspätestens die Einheiten Einheit hergestellt haben sollten. Das Zusammenwachsen sollte bereits vorher unter Futtergabe begonnen haben. Ein Ableger, der jetzt so schwach ist, daß in seiner Zarge noch ein weiterer Platz hat, ist zu schwach um sicher durch den Winter zu kommen. Der wird also riskiert. Verstärkt man den zügig, dann kann man aus dem Volk im nächsten Jahr wieder einen Ableger gewinnen - wartet man zu lange gewinnt man nur Schmelzwaben.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder


  • Das klappt aber nur, wenn die am leben bleibende Königin auch gut ist. Sind die Schwächlinge einer schlechten Königin geschuldet, so bringt auch ein Vereinigen nichts.

  • Aber nur in der Theorie.


    Fazit: Somit ist die Milbe davon abhängig, wie oft sie nahe genug an eine reife Brutzellen herangetragen wird, und zwar bis genau zum Rand einer attraktiven Brutzelle, was bei einer kleinen Brutfläche und der geringen Bewegung der einzelnen Biene in der Wintertraube rein statistisch schon sehr selten passieren wird. Andere Faktoren mögen eine Rolle spielen. (Siehe oben.) Jedenfalls werden die 300 Milben Restbefall sich nicht auf die 500 Zellen stürzen, die zu der Zeit reif werden. Daher ist es für die Winterbehandlung unerheblich, daß die Brutfreiheit genau getroffen wird. Viel wichtiger ist es meiner Ansicht nach, nicht zu früh damit zu beginnen.


    aus: http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=41565&p=432930#post432930

  • Naja, Vereinigen bringt Anfang September auch ein gewissen Risiko, zumal die Räuberei durch Vereinigen von zwei schwachen Einheiten (wie schwach sind sie denn nun, Thomas), nicht unbedingt aufhört. Gerade in der Anfangsphase ist die Harmonie sicher sehr gestört, und damit die Abwehr.


    Wenn Du die Beuten 2 Tage verschliesst und dabei weiterfütterst, sollte sie die Abwehr wieder aufbauen und die Räuberbienen sind dann auch nicht mehr so eingeschossen. Dann Abends öffnen.


    Gruss, Jan

  • Womit wir mal wieder meilenweit vom Thema weg wären.
    Allerdings sind "titos"

    Zitat

    nicht so starken Ableger

    die zudem während des Fütterns

    Zitat

    laufend ausgeraubt worden

    sind, eh nicht mehr zu retten.
    Ich gehe da mit Henry vollkommen konform.
    Auch der Plan, in ca 10 Tagen nochmals mit Füttern zu beginnen, damit die "Völker" danach noch eine große Menge Winterbienen erzeugen, kann nicht aufgehen. Laut titos Zeitplan wären wir dann irgendwo Ende Oktober. Also exakt zu der Zeit, in der in den Fußgängerzonen die erste Weihnachtsdeko aufgestellt wird und bei "ALDI" die Lebkuchen aus den Regalen genommen werden um Platz zu machen für die Faschingsartikel.
    Wobei seltsamerweise noch keiner der Vorredner überhaupt mal angefragt hat, warum denn eigentlich "laufend" geräubert wurde!

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Klar ist das alles ein bisschen Geigelei, aber unterschätzen sollte man die Bienen nicht. Ich habe vor ein paar Jahren ein fast an Varroa zusammenbrechendes Volk nach der Behandlung als Minivolk Mitte Oktober über Absperrgitter einem Starken aufgesetzt und weiter gefüttert. Nach 3 Wochen hatte die junge Königin 8 Waben Brut angelegt und nach Trennung kamen beide stark durch den Winter. Ja, war Glück mit einem milden Dezember....aber manchmal klappts.