Standortwahl

  • Hallo,
    wie würdet ihr die Völker stellen? Ich hab zwei Möglichkeiten, entweder geschützt unter einen Baum nach Westen oder unter freien Himmel nach Süden. Was ist der besser Kompromiss?

  • Hallo,
    wie würdet ihr die Völker stellen? Ich hab zwei Möglichkeiten, entweder geschützt unter einen Baum nach Westen oder unter freien Himmel nach Süden. Was ist der besser Kompromiss?


    ... nach Süden.
    Ausflug nach Westen ist wegen des Windes nicht gut.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Der trockenere und windgeschütztere Standort. Am besten bei Regen und Sturm und miesem Wetter wählen, da fällt die Entscheidung leicht.

  • Mein Pate sagte mir "stelle Dein Volk so wie Du Dein Auto parken würdest." Nicht in die pralle Sonne, aber auch nicht in den Schatten.
    Bernhards Vorschlag bei miesem Wetter zwischen den Plätzen zu entscheiden macht absolut Sinn. Jetzt müssen wir nur noch philosophieren, was das mieseste Wetter ist :)

  • Und der Imker schwitzt in der prallen Sonne. Darum hab ich meine da weggestellt... sie lagern bei Hitze weniger vor und für mich ists im lichten Schatten auch viel angenehmer.


    Wobei man im Schatten / Streulicht schlechter sieht, zb wenn man Stifte finden will, oder Varroen zählen...


    Das mit dem Auto parken ist ein netter Vergleich... :daumen:


    Wenn Du nicht grad auf ner Kuppe in einer windigen Gegend bist, spricht mE nix gegen Westen, Wetterschutz geht auch mit Dächle oder so...


    Was ist es denn für ein Baum? 2 meiner Völker stehen unter einer Blutpflaume...das kann nerven...und du hast die gefallenen und angefaulten Früchte überall rumliegen...
    Oder Kastanien und Nüsse machen hübsche Musik auf dem Blechdeckel...

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Gegen die pralle Sonne kann man etwas bauen bzw. anpflanzen. Aber Ausflug gen West, wo der kalte und nasse Wind her bläst, ist i.d.R. viel unangenehmer für die Völker. So jedenfalls meine Erfahrungen. Man sollte es probieren, was der bessere Standort ist.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hier im regnersichen, windigen, kühlen, zugigen, gerade frühjahrsverzögerten Holstein freue ich mich über meinen vollsonnigen Bienenstand. Und die Bienen danken es mir.
    Gruß
    KME


    Dort, wo ich mich selber unwohl fühle, würde ich niemals meine Bienen hinstellen! Das Beste den Bienen!!! Das ist doch klar!

  • mir ist auch ein sonniger Platz lieber, selbst im Sommer. Wir sind doch in D und der Deckel reicht als Sonnenschutz. Im Jahr gibt's nur wenige richtig heiße Tage aber unzählbare kalte Tage, wo die Bienen über jeden Sonnenstrahl dankbar sind (Milben aber nicht ;-) )


    Wenn möglich alle Völker in etwa die gleiche Richtung stellen, vor allem schwache Völker dürfen nicht Stunden später als starke Völker von der Sonne aufgewickt werden, das fördert die Räuberei!


    Flugloch nach Norden oder im Schatten im Winter ist echt fieß, eine deutliche Schwäche konnte ich beobachten. Im Sommer wäre es vielleicht egal.


    LG Salsero

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Danke für die vielen Tipps. Ich hab mir nochmal den Standort angesehen und werde die Beuten nach Süden ohne Schatten stellen. Da die Bienen sonst den größeren Teil des Tages im Schatten des hohen Nadelbaumes stehen und erst am Ende des Tages Sonne sehen würden. Für den Sommer muss ich mir dann noch eine Beschattung überlegen. Vielleicht hat jemand von euch eine Idee, da sie nicht dauerhaft sein darf, denn der Garten gehört mir nicht.

  • Meine stehen auch ziemlich sonnig. Ich habe als Wetterschutz Plexiwellplatten aufgelegt und darüber eine OSB-Platte (für Außenbereich, ewig hält die da natürlich trotzdem nicht). Die Wellplatten lassen Luft durchstreichen, die OSB gibt Schatten und beschwert gleichzeitig. Das war gut genug - auch an Tagen mit knapp 35° sind nur wenige Bienen vorgelagert.


    Flugloch in Windrichtung würde ich auch nicht machen, weder nach Westen noch nach Osten - in den letzten Jahrne gab es vor allem im Winter ganz oft fiese, elend kalte Ostwindlagen, die odt Tage andauerten - das kann nicht gut sein.


    herbstlichen Gruß
    Marion

    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Darf ich mal ketzerisch einwerfen dass die Biene wie schon so oft hier geschrieben ein Waldtier ist und dort Sonnige Bäume eher schwer zu finden waren.
    Meine begrenzte Erfahrung ist es dass trocken und windgeschützt ein muss sind und Sonne nice to have. Wobei ich eher halbschatten wie pralle Sonne nehmen würde.
    Ich musste gerade ein bisschen schmunzeln, weil da werden die Völker in die Pralle Sonne gestellt und Schattenspender gebaut weil die Sonne ja im Winter gut ist..... Und im Winter wird dann wieder eine Fluglochbeschattung gemacht, nicht dass die Bienen bei wärmeren Temperaturen ausfliegen und verklammen....


    Ich finde unter Laubbäumen eigentlich Ideal, im Sommer schatten und im Winter Sonne.

  • ...die Biene wie schon so oft hier geschrieben ein Waldtier ist ...


    Durch ständige Wiederholung wird es auch nicht wahrer. Einen richtigen tiefen dunklen Wald hat es hier in Europa schon lange nicht mehr gegeben und wenn man die alte Literatur liest, siehe Nicol Jacobi, dann haben Bienen auch schon im Spätmittelalter nicht im Wald gelebt sondern beim Menschen. Der auch noch Felder extra für Bienen angelegt hat. Die Biene als Waldtier ist zuerst mal eine wilde Theorie, mehr nicht.


    Ich stelle die Völker so auf, daß sie vor Wind und Wetter gut geschützt sind. Um so trockener, um so besser. Und dann so sonnig wie möglich. Mit einer Isolierung im Deckel (und auch ohne) sind selbst hohe Sommertemperaturen kein Problem. So viele Sonnentage gibt es sowieso nicht. Sie sind etwas schwarmtriebiger, ja, aber es gibt auch mehr Honig. (Meine Erfahrung.)


    Viele Grüße


    Bernhard

  • Genau.
    Als die Biene noch Waldbiene war, bewirtschaftete der Mensch diesen Wald nicht. Da mochten Trachtpflanzen stehen.
    Aber das liegt alles so lange zurück, als dass man das herauszufinden vermag.


    Für heutige Verhältnisse gilt, was Bernhard geschrieben.