Neuer Schwarm

  • Hallo zusammen,


    der Titel verrät schon das Thema, allerdings steckt ein "kleines" Problem dahinter.


    Der Schwarm sitzt in einem altem Baum, der Baum wird vom Besitzer erst ende Oktober gefällt.
    Auf sein Grundstück kann / darf ich nicht alleine gehen :roll:, Varroa Behandlung wurde nicht gemacht und auch so erstmal nicht möglich.
    Wenn der Baum gefällt wird, dürfte ich die Bienen wohl haben!


    Wie würdet ihr vorgehen das die Bienen den Winter überleben


    Gruß
    Micha

    JEDER FÄNGT MAL AN..... SCHLIMM IST NUR, WENN MAN MITTEN DRIN AUFHÖRT!!!


  • Auf sein Grundstück kann / darf ich nicht alleine gehen


    Wieso nicht? Sagt das BGB beim Verfolgen eines Bienenschwarms da nicht etwas anderes??? (Ok, Du willst wohl das Nachbarschaftsverhältnis nicht unnötig strapazieren, aber dürfen dürftest Du soweit ich weiß)


    Bis Oktober wird der Schwarm dort nicht sitzen bleiben, oder hat er sich schon irgendwo dort einquartiert?

  • Der Schwarm sitzt in einem altem Baum


    Omni : War wohl schon etwas spät



    Ende Oktober ist eine denkbar ungünstige Zeit.
    Was willst du dann noch mit den Bienen machen?


    Wenn alles gut läuft, der Baum wie auf Watte landet und die Waben alle heile bleiben, kannst du nur noch das betreffende Baumstück vorsichtig rausschneiden und den Klotz in den Garten stellen. Nur die Götter wissen, ob dann noch genug Zeit für behandeln und eventuelles Auffüttern bleibt.


    ... aber vielleicht hast du ja schon nen anderen Plan




    Sonnige Grüße,
    Arnd

  • Mein Vorschlag und schon mit Erfolg praktiziert (sofern der Baumfäller mitmacht; ggf. Schleier geben): Den Baum so fällen, dass das Stück mit den Bienen komplett erhalten wird. Wenn die Höhle unten offen ist, ist das kein Problem aber oben ist es schwierig zumal man dort den Wabenbau und die Honigkappe abtrennt.
    Wichtig ist, das Stück keinesfalls runter zu werfen, sondern liebevoll abzuseilen oder mit dem Kran runter zu haben.
    Idealerweise als komplettes Stück abtransportieren; ich habe es auch gerollt und selbst das haben sie überstanden.


    Seuchentechnisch korrekt ist, wenn es im Bezirk bleiben kann und dort den Winter verbringen kann. Wenn im nächsten noch fliegend und aktiv kann man über die nächsten Schritte nachdenken...


    Viel Erfolg!


    Melanie


    P.S. Bilder machen nicht vergessen!

  • Hat der Schwarm damals an den Ästen gebaut - also frei?


    Gab mal so einen Bericht im Imkerfreund - da hat die Besitzerin eines Apfelbaumes das frei gebaute Wabenwerk samt Bienen erst nach Laubfall entdeckt.
    Die entsprechenden Äste wurden abgesägt und wegen des Gewichts und der Höhe mit einem Seil abgelassen. Dann in eine Beute umquartiert.


    Irgendwo im Web schwirrt auch ein Video (denke das war auf englisch), wo ein Imker das Volk aus der Baumhöhle vorsichtig abgesaugt hat und immer wieder Stück für Stück mit der Motorsäge den Baum weiter geöffnet hat. Er arbeitete sehr behutsam, auch mit Rauch und Vollschutz, aber die Bienen schienen recht friedlich - trotz der vermutlich enormen Vibrationen / Abgase durch die Motorsäge.


    Die Waben hat er so gut es ging in Rähmchen eingepasst und das ganze in einer Beute gesammelt. Vermutlich dann in diese Beute das Volk aus dem Zwischensauger (so ne Art Aschesauger vor dem Staubsauger - oder war es gar eine abgedichtete Beute? ist schon lange her ...) in die Beute mit den Rähmchen eingeschlagen.


    ich war erstaunt, wie hoch die Bienenhöhle im Stamm genutzt wurde, das waren geschätzt bestimmt über 2 m (!).


    Je nachdem, wie der Herbst weiter verläuft, wäre noch Zeit genug für Behandlung und Auffütterung, aber im Oktober kann es schon zu spät sein, das Volk aus dem Stamm in eine Beute zu siedeln.


    Wie hoch sitzt das Flugloch und wie hoch könnte das Wabenwerk innen theoretisch reichen?


    Was spricht dagegen, den Baum so bald wie möglich zu fällen?


    LG Frank

  • habs!
    http://www.youtube.com/watch?v=Oczw0PmuUXY


    die Arbeitshöhe im Video ist aber sehr verträglich - ansonsten müsste man über ein kleines Gerüst nachdenken und könnte so den Baum (komplett!) erst nach der Rettung der Bienen fällen.


    Ansonsten wirds aufwendig (Abstocken) und es geht wohl nur mit Hubsteiger und / oder SKT (Seilklettertechnik).


    Je nachdem, wie groß der Abschnitt mit der Bienenhöhle ist, wie hoch der sitzt, ist auch ein Kran eine Option, weil Holz halt verdammt schwer ist.
    Insgesamt kein Spass für Bienen und Retter ... berichte mal mehr Details, ob man auch zum Beispiel mit einem Hubsteiger rankäme ....

    Gruss und Dank sagt Frank

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von fränkle () aus folgendem Grund: RS

  • Was spricht dagegen, den Baum so bald wie möglich zu fällen?


    LG Frank


    Das Bundesnaturschutzgesetz. Demnach darf man erst ab 1.10. Bäume fällen sofern keine Standsicherheitsbedenken oder andere triftige Gründe.



    Zitat

    Interessante Geschichte!!
    ... und Bilder würden mich auf jeden Fall auch interessieren


    Das war im Winter 2007/2008...schon ein Weilchen her, da muß ich erst stöbern. Es ging alles bei Minusgraden ohne Fliegerei ab und wir haben den Stumpf einfach in Folie gepackt und dann transportiert.
    Sie waren im Frühjahr noch da aber wir haben sie nicht rausbekommen und das Volk ist dann auch im Laufe des Jahres zusammengebrochen.


    Melanie

  • Danke für die Tipps und Infos, auch für den Willkommensgruß


    Zum Problem, die Bienen sitzen im Baum, das Flugloch ist auf etwa 1,5 meter Höhe. Der Baum ist innen hohl.
    Deshalb darf der Baum wohl eigentlich auch früher gefällt werden weil irgendwo mal 1.10 genannt wurde.
    Das Fällen der Bäume hat glaube ich was mit dem Vogelschutz zu tun, bin mir da aber nicht mehr ganz sicher.
    Der Fällvorgang hat sich der Eigentümer so vorgestellt:
    Seil um den Baum, Tracktor ran und ziehen. Er hofft das ganze Wurzelwerk so aus dem Boden zu bekommen, deshalb die Vorgehensweiße.
    Der Baum hat ein höhe von ca. 14meter so wie ich das noch in Erinnerung habe.
    Durch den Aufprall wird denke ich das ganze Wabenwerk zerstört oder ein großer Teil.
    So wie es von außen aussieht ist das Volk stark und groß, ist schwer zu sagen vorallem als Beginner!
    Im Froum und www habe ich viel gegoogelt und nach Infos auch gesucht den Schwarm so aus dem Baum zu bekommen, irgendwer hat mal was von Schwefelstreifen erzählt.


    Eine Idee von mir, vielleicht wird das auch eher belächelt ist ein kleines Loch in den Baum zu Bohren und dort Rauch rein blasen, so lange und soviel bis die kleinen reiß aus nehmen. Nebenan eine Beute stellen mit ein paar Waben, Eingang mit Lemongrassöl eintröpfel und hoffen:roll:

    JEDER FÄNGT MAL AN..... SCHLIMM IST NUR, WENN MAN MITTEN DRIN AUFHÖRT!!!

  • Wieso nicht? Sagt das BGB beim Verfolgen eines Bienenschwarms da nicht etwas anderes??? (Ok, Du willst wohl das Nachbarschaftsverhältnis nicht unnötig strapazieren, aber dürfen dürftest Du soweit ich weiß)


    Ja das BGB sagt ich darf überall dort hin wo ein Schwarm ist, rein theoretisch auch in sein Haus. Aber du hast es richtig erkannt, ich will das Verhältnis nicht strapazieren.


    Aber mir macht es auch sorgen ob es die Bienen packen, meist sind sie auf die Hilfe vom Bienenhalter oder Imker angewiesen um den Winter zu überstehen.


    Vielleicht ist auch ein anderer Imker schneller wie ich und handelt.....

    JEDER FÄNGT MAL AN..... SCHLIMM IST NUR, WENN MAN MITTEN DRIN AUFHÖRT!!!

  • Hallo,
    wenn der Baumabschnitt erst mal abgetrennt auf einem Holzklotz ruhr stelle ich mir etwas Rauch und einen beherzten tangentialen Sägeschnitt vor ( mit Schleier, Handschuhen und Stichschutzhose ). Dann sollte das Wabenwerk zugänglich und oben abtrennbar sein. Der Rest ist Bastelarbeit, Königin finden und hinein in die neue Kiste. So einfach, was?
    Viele Grüße
    Wolfgang, für den vieles aus der Entfernung und schön warm vor dem Rechner sitzend ganz einfach erscheint, hihi.

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.