Sommerbehandlung

  • Hallo liebe Forenteilnehmer,


    ich lese hier viel quer und auch im Internet. Auch habe ich bei uns im Verein immer viele Fragen, aber fragst du 3 Imker hast du 4 Meinungen.
    Also ich habe dieses Jahr angefangen und habe 5 Völker. 1 Wirtschaftsvolk, 2 Ableger und 2 Schwärme. Ich imkere auf Liebig Zander.
    Nun meine Fragen:
    1. Ich habe Anfang August 5 Kilo aufgefüttert (Apiinvert), dnach habe ich eine As-Kurzbehandlung mit dem Liebig-Dispenser gemacht. Nach 4 Tagen habe ich bei den Ableger zwischen 4 -6 Varroa entdeckt. Bei dem Witschaftsvolk (sehr stark) waren es nach 4 Tagen 36 Varroa. Nun meine Frage: wann soll ich auffüttern und wann die letzte AS-Behandlung machen?? Reicht eine kurze AS oder soll ich lieber eine lange AS-Behandlung mit dem Liebig-Dispenser machen.
    2. Kann ich die Rähmchen wiegen und dann auf 20 KG(Zweizargig) bzw. 14 Kg (Einzargig) auffüttern. Ich wiege ein leerer ausgautes Rähmchen und ziehe dieses vom mit Futter gefüllten ab und dann habe ich ja so ungefähr die eingelagerte Futtermenge. Passt das so mit dem Futter. Wann sollte ich den Rest auffüttern, da ich hier gelesen habe, das manche Völker kein Futter annehmen.
    Ich habe bei allen Völkern guten Flugverkehr (sogar beim gestrigen Dauerrregen) und guten Polleneintrag.
    3.Vor dem Flugloch habe ich Bienen geshen, die hinter dem Kopf einen weissen Streifen haben. Was kann das sein? Ich habe dies das ganze Jahr noch nicht gesehen.
    4. Bei einer Beute habe ich wahnsinnig viel Kondensat in der Beute bzw. in der eingelegten Windel. Sogar am Deckel ist ein wenig Schimmel, warum ist dies nur bei einer Beute?


    So viele Fragen ich hoffe ich bin in der richtigen Abteilung. Danke


    Gruß aus Fürth(Bayern)



    Jessy


  • Das kommt vom Indischen Springkraut (Balsamine), die normalerweise jetzt gut Nektar abgibt.

  • Es ist immer schwierig auf gewisse Fragen in Ferndiagnose zu antworten.
    Ich kann jetzt nur aus meiner Sichtweise antworten, andere Imkerkollegen werden das anders sehen.


    Auffütterung: Solltest du mit Zuckerwasser arbeiten, ist meiner Meinung nach der August der ideale Monat und da sollte diese abgeschlossen sein.
    Mit Sirup kann man sich mehr Zeit lassen und auch noch später, das heißt jetzt auch noch auffüttern, ich würde dir dazu raten, jetzt nicht mehr Zuckerwasser zu verwenden.


    Varroabekämpfung: Da du auch aus Bayern bist, nehme ich an, dass es auch bei dir keine (wenig) Sommertracht gab. Ich kann dir nur aus meinen langjährigen Erfahrungen berichten und dazu sagen, dass ich immer auf der sicheren Seite war, wenn ich nach der Abschleuderung , d.h. spätestens Mitte bis Ende Juli eine Langzeitverdunstung, nach einer kurzen vorherigen Futtergabe von 5 l Zuckerwasser mache. Mindestens 30-40 ml bei zwei Zargen mit 65-prozentige Ameisensäure über min zehn Tage ist der ideale Behandlungswert. Dabei gehen die Völker bei guter Anwendungen völlig aus Brut. Die Kurzzeitbehandlungen mache ich schon lange nicht mehr, sondern verlasse mich darauf, dass ich durch eine Winterbehandlung und das Drohnenwabenschneiden der ersten beiden gefüllten Baurahmen dies weglassen kann und ich bin mir zu 100 % sicher dass dies auch so richtig ist. Habe schon lange keine Volkerverluste mehr, die oft bei der Auffütterung schon im August auftraten. Jetzt befindet sich in meinem Völkern noch ein Langzeitmittel (ein Streifen Thymovar) zur Varroabekämfung. Zur Milbenzählerei, kann ich dir nicht sagen, da ich das nicht praktiziere.
    Vor dem Auffüttern, das ich ungefähr so beginne, dass ich damit im August fertig werde, schätze ich die Futtervorräte ab. Dies kann zum einen geschehen, wenn man die obere Zarge anhebt und schätzt oder bei einzigargiger Betriebsweise durchsieht. Hierbei lassen sich schon die Werte sehr gut abschätzen.
    Die Werte der Auffütterung variieren auch von Imker zu Imker stark. Bei einzargigen Völkern reichen mir bei wenig Eigenfutter der Völker 10 - 12 l, bei zwei Zargen komme ich mit 14 l zurecht.
    Völker verhungern nicht über den Winter, sondern im späten Frühjahr und hier ist es mir als Imker schon möglich rechtzeitig einzugreifen, dieses ist mir lieber als zu viel Futter in den Völkern zu haben. Ein Beutel Apifonda im März aufgelegt hilft hier sicherlich, dass kein Volk verhungern muss.


    Es gibt Völker die mehr Kondenswasser bilden, seit es zum Beispiel aus einem starken Brutgeschäft oder größerer Bienenanzahl heraus. Man kann sich hier aber als Imker schon behelfen, das Volk braucht mehr Luft, ich weiß nicht hast du eine Deckebelüftung wie zum Beispiel bei Segeberger Beuten, oder hast du den kompletten Boden zu.


    Für das nächste Jahr, kann ich dir als auch in Bayern ansässiger Imker nur raten, dass Bienenjahr früher zu beenden, beziehungsweise früher mit den Arbeiten der Varroa Behandlung und der Auffütterung zu beginnen. In anderen Bundesländern, beziehungsweise bei anderer Tracht (tannenbracht, Heidetracht,) ist das sicherlich anders und meine Ratschläge hier nicht zutreffend.


    Ich hoffe, dass du von anderen Imkern hier zu auch noch Ratschläge bekommst, beziehungsweise meine Ratschläge noch ausführlicher beschrieben werden können.