Honigcharge homogenisieren

  • Hallo,


    die Sommerschleuderung (Linde & Co) steht bei mir noch immer in Eimern rum, muss dringend abgefüllt werden. Aber der Honig unterscheidet sich natürlich im Wassergehalt und auch in der genauen Herkunftspflanzenzusammensetzung von Zarge zu Zarge, Volk und Volk und erst recht von Stand zu Stand. Ok, jetzt nach der Schleuderung nur noch relevant: von Eimer zu Eimer. (Das meiste sind 14kg-Eimer, auch einige 30kg-Eimer.) Eigentlich müsste ich beim Abfüllen jedem Eimer eine eigene Chargennummer zuweisen und davon auch eine Rückstellprobe beiseite packen. Das kann es doch nicht sein.


    Beim letzten Mal (Frühjahrsschleuderung) habe ich noch den Honig aus jedem Eimer auf mehrere größere Eimer aufgeteilt, so dass am Ende in jedem dieser größeren Eimer das gleiche drin war. Dann mit dem Auf-und-Ab durchmischt. Aber jenseits der 150 kg ist das auch nicht mehr praktikabel.


    Wie macht Ihr das? Habt Ihr Imker mit mehr als vier Völkern ein (oder mehrere) lebensmitteltaugliche 200l-Fässer zum zusammenmischen zuhause? Oder Edelstahlabfüllkübel 200 kg und aufwärts?


    Grüße,
    Robert

  • Hallo Robert,
    wir schleudern in 12,5 kg Eimer. Jeder Eimer bekommt bei der Schleuderung eine Nummer, Schleuderdatum, von welchem Stand und Wassergehalt (wird auch im Honigbuch notiert). Abfüllung dann nach Bedarf immer 2-4 Eimer zusammen in unserem Rührer (Behälter fast max 4 Eimer). Nach Stand und Schleuderdatum getrennt (Lagen- und eventuell Sortenhonige). Abgefüllte Eimer werden notiert, Abfüllung bekommt eine Nummer und hiervon wird ein Rückstellmuster gezogen.
    Würde mich aber auch interessieren, wie andere das machen.
    Viele Grüße, Brigitta


  • Wie macht Ihr das? Habt Ihr Imker mit mehr als vier Völkern ein (oder mehrere) lebensmitteltaugliche 200l-Fässer zum zusammenmischen zuhause? Oder Edelstahlabfüllkübel 200 kg und aufwärts?



    Wenn du 100kg Honig "homogenisieren" willst, dann nimmst du 4-5 leere 25kg Eimer in Reihe aufgestellt. Dann machst einen Honigeimer auf, kippst einen Teil in den ersten Eimer, einen Teil in den 2. Eimer, dann in den 3. Eimer etwas, .... Das machst du dann mit dem kompletten Honig so, 5 mal umgerührt und fertig ist eine Honigcharge von 200 Gläsern ;)


    Stefan

  • Wie macht Ihr das? Habt Ihr Imker mit mehr als vier Völkern ein (oder mehrere) lebensmitteltaugliche 200l-Fässer zum zusammenmischen zuhause? Oder Edelstahlabfüllkübel 200 kg und aufwärts?


    Ich nehme einen 50 kg-Abfüllkübel fülle den mit Honig und rühre ihn gut durch. Danach wird in Gläser abgefüllt. Und auf das Etikett der Gläser kommt drauf das Datum der Abfüllung + 2 Jahre. Damit entfällt schon mal die Losnummer.
    Ansonsten habe ich auch einen 300 kg-Abfüllkübel damit verfahre ich analog.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Brigitta, danke für deine Beschreibung. Aber demnach hätte ich dann halt mehrere Chargen Sommerhonig. Manchmal werde ich das wollen, wenn ich z.B. an verschiedenen Standorten deutlich unterscheidbare Honige ernte. Aber normalerweise möchte ich nicht so gerne mehrere kleine Chargen haben.


    Wenn du 100kg Honig "homogenisieren" willst, dann nimmst du 4-5 leere 25kg Eimer in Reihe aufgestellt. Dann machst einen Honigeimer auf, kippst einen Teil in den ersten Eimer, einen Teil in den 2. Eimer, dann in den 3. Eimer etwas, .... Das machst du dann mit dem kompletten Honig so, 5 mal umgerührt und fertig ist eine Honigcharge von 200 Gläsern ;)


    Das ist doch genau das was ich geschrieben hatte, wie ich mit dem Frühjahrshonig verfahren bin. Aber jetzt geht es um mehr als 150 kg, und da empfinde ich das Verfahren mit den vielen Eimern als zunehmend unpraktisch. Jeden Eimer auf mehrere große aufteilen, jedesmal kleckert und tropft es beim Absetzen - die Eimer lassen sich halt nicht tropffrei abgießen.
    Außerdem würde ich gerne Honig analysieren lassen, aber eben nur einmal Sommerhonig und nicht vier- oder fünfmal.


    Ich nehme einen 50 kg-Abfüllkübel fülle den mit Honig und rühre ihn gut durch. Danach wird in Gläser abgefüllt. Und auf das Etikett der Gläser kommt drauf das Datum der Abfüllung + 2 Jahre. Damit entfällt schon mal die Losnummer.
    Ansonsten habe ich auch einen 300 kg-Abfüllkübel damit verfahre ich analog.


    Du bevorzugst also den 50kg Abfüllkübel gegenüber dem 300kg-Kübel? Oder liegt das nur daran, dass du eben meist kleinere Chargen haben willst?
    Anders gefragt: füllt es sich aus dem 300 kg-Abfüllkübel genauso gut ab wie aus dem kleineren?
    Von welchem Hersteller ist der große, und bist du zufrieden?


    Grüße,
    Robert

  • Jeden Eimer auf mehrere große aufteilen, jedesmal kleckert und tropft es beim Absetzen - die Eimer lassen sich halt nicht tropffrei abgießen.


    Du kannst natürlich auch den aufzuteilenden Honigeimer in einen Abfüllkübel kippen (und dann mit Eimerhalter-Bügel austropfen lassen) und die Auffülleimer dann jeweils per Quetschhahn befüllen.


    Stefan

  • Ich siebe in 40kg-Hobbocks und rühre direkt nach der Schleuderung den Honig mit dem Flügelrad für 10min durch. Danach lasse ich den Honig in Ruhe, bis er anfängt zu kristallisieren. Bei Honigen, die lange zum Kristallisieren brauchen, decke ich die Oberfläche mit einer Frischhaltefolie zu, um die Wasseraufnahme zu minimieren. Bei Beginn der Kristallisation wird wieder gerührt. Dabei sind die Inhomogenitäten des Honigs immer noch sichtbar. Nach 10 Minuten Rühren mit dem Flügelrad sind die sichtbaren Inhomogenitäten verschwunden und der Perlmuttglanz wird sichtbar.
    Jeder Hobbock erhält eine eigene Chargennummer, die auf dem Etikett der Gläser und auf der Rückstellprobe erscheint.
    Den Honig in Chargen von 12,5kg aufzuteilen, erscheint mir wenig sinnvoll wegen der großen Anzahl von Rückstellproben, die dabei entstehen.


    Gruß Ralph

  • Du bevorzugst also den 50kg Abfüllkübel gegenüber dem 300kg-Kübel?


    Das kommt auf die Größe der jeweiligen Honigernte (Charge) an. Kleine ernte, kleiner Kübel, große Ernte, großer Kübel.


    Der große ist von Carl Fritz, Mellrichstadt.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Ich arbeite mit 50kg-Edelstahl-Hobbocks mit Quetschhahn und Silikondichtung im Deckel. Dahinein läuft der Honig direkt aus der Schleuder, wird darin gerührt und bleibt drin, bis er abgefüllt wird. Pro Ernte brauche ich drei bis vier davon. Auf die Idee, jeden Hobbock als eigene Charge zu behandeln, kam ich noch nicht. Ich behandle die Ernte als Charge. Abweichungen beim Wassergehalt sind minimal und alles andere interessiert nicht.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Wir hatten zu Beginn der Imkerei auch direkt in 13 kg-Eimer geschleudert. Das ging jahrelang gut bis wir einen Eimer dabei hatten der zu viel Wasser hatte. Er gärte. Daher würde ich auf jeden Fall _direkt_ nach dem Schleudern den Honig in einem Fass mischen. Die großen Fässer waren damals noch teuer und wir haben Speidel-Fässer umbauen lassen, der Mosthahn ist im Durchlauf zu klein:
    https://www.landlive.de/images/378526/


    Jetzt verwende ich so was. Fritz empfiehlt einen Kugelhahn wenn man das Fass auch zum Zuckerwasser anmischen verwenden möchte:
    http://shop.carl-fritz.de/product_info.php?products_id=241


    Wichtig: Auch im Fass vor dem Abfüllen gut rühren, ohne Rühren liegt der Wassergehalt sonst im ersten Eimer um 1% niedriger als im letzten.