Verhalten der Bienen beim Kö-Zusetzen

  • Hallo ihr Erfahrenen,


    könnt ihr mal detailliert beschreiben, woran man am Verhalten der Bienen erkennen kann, ob eine Königin - beim Zusetzen im Käfig - toleriert oder abgelehnt wird?
    Also Käfig verschlossen rein und Freigabe nach 2 Tagen.


    Gibt es da irgendwo evtl. einen YouTube-Film?

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Hardy,


    kann man nicht sicher, würde ich jetzt mal so sagen.
    Eine Königin im Zusetzkäfig löst immer sofort ein Interesse aus, wenn man den Nocotkäfig auf die Gassen setzt.
    Fieserweise könnte man sagen, dass schon allein der Futterteig da drin in der trachtlosen Zeit zu einem Ansturm führt :wink: 
    Man beobachte da mal die Reaktion auf einen leeren Nicotkäfigs mit Futterteig in der Kammer.


    Ich habe mir das gerade vor kurzem nochmal genau angesehen. Etwas weniger Ansturm bei einem nicht weisellosen, im 1:1 Tausch Umweiselung (Alte einen Tag zuvor gekäfigt, neue im Käfig rein), Belaufen, abgespreizte Flügel wenig, Sterzeln auf dem Käfig. Prima, und was war?
    Köngin letztlich tot in der Beute. Volk total ruhig, keine NZ:eek:
    Ich habe in der vollen Beute seeehr lange geguckt, und geguckt, und gesucht, und gestiert.... auf der zweitletzten BR war sie:
    Die heimliche, still umgeweiselte Neue - nirgends ein Zellenrest (hab doch vorher auch durchgesehen). Nix. Schade drum, sehr schade. Das kann halt mal passieren aber vom Verhalten her gab es da keine Hinweise, keine Aggressivität.


    Andererseits habe ich in den weisellosen Schaukasten mit 4 NZ eine der überzähligen Tauschkös geparkt. Nach 4 Tagen Käfig insgesamt ohne vorher Honigwasser etc hab ich die vor das kleine Flugloch gesetzt:
    Reingelaufen, Riesenknäuel am Boden kurz hinter dem Flugloch bereits,
    ich rechnete also mit Rauswurf der Toten und was war?
    Die haben sich wohl nur gefreut, sie angenommen, Zellen brav ausgefressen (bereits verdeckelt). Und die Kö sieht kein bißchen zerfleddert aus.


    Meiner Meinung nach sind die zwei Tage und dann Freigabe viel zu lange im Käfig (plus Entnahmetag, plus Versandzeit) für die armen Königinnen. Was Sache ist, ist viel früher schon klar. Und Entweder klappt es oder es klappt eben nicht, auch nach zwei-drei tagen nicht.
    Wenn sie keine Eigenen haben und die Köngin ist OK, dann gehts. Adam hat recht.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hi Marion,


    schöne Beschreibungen!


    Ich dachte bisher auch, daß ich alles im Griff habe... Bis dann letztens eine zugesetzte Zuchtkönigin vor der Kiste lag. Auch das Herumgekrabbele auf dem Käfig ist m.E. kein sicheres Zeichen.


    Manchmal ist das echt komisch. Ich habe auch schon Königinnen einfach durch das Flugloch einlaufen lassen - geht. Aber manchmal eben trotz aller Vorsichtsmaßnahmen eben nicht.


    Gruß Jörg

  • Bezeichnenderweise gebe ich hier zu, dass die Schaubeute als erstes Angebot die andere entnommene Köngin zugelaufen bekommen hat,
    das war dann aber die, die bereits still umgeweiselt worden war (!!)
    DIE haben sie vor die Tür geschmissen - lebend wohlgemerkt. Passt ja: so`n Schrott wollten sie auch nicht mehr :wink:


    OK, OK, eine davon gehörte abgedrückt, weil überzählig. Aber das können auch die Bienen übernehmen, dachte ich mir. Und ich kann gucken.
    Aber ich muss sagen, dass das optisch bei der Nicht Genügenden viel ruhiger aussah, die ist in die Gasse gelaufen, kein Knäuel. Was dann war, hab ich nicht verfolgen können.


    Fazit: Beobachtete erste Reaktionen sind mit Vorsicht zu beurteilen.
    Anders natürlich, wenn ein Volk die Hintern krumm, wütend summend mit den Stacheln in den Käfigöffnungen steckt. Das hab ich mal bei einem Stechervolk gesehen, welches keine Lust auf Angebote sanftmütiger Damen hatte - unglaublich!


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper


  • Anders natürlich, wenn ein Volk die Hintern krumm, wütend summend mit den Stacheln in den Käfigöffnungen steckt. Das hab ich mal bei einem Stechervolk gesehen, welches keine Lust auf Angebote sanftmütiger Damen hatte - unglaublich!


    Auch schon mehrfach gesehen, die sind dann total GaGa und stechen wie wild in den Käfig.


    Wenn sie auf dem Käfig sterzeln, war bisher die Annahme gut....was aber auch nicht immer sein muß.
    Und 2 Tage oder sogar länger im Käfig für eine Legende finde ich persönlich zu lang. Beim Verschicken muß das sein, aber wenn man sie am Stand hat, dann sollte schon klar sein ob das Volk die jetzt haben möchte oder nicht. Lieber die Bienen als solches paar Tage länger "freuen" lassen.
    Bei Unbegatteten ist das zeitlich problemloser.

  • hummel : Es ging mir nicht um das einfache Zusetzen.


    Hallo Hardy, kann man nicht sicher, würde ich jetzt mal so sagen.
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    Meiner Meinung nach sind die zwei Tage und dann Freigabe viel zu lange im Käfig (plus Entnahmetag, plus Versandzeit) für die armen Königinnen. Was Sache ist, ist viel früher schon klar. Und Entweder klappt es oder es klappt eben nicht, auch nach zwei-drei tagen nicht.
    Wenn sie keine Eigenen haben und die Köngin ist OK, dann gehts. Adam hat recht.


    Hallo Marion,


    in einem anderen Thread hatte ich geschrieben, daß ich 2 Zusetzarten ausprobieren wollte:
    1. Nach Golz (mit Alkohol übers Volk sprengen und dann direkt zulaufen lassen).
    2. Normal über Nicot.


    Ablauf: 4 Völker über Absperrgitter einlaufen lassen und Weiseln abgefischt.
    Am nächsten Tag 2 Völker mit Alkohol beweiselt und 2 mit Nicot direkt ausfressen lassen.


    Bei der Nachschau waren bei beiden Methoden jeweils eine Kö weg.
    Gut, ist natürlich zu wenig für Statistik.
    Deshalb hier meine obige Frage, ob man Annahmbereitschaft irgendwie sicher erkennen kann.


    Habe jetzt nachbeweiselt mit Nicot:
    2 Tage mit Ausfressschutz, dann gestern Abend ausfressen lassen.
    Aktuell heute starker Polleneintrag bei allen 6 Völkern (kanad. Goldrute).
    Am Wochenende schaue ich mal nach Stiften bei den Beiden.


    Im aktuellen DBJ 9/2014 S.34 ist ein Fotobeitrag über´s Zusetzen mit einem selbstgebauten (´tschuldigung Henry:cool:) Zusetzkäfig.
    Damit soll man das Verhalten der Bienen besser beurteilen können.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Am sichersten ist am Ende eine Woche weisellos, Zellen brechen und dann die Neue rein. Aber darum ging's hier ja nicht.


    Ich schau 20 Minuten später noch mal rein wie das Verhalten am Käfig ist. Wird kommuniziert und die Rüssel rein und raus gestreckt, hab ich nen besseres Gefühl, dass das klappt.


    Ist aber nicht statistisch belegbar ;)


    Sonnige Grüße,
    Arnd


  • ...
    Am nächsten Tag 2 Völker mit Alkohol beweiselt und 2 mit Nicot direkt ausfressen lassen.


    Bei der Nachschau waren bei beiden Methoden jeweils eine Kö weg.
    ...


    Hallo Radix!


    Auch wenn du es mir vielleicht übel nehmen wirst, aber ich bleibe dabei: Die Weiselunruhe abwarten mag ja so weit in Ordnung sein.
    Das geht recht schnell im Volk. Ne Stunde maximal.


    Aber dann erst am nächsten Tage eine Königin eventuell dann noch aus dem Versand zuzusetzen halte ich weiterhin NICHT für gute imkerliche Praxis.


    So ein Volk stellt razzfazz auf Nachschaffung um und da ist es beinahe egal ob mit Alkohol oder ohne, ob zulaufen lassen mit Honig oder ohne im Nicotkäfig oder im Zanderkäfig und was es da sonst noch alles für tolle Basteleien gibt.


    Zusetzen von Königinnen bleibt nach wie vor die häufigste Ursache für weisellose Völker.


    Das gilt für Golz, Adam, Dadant, Zander, warre und wie sie noch so alle heißen oder mal geheißen haben die Bienenpäpste.


    Mir ist der Schutz eines Miniplus oder eines Ablegers am allerliebsten.
    Auch wenn es da auch Umweiselungen gibt.
    Warum auch immer: Bienen haben eine andere Vorstellung von Ihrer Regentin als der Imker.
    Und wenn die den Mädels nicht passt dann ist es eben um die "gute" geschehen.


    Sicher geht nur ab Ende September bis Ende März/Mitte April.


    Ähm: FAST SICHER!
    :daumen:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • ...Sicher geht nur ab Ende September bis Ende März/Mitte April.
    Ähm: FAST SICHER! :daumen:


    Hallo Luffi,


    gute imkerliche Praxis hin oder her - oft paßt es einfach zeitlich nicht.
    Vielleicht gibt es ja doch Beobachtungen zur Annahme/Abwehr.


    Der Autor im DBJ schreibt, daß er das Verhalten (mit seinem Zusetzgerät) besser beobachten kann.
    Ich habe ihn über den Verlag mal angemailt, ob er dazu nähere Angaben machen kann.
    Sollte was kommen, stelle ich es natürlich hier rein.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Hardy, Beobachtung vom Drohn:


    lassen sich die Bienen auf dem Käfig der Königin leicht abschütteln oder mit dem Finger abstreifen so geht die Beweiselung gut.
    Sitzen die Bienen fest und krallen sich auf dem Käfig fest, so besteht ein erhöhtes Risiko für Königinverluste.


    Wichtige Voraussetzung für das Beweiseln mit Käfig ist, dass im Käfig die Begleitbienen ausgewechselt werden mit "Jungbienen" aus dem zu beweiselnden Volk. Dadurch steht die Königin im Futtersaftstrom des zu beweiselnden Volkes.


    dD