Blühreife Laubbäume (Sommerlinde)

  • Hallo,


    kann mir jemand Tips geben, wo ich etwas über die Blühreife von Laubbäumen (aktuell interessiert mich die Sommerlinde) finden kann?


    Ich kann im Netz nichts dazu finden, Baumbeschreibungen gibt es massenhaft, aber nirgendwo finde ich Angaben zur Blühreife.
    Alternativ könnte es auch Literatur sein.


    Gruß,
    Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

  • Was verstehst Du unter "Blühreife", bzw. wann willst Du die erkennen? Im Vorjahr, Frühjahr, ein paar Wochen vor dem üblichen Blühzeitpunkt?


    Durchschnittswerte ab welchem Alter Bäume blühen findest Du auch im Netz wenn Du nach "Blüte (blüht) Standjahr" und dem Baum suchst. Bei der Sommerlinde werden 15 - 20 Jahre angegeben. Das schwankt aber je nach Standort sehr. An Mangelstandorten blühen Bäume häufig schon als jüngere Exemplare, aber ich vermute mal, dass diese Notblüte wenig Nektar bringt.


    Marion

    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Hallo Marion,


    unter Blühreife verstehe ich das Alter ab wann ein Laubbaum zum ersten Mal blüht.


    Ich hatte gehofft, daß es irgendwo eine Übersicht für verschiedene Bäume gibt. So ähnlich wie z.B. auf der Seite "Baumkunde.de", wo es viele Info´s zu den Bäumen gibt, aber leider nicht das Alter angegeben wird, ab dem die Bäume blühen.


    Gruß, Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

  • In Fachüchern gibt es die Info meist nur zu einigen Arten, ich hab hier noch einen uralten "Gehölzberater" der Baumschule Wörlein, da ist es bei etlichen Bäumen und Sträuchern vermerkt. Das differiert halt wie gesagt auch sehr stark und hängt von vielen Faktoren ab (auch. z. B. ob Sämling, veredelt, wie veredelt ...)

    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Hallo,


    kann mir jemand Tips geben, wo ich etwas über die Blühreife von Laubbäumen (aktuell interessiert mich die Sommerlinde) finden kann?
    .........
    Gruß,
    Heike


    Wir haben u.a. Anfang der neunziger (1994)? Bäume gepflanzt, vierjährige. Auch Sommer und Winterlinden dabei, 25 Stück. Vor 6 Jahren blühten sie (einige) zum ersten Mal. Die Blüte scheint anfänglich alternierend zu sein. Diesjahr z. B. kamen sie durchweg nicht zur Blüte.

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Danke für die Antworten.
    Hier im Garten gehen immer mal wieder die verschiedensten Bäume auf, vermutlich werden die Samen u.a. durch Rindenmulch eingeschleppt.


    Die Zeit bis zur Blühreife entscheidet dann, ob sie im Garten bleiben können oder "ausgewildert" werden. Die Sommerlinde wird dann wohl nicht im Garten bleiben.


    Gruß, Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

  • N'Abend


    Gaaanz grob kann man zwischen Pionier- , Sekundär- und Klimaxbaumarten unterscheiden und daran auch grob die Geschlechtsreife festmachen. Birke, Weide, Pappel, Erle, Robinie, Vogelbeere, Kiefer und noch ein paar mehr sind sog. Pionierbäume, d.h. die besiedeln eine Brachfläche (z.B. Kahlschlag oder offen gelassenes Feld) als erste, vergehen aber auch wieder nach ein paar Jahrzehnten. Ihre Strategie dazu ist massenhafte und rel. frühe Samenproduktion und dadurch Ausbreitung (kommt auch oft zusammen mit leicht per Wind verteilbaren Samen) und BEsiedlung entsprechender Standorte. Danach kommen die Sekundärgewächse (Linden, Ulmen, Ahorn, Eichen, Fichten), die 1. den Schatten der Pioniere vertragen, 2. nicht so zahlreich fruktifizieren, 3. deren Samen nicht so leicht sind und eher von z.B. Tieren statt dem Wind verbreitet werden (entsprechend langsamere Ausbreitung) und die 4. halt auch später geschlechtsreif werden. Und zum Schluss kommen die Klimaxbaumarten, in Dtl. vor allem die Buche und in Hochlagen die Tanne.


    Je nach Bestand (voll besonnter Einzelbaum eher als Baum im geschlossenen Wald) kannst du bei Pionierbäumen schon nach wenigen Jahren Blüten sehen, freistehende Robinie und (Wald-)Kirschen habe ich z.B. schon nach 4-5 Jahren blühen gesehen, ebenso Weiden. Die Sekundärgewächse brauchen nen bisschen länger, freistehende Ahörner habe ich schon mit ca. 15J. blühen gesehen. Linde dürfte ähnlich sein. Im Wald können aus den 15 aber auch schnell 30 oder 40J. werden. Bei Buchen etc. gehts dann mit um die 50 langsam los.


    Wie gesagt, alles ganz grob, 10J. mehr oder weniger machen bei einem Baumleben nicht soviel aus.


    Und die Schlepperbanden deiner Baumsamen können auch Tiere und v.a. Vögel sein. Oder halt der Wind (gerade Lindensamen sind ja ein bisschen flugfähig).


    Grüße, Robert

  • Hallo Robert,


    danke, das hilft mir schon mal ein Stück weiter.


    In Deinem Profil habe ich gelesen, daß Du beruflich mit Bäumen zu tun hast, vielleicht kannst Du mir auch noch eine weitere Frage beantworten?


    In unserem Garten gibt es mehrere weibliche Salweiden, im Nachbargarten stand eine männliche Salweide. Salweiden gingen in unserem Garten folglich auf wie Unkraut. Sehr viele von diesen Sämlingen habe ich an andere Imker verschenkt.
    Leider ist die männliche Salweide beim Nachbarn in diesem Frühjahr eingegangen. Abgesehen davon, daß sie natürlich als nahegelegener Pollenspender für meine Bienen fehlt, fürchte ich nun auch, daß es mit den zahlreichen Sämlingen nun erstmal vorbei ist, denn eine weitere männliche Salweide ist in der Nähe nicht zu finden.


    Ich erkenne erst ab Blühbeginn, ob es sich um eine weibliche oder männliche Weide handelt, was ja nun einige Jahre dauert. Meine Frage ist, muß auch der Fachmann bis zur Blüte warten oder gibt es irgendwelche Merkmale, an denen man bereits vorher erkennen kann, ob weiblich oder männlich?



    Gruß, Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

  • Kannst du ohne Blüte an äußerlichen Merkmalen leider nicht erkennen. Schneller zur Blüte kommst du aber über Stecklinge. Also einen Zweig einer dir bekannten männlichen Salweide bewurzeln. Viele sagen, es geht mit Salweide nicht so gut, aber es funktioniert.

  • Hallo Heike,
    der Fachmann vermehrt die Salweide über Steckhölzer und weiß daher das Geschlecht des Bäumchens :u_idea_bulb02:.

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • Viele sagen, es geht mit Salweide nicht so gut, aber es funktioniert.


    Ja, das kann ich bestätigen- es funktioniert nicht mit so einer hohen Anwuchsquote wie bei anderen Salixarten, aber es klappt.

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • N'Abend


    Zur letzten Frage von Heike kann ich leider auch nicht mehr als die anderen beitragen. Aber vegetative Vermehrung geht bei Salix-Arten fast immer sehr gut, ist sogar Teil ihrer natürlichen Ausbreitungsstrategie als Pioniergewächse. Einfach Stecklinge schneiden (einährige, fingerdicke, ca. 20cm lange Zweigabschnitte) und im Herbst oder Frühjahr in den gelockerten Boden stecken, nur ein paar cm (1 Knospe) rausschauen lassen.


    Es gibt in der Landwirtschaft sog. Kurzumtriebsplantagen, auf denen auch Weiden angebaut werden, im Netz gibts viele Tips zur Anlage (inkl. Stecklingsgewinnung, Lagerung, Pflanzung) von sowas, diese Tipps kann man auch zum Selber vermehren von allen möglichen Weiden nehmen. Einfach mal bei google schauen.


    Grüße, Robert

  • Moin,


    also die Stecklingsvermehrung kriege ich mit der Salweide nicht hin, ich hab´s so oft versucht.


    Andere Weidenarten habe ich problemlos über Stecklinge vermehren können, nur eben die Salweidenstecklinge sind nie angegangen. Aber ok, ich werde es im nächsten Frühjahr nochmal versuchen, mit gaaaanz vielen Stecklingen. :wink:


    Gruß, Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)