Bienen "geerbt" - Hilfe zur Winterfütterung und Varroabehandlung erbeten

  • Hallo liebe Community,


    ich habe mir im Sommer ein Haus gekauft, in dessen Garten zwei offenbar sehr kleine Bienenstöcke standen.
    Es handelt sich um zwei einzargige Styroporbeuten und etwas Zubehör im Keller (den Rest der Beuten, Imkerzubehör, Gläser etc.....es muss hier irgendwann einmal mehr Bienen gegeben haben, dies hier scheint der Rest zu sein.)
    Ich habe mich in der Bienenhaltung etwas eingelesen, da ich immer schon Interesse an der Haltung hatte und dies jetzt gerade eine praktische Gelegenheit war.
    Leider habe ich keine Imker im Bekanntenkreis, die mir diesbezüglich unter die Arme greifen würden.
    Die Bienen haben etwas Honig eingelagert und zehren derzeit davon.
    Eine Königin ist in beiden Stöcken vorhanden, vor 4 Wochen war ordentlich Brut darin zu finden.
    Dennoch würde ich nun gerne bei beiden Beuten eine zusätzliche Zarge aufsetzen um zu füttern.
    Was für Futter nehme ich denn am besten, worin biete ich dies an und was für eine Menge brauche ich in Etwa?
    Zusätzlich würde ich gerne wissen, wie ich feststelle, ob und wie eine Varroabehandlung Sinn macht. Also wie stelle ich fest, wie stark der Befall ist? Oder wird gegen die Varroamilbe grundsätzlich behandelt?


    Viele Grüße, Chris

    Liebe Grüße, :Biene:Christina :Biene:

  • Hallo Chris,
    herzlich willkommen im Forum.
    Es wäre gut wenn Du Dein Profil ausfüllen würdest. Ich glaube es wäre gut wenn ein Imker mit Dir die jetzt notwendigen Schritte tun würde.
    Vielleicht findet sich über das Forum ein Imker in Deiner Nähe bzw. es könnte ein Verein in Deiner Nähe gefunden werden.
    Wenn bisher nichts gemacht wurde, ist ganz sicher Einfütterung - z.B. mit Fertigsirup bzw. Zuckerlösung 3:2 (Zucker/Wasser) - angesagt und eine Varrobekämpfung z.B. mit AS 60% notwendig. Aber genau diese Dinge sollten vor Ort besprochen werden.


    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Moin Chris


    Eye - Diese Antwort mal eben schnell in ein paar Worte packen: wird etwas schwierig.


    Bester Weg: Du verrätst uns wo Du wohnst und hoffst auf einen netten Teilnehmer aus dem Forum, der Dich schnell mal so ganz real besucht, und Dir schnell hilft.


    Ansonsten: Einzarger in Styropor - klingt vielleicht nach Segeberger Beuten?
    Ich würde jetzt nicht mehr erweitern.
    Es ist zu spät im Jahr.
    Einzarger (Segeberger - meine Annahme) sollten in etwa 24kg Gewicht haben, nach der Einfütterung.
    Also schnell mal bei Dir nachwiegen. Vielleicht musst Du gar nicht füttern.


    Ansonsten läuft es so ab nach der letzten Ernte:
    Anfüttern, etwa 5 kg. (Bienenfutter gibt es im Imkereifachhandel.)
    Behandeln - gegen Varroa,
    Auf- und Endfüttern bis Gewicht erreicht.


    Im Winter dann, wenn nötig eine Restentmilbung und gut.


    Behandeln gegen Varroa: Man kann Ameisensäure 60% ad us. vet. benutzen und eine Verduster => Imkereifachhandel.
    Das würde ich Dir erst einmal empfehlen.


    Dies erst mal als ganz schnelle Hilfe.


    Gruß
    Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935

  • Hallo Patrick,


    ich wohne im Saarland, in der Nähe von Saarlouis.
    Ich habe jemanden im Ort, der ebenfalls Bienen hat und der mir eigentlich helfen wollte, leider handelt es sich um einen älteren Herrn der nun im Krankenhaus ist, und den ich im Moment nicht mit derlei Dingen belangen möchte.
    Wie wiege ich denn die Zarge am besten? o.O. Es handelt sich in der Tat um Segeberger Beuten.
    Ich wollte morgen Bienenfutter kaufen gehen und auch einen Verdunster sowie die Ameisensäure.
    Das mache ich aber erst nach der Fütterung, oder davor?
    Ich habe schon beide Varianten gelesen und bin daher etwas unsicher.
    Geerntet wurde bei den Tieren dieses Jahr nichts, das heisst, der Honig, den sie eingetragen haben, verblieb ihnen komplett.


    Grüsse Chris

    Liebe Grüße, :Biene:Christina :Biene:

  • Hallo Chris,



    Ich wollte morgen Bienenfutter kaufen gehen und auch einen Verdunster sowie die Ameisensäure.
    Das mache ich aber erst nach der Fütterung, oder davor?
    Ich habe schon beide Varianten gelesen und bin daher etwas unsicher.
    Geerntet wurde bei den Tieren dieses Jahr nichts, das heisst, der Honig, den sie eingetragen haben, verblieb ihnen komplett.


    Wiegen:
    - entweder die ganze Beute auf eine Plattformwaage stellen ('Paketwaage'),
    - oder irgendwie auf einer Personenwaage (mit einer einzargigen Beute sollte das möglich sein)
    - oder mit einer Kofferwaage an einer Seite ankippen (sollte dir jemand zeigen)


    Füttern: Ist ja schön, dass den Bienen der Honig blieb, aber in einer Zarge hatten die nicht genug Platz, war ja schließlich auch Fläche von der Brut belegt. Deshalb wirst du wahrscheinlich noch einige Kilos nachfüttern müssen.
    Aber jetzt ist vor allem die Varroabehandlung wichtig und eilig!


    Was mögliches Erweitern angeht: ich halte es noch nicht generell für zu spät. Kommt drauf an, wie stark die Völker sind, aber evtl. auch darauf in welchem Zustand die Waben sind. Ich starte jetzt sogar noch vereinzelt Bauerneuerungen (also Volk auf neue Rähmchen mit Mittelwänden fegen). Ich könnte mir vorstellen, dass deine Völker aufgrund der langen (?) Vernachlässigung arg varroaverseucht sind.
    Möglicherweise wäre eine totale Bauerneuerung/Brutentnahme die beste Lösung. Da sollte aber jemand mit etwas Erfahrung dabei sein.


    Grüße,
    Robert

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  • Hallo,


    ich hoffe für Dich und die Bienen, dass Du jemanden hier findest, der vorbeikommen könnte.
    Offensichtlich weißt Du aber schon, von was Du sprichst und hast etwas "Hausaufgaben" gemacht :daumen: gut.


    Dann kommt jetzt weiterer Stoff. Bitte Lesen!:


    Alles zu Futter und Einfütterung und zum Wiegen und Gewichten steht hier

    Und Alles zur Varroabehandlung steht hier


    Du besorgst Dir eine Kofferwaage oder Zugwaage und ermittelst das aktuelle Gewicht. Wenn es nicht weit entfernt ist von den genannten 24 kg für Einzargige Völker, dann erst behandeln, dann zu Ende füttern.
    Denn wie man ja oben schon gesagt hat: jetzt muss in Sachen Behandlung was passieren!


    Prüfe, ob Deine Beuten einen offenen Gitterboden und eine Schublade haben, die herausziehbar ist. Die musst Du wohl dann erst einmal reinigen, wieder einschieben, und dann kannst Du gucken, wieviel Milben täglich darauf abfallen bzw. wieviel eine Behandlung darauf fallen lässt. Das gibt einen groben Anhaltspunkt, was los ist in den Völkern. Das nur zur Info.


    Jedoch hast Du eingentlich gar keine Zeit und keine Wahl, jetzt erst noch eine Woche gemütlich zu zählen und daraus welchen Schluss auch immer zu ziehen, spar Dir das! Du solltest JETZT behandeln. Milben haben sie alle!
    Die Völker sind gar nicht vorbehandelt?, da muss was passieren, erst recht, wenn vielleicht sogar im letzten Jahr nichts passiert ist, dann kann es auch schon zu spät sein.


    Falls sich wirklich keiner Findet:
    Hier weiter posten.
    Wir lotsen Dich da durch :daumen:


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Und schreib den Wohnort auch in Dein Profil, der erscheint dann in jedem Beitrag oben rechts sofort sichtbar für jedermann. Nicht jeder hat den Satz im Beitrag gelesen.
    Im Forum oben rechts auf "mein Profil" klicken. Das Wichtigste ausfüllen bzw., was für Dich OK ist. Ort und Region sind beim Imkern immer hilfreich/informativ.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ich bin ein bekennender Gegner des Amitraz.
    Aber es gibt Fälle, und dieser ist so einer, da sollte man davon Gebrauch machen.
    Der Mann ist ein absoluter Neuling in einer Notlage. Da mit Säuren etc zu hantieren ist gefährlich. Für Bien und Mensch.


    Einfach Deckel auf, Rauchstoss geben und Streifen einhängen.
    Im Winter Kursus belegen.

  • Moin Chris


    3 Dinge brauchen wir noch von Dir:


    1. das Gewicht der jeweiligen Völker,
    2. Dein Varroamittel
    und 3. wenn Gewicht zu wenig; welches Futter Du einfüttern möchtest.
    Gruß
    Patrick


    @ Luxnigra: Amitraz hat in D keine Zulassung, soweit ich weis. Man könnte es nur über den Tierarzt übers Europäische Ausland beziehen, aus eine Land, wo es zugelassen ist...


    bissel kompliziert, für jemanden der gerade Bienen "geerbt" hat.
    Wir sollten Chris in die Lage versetzen, das er seine Bienen kommendes Frühjahr wiedersieht und wirklich Freude daran hat!
    Über die Tastatur ist eine Anleitung zwar nur suboptimal... aber wenn niemand in Seiner Nähe ist um Ihn real zu unterstützen, muss es eben auch so gehen.


    Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935

  • Das sehe ich auch so.
    Sicher wäre es prima, man hätte ein supersicher-und-völlig-easy-Varroabehandlungsmittel:
    Deckel auf, Tablette rein, Deckel zu, keine Rückstände, keine Resistenzbildung, ungefährlich für den Anwender. Volk super geschont und gleichzeitig 99% der Varroa bestimmt platt. Top. So was brauchen wir alle :wink:


    Dann warten wir mal ab, wie es jetzt weiter geht.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • beetic : ICH bin mir der Probleme ob des Amitraz sehr wohl bewusst. Deshalb bin ich ja auch ein Gegener desselbigen!
    patrick : Du siehst die Gesetzeslage fast richtig. Das Amitraz darf auch von einem deutschen Veterinär für einzeln begutachtete Völker verschrieben und angewendet werden falls das Mittel in einem anderen europäischen Land zugelassen ist.
    Also: Vet anrufen und machen.