Der Zuckerfilm - Zucker selber mischen im Test

  • Guten Tag,


    die Hauptvölker sind seit gestern erfolgreich aufgefüttert, was ich zum Anlass nehme, einen abschließenden Bericht über meine diesjährige Zuckerfütterung zu erstellen.


    Wie in dem Film gezeigt (s. Anfang des Themas), stellte ich erstmals seit Jahren wieder selber eine Zuckerlösung für die Bienen her. Ich entschied mich, wie schon in den 1980er und 1990er Jahren, für das Lösungsverhältnis 2:1 (also 2 Teile Zucker auf 1 Teil Wasser), was eine sehr dickflüssige, lange haltbare, bienengenehme Lösung ergibt. In vier Durchgängen wurden 550 kg Zucker an die Bienen verfüttert. Jedes Volk (Dadant 1-zargig) erhielt 24 kg reinen Zucker (plus Wasser). 2-Zarger erhielten 32 kg Zucker plus Wasser.


    Das Anmischen der Lösungen erfolgte wie im Film dargestellt problemlos, schnell und kostengünstig, so wie ich es mir vorgestellt hatte. Hierbei fiel mir der angenehme „Zuckerduft“ der warmen Lösung auf; ganz anderes als der kalte, sterile Industriesirup Ambrosia. Ja, Zucker duftet lieblich süß! Dies bemerkten natürlich auch die Bienen, und während des Fütterns war eine deutliche größere Aktivität und Abnahme festzustellen. In wenigen Tagen waren die 24 bzw. 32 kg Zucker (in Wasser gelöst) verabreicht.


    Räuberei hat es keine gegeben. Auch die befürchtete „Schmiererei“ blieb aus. Die Kosten mit 78 Cent pro Kilo Zucker kommen mir sehr entgegen. Die 25 kg Säcke Zucker sind sehr gut händelbar. Besonders gut gefiel mir auch die Frei-Haus-Lieferung des Zuckergroßhändlers (Hanse Kontor Kiel).


    Ich habe gelernt: Rohrzucker mögen die Bienen am liebsten. Er kommt dem Nektar am nächsten. Industriesirup sowohl aus Weizen- als auch auf Gerstenbasis ist ein kaltes Kunstprodukt. Hierzu passt auch der Artikel im Internet „Ersatzzucker beeinflusst Gen-Aktivität der Bienen“, bitte hier klicken: http://www.welt.de/wissenschaf…ktivitaet-von-Bienen.html .


    Künftig werde ich jedes Jahr wieder meine Bienen auf reinem natürlichem Zucker überwintern. Meine Bienen werden es mir danken. Mehr dazu im o. g. Film.


    Gruß
    KME

  • Hallo KME,


    lies mal Deinen zitierten Artikel:

    Zitat

    Die Genaktivität in den Fettkörperzellen mit Honig gefütterter Westlicher Honigbienen (Apis mellifera) unterscheide sich aber sehr stark von der mit Saccharose- oder Fructosesirup gefütterter Tiere, berichten die Forscher.


    Du hast Deine Völker mit Saccharose eingefüttert!


    Wieviel Futterwaben musst Du eigentlich im Frühjahr entnehmen oder verbrauchen Deinen Völker wirklich soviel Winterfutter?


    Gruß Jan

    Dubium sapientiae initium. Zweifel ist der Weisheit Anfang. René Descartes

  • HAllo,


    ja, mit Saccharose (= Hauptbestandteil des natürlichen Nektars) gefüttert, aus dem die Bienen bei der Fermentierung dann Invertzucker (Fructose und Glucose) "herstellen", welcher auch Hauptbestandteil des Honigs ist.
    Ja, entnehmen muss ich im Frühjahr sehr selten überschüssige Futterwaben.


    Natürlicher geht es also kaum.
    Gruß
    KME

  • Hallo Kai,
    wie man weiß füttere ich nicht (oder bei Bedarf nur in geringem Maße zu); meine Bienen überwintern auf Honig. Stets genügen 10-12kg Nahrung über den Winter und selbst die werden nicht gänzlich aufgezehrt.
    Sag, wieso (ver)brauchen deine 1-zarger 24kg Zucker, 2-zarger gar 32kg :confused:


    @all
    Wenn ich Zuckerlösung anrühre, dann 1:1 + 20% Honig und natürlich mit Rührstab und Muskelkraft in der Milchkanne. Ich rühre stets nur so viel an, wie ich am selben Abend verfüttere. Die Völker bekommen nur Kleinbehältnisse, welche maximal 1 Liter fassen und am nächsten Morgen ausgezehrt sind. Lagerungsprobleme (die Lösung würde schnell sauer) vermeide ich auf diese Weise.


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • ...Hierzu passt auch der Artikel im Internet „Ersatzzucker beeinflusst Gen-Aktivität der Bienen...


    Auch Rohrzucker ist ein Ersatzzucker = Saccharose, in 2:1-Lösung dann = Saccharosesirup. Und im Artikel geht es um dessen Unterschied zu Honig.


    Und den benutzt hier im Thread nur der Gerstunger :daumen:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Jepp...das tut der!
    Der Zeitungsartikel bestätigt mich in diesem Tun. Danke Kai.
    Mein Argument für die Überwinterung auf Honig war stets: "Welches von zwei Broten wird allgemein als gesünder angesehen; eines welches mit Zucker bestrichen ist, oder ein mit Honig bestrichenes?" Die Entscheidung fiel stets auf das Letztere.
    Und ich wiederhole mich gerne auch in verschiedenem Zusammenhang mit folgendem Zitat aus Der Bien und seine Zucht, auch wenn Genforschung zu dieser Zeit noch unbekannt war:

    Ferdinand Gerstung schrieb:

    ...und dann kann der Imker seine Zuckerwasserimkerei in ausgiebigster Weise im Brutraume beginnen. Daß er auf diese Weise seinen Völkern in jedem Jahr die Schwindsucht an den Hals füttert, was kümmert das viele...
    (Gerstung, Der Bien und seine Zucht, 3.verm.verb.Auflage, 1905, Seite 145)


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • Was soll denn der Plötzinn jetzt?
    Warum können Bienen nicht mehr anders?


    Ich behaupte im Gegensatz mal ganz flott einfach so, dass Du jederzeit den heutigen Bienen genausogut Honig zur Überwinterung geben kannst (sprechen wir mal nicht von Raps und Wald z.B.).
    Hier wird grad so getan, als ob in Saccharoselösung was drin wäre, was die Bienen "abhängig" macht oder "gewöhnt".


    Bitte mal Kohlenhydrate und Zucker und Verbrennung im Organismus und Energiegewinnung im Bereich Biochemie und Physiologie nachlesen... :roll:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Bienen die Jahrerlang, ach was sag ich, Jahrzehnte lang im Herbst Zucker-Futter bekamen, haben sich drauf eingestellt. Die können nicht mehr ohne.

    Bienen denen man Jahrzehntelang keinen gibt, kommen nicht durch den Winter, wenn die Felder frisch gefließt sind oder die Linde nicht honigt.


    Vermutlich verbrauch die Bienen KME einen Großteil des Futters schon beim Umarbeiten. Meine Segeberger werden als Zweizarger auf nur noch 36kg aufgefüttert. Damit ist das Bruttogewicht von Boden bis mit Deckel gemeint. Wie 32kg reiner Zucker in die Völker zu versenken wäre, kann ich nicht verstehen. Das sind ja auch 22€ oder so - für die Sparfüxe. Meine Völker verheizen im Schnitt so 14kg ApiGold für immerhin ca 14€ - auch nur mal so für die Sparfüxe :p und mir ist völlig egal wieviel ich tatsächlich in jedes einzelne reinschütten muß. Über alles sind es mit viel Reserve etwa 16kg Sirup und ich schleudere sehr hart ab, nach der Goldrute.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Wenn ich an unserem Ort nur auf eigenen Honig, aber ohne Raps überwintern lassen wollte, könnte ich pro Volk nur rund 5 oder 10 Kilo entnehmen - maximal. Meine Langzeitergebnisse sagen ja noch nichts aus, aber meine Imkerpatin erntet pro Jahr 20 - 30 Kilo pro Volk - zusammen mit Raps versteht sich...


    Kommt halt auf den Standort an. Ein anderer Imker, ein paar Orte weiter, überwintert auch auf eigenen Honig. Er ist damit sehr zufrieden. Er sagt immer - nur Honig bringt Honig.


  • ...
    Vermutlich verbrauch die Bienen KME einen Großteil des Futters schon beim Umarbeiten. ...Wie 32kg reiner Zucker in die Völker zu versenken wäre, kann ich nicht verstehen. .....


    NA sicher. Manch einer kann sich so manches nicht vorstellen, und wenn dann noch das entsprechende Verständnis fehlt, dann sieht es leider bei manchen Gestalten ganz ganz düster aus. Vielleicht hilft da mal eine Art Fortbildung, Weiterbildung, oder auch mal ein längeres Seminar, um mal aus dem Tal der Ahnungslosen zumindest ETWAS über den Tellerrand zu schauen.
    Gruß
    KME