Frage an die BSVs

  • Hallo,
    bin seit neuestem frisch gebackene BSV. Jetzt rufen mich mindestens einmal die Woche Leute an, die Wespen im Rolladenkasten, Hornissen in der Mauer oder Erdbienen im Garten haben.
    Damit hatte ich eigentlich nicht gerechnet, als ich mich für das Ehrenamt meldete.
    - Was macht Ihr mit denen?
    Ich finde das extrem nervig, zumal die mir am Telefon ein Ohr abkauen.
    Zumindest für Wespen und Hornissen habe ich jetzt ein Telefon von jemand, der die umsiedeln kann.
    - Stehen Honigbienen unter Naturschutz?
    Werde ich gefragt, wenn es sich um Bienen handelt, diese aber Bienen nicht zu entfernen sind (Schornstein oder so).
    ??? Die wollen also einen Freibrief, die Bienen umzubringen. Leider konnte ich nicht rausfinden, ob Honigbienen unter Naturschutz stehen - das sind doch keine Wildbienen.
    Nach Möglichkeit würde ich selbst Bienenvölker umsiedeln oder die Umsiedlung vermitteln, aber ich laufe nicht auf Dächern rum. Die Imker hier sind mit Völkern gut versorgt, um diese Jahreszeit besteht kaum mehr Interesse.
    - Was mache ich, wenn ich höre, dass Bienenvölker verwahrlost sich selbst überlassen wurden? Die wenigen Völker, die dies überlebten, wurden nun vereinsintern vermittelt, aber mir schwillt der Hals, wenn ich von solchen Fällen höre. Nur: Mache ich jetzt Bohei, erzählt mir in Zukunft keiner mehr was von solchen Sachen. Wird dann alles still und heimlich gelöst.
    :-(
    Blöde Sandwichposition.
    Wie geht Ihr damit um?
    Ich dachte eigentlich, ich nehme Proben und berate Imker, so hatte ich mir das nicht vorgestellt.
    Es grüßt
    apirita

  • Moin Apirita,


    bei Wespen und Hornissen verweise ich auf zugelassene Umsiedler beim NABU.


    Ich versuche auch immer telefonisch zu klären, ob es Bienen oder Wespen sind.
    Sind es Bienen, nehme ich als Bezahlung den Schwarm.
    Werden mir aber Bienen angekündigt und es sind doch Wespen, verlange ich 10.-€ als Kostenentschädigung.
    Darauf weise ich aber im Telefonat hin.


    Vor Ort entscheide ich dann, wie ich mit den Bienen vorgehe.
    Wenn möglich > Rettung. Sonst Bauschaum. Leiden unter Varroa dauert länger und führt auch zum Tode...

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • ..... zumal die mir am Telefon ein Ohr abkauen......
    aber mir schwillt der Hals, wenn ich von solchen Fällen höre. .....


    Ohh Charlotte,
    mir deucht so´n BSV-Job macht nicht gerade hübscher.
    :liebe002: und :p_flower01: 
    für Dich zum Troste.


    sorry für´s OT,
    aber das musste jetzt mal sein.


    Herzliche Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Ganz klar: Geschützt sind alle Bienen!
    Honigbienen sind Bienen. Nur dadurch, daß sie üblicherweise in menschengemachten Kisten wohnen und von Menschen versorgt werden, verlieren sie ihre Bieneneigenschaft nicht. Auch gefütterte Blaumeisen in Meisenkästen genießen Schutz.


    Es gibt Bundesländer, in denen werden Bienen auf Landesebene behandelt wie Vieh. Ich glaube Berlin handhabt das so. Da weiß Melanie mehr.


    Für die Beseitigung von Bienen und Wespen sollte der Satz den die Schädlingsbekämpfer aufrufen nicht unterschritten werden und für die Beseitigung sollte sich auch kein Imker finden. Wer Wespen umgebracht haben will, soll dafür zahlen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Ich fragte mich gerade, wie so allgemeine Leute darauf kommen dich als BSV anzurufen? In den ganzen 12 Jahren als BSV bin ich nie von Zivilisten angerufen worden, wenn dann nur von anderen Imkern. Angehen tut dich so ein Wespenproblem sowieso nicht -> extrem nervig. Wer verweist die Leute denn an dich? Sitzt da im LRA jemand der deine Rolle irgendwie falsch verstanden hat?


    Gruß
    Reiner


    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Bei mir ist es so, daß ich als Schwarmfänger bei Polizei und Feuerwehr registriert bin...

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Auch Schwarmfänger können am Telefon auf ihre Wespengift-Allergie hinweisen.

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Hallo,
    danke, Regina die :p_flower01:nehme ich gerne, auch mit ohne Ohr und dickem Hals...
    Die Leute finden meine Nr. nun im Internet. Suboptimal. Die rufen alle Nummern an vom Imkerverein und der Dumme ist der, der den Hörer abhebt.
    Ja, wir werden mal eine Honorarstruktur erarbeiten. Für 10 Euro hebt hier keine Putzfrau ihren Feudel, Hardy. Aber das ist das geringste Problem.
    Es gibt einfach Einsätze, zu denen niemand bereit ist. Auf Dach rumturnen und Waben aus Schornstein schneiden...
    Und was macht Ihr mit Bienenquälern? Dem Vet.amt verpetzen? Dann erzählt mir nie wieder einer was, wenn hier was schief läuft. Weil bekannt ist, dass ich dann verpetze... Wenigsten ein OWI müsste man denen anhängen können, die die Bienen verwahrlosen lassen.
    Ratlos
    apirita

  • Hallo !


    Auch wenn ich kein BSV bin:



    @Rita


    Zunächsteinmal: Herzlichen Glückwunsch zum Bienenseuchensachverständigen !


    Seit wann gehören in Hessen Wespen, Hornissen und Hummeln zu den vordringlichen Aufgaben eines BSV ?
    Die hessischen Stadte und Kreis unterhalten "Untere Naturschutzbehörden", diese sind theoretisch per Anweisung
    verpflichtet ein Netzwerk von Wespen/Hornissen Berater/Umsiedlern aufzubauen bzw. zu unterhalten.


    So weit es mir bekannt ist, ist dies im Südhessischen auch praktisch der Fall,
    dort wird teilweise auch mit div. NaBu / BUND Ortsgruppen zusammengearbeitet.


    Das BI Kirchhain und auch die nah Wetzlar, bieten in regelmäßigen Abständen bzw. nach Bedarf spezielle Seminare
    zu dem Thema an, dabei haben sie oft sehr interessante Gastdozenten, z.B.:
    Diplom Biologe Björn Kleinlogel, Darmstadt; Rolf Witt "Wespen",


    Das vom BI Duchgeführte Seminar wird in Hessen Anerkannt al theoretische Grundlage zur Wepen- & Hornissenumsiedlung,
    das der nah auf Nachfrage.


    Verwahrloste Bienenstände werden hier im Vereinsgebiet an den Obmann für Bienengesundheit gemeldet,
    der macht dann folgendes:
    - an den Amtsvet weitermelden
    - den Besitzer des Standes / des Grundstücks ausfindig machen
    - exkalierender Imkerkontakt: Unterstützung anbieten - übernahem abräumen des Standes - AmtsVet Biefe scheiben lassen,


    Wenn Du dazu spezielle Fragen hast ...



    Ich fragte mich gerade, wie so allgemeine Leute darauf kommen dich als BSV anzurufen?


    So sehe ich das auch Reiner, irgendwas läuft da Falsch.
    Der BSV ist ein freiwilliger Dienstleiter für Imker.



    Bei mir ist es so, daß ich als Schwarmfänger bei Polizei und Feuerwehr registriert bin...


    Gut das dies einige bei uns im Verein sind, so hatten wir dieses Jahr nur 7 Anrufe der Feuerwehr ...




    Ratlos
    apirita


    Wie gesagt,
    frag die Leute woher sie Deinen Kontakt haben und verweise Sie an die Untere Naturschutzbehörde,
    setz Dich doch mal mit den anderen BSV in Deinem Verein auseinander wie die das händeln.


    Bei verwahrlosten Ständen hast Du zu aggieren, die sind eine schlehcte Werbung für die regionale Imkerei und für Dich als BSV der in seinem Gebiet soetwas duldet. Dich wird keiner mehr Ernst nehmen wenn das einreist.


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • N`Abend zusammen!


    @ apirita:
    Herzlichen Glückwunsch und Hut ab für deine Bereitschaft, dich den Themen und Aufgaben eines /einer BSV anzunehmen!
    Verwahrloste Stände oder Ähnliches, gerade in deiner neu erarbeiteten Position, nicht korrekt und konsequent zeitnah und mit Nachdruck zu melden und zeitgleich den Versuch der Kontaktaufnahme zum Verursacher herzustellen...nicht gut. Gar nicht gut! Denn du kannst es ja jetzt, auch auf dem Papier. Also tu`es, sobald du informiert wirst.
    Anders ist dem Problem runtergewirtschafteter, ungepflegter, verwahrloster, möglicherweise seuchenverbreitender Stände bzw. Völker nicht zu lösen.


    Natürlich wird es im Laufe der Zeit schwieriger, diese Stände auszumachen, aber du baust im positiven Sinne auch einen Druck auf derlei "Imker" auf, sich mit ihren wie auch immer begründeten Schwierigkeiten bei angemessener Völkerführung und somit Bienengesundheit helfen zu lassen. So oder so.
    Und das ist wichtig, denn den Imkern und damit Bienen in der Umgebung ist nicht damit gedient, "Imker" mit, nennen wir es individuellen Vorstellungen von angemessener Völkerführung und -hygiene, nicht den zur Änderung dieser Umstände nötigen Druck zu machen, aus Sorge vor Unbeliebtheit oder gar Hinter-dem-Berg-halten von Problemfällen.
    Ich denke wenn du geradlienig, im Rahmen der Möglichkeiten und Umstände freundlich, fachlich versiert und dich deutlich artikuliernd auftrittst, wirst du zwar dennoch Gegenwind bekommen, der dich in diesem Falle aber mal gar nicht kratzen sollte. Im Gegenteil, sieh` ihn als Ansporn und Bestätigung, dass du in der Sache gut bist.
    Was eben nicht bedeutet, den betreffenden Personen gegenüber in irgendeiner Art und Weise zurückhaltend oder zu rücksichtsvoll gegenüber zu treten, sondern alles zu tun, was der Sache, die uns ja auch in der Theorie alles verbindet, dient.


    Schöne Grüße
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Hallo,
    ja, ihr habt ja Recht.
    So isses in der Theorie, aber in der Praxis googeln die Leute "Imker" und rufen dann die erstbeste Nummer an, die ihnen unterkommt.
    Was die verwahrlosten Bienen angeht: Der Besitzer hat sich laut eigener Aussage seit einem Jahr nicht drum gekümmert, hatte keine Lust mehr auf das Hobby. Nun hat ein anderer Imker aus dem Verein die Völker (einige Dutzend) übernommen. Ein Drittel war verreckt, ein Drittel sehr schwach, ein Drittel ok. Da ich das alles nur vom Hörensagen weiß und die Situation ja vereinsintern geklärt wurde, ist es heikel, hier den Rambazamba zu machen. Auf welcher Rechtsgrundlage? Die verwahrlosten Bienenvölker sind ja nun an neuem Standort und werden wieder betreut.
    Das meine ich mit "Sandwich" zwischen Verein und Amt. Hier lief was schief, aber den Bienenquäler kann man nun nicht mehr belangen, oder?
    Grüße
    apirita

  • Ich verweise bei solchen Anrufen auf die Wespen-, Hummeln- und Hornissenbeauftragten der unteren Naturschutzbehörde in unserem Landratsamt. Leider ist es so, dass ich bei der Rettungsleitstelle registriert bin und man dort reflexartig meine Telefonnummer weiter gibt. Keine Ahnung wie ich in diese Datenbank gekommen bin und leider ist es nicht so einfach da wieder raus zu kommen.


    Die Leute rufen wegen dem kleinsten Wespennest an und schieben Panik. Ich hatte dieses Jahr den Knaller - drei Wespen, die begonnen hatten ein Nest zu bauen. Es war nicht mal kirschgroß :-(


    Bei Verstößen hänge ich einen von mir erstellten Vordruck an den Stand, weise auf den Verstoß gegen die BSV hin und setze eine Frist von zwei Wochen. Ich denke, man sollte den Leuten immer eine Chance geben. Komme ich nach Ablauf der Frist und es ist nichts passiert, erfolgt Meldung ans Vet.-Amt.


    Freundlich, aber konsequent - das führt nach meiner Erfahrung zum Ziel. Kommt Dir einer blöd, dann klar und deutlich sagen was die Konsequenzen sind, dann umdrehen und gehen. Mit Betonschädeln zu diskutieren ist verlorene Zeit. Die klemmen meist ganz schnelk den Schwanz ein, da reicht oft schon ein Anruf vom Vet.-Amt.


    Glückwunsch zur Übernahme dieses Ehrenamtes. Es werden immer weniger, die sich das antun wollen ihre Zeit für die Allgemeinheit opfern.:daumen:


    Gruß
    Wolfgang

  • Ergänzung:
    Mit "vom hören-sagen" wäre ich ganz vorsichtig. Mach Dir immer ein eigenes Bild, bevor Du jemand beim Vet.-Amt meldest.Da gibt es Imker, die schwärzen ihre Kollegen an und übertreiben maßlos. Komme ich an einen solchen Stand und es liegt kein Verstoß vor, dann verlange ich von demjenigen das Fahrgeld, der mich "aufgescheucht" hat.


    Es sind dann nicht die paar Cent (...die man sowieso nicht bekommt), sonden das Signal...


    Stress kann man jemand sehr schnell machen, das Tierschutzgesetz ist streng. Da reicht es schon, wenn jemand seine Bienen nach der Trachtzeit nicht füttert und hungern läßt. Aber Vorsicht - bei einer solchen Anzeige läuft der bürokratische Apparat an. Die Geister, die ich rief...

  • Hallo Rita,


    Du bis enggagiert, wenn Du dran bleibst wird das schon.
    Vielleicht Antwortet der eine oder andere BSV hier noch ( hier sind auch welche aus Hessen unterwegs).



    So isses in der Theorie, aber in der Praxis googeln die Leute "Imker" und rufen dann die erstbeste Nummer an, die ihnen unterkommt.


    Ja, so ist das, die Leute finden uns im Netz, im Telfonbuch auf den gelben Seiten u.s.w.
    aber wir haben hier auch klar abgesteckte Grenzen.
    Honigbienen sind als BSV Dein Thema !
    Nicht Wespen, nicht Hornissen, keine Hummeln und auch keine Solitärbienen oder sonstige Insekten.
    Mach das den Anrufern gleich klar, gib Ihnen gleich die Nummer der unteren Naturschutzbehörde und gut.
    So machen wir das und so läuft das gut.




    Was die verwahrlosten Bienen angeht:
    :
    :
    Hier lief was schief, aber den Bienenquäler kann man nun nicht mehr belangen, oder?


    Hier würde ich nichts weiteres unternehmen, das ist vor Deiner Zeit schon daneben gegangen.
    Lass das auf sich beruhen, nachtreten bringt da nichts, außer Aufwand.
    Seitdem wir hier den neuen Obmann Bienengesundheit haben und die BSV & Imkerberater neu sortiert wurden,
    (ca. 4 Jahre) ist ein neuer Wind da, der Amts-Vet schreibt dann auch mal einen bösen Brief.
    Man merkt das da Linie reinkommt - bestimmt schaffst Du soetwas auch.



    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.