Wie muss die Einfütterung berechnet werden?

  • Hallo,


    ich hatte gerade ein Gespräch mit Altimker, der mich etwas ratlos zurückgelassen hat.
    Zum Auffüttern verwende ich Stärkesirup. Der Altimker hat mir jetzt erklärt, dass ich 12 Liter füttern muss, damit 10 kg Futter eingelagert werden. Der Rest wäre Wasser, das noch verdunstet wird.


    Bisher hatte ich so gerechnet:
    1l Sirup=1,4 kg Sirup
    Abzüglich ca. 10% Wassergehalt=1,2 kg eingelagertes Futter
    Wenn ich also 24 kg Futter einlagern will und 24l Sirup gebe, dann sollte es doch passen. OK, wenn meine Rechnung stimmt, wäre es etwas mehr an Einlagerung, aber Futterwaben kann man für Ableger immer gebrauchen.


    Oder habe ich hier einen Denkfehler?


    Viele Grüße


    Tom

    Auch eine eierlegende Wollmilchsau gibt keinen Honig.

  • Hi, ich habe es auch so gelernt, dass die Masse des Sirups in etwa der Masse des eingelagerten Futters entspricht.
    Eine andere Frage ist, ob es nicht etwas viel ist, wenn du 24kg einfütterst. Je nachdem, ob das Volk schon Futter eingelagert hat (bei meinen derzeit ca. 7kg), könnte das etwas viel sein und das Volk aus der Brut drücken, je nachdem, auf wie vielen Waben es sitzt. Ich habe gelernt, dass ein Jungvolk ca. 15kg und ein Wirtschaftsvolk ca. 20kg Winterfutter Ende Oktober haben sollten. Wobei dabei natürlich auch das lokale Klima eine Rolle spielt.
    Ich denke, das regelmäßige Wiegen mit einer Kofferwaage wäre sehr hilfreich für dich. Dann spielt es auch keine Rolle mehr, wie viel Winterfutter 24kg Sirup ergeben. Du wiegst einfach nach jeder Futtergabe und fütterst so, dass du Ende Oktober das Wintergewicht erreichst.


    Grüße Tobi

  • Hallo Tom


    Die Rechnung die du beschreibst das 1kg Futtersirup 1,4kg wiegtmag richtig sein undich habe es für die Berechnung der Gesamtfuttermenge benutzt, auch weil ich es hier im Forum schon mal gelesen habe. Nun habe ich es bei 4 Völkern ausgerechnet und habe gefüttert mit dem Ergebnis bei allen Völkern das 1l Futtersirup auch ein Futtergewicht nach der Einlagerung von genau 1 kg entspricht und ich nochmal nachfüttern muß. Ich habe vor und nach der Auffütterung gewogen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo,


    beim Sirup entspricht die Bezeichnung "Futter" und deren Gewicht dem, was man als Winterfutter zu wiegen in den Beuten haben will ohne Abzüge, denn das wird 1:1 eingelagert.


    Was hier Verwirrung stiftet ist das Zuckeräquivalent. Dabei geht es darum, dass je nach Vorgehen Selbstgemischtes etwas dünner ist und Futterteig eben nun mal wenig Wasser hat, sogar mit Wasserzugabe eingelagert wird. Bei selbstangerührtem Zucker rechnet man mit einem Schwund von 10-20%.
    (Darum ging es wohl in der Bemerkung, jedoch nicht zutreffend auf Sirup!)


    Immer wieder und immer noch und auch wohl noch ne ganze Weile ist diese PDF hier einfach klasse,
    weil zum Thema Winterfutter, Arten, Zusammensetzung, Notwendigkeiten, Mengen, deren Bestimmung etc. alles, alles drinsteht. Und die Tabelle mit den tatsächlich eingelagerten Kilos findet sich auf Seite 6. :daumen:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Tom


    Die Rechnung die du beschreibst das 1kg Futtersirup 1,4kg wiegtmag richtig sein undich habe es für die Berechnung der Gesamtfuttermenge benutzt, auch weil ich es hier im Forum schon mal gelesen habe. Nun habe ich es bei 4 Völkern ausgerechnet und habe gefüttert mit dem Ergebnis bei allen Völkern das 1l Futtersirup auch ein Futtergewicht nach der Einlagerung von genau 1 kg entspricht und ich nochmal nachfüttern muß. Ich habe vor und nach der Auffütterung gewogen.


    Was hast du gefüttert? Lass mich raten, Zuckerwasser?

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Immer wieder und immer noch und auch wohl noch ne ganze Weile ist diese PDF hier einfach klasse,
    weil zum Thema Winterfutter, Arten, Zusammensetzung, Notwendigkeiten, Mengen, deren Bestimmung etc. alles, alles drinsteht. Und die Tabelle mit den tatsächlich eingelagerten Kilos findet sich auf Seite 6. :daumen:


    Kann dem nur zustimmen! Gute Anleitung, sehr umfassend.


    Allerdings setze ich mich nicht hin und rechne mir was zurecht. Ich wiege und füttere bis das Gewicht stimmt.


    Wirtschaftsvölker (Dadant) sollen mit der Federzugwage an einer Seite angehoben 20 Kg wiegen. Wenn es 18 Kg sind. Mache ich mir keine Sorge. Wenn es ein Ableger ist, der 12 Kg wiegt, dann vereinige ich ihn mit einem schwächeren Wirtschaftsvolk oder einem anderen Ableger. Der würde sonst nicht übern Winter kommen, bzw. im nächsten Frühjahr eh nichts bringen.


    Ihr seht, so ganz hab ich nicht verstanden, warum man da Kg und Liter hin- und herrechnet, zwei im Sinn... Wer gerne mit Zahlen spielt, dem ist das vielleicht ein Vergnügen, mir nicht ;-)


    Viele Grüße,


    vic

    «Kasseler Stadthonig» – Ertragreiche und sanftmütige Buckfast-Bienen in 10er-Dadant, rund 30 Völker auf verschiedenen Dächern in der Kasseler Innenstadt.

  • Hallo,


    erstmals DANKE an beetic für diese wunderbare PDF!!! Hab genau das grad gesucht!.


    ABER Trotzdem eine Frage:
    Nachdem ich meine Völker nicht wiegen kann, wollte ich von euch wissen, ob ich auch danach gehen kann, dass ich noch einfüttern muss,
    WENN -> die beiden Randwaben an der Außenseite noch ohne Futter sind???!!!
    Völker sind einzargig!


    LG
    Sandra

  • Nachdem ich meine Völker nicht wiegen kann, wollte ich ...

    ... zügig eine Kofferwaage bestellen? :wink:


    (Liebe Imker, wie kriege ich die Waben aus meinen Zargen raus? Die sind immer so verklebt und klemmen. Nachdem ich aber die Waben nicht raushebeln kann - ich habe doch keine Stockmeißel - wollte ich mal wissen, ob meine Völker Brut haben.)

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • ABER Trotzdem eine Frage:
    Nachdem ich meine Völker nicht wiegen kann, wollte ich von euch wissen, ob ich auch danach gehen kann, dass ich noch einfüttern muss,
    WENN -> die beiden Randwaben an der Außenseite noch ohne Futter sind???!!!



    beim Sirup entspricht die Bezeichnung "Futter" und deren Gewicht dem, was man als Winterfutter zu wiegen in den Beuten haben will ohne Abzüge, denn das wird 1:1 eingelagert.



    @Carina


    Wenn die Randwaben noch ohne Futter sind, dann fehlt sicherlich noch ein erheblicher Teil. Da kannst du ohne weiteres 4 oder 5 Liter geben und dann einmal Nachschau halten. Als weiterer Hinweis auf die Futtermenge, bei Einzargern sollte über dem Brutnest ein kräftiger Futterkranz sein (mind. 5 cm). Sollte die Brut bis nach oben reichen, dann nachfüttern. Durch das Futter wird die Brut abgedrängt.


    beetic


    Ich verwende zwar keinen Sirup, aber es ist einfach unmöglich, dass aus einem kg Futtersirup ein kg Winterfutter wird. Allein das Umtragen des Futters verbraucht Energie, weiters wird sicherlich auch ein Teil des Futters verbrütet. Andererseits kann natürlich von den Bienen auch anderes Futter eingetragen werden.


    MfG
    Honigmaul

  • Hallo, ich bin ja noch nicht solange dabei, aber es sind doch fast immer die gleichen Fragen die zum Einfüttern gestellt werden. Wollen wir nicht mal ein Best Of in Sachen Einfüttern machen ?
    Sirup, selbst anmischen, welche Konzentration ?
    Futterzarge, Eimerfütterung ?
    Einwinterungsgewicht verschiedener Beuten zum Zeitpunkt x
    Wiegemethode vorstellen
    usw.
    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • ... es ist einfach unmöglich, dass aus einem kg Futtersirup ein kg Winterfutter wird. Allein das Umtragen des Futters verbraucht Energie, weiters wird sicherlich auch ein Teil des Futters verbrütet. Andererseits kann natürlich von den Bienen auch anderes Futter eingetragen werden.

    Da etwas dazukommen kann und etwas verbraucht wird, kann niemals die gleiche Menge Winterfutter im Volke ankommen, wie eingefüttert wird? :eek: Das Mußt Du mal erklären! Von gegebenen 14 kg Sirup verbrauchen die Bienen 4 und ich verklecker noch ein halbes und ein halbes Kilo wegtrocknen die womöglich noch. Dabei holen die aus der Umwelt nochmal Nektar, den sie zu 3 Kilo Futter umarbeiten, finden den Kleckerfleck und bei Nachbars räubern die 2 Kilo Lindenhonig aus den Waben. Ups na nü. Da sind dann aus 14 Kilo 14 Kilo geworden. :eek:


    Es ist wichtig, zu wissen wieviel drin ist. Es ist egal wieviel dazu reingegeben werden muß oder woher das auch immer kommt. Die Futtermenge ist nur entscheidend für die Bestellung und da rechne ich einfach mit meinem Vorjahresbedarf pro Volk, ziehe meinen Lagerbestand ab und bestelle ... egal was da rauskommt. Sirup hält sich!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder