Wer hat Gerstung-Beuten im laufenden Betrieb?

  • *auf´s Zitat deut*


    Ach Kalli,
    Bücher gibt´s doch darüber schon zur Genüge...alt zwar und direkt vom Erfinder, aber nicht unaktuell. (und inzwischen sogar online)


    In einem hast du Recht; die Varroabehandlung fehlt, da die Problematik damals nicht bestand.
    Allerdings lassen sich alle gängigen (und andernorts ausführlich beschriebenen) Varroa-Behandlungsmöglichkeiten in der Gerstungbeute vorzüglich anwenden.
    Ich persönlich bevorzuge die AS-Behandlung per Nassenheider horizontal im Rähmchen. Dieser lässt sich direkt beobachtbar am hinteren Abschlussfenster positionieren. (Kontrolle der Verdunstungsmenge ohne öffnen des Stockes!) Die Classic-Variante im Rähmchen müsste direkt am Brutnest posioniert werden, um optimle Erfolge zu erzielen; dort würde ich ihn aber nicht sehen, was mich stören würde.


    Das Abschaben der Wände und Nuten und... also das regelmäßige Entpropolisieren und Renovieren der Beuten ist auch nichts spezifisch "gerstungisches". Es gehört zu den allgemeinen Aufgaben eines jeden verantwortungsvollen Imkers.
    Einzig spezifisch ist, dass eine Gerstungbeute üblicherweise keinen Leerstand hat, wie er bei Zargen regelmäßig vorkommt. Das Volk muss also quasi für die Reinigungsarbeiten entnommen werden und sämtlich (freilich nur einige Minuten) im Wabentransportkasten oder einer eigens bereitgestellten Ersatzbeute zubringen, je nach Art und Umfang der Renovierung. Günstigenfalls verbindet man diese Arbeiten mit einer ohnehin alljährlich üblichen vollständigen Revision desselben Volkes. Dann ist es quasi 'ein Aufwasch'.


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • @Mirko


    Mir ist gerade eine Frage in den Kopf gekommen die auf deinem Beitrag hier mit der Nummer 50 gründet.
    Wenn du neue Rähmchen "hinten" reinhängst und so ja alles etwas verschiebst, machst du das immer mit Rähmchen mit Mittelwänden?
    Hast du auch schon mal Rähmchen nur mit Anfangsstreifen genommen, Stichwort Naturwabenbau?




    Gruß Kalli

  • Stichwort Naturwabenbau?


    Hallo Kalli,


    da die "Baustelle" sich meistenteils ausserhalb des Brutnestes befindet, wird dort in einem Leerrahmen nichts anderes gebaut, als im Baurahmen... :u_idea_bulb02: Somit zumindest in Teilen des Jahres (oder schlimmer: in Teilen der Wabe) eben Drohnenzellen, welche ich in späteren Brutwaben tunlichst vermeiden will.
    Ich habe mir also angewöhnt, an der "Baustelle" stets Mittelwände anzubieten, da diese dort ganzjährig am "saubersten" ausgebaut werden.
    Zum Erweitern selbst ("...reinhängst und so ja alles etwas verschiebst...") verwende ich ausschließlich ausgebautes Wabenwerk.


    Naturwabenbau gibts bei mir also nur im Baurahmen (ohne Anfangsstreifen) und manchmal beim Einschlagen von Schwärmen (mit Anfangsstreifen), weil´s hübsch aussieht, wie der Wabenkörper wie von selbst entsteht.


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
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    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • Moin Mirko,


    verstehe verstehe....


    Hätte mich interessiert ob du alter Hase es schon mal probiert hast. Es gibt ja durchaus die Diskussion, außerhalb von dem Sinn von Baurahmen bezüglich Varroabekämpfung, ob der Bien nicht von alleine merkt/weiß wie viele Drohnenwaben er braucht. Daraus vermutete ich jetzt das es möglich wäre das dort eben nicht überwiegend Drohnenwaben gebaut werden. Andererseits kann es ja auch gut sein das durch diese Art des "Kreislaufes" es eben recht schwer für den Bien ist zu wissen wie viele Drohnenwaben er halt gerade hat.
    Würdest du mir zustimmen das man wenn man es ausprobieren wollen würde man auf den Baurahmen verzichten müsste?




    P.S. Ich hab gerade zufällig gesehen das dein Wohnort quasi um die Ecke von Schloss Tonndorf ist. Hast du mit den dortigen Imkern eigentlich Kontakte?

  • Moin Mirko


    Moin Kalli,


    Hätte mich interessiert ob du alter Hase es schon mal probiert hast.


    Jepp. Hat er...
    Zwischen "Beginn Bautrieb" und "Beginn Drohnentrieb" werden diese Leerrahmen dort tolle Waben.
    Ist der Drohnentrieb (Geschlechtstrieb) erwacht, werden Leerrahmen an dieser Stelle (neben der Pollenwabe --> ausserhalb des Brutnestes) die tollsten Drohnenwaben. Meist sauber gebaut...mit großen Zellen eben.
    Erwacht der Drohnentrieb während ein Leerrahmen ausgebaut wird, gibt´s Mischbau (auch Drohnenhecke genannt) innerhalb des Wachskörpers. Eine solche Wabe taugt im Grunde zu garnix.


    von alleine merkt/weiß


    Der Bien ist einzig triebgesteuert. Kennt man sein Wesen, kann man ihn lenken und leiten. Immer aber werden doch die Triebe die Oberhand behalten.
    Der Baurahmen dient im Wesentlichen nicht irgendeiner Steuerung und auch nicht einzig der Produktion von Drohnenbrut. Ebensowenig ist er ein guter Varroamagnet, wenn er -wie bei mir- wohl im Brutraum, dort aber an äußerster Stelle plaziert ist. Einzig dient er als Barometer für die Stimmung im Volke, gut lesbar am Fensterlein.


    ...vermutete ich jetzt das es möglich wäre das dort eben nicht überwiegend Drohnenwaben gebaut werden.


    Kalli, im Grunde will der Bien die Drohnenzellen wohl ausserhalb der eigentlichen Brutkugel, dennoch aber in unmittelbarer Nähe der Arbeiterinnenbrut. Dort gern unterhalb oder seitlich.
    Es fällt ihm schwer, zwei Brutnester zu unterhalten ohne sich zu zergliedern.
    August Ludwig nutzte zu diesem Zweck für seine Gerstung-Rähmchen (41cm lang) nur 37cm lange Mittelwände, um dem Bien unterhalb die Möglichkeit zu eröffnen, Drohnenbau zu errichten.
    Ich spiele mit dem Gedanken, es ihm gleich zu tun. Der dortige Varroabefall wird um ein Vielfaches höher ausfallen, als im Baurahmen und wäre (weil günstig angeordnet) auch schneidbar.


    ...das man wenn man es ausprobieren wollen würde man auf den Baurahmen verzichten müsste?


    Nein. Verzichte nicht auf das Barometer!


    P.S. ...um die Ecke von Schloss Tonndorf...


    Kontakte? Nein. Ich kenne sie vom sehen, sie kennen mich nicht. Ich bin Romantiker, sie (nur) Geschäftsleute. Wir würden nicht zusammen passen...


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
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    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • Moin,


    ich bin ein wenig unschlüssig bzw. versteh es nicht so ganz. Hier sagst du:


    August Ludwig nutzte zu diesem Zweck für seine Gerstung-Rähmchen (41cm lang) nur 37cm lange Mittelwände, um dem Bien unterhalb die Möglichkeit zu eröffnen, Drohnenbau zu errichten.
    Ich spiele mit dem Gedanken, es ihm gleich zu tun. Der dortige Varroabefall wird um ein Vielfaches höher ausfallen, als im Baurahmen und wäre (weil günstig angeordnet) auch schneidbar.


    Ich verstehe das so das du das ausprobieren möchtest oder schon hast (wobei mich das Ergebnis und deine Meinung dazu sehr interessieren würde). Das würde ja allerdings aber auch heißen das du keinen Baurahmen mehr einhängst!


    Kurze Zeit später sagst du aber das genau das das nicht geht bzw. man/ich nicht machen sollte


    Zitat

    Nein. Verzichte nicht auf das Barometer!


    Wo hab ich den Verständnisfehler?



    Zitat


    Kontakte? Nein. Ich kenne sie vom sehen, sie kennen mich nicht. Ich bin Romantiker, sie (nur) Geschäftsleute. Wir würden nicht zusammen passen...


    Ah... ok. Ich "kannte" sie ja nur aus der Filmreihe und da wirkten sie auf mich zwar schon wie Personen die von der Imkerei leben aber auch irgendwie noch Romantiker sind....




    Gruß Kalli

  • Hallo Kalli,

    ...das du das ausprobieren möchtest...


    "...möchtest..." So war´s gemeint.
    Dieser Gedanke ist der Tatsache geschuldet, dass sich meine Bienen an älteren (mehrfach bebrüteten) Brutwaben regelmäßig Drohnenzellen im unteren und seitlichen Bereich einrichten und hierfür dort bestehende Zellen umarbeiten.

    Das würde ja allerdings aber auch heißen das du keinen Baurahmen mehr einhängst!


    Nein. Nicht zwangsläufig, Kalli. Jedes Volk bekommt einen Baurahmen. Dies auch wenn ich eines Tages die Mittelwände kürze. Denn der Baurahmen verliert ja auch mit der Ludwigschen Methode nicht seinen Wert als Stimmungsanzeiger.


    Herzliche Grüße
    Mirko


    Ps.

    (Tonndorf)...und da wirkten sie auf mich [...] wie Personen die [...] aber auch irgendwie noch Romantiker sind....


    Genau diesen Eindruck konnte ich nicht gewinnen...und vermisste dies schmerzlich...

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
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    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."