Wer hat Gerstung-Beuten im laufenden Betrieb?

  • ...Die dezentralisierten Fluglöcher führen dazu, dass die Kugel vorn-fluglochnah sitzt, man findet sie bei Flugloch links in der 12er Quadratform von vorn gesehen eben auch vorne links und das meiste Futter hinten rechts. Und je früher sie Platz bekommen und je moderater die Fütterung wird, desto weniger flachgedrückt ist die Brutnestkuppel...


    Guten Morgen Marion, guten Morgen die Herren Bienengeschichtstheoretiker,


    genau so wie es Marion beschreibt hätte ich es auch erwartet. Aber bei mehreren Ablegern ist einfach Brut auf 5 Rähmchen verteilt, nur in der unteren Hälfte, also ein extrem flach gedrücktes Brutnestoval -> keine Kugel! Das hat mich erstaunt.


    Gruß Jörg

  • Moin Jörg,


    ich schrieb ja auch: je früher (viel) Platz und je moderater die Fütterung.
    Ableger sind nun mal auch keine Vollvölker. Die setzen Prioritäten, wollen brüten und haben auf dem noch begrenztem Platz die gut gmeinte Futtermenge untergebracht. Da wird`s eben oben eng und Brut muss überall hin.
    Guck doch einfach Ende September nochmal :wink:


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • [INDENT][/INDENT]

    ...in der Hauptsaison der halbe untere HR eine Aussparungszone zeigt, in der freigehalten wird und ein Pollenkranz drin ist, dann hat man das Korsett zu eng zugezogen! Das gehört nach unten, ...


    Der Raum über dem Gitter (der erste Honigraum) hat für den Bien eine besondere Bedeutung. In dieser Zone störe ich nicht gerne. Hier, über dem zentralen Brutnest, wird sehr lange ein leerer Brutbogen unterhalten. Kommt diese Zarge - durch das Zwischensetzen neuer Räume - weiter nach oben, wird der vormalige Brutbogen von den Bienen nur ungern mit Honig gefüllt.


    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=38902&p=410526#post410526


    Ich habe diesen leeren Brutbogen bei den Zweiköniginnenvölkern beobachtet und halte diesen Effekt für maßgeblich, was die Schwarmträgheit betrifft. Ich halte diesen Bogen aus leeren Zellen (mit Pollenkranz) für optimal, da die Bienen sehr fleißig sammeln. Drückt man den Bogen nach unten, gibt es Schwärme. Deswegen würde ich das Vorhandensein als gutes Zeichen werten und fördern. Und nicht dagegen arbeiten.


    Das gehört nicht nach unten, sonst ist das Imkern mit Dadant und Schied witzlos. Dann kannst Du auch Zander mit zwei Bruträumen nehmen. :wink:


    Gruß


    Bernhard

  • Moin Bernhard,


    geb ich Dir voll recht,
    ich wollte ihn auch gar nicht weg haben, ich wollte ihn nicht so umfangreich haben und hab das unter anderm als Zeichen für zu große Enge gewertet.
    Die Formulierung, dass das nach unten gehört ist nicht ganz korrekt bzw. meinte ich das nicht auf den kompletten Bogen bezogen.


    Bei mir war`s unter 7 BR-Waben nun mal fast der ganze erste HR, dabei Mitbebrütung der Außenseite der Randwabe unten, und die haben später 9 Dadant gehabt im BR und dann war`s gut: weil dann ein echter Bogen unten im HR drin war.


    Die Völker, die das so zeigten, waren wirklich schön in der Lenkung des Schwarmtriebs: sind mit Absicht nicht umgeweiselt, die guck ich mir 2015 gern nochmal an, Königinnen von `13. Die haben richtig Spaß gemacht und die Ernte hier fast allein bestritten.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • ...Die setzen Prioritäten, wollen brüten und haben auf dem noch begrenztem Platz die gut gmeinte Futtermenge untergebracht. Da wird`s eben oben eng und Brut muss überall hin...


    Okay, aber warum halten sie dann nicht die Kugelform für das Brutnest ein, wenn das sooo wichtig ist?


    Und bzgl. Pressing denke ich: Entweder pressen oder gar nicht! Das soll ja neben dem verpönten Honig in den HR pressen vor allem langlebige Bienen erzeugen und das klappt mit so Wischiwaschi-Halbpressing eher nicht.


    Gruß Jörg

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Jörg K. () aus folgendem Grund: gekürzt

  • Hallo Jörg,


    Schied is Schied, und soll auch weiter zum Einsatz kommen. Erweiterung erst ungefähr, wenn der erste Honig raus ist.
    Bei dem, was ich oben beschrieben hab, hatte ich später immer noch die Brutbretter unten, Pollenwabe nach Wunsch und minimal Honig hinten in ca. Doppelttoblerone-Ecken-Größe :wink:


    Gruß


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Auch wenn es offtopic erscheint, so ist es doch im Thema, wenn wir darüber diskutieren - denn Gerstung in Person hat ja genau das, die Idealform des Bien ausführlich behandelt.


    Hier ein Vergleich einmal der Wabenfläche (Seitenansicht) und der Grundfläche (Draufsicht/Sicht von oben) der verschiedenen Beutensysteme:



    Hier übereinander gelegt. (von der Seite gesehen, aber nicht die Wabenfläche. Beutenseite.)


    Die Idealform des Bien hat eine Breite von 30 cm und eine Höhe von 40 cm. Von oben betrachtet, nimmt diese Form eine Grundfläche von 30 x 30 cm an. Diese Form wird in allen Beuten zumindest angestrebt, auch wenn die Betriebsweise diese Form in verschiedene Richtungen zwängt. Bei der Dadant zum Beispiel wird das Ei zuerst gelegt, dadurch wird mehr Brut zur Seite hin angelegt. Erst später kommt der Honigraum drauf, das Ei kippt wieder nach oben - wie ein Stehaufmännchen-, wobei die Zellen über dem Absperrgitter idealerweise frei bleiben. Das erzeugt auch den Drall nach oben, weswegen der Honigraum gut und ohne Verzögerung angenommen wird.


    Bei der Hochwabe (und wie bei Warré/DNM/Zander die Pseudohochwabe), bleibt die Eiform die ganze Zeit über erhalten. Bei Gerstung bleibt dabei immer ein Futterkranz über dem Brutei stehen. Bei Warré ist das grenzwertig. In der Hochsaison wird bis zum Absperrgitter gebrütet (wenn ein Absperrgitter eingesetzt wird, ansonsten bis in die obere Zarge). Ansonsten findet sich später im Jahr auch dort ein Futterkranz. Bei DNM und Zander ist oben, unten und seitlich immer Futter zu finden (bei zweiräumiger Betriebsweise) und das führt dann auch gern zu viel zu verfrühter Schwarmstimmung durch in das Brutnest flutenden Nektar von außen.


    Die Beobachtung, daß wenn man die Spitze des Bruteies durch ein Absperrgitter trennt, diese Spitze wie ein Dom mit leeren Zellen freigehalten wird, kann in allen Beutenformen beobachten, wenn man die Bienen entsprechend mit Schied einengt und auf einräumige Brutweise umschwenkt. Diese Goldene Spitze des Eies ist Dreh- und Angelpunkt der bienengerechten Betriebsweise, nach meinem Verständnis. Viele Imkerautoren bestätigen in der Literatur diese Beobachtung bewußt oder unbewußt. Gerstung schrieb darüber, Pfefferle nannte es die "Reizzone". Die Bienen halten diese Spitze zur Eiablage frei und solange diese Zellen freibleiben, kommt es auch nicht zur Schwarmstimmung. Irgendwie muß es ein Zeichen der Aufwärtsentwicklung sein, nach dem Motto: Solange wir mit dem Brutnest nach oben wachsen können, sind wir noch nicht soweit, daß wir schwärmen können.


    Die Warré erfüllt mit zwei Zargen ganz genau die Dimensionen der Idealform des Bien. Hat aber den entscheidenen Nachteil, daß man die Spitze des Bruteies nicht mit dem Absperrgitter trennen kann. Die Höhe der Warrézarge müßte dazu 30 cm sein. Und nicht zwei Mal 21 cm. Die Beute nach Voirnot kommt mit ihrer Würfelform mit 33 cm in alle Richtungen dem Eikappen schon viel näher, hat aber dann in der darüberliegenden Honigraum zuviel Platz. Mit dem Einsatz des Schieds im Brutraum und dem Absperrgitter gelingt der Dadantbeute es, diese Eispitze zu kappen. "Irgendwie" läßt sich das aber in fast allen Beutenformen bewerkstelligen.


    Viele Grüße


    Bernhard

  • Marion, diese 7 Waben pauschal halte ich, als festes Konzept, bei Beginnern für sinnvoll, doch die Völker sind nunmal, je nach Herkunft, nicht alle gleich und der Vorteil vom Schied ist ja, dass eine individuelle Anpassung vorgenommen werden kann.


    Ich würde solange erweitern bis es keine Brutbretter mehr gibt und mich nicht scheuen auch wieder was raus zu nehmen.


    Von deiner Beschreibung her klingt es so als wenn 8 BW gereicht hätten...



    Bernhard : danke, sehr gut beschrieben.


    Habe vor paar Jahren die Idee gewälzt, dass optimalerweise Dadant im Winter als Hochwabe und während der Tracht als Breitwabe geführt werden sollte. Flugloch dann an Oberkante des Brutraums, so dass nach Aberntung die Kiste nur nach vorn gekippt wird. Ist aber nicht notwendig, da sich die Bienen nach hinten fressen.


    Leichter ist das Prinzip ""Tracht/breit-Winter/hoch"" sogar mit den verpönten Magazinen LS, Z, DNM umzusetzen, wie die einräumige Führung zur Tracht und zweiräumige ausserhalb der Tracht zeigt.

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von molle ()

  • Zur Visualisierung der Reizzone und idealen Positionierung des Absperrgitters:



    Ein Dom aus leeren Zellen direkt über dem Brutnest, überdacht mit Pollen und einem Honigkranz.

  • Leichter ist das Prinzip ""Tracht/breit-Winter/hoch"" sogar mit den verpönten Magazinen LS, Z, DNM umzusetzen, wie die einräumige Führung zur Tracht und zweiräumige ausserhalb der Tracht zeigt.


    Hah, zu dem Schluß komme ich auch. Und das habe ich ja bisher auch mit gutem Erfolg praktizieren können. Zur weiteren Optimierung stelle ich mir zwei Halbzargen mit Absperrgitter dazwischen vor, die auf dem normalhohen Brutraum stehen. Einfacher wäre ein Brutraum von 30 cm Höhe und einer Flachzarge, mal mit, mal ohne Absperrgitter. Eben wie Dadant, aber mit weniger großen Dimensionen rund rum.

  • Sehr gut Ihr 2! Interessanter Faden!


    Meine Frage: Könnte man mit einer Gerstungwabe irgend etwas optimieren? Ich dachte, daß aus der kompakten Form mit Futter (nur) überkopf auch Vorteile in der Wärmeregulierung entstehen?


    Gruß Jörg

  • Zur Abb in #37 vielleicht noch anzumerken:
    Wenn man wie weiter oben bei übereinanderliegender seitlicher Ansicht von einer breiteren bzw runderen Kugelform ausgeht, dann ist die Reizzone besser flacher,
    ist die eher hochoval oder an den Seiten schon eingeschränkt, dann könnte es in der Höhe auch ein Häppchen mehr sein.


    Das war`s, was ich anmerken wollte: im Verhältnis war es bei diesen Völkern zuviel, und mit Platzgabe unten kam`s dann besser hin.
    Letztlich sind das wie so vieles Erfahrungswerte und je nach Volk und Tracht und Jahr anzupassende Dinge. Ansonsten kann man nur Richtwerte angeben.


    Danke Bernhard :Biene:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo,
    dieses Jahr hatte ich bei 2 BR Zander genau so eine "leere Brutkappe" im HR über dem ASG.
    Solange das bestand, kein Schwarmtrieb.
    Aber ich habe die HR (Flachzargen) untergesetzt. Nächstes Jahr werde ich mal aufsetzen oder zwischensetzen.
    Die "leere Brutkappe" sieht man auch später beim Ernten des Honigs noch sehr gut.
    Ist teils mit Pollen belegt.
    Viele Grüße
    apirita

  • Jetzt benötigt ihr nur noch die ideale Bienen die das macht was ihr wollt. Bei den von mir betreuten Zandervölker (2) brüteten die Völker im oberen Magazin und nutzten das unter als Aufenthaltsraum (Damenstift) für Flugbienen. Letzten Jahr mit nur einem Brutraum wochenlanger Schwarmtrieb. Erfolg dieses Kahr kein Schwarmtrieb.
    Bei den Dadantvölkern war der Schwarmtrieb mehr eine Frage der Aufstellung. Ungeschützt Richtung Westen Schwarmtrieb. Geschützt durch Hecken und Holzstöße kein Schwarmtrieb. Die Brutraumbegrenzung (Pressing) werde ich auch überdenken. Im leeren Bereich wird Wildbau aufgeführt. Die Honigmagazine sind, wenn nicht ständig gedreht wird nicht voll und man hat noch mehr Randwaben. Man benötigt ein bis zwei Honigräume zusätzlich. Der eine Honigraum, als Futterreserve, war nach Ende der Tannentracht teilweise gefüllt mit einer Mischung von kristallisiertem Frühtracht- und Tannenhonig. Das Schleudern war ein Kraus. Ständig musste umgehängt werden. Die Schleuder hüpfte wie Rumpelstilzchen. Nächstes Jahr wird auf das Magazin mit Futterreserve verzichtet und wieder im Brutraum Futter gebunkert. Schwarmtrieb hin oder her.


    Was wir uns ausdenken machen die Bienen meist nicht:lol:


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol: