Wer hat Gerstung-Beuten im laufenden Betrieb?

  • Ich habe ein nicht nur akademisches Interesse an Gerstungbeuten - gibt es hier aktive Imker, die damit arbeiten, und bereit sind, ihre Erfahrungen zu teilen?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,
    hier bin ich... :liebe002:
    und hier sind einige Impressionen -- das mit dem Bild-ins-Forum-hochladen ging irgendwie nicht.:oops: Deshalb halt als Link(s):
    Gerstung-Pavillon (36fächriger Stapel) vor dem Erwerb Anfang 2014
    Gerstung-Pavillon (36fächriger Stapel) heute
    Gerstung-Pavillon (Innenansicht1)
    Gerstung-Pavillon (Innenansicht2)


    Worin genau liegt dein Interesse?


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • Hallo Mirko


    Hut ab, da hast du dir ja ein Riesenkleinod an Land gezogen, du wirst noch dem alten Gerstung Konkurenz machen. :wink: Einfach toll.:daumen:

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • ...Hut ab, da hast du dir ja ein Riesenkleinod an Land gezogen, du wirst noch dem alten Gerstung Konkurenz machen. :wink:...


    Nö, Konkurenz mach ich dem sicher nicht (mehr). Einer seiner Vorteile lag darin, dass er seinerzeit mit neuem Material arbeitete und nicht Zeit und Kraft in das Wiederherrichten über Jahrzehnte lieblos behandelter Bienenhäuser nebst dazuhörigen Beuten vergeuden musste...*seufz


    Gerstungs Enkel...


    Du meinst den Sohn von Edgar Gerstung? Wie heißt der? Wie sieht er aus? Worüber redet er? Ich kenn ihn nicht...:oops:...bin neidisch...:evil:


    Brutnester im Jahresverlauf...


    Oh, wäre das nich ein eigenes Forum-Thema wert? Bernhard könnte Warré liefern, Reinhard DNM, die meisten anderen wohl Zander, du Dadant und ich eben Gerstung. In diesem Jahr habe ich notgedrungen mal mit DNM-hoch experimentiert, könnt ich ja für´s Bilder-Album im kommenden Jahr wiederholen...:u_idea_bulb02: Zwei Schwärme hatten sich´s in je einem VierEtager eines befreundeten Nicht-Imkers mit heruntergekommenen Bienenhaus gemütlich gemacht. Vermutlich waren die bereits mehrere Jahre ungenutzt in den Beuten verbliebenen Waben wachsmottenresistent...
    Nach einigen überstandenen Regenschauern (auch in der Beute!) wohnen inzwischen beide Völker auf Gerstung-Maß im schönen, trockenen Thüringer Pavillon...s.o.


    Das Bienenhaus von Mirko erinnert mich an das Bienenhaus im Weimarer Museum!


    Ja, die Ähnlichkeit ist nicht von der Hand zu weisen. Nur bietet die 8-Beuten-Front auch im Inneren bedeutend mehr Bewegungsfreiheit, als die Weimarer 5-Beuten-Front.
    Und noch einen Unterschied möchte ich bedauernd hervorheben: In meinem Pavillon wohnen Bienen in den alten GerstungBeuten. Im von Gerstung gegründeten Weimarer Bienenmuseum gibt es leider keine einzige bewohnte Gerstung-Beute zu bestaunen.


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • Zitat

    Du meinst den Sohn von Edgar Gerstung? Wie heißt der? Wie sieht er aus? Worüber redet er? Ich kenn ihn nicht......bin neidisch...


    Er wohnt in Waiblingen oder Umgebung und besucht regelmäßig unseren Stand. Dürfte weit über 70 Jahre sein. Ob der Edgar heißt weiß ich nicht. Er redet über Gerstung, dass er ihn allerdings nicht mehr sehr häufig gesehen hat. er imkert nicht und hat wohl auch noch nie geimkert, doch ist er an der Imkerei sehr interessiert, deshalb taucht er bei Veranstaltungen auch immer regelmäßig auf. Ins Gespräch wird er von Kennern verwickelt. Wie Gerstungbeuten aussehen, habe ich erst durch dich gesehen.
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Ob der Edgar heißt weiß ich nicht.


    Nein, Ferdinand Gerstung hatte, soweit ich weiß, einen einzigen Sohn. Edgar. Diesem übertrug er nach dem 1. Weltkrieg die Geschäftsleitung der Deutschen Bienenzuchtzentrale.
    Der Waiblinger Gerstung-Enkel kann also nur der Sohn von Edgar sein.

    Er redet über Gerstung, dass er ihn allerdings nicht mehr sehr häufig gesehen hat.


    Dann muss der Enkel über 90! Jahre alt sein. Der Großvater starb 1925.

    ...er imkert nicht und hat wohl auch noch nie geimkert


    Oh weh...dann hat die Leidenschaft ja die zweite Generation nicht überdauert...


    So, nun wäre es an der Zeit, dass sich Sabine wieder einklinkt. Ich neige zu Krümelklauberei mit höchster OT-Tendenz...:oops:


    Sorry
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • Hallo Mirko,


    ich bin zwar nicht Sabiene, aber ich glaube ahnen, worauf sie hinaus will...


    Siehst Du abgesehen von den schönen nostalgischen Bienenhäusern und -beuten noch andere Vorteile der Gerstungbeuten?


    Gruß Jörg

  • ...abgesehen von den schönen nostalgischen Bienenhäusern und -beuten noch andere Vorteile der Gerstungbeuten...


    Hallo Jörg,
    im Grunde ist die Gerstungbeute ein Beutensystem, wie jedes andere auch. Man kann Bienen auch in Weinfässern, Munitionskisten oder Schuhkartons halten. Dem Insekt ist fast jede Behausung recht.
    Bei mir ist es, wie mit Hase und Igel oder Huhn und Ei. Bevor ich mich mit Gerstung beschäftigte, war die Gerstung-Beute schon da (also hier...bei mir...im Turm...).
    Gerstungs "Der Bien und seine Zucht" gilt als Standardwerk der Imkerei, muss jedoch ständig uminterpretiert und in Auszügen in Frage gestellt werden, imkert man nicht mit Gerstungs Maßen. Tut man es doch, sind Gerstungs Lehren erfahrbar und seine Bücher Lehrbücher.
    Lehrbücher wie die von August von Berlepsch, Johann Dzierzon, Charles Dadant und Karl Kerhrle, Enoch Zander und Gerhard Liebig :roll: (um nur einige wenige zu nennen) fast einzig für das jeweils publizierte (meist namensgleiche) System anwendbar sind.


    Erfreulich bei der Gerstung-Beute ist die Behandlung von oben UND hinten. Erfreulich auch, dass man nur die Tür zu öffnen braucht, um die hinterste bienenbesetzte Wabe zu erblicken ohne den Stock zu öffnen und die Bienen zu stören. Ein weiterer Vorteil ist die völlig problemlose Anpassungsmöglichkeit des Raumes an die Volksstärke, deren Beurteilung man ebenfalls vornehmen kann, ohne den Stock zu öffnen (Dadant mit Schied ist anders).
    Verblüffend an der Gerstung-Beute ist, dass die Platzverhältnisse dergestalt eingerichtet sind, dass auf der Wabe neben dem Brutnest kein, über dem Brutnest jedoch bereits während der Tracht genügend Honig eingelagert werden kann und wird, um den kommenden Winter OHNE Zufütterei zu überstehen.
    Man erntet mit den Honigräumen also nur den tatsächlichen Überschuss, doch dieser ist mit bis zu 50kg je Volk auch nicht gering. Ich kenne Zanderimker, die diese Menge nicht erreichen und dennoch über 20kg Ersatznahrung für den Winter einfüttern (müssen).
    Während also zur Zeit die meisten Bienenvölker mit der Abnahme und Einlagerung großer Mengen InvertZucker beschäftigt sind, beschäftige ich meine mit dem nächtlichen RestlosAusschlecken von einzuschmelzendem Wabenwerk und dem Erbrüten der Bienen, die bereits im April die erste Tracht ausnutzen werden :oops:.


    Wenn man abschließend mal nicht von den schönen nostalgischen Bienenhäusern absieht, sondern deren praktischen Nutzen betrachtet, wird man feststellen, dass ohne sie die Beuten wohl nicht über 100 Jahre gehalten haben würden und manche Arbeit, die bei (gewitterlosem) Starkregen dennoch (auch von oben) durchgeführt werden kann, einen darauffolgenden Sonnentag arbeitsfrei sein lässt...mit einem Tässchen Kuchen im Sonnenschein...:cool:...oder im schützenden Schatten des Bienenhauses (so es groß genug ist, einen solchen zu werfen :oops:)...


    Im Grunde aber ist die Gerstungbeute ein Beutensystem, wie jedes andere auch...


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • ...dass auf der Wabe neben dem Brutnest kein, über dem Brutnest jedoch bereits während der Tracht genügend Honig eingelagert werden kann und wird...


    Hallo Mirko,


    ok., das interessiert mich!


    Wenn Du dann bewusst diese massive Futterkappe hast, gibt es dann keine Probleme mit der HR-Annahme?


    Hast Du den Eindruck, daß die Brutnester die Rähmchenbreite "genau" ausfüllen oder sind die Brutnester hochoval gepresst? Z.B. im Vergleich zu Deinen 1,5DNM-Erfahrungen?


    Ich habe bei meinen zeitigen Dadantablegern den Eindruck, daß die Brutnester durch die Futterkränze sehr flachgedrückt werden. Das kann eigentlich nicht optimal sein und ich wundere mich, warum die Bienen nicht die Kugelform einhalten und das Futter nicht auch stärker seitlich einlagern...


    Gruß Jörg

  • Hallo Gerstunger,


    achtzig Jahre dürfte er schon sein unser Gerstung. Er sucht sich gerne etwas ältere Imker zu einem Gespräch heraus. Die Neodadantler und -zandler können mit dem Namen Gerstung nichts anfangen. Er ist halt Imkern gegenüber stolz. So wie ich von meiner angeblichen Verwandtschaft zu Obama auch jedem erzähle, der es eigentlich nicht wissen möchte.:lol: Sei hiermit geschehen. Noch mehr protze ich mit der Verwandtschaft meiner Frau.:lol:


    So ist das leben, das Imkergen vererbt sich nicht dominant. Obwohl ich auf meinen Bärenfangetiketten zu stehen hatte: "Nach Altem Familienrezept". So alt aber doch erfolgreich, war das Rezept nicht.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol: