Blühstreifen für die Sommerversorgung der Bienenvölker

  • 3 Hektar Streuobstwiese, wo ich Bienen stehen hab.
    Leider hat er keinen der die Wiese verwerten kann.
    Auch im Ort ist keiner mit Schafen oder Ziegen, der die zum Weiden da hinstellt.
    Ihn nervt es, das das gemähte Gras einfach ungenutzt rumliegt,


    Hier half mir eine Nachfrage in einem Tiergarten. Dort bringe ich 2 x/Woche das frische handgemähte Grünfutter hin. Die Schafe, Ziegen etc. kennen mich schon und rufen nach mehr.
    Engagierte Lehrer o.a. Personen könnten interessierte Schüler sammeln, um so eine Wiese während der Saison zu pflegen, das Heu zu machen und im Schober zu bauen, Arten zu bestimmen, den Wert von Kreislaufwirtschaft kennenzulernen usw. Solche Projekte wurden hier vom Umweltamt gefördert, v.a. wenn man dann Rote-Liste-Arten abrechnen kann. Mancher aus dem Seniorenkreis würde noch einmal jung, wenn er den Kids beibringen kann, wie das früher so ging...
    Abnehmer für Kleinportionen von Frischfutter bzw. Heu finden sich u.U. leichter als Weidegänger. Man muß 3 ha auch nicht unbedingt in einem Zuge mähen. Kleine Portionen lassen sich von Hand bewältigen, sind letztlich für die Lebensraumstabilität besser als großflächige maschinenauslastende tabula-rasa-Aktionen und finden leichter Abnehmer. Von der Volkshochschule über den BUND bis zu Reha-Kliniken - der Wert des Mähens mit der Sense muß nur vermittelt werden. Innerhalb von 5 - 7 Jahren entwickelt sich so eine standortangepaßte Blühmischung, die ihresgleichen sucht.
    Was an Grünschnitt und Heu übrig bleiben sollte, kann dann immer noch in einer Biogas- oder Kompostieranlage nutzbringend verwertet werden.

  • Geht es den Bienen in Städten beziehungsweise stadtnahen Gebieten besser als auf dem Land?


    Aufgrund der geringen Datenlage wäre es eine unverhältnismäßige Aussage, dass Honigbienen in jeder Stadt Deutschlands gesünder leben als in agrarindustriell geprägten Räumen. Die vorliegenden Daten lassen jedoch den Schluss zu, dass vegetationsreiche Städte im Vergleich zu intensiv landwirtschaftlich genutzten Gebieten Vorteile für die Gesundheit von Honigbienen bieten können.


    Interessante Abhandlung: http://www.baerbel-hoehn.de/fi…_de/Bienenstudie_2017.pdf


    Na dann ab in die Stadt. Flüchten wir mit den Bienen in die Städte. Stadtflucht...

  • Das ist leider die Tendenz, die mit dem Aufzählen der Vorteile der Stadtimkerei ausgedrückt wird. :-( Und wie sieht es mit der Bestäubung auf dem Land aus??
    Und ist es wirklich erwiesen, dass die "Stadtvölker" mehr Honig/Volk bringen?? Ich stelle mir gerade vor, wie die 11.000 Imker aus Ba.-Wü. alle in Stuttgart ihre Völker aufstellen!

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Also letztes Jahr haben meine Völker in der Stadt tatsächlich das Doppelte reingeholt wie die außerhalb der Stadt. Ist aber nicht immer so.


    Was sollen die auf dem Land denn noch bestäuben? Mais oder Grünroggen? Ansonsten ist hier alles mehr oder weniger tot. Keine Ackerrandstreifen mehr, Hecken, nix.

  • Ich melde mich mal als Stadtimker!


    So vorteilhaft finde ich den Bericht für die Stadtimkerei nicht!
    Ja, wir haben eine große Völkerdichte in der Stadt und wir haben auch, wie im Bericht geschrieben viele nicht registrierte Imker und "Gutimker", die so natürlich wie möglich ihre Bienen halten wollen. Dem entschprechend auch viel Nicht-Varrobehandler und Schwärme! Ich denke die Krankheitübertragung und Varroabelastung von zusammenbrechenden Völkern darf man nicht vergessen. Ich sehe das als großes Problem hier bei uns und wenn erstmal AFB auftaucht, weiß ich gar nicht wie das gehen soll!


    Positiv finde ich den Teil über die Belastung vom Honig. Da waren meine Kunden am Anfang beim Stadthonig sehr skeptisch zwegs Belastung und Feinstaub! Da musste ich viel Aufklärungsarbeit leisten und wenn man was schriftlich hat, geht das viel besser!


    Übrigens, so viel Honig habe ich in meinen 5 Jahren auch nicht geerntet. Im Durchschnitt waren es 25kg pro Volk und letztes Jahr bloß 12kg!!!!!


    Holmi, ich stelle gerne 2 Zandervölker zu dir.:wink:


    Viele Grüße


    Susanna

    Ein freundliches Wort ist wie Honig: angenehm im Geschmack und gesund für den Körper (Sprüche 16,24)

  • Ich denke auch, dass uns die Stadt-Land-Frage so pauschal nicht weiter bringt. Es ist nicht in jeder Stadt so, dass es dort massenhaft Grünanlagen, Parks usw. gibt und auch auf dem Land gibt es Regionen, wo die Landschaft und der Bewuchs ziemlich abwechslungsreich ist.


    Meine Bienen stehen am Ortsrand und ich habe hier in der Umgebung kleinteiligere Landwirtschaft mit Familienbetrieben im Nebenerwerb. Dank Biogas im Nachabrort auch viel Mais und häufigen Schnitt von Grünflächen. Trotzdem sind einige Waldrand-Flächen mit breiterem Saum, Himbeeren und Springkraut in Lichtungen, aber auch seltener für Grünfutter gemähte Wiesen eine gute Ergänzung zu den Pflanzen der Gärten inklusive der einzelnen Bäumen wie Obstbäume, Linde, Ahorn...
    Das alles gibt keine Massentrachten, weil es von jeder Pflanze nur eine begrenzte Fläche gibt, aber bis auf eine kleine Lücke im trockenen Sommer gibt es fast immer genug im Flugbereich, um wenigstens den aktuellen Verbrauch zu decken. Sehr gut sind derzeit auch (noch) ein paar Bauplätze, die von den Besitzern seit Jahren wenig gemäht, aber auch nicht gedüngt werden. Eine Top-Bienenweide durch Zufall, aber zu vierstelligen Quadratmeterpreisen kaum extra dafür zu bezahlen und irgendwann in den nächsten Jahren vermutlich auch durch ein modernes Haus mit Rollrasen und immergrüner Hecke ersetzt. Die alten Gärten hier im Ort sind in vielen Fällen noch ein Bienenparadies. Die Gärten der Neubaugebiete von GaLaBa-Firmen nach Auftrag angelegte Wüste mit grüner Oberfläche. Mit Naturfarben in Grün lackierter Beton mit Versickerungsmöglichkeit wäre auch kaum weniger ökologisch wertvoll :(

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Gesundes Essen wäre auch für deine Biens die bessere Alternative. Dazu fällt mir ein bereits in die Jahre gekommener Erfahrungsbericht von Rudi Maurer ein, dessen Aussagen ich teile. Ich hoffe, dass es ihn nicht stört, wenn ich auf seinen Bericht hinweise.

    Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Kant)

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)