Räuberei / Räuberbiene

  • Hallo,


    gestern ist eins meiner Miniplus überfallen worden, als ich es bemerkt hatte, habe ich sofort das Flugloch noch weiter eingeengt.
    Heute früh morgen war eigentlich Ruhe und ich schaute rein, sah soweit noch OK aus. Leider ging es dann heute Mittag wieder richtig los.
    Habe Flugloch verschlossen und das Miniplus dann zum 2 Stand gebracht. (5 km entfernt)


    Meine Frage jetzt, was passiert eigentlich mit den Räuberbienen die jetzt im Miniplus waren, die finden ja nicht den Weg zurück, verbleiben die im Miniplus?
    Hatte am 2 Stand das Miniplus noch mal geöffnet damit ein Großteil der Räuberbienen abfliegt. Meine Beobachtung war, das sich ein paar Bienen dann direkt vors Flugloch (wieder min. geöffnet) setzten und sterzelten.

  • Hallo Katano!


    Das Verbringen des Miniplus`war sicherlich schonmal eine gute Sache.
    Was Räuberbienen machen, die aufgrund einer Umstellung der beräuberten Einheit heimatlos geworden sind, ist eine gute Frage.
    Ich denke sie haben 2 Möglichkeiten: Sich in eine andere Einheit am neuen Stand einbetteln oder bei der beräuberten Einheit "mitmachen". Ob diese allerdings so attraktiv füreine heimatlose Biene ist, wenn sie schon beräubert wurde?! Ich weiss nicht...
    Das die sterzelnden Bienen Räuberbienen waren, bezweifle ich, da diese sicherlich nicht umgehend von "Räuberei" auf "wir sind jetzt hier zuhause" umschalten werden, wenn sie es überhaupt nochmal hinkriegen sollten.


    Ebenfalls gespannte Grüße
    Patrick



    P.S.:
    Eine Frage habe ich allerdings: Wie ich die MP kenne, haben die ein ohnehin schon recht kleines Flugloch. Wie kommt es da zu Räuberei? Oder ist es eine weisellose oder sonstwie geschwächte Einheit?

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • thx für die Antwort,


    die Miniplus die ich habe sind aus Holz und haben ein ca. 10 cm breites Flugloch.
    Werde die Tage drüben mal schauen ob die Kö das überlebt hat.

  • Hallo Patrick,


    ich hab die MP in Styropor mit kleinem Flugloch. Das ist mir aber trotzdem noch zu gross. Ist von mir auf ca 15 x 8 mm verkleinert worden. Auf das von Henry schon beschriebene Bodenbrett schraube ich ein hochkant stehendes Brettchen mit dem kleinen Flugloch. Auf der Oberkante dieses Brettchens habe ich dann noch ein kleines Alublech befestigt, als Regendach.
    An diese Konstruktion schiebe ich dann das MP ran.


    Grüsse
    Ulrich


    ,

  • so, war grade mal schauen was der Miniplus gemacht hat.
    Nach meiner Auffassung haben sich die Bienen integriert, der Kasten ist mit Bienenmasse richtig voll und alle ganz brav und ruhig auf den Waben, keine Räuberei mehr.

  • Ich hatte mal bei einem Kunstschwarm räuberei zu spät bemerkt, als der Abends noch stark beflogen wurde hab ich den in meiner Not samt Räuberbienen dicht gemacht und etliche Kilometer weiterverfrachtet. Beim öffnen des Fluglochs kam ein Schwall Bienen rausgestürmt der dann mangels Alternativen innerhalb einer Viertelstunde in die Kiste einzog alls wäre nix gewesen. Auch hier haben sich die Räuber integriert, der Kunstschwarm hat sich später tadellos entwickelt.
    Gruß Hermann

  • "Ableger mit Räubern verstärken" mal schauen wann es den ersten gibt welcher das als alternative Option für den Spätsommer für schwächelnde Völker propagieren wird :)


    Aber klingt doch zumindest mal hoffnungsvoll. Also, dass aus einem feindseligen Räubern ein friedliches Miteinander wird, nicht der Ansatz bzgl Verstärkung...

  • HAllo,


    tolles Erlebnis.


    Wichtig beim Verstellen des beräuberten Volkes: an dessen Stelle einen leeren, ähnlich aussehenden Kasten aufstellen, damit sich die Räuberei in diesem totläuft. Sonst befliegen die Räuberbienen ganz schnell das Nachbarvolk, dem dann Ähnliches blühen kann.
    Gruß
    KME

  • Die Frage ist, ob das überhaupt richtige Räuberei war.


    Wenn eine so deutlich kleinere Einheit mit einem 10 cm Flugloch beräubert wird, dann ist dieses Flugloch verklebt, dann ist da die Hölle los, und wenn man da reinguckt, dann sieht das auch nicht mehr "OK" aus.
    Das wird auch nicht weniger. Flugloch enger interessiert die Räuber nicht großartig. Die machen weiter, es gibt Stau ohne Ende. Und geflogen und geraubt wird noch lange in den eigentlichen Flugschluss und auch bereits am nächsten Tag früh schon wieder.


    Wir haben Mitte August und die Wetterlage auch nicht so dolle. Die Völker sind beim Erbrüten der Winterbienen, Tracht ist mäßig bis kaum. Wenn es jetzt mal passt, dann gibt es plötzlich Vorspielflüge gemischt mit Trachtflug (je nach Honigen der Trachtpflanze), dass einem warm ums Herz werden kann - oder Angst und Bange. Je nachdem.:wink:
    Wir haben das gerade in den letzten Tagen des öfteren beobachten können: plötzliche immense Zunahme des Flugbetriebes, Hölle los, dann später wieder Beruhigung.


    Und dass die Bienen nach Verstellen um 5 km sich beim Öffnen nach draußen stürzen und es hoch hergeht mit Sterzeln vor dem Flugloch. Das würde ich ganz unbedingt erwarten in so einer Situation, das machen sie doch dann immer.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hi Marion,


    es war definitiv eine Räuberei, ich weiß wie stark das Miniplus war und was davor los war, hatte ein paar Tage vorher erst vom Kieler ins Miniplus umgehängt, auch das Rausquellen beim öffnen des Deckels war gegeben. Deine Wachskrümel am kleinen Flugbrett waren auch da, und auch jede menge Wachskrümel unter dem MP. Die Räuberei hörte ja mit verkleinern des Flugloches nicht auf, sie stauten sich wie Du gesagt hast. Hilfe brachte wirklich nur das umstellen 5km Entfernung.

  • Zitat

    Und dass die Bienen nach Verstellen um 5 km sich beim Öffnen nach draußen stürzen und es hoch hergeht mit Sterzeln vor dem Flugloch. Das würde ich ganz unbedingt erwarten in so einer Situation, das machen sie doch dann immer.

    Das sieht komplett anders aus, ich kann den Unterschied aber nur schwer erklären.
    Gruß Hermann

  • Die Frage ist, ob das überhaupt richtige Räuberei war.


    Wenn eine so deutlich kleinere Einheit mit einem 10 cm Flugloch beräubert wird, dann ist dieses Flugloch verklebt, dann ist da die Hölle los, ......


    Na, so ganz würde ich dem nicht zustimmen. Es gibt auch ein anderes Extrem, die "stille Räuberei", sowie alle Zwischenstufen. Im Juni hatte ich Stille Räuberei an einem zuvor gebildeten Ableger. Da war reger Fluigbetrieb, aber keine wüste Stecherei, also keine Hölle. Für den Anfänger wäre dies kaum als Räuberei zu erkennen gewesen, es waren aber schon ca. 30% mehr Bienen im Volk, friedlich nebeneinander Volksbienen und Räuberbienen. Erst die genaue Nachverfolgung der ausfliegenden, gefüllten Bienen ergab das Ergebnis, wohin diese flogen: nach ein paar Runden in ein Hauptvolk des Standes.


    Ein Anfänger hätte dies nicht unbedingt als Räuberei erkannt. Das Verstellen des Ablegers 4 km entfernt brachte Abhilfe, und die Räuberbienen haben sich sofort integriert.


    Also dieselbe Erfahrung.
    Gruß
    KME

  • Ja, schon.
    Problem ist nun mal oft die persònliche Wahrnehmung und daraufhin Beschreibung. Die ist oft nicht interpretationsfrei.
    Was der Lesende dann im Kopf hat ist evtl ein anderes Bild als das tatsächliche.


    Ich bin schin drs Öfteres zu "Räuberopfern" gerufen worden, die fröhlich und heftig ganz alleine den Hoscha produzierten ;-)

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper