Hornissen im Dach

  • Liebe Hornissen-Kenner,


    mich wundert, jetzt auf Hornissen-Tätigkeit aufmerksam geworden zu sein - bauen die ihre Nester nicht viel früher?


    Sie fliegen unter der Fensterabdeckung durch in die Dachlattung und werden wohl einen Bau zwischen den Latten oder (ich befürchte es) in der Dämmung betreiben. Viel Platz ist da nirgends.
    Sie sind sehr deutlich zu hören, der Ein- und Ausflug raschelt gehörig. Deswegen denke ich, dass die vor 2 Wochen noch nicht dort eingeflogen sind.


    Nach meiner Erfahrung sehe ich keine große "Gefahr", außer eventuell für die Dämmung, falls die dort Löcher reinbauen.

  • Hallo Jakob!


    Das Zauberwort in deinem Fall heisst vermutlich "Filialbildung". Hornissen legen nämlich, wenn es ihnen in ihrer Ausgangsnisthöhle zu eng geworden ist, quasi Aussenstellen ihres Nestes an. Lt. mir bekannter Literatur fliegt unter diesen Umständen auch die Königin diese an und legt dort Brut an.
    Dies würde jedenfalls erklären, warum die Hornissen erst seit Kurzem und mehr oder weniger von jetzt auf gleich dort aufgetaucht sind.
    Wenn möglich, lass` sie gewähren.


    Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Hallo Jakob,
    ich tippe auch auf Filialbildung.
    Die Nester werden in Lagen gebaut. Erst in den untersten werden gegen Saisonende die Kö´s und Drohnen gezogen/flügge. (falls nötig, halt in einem 2. Nest). Spätestens im Oktober bricht die Population zusammen, nur die Kö´s suchen sich Verstecke zum überwintern (im allgemeinen nicht im Nest). Wenns unterbunden werden soll, zwischen November/März dichtmachen. Verteidigen nur in direkter Nähe (gesprochen wird bis zu 3-4m) ihr Nest, sonst treten sie eher die Flucht an. Also, falls keine direkte GEFAHR ausgeht - lassen.
    (PS: stehen unter strengem Naturschutz, dürfen nur von Sachverständigen mehr als nur angeschaut werden...)
    Gruß Roy

    :confused: Behandle jeden so, wie du selbst behandelt werden möchtest... :daumen:

  • Klar lasse ich die, obwohl wir uns da ganz schön darauf einstellen müssen.


    Fensteröffnen mit Licht geht nun gar nicht, da haben wir sie sofort im Zimmer.


    Irgendwie war es unheimlich, die Hornissen direkt über dem Kopf zu haben, nur durch eine Regipsplatte getrennt. Deswegen habe ich die auch immer kontrolliert. Bis mich die erste Hornisse anschaute, durch ein kleines selbstgefressenes Loch. Die zerlegen die Platte! Sicher auch die Dämmung darüber. Ich habe nun eine hornissenfeste Platte drangeschraubt.


    Demzufolge kann ich dann Okt/Nov, wenn drin Ruhe ist, das aufmachen und reparieren? Oder sollte ich lieber warten, bis sicher die Königin ausgeflogen ist (wann wäre das)?

  • Wir haben auch ein Nest im Garten, und so richtig merkte man es erst, als sie zahlenmässig stärker wurden, erst vor ein paar Wochen. Wir gehen dauernd in 1m Entfernung vorbei, sie sind sehr friedlich. Ich hätte lieber Hornissen als Wespen am Haus. Sie nerven nicht am Kuchentisch, sind weniger bis gar nicht aggressiv und wunderbar anzuschauen. Pro Stich gibt eine Hornisse nicht viel mehr Gift ab als eine Wespe, habe ich zumindest gehört. Die Nester sind ja selten mehr als kopfgross, also sollte sich der Schaden in Grenzen halten. Da sie auch nachts fliegen, kommen sie manchmal bei Licht durchs Fenster.
    Gruss, Jan

  • Moin Jakob!


    Warten bis die Jungköniginnen ausgeflogen sind. Die Alte fliegt nimmer aus, die stirbt mit dem Ende des Volkes auch ab.
    Oktober, November sollte, je nach Wetterlage, ziemlich sicher alles leer sein, sodass du reparieren kannst. Wichtig in dem Zusammenhang wäre es auch festzustellen, wo die Tierchen ein- und ausgeflogen sind und diesen Zugang dann vernünftig zu verschließen. Sonst kannst du dort durchaus immer wieder Nester haben, womit langfristig weder den Tieren noch dir gedient ist.


    Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Verteidigen nur in direkter Nähe (gesprochen wird bis zu 3-4m) ihr Nest, sonst treten sie eher die Flucht an.


    Bei uns ist z.Z. ein Hornissennest in einem Vogelnistkasten direkt an der Terrasse, die verteidigen auch bei kleineren Abständen nicht. Wir gehen da mit unter einem Meter Abstand Kopf-Flugloch regelmäßig vorbei, bisher gab es (zumindestens aus unserer Sicht) keinerlei kritische Begegnungen.
    Das einzige Problem ist die bräunliche Suppe, die unten aus dem Kasten raus tropft, das Terassenholz verfärbt und auch an die Hauswand spritzt(e, jetzt steht ein Brett als Tropfenfänger da).


    Klaus

  • Es ist richtig, das Hornissengift ist eigentlich weniger "reizend" als das Bienengift.
    ABER: Das Hornissengift enthält den gleichen Botenstoff, den auch das menschliche Nervensystem benutzt, deshalb schmerzt ein Hornissenstich auch wesentlich stärker (nur die Schmerzweiterleitung wird verstärkt...)...

    :confused: Behandle jeden so, wie du selbst behandelt werden möchtest... :daumen:

  • Demzufolge kann ich dann Okt/Nov, wenn drin Ruhe ist, das aufmachen und reparieren?


    Hallo Jakob,


    ich hatte im vergangenen Jahr ein Hornissennest direkt überm Hauseingang in der Zwischendecke zwischen EG und OG, Einflugloch direkt neben einem Stirnholz. Eigentlich nicht schlecht geschützt, trotzdem haben die Hornissen bereits nach dem ersten Nachtfrost sämtliche Brut ausgeräumt (die Puppen lagen vor der Haustür) und das Nest aufgegeben. Das war schon sehr zeitig, wenn ich mich recht entsinne wars Anfang September.


    Gruß Sven

  • Au, mein Beileid...wie kam es dazu?


    Falls mal wieder: Salmiakgeist (10%iger Ammoniak) aus der Apotheke ist hilfreich. Der Stichheiler hat sich bei Hornissenstichen nicht ganz so bewaehrt...ich nehme an, das liegt einfach auch an der Stichtiefe.


    Ich bin dieses Jahr bei einer Umsiedlung 2x hintereinander durch den Anzug gestochen worden (ja, auch der beruehmte Sherrif-Anzug muss sich Hornissen geschlagen geben wenn man darunter keine dicke Kleidung traegt) und trotz Stichheilers hatte ich den ganzen Tag was davon...am naechsten Tag juckte es dann wie die Pest und dann war es auch schon ueberstanden.


    Melanie

  • Der typisch blöde Zufallsstich: Die Hornisse hatte es nachts nicht heim geschafft, sondern nur in meine Küche, und saß dort innen auf der Türklinke. Ich glaub, der Stich hat nicht richtig gesessen, kaum Schwellung und der Schmerz lässt schon nach.


    Ich werde im Herbst die Dämmung öffnen (müssen) und bin gespannt auf den Anblick.

  • Das einzige Problem ist die bräunliche Suppe, die unten aus dem Kasten raus tropft, das Terassenholz verfärbt und auch an die Hauswand spritzt


    im neusten Bienenjournal (9/2014) steht auf Seite 30/31 genau dies. "Bauschäden .. selten und gering. Häufiger kommt es zu Geruchsbelästigung durch flüssige Nistabfälle ..."

  • im neusten Bienenjournal (9/2014) steht auf Seite 30/31 genau dies. "Bauschäden .. selten und gering. Häufiger kommt es zu Geruchsbelästigung durch flüssige Nistabfälle ..."


    Kann ich bestätigen. Wir hatten ein Nest in der Zwischendecke, der Geruch war extrem im ganzen Haus. Haben die Tierchen aber gelassen und nun finden wir regelmäßig Hornissen, die irgendwo auf dem Grundstück wohnen müssen.


    Wie vertragen die sich eigentlich mit den Bienen? Auch hier wieder die Regel - gesundes Volk - kein Problem? Ich habe mal gelesen, dass ein großes Hornissenvolk bis zu 200g Insekten am Tag frisst...