Kosten einer Königin

  • Ich habe mal ein bisschen rumgerechnet. Das kommt für eine standbegattete Königin dabei heraus:



    Im Buch "Aufzucht und Verwendung von Königinnen" von Friedrich-Karl Tiesler und Eva Englert werden als Preis sogar 26-30 Euro je standbegatteter Wirtschaftskönigin genannt.

  • Hallo Berhard,
    wie kommst du auf einen Gewinnzuschlag von 11% ?
    Jeder Einzelhändler hat einen Bruttoaufschlag von min. 30%.
    Das hiesse dann in deinem Fall 29,64 für 1 Kö, (bei Bedarf noch plus Versand)
    LG

  • Servus Bernhard,


    Auch von mir danke für die Mühe!
    Kannst du evtl noch ne kurze Erläuterung zu den Zahlen geben?
    Was ist denn da für ein Stundenlohn angesetzt?
    Entweder du bist schnell oder billig ;)


    Das zeigt dann wohl wieder mal deutlich, warum noch kein Züchter reich geworden ist...


    Gruß Flo

  • Hi Bernhard,



    Vielen Dank für diese Aufstellung.
    @ Lodgy
    Ob 11% Gewinn langen, muss jeder selbst entscheiden, im Einzelhandel kann man es pauschal nicht sagen, da gibt es Artikel ( Reißer ) die werden Brutto für Netto verkauft und es gibt welche da hat man 100% Gewinn.
    Die Mischung aller Artikel sollte so um die 30% liegen.


    Das einzige was fehlt Bernhard, der Vollständigkeitshalber müsstest du die MwSt. mit einrechnen, da es ja sonst eine Preisverfälschung gäbe mit Hauptberuflichen Imker / Züchter die Rechnungen schreiben müssen.


    Mit MwSt. wären es 29,85€ also kann man sagen 30€ für eine Standbegattete Kö, zzgl. Versand.



    Grüße,



    Maxikaner

  • Hier noch die Erläuterungen dazu (war gestern zu spät):


    1) Als Arbeitslohn habe ich 8,50 € pro Stunde (60 Minuten; 0,14 € pro Minute) angesetzt, der Mindestlohn. Dann habe ich die benötigte Arbeitszeit für die einzelnen Schritte auf eine Königin heruntergerechnet. In meinem Fall ist das geteilt durch 20, da ich pro Pflegevolk nur jeweils 20 Königinnen ziehen lasse. Ähnlich habe ich es beim anteilig verrechneten Material gemacht.


    2) Beim Material könnte man noch eine mehrfache Nutzung einiger Materialien unterstellen und entsprechend herunterrechnen, das heißt, im Laufe der Zeit und mit mehreren Serien pro Jahr würden die Königinnen etwas günstiger produziert werden können.


    3) Bienenmaterial: Ich habe hier 10 € angesetzt, weil man den Begattungsableger zwei- oder dreimal neu beweiseln kann.


    4) Den Ausfall der Honigernte habe ich nicht eingerechnet. Muß auch nicht zwingend der Fall sein. (Siehe auf der DVD von Jos Guth vorgestellte Methode, Imkereitechnik Koch)


    5) Der Kaufmann rechnet netto. Als Privatmann wirst Du keine Mehrwertsteuer berechnen. Und wenn Du die berechnest, dann nicht 19 % sondern 10,7 %, da es sich um ein landwirtschaftliches Produkt handelt. Als vorsteuerabzugsberechtigter Betrieb wirst Du 7 % berechnen.


    6) Naja, die 10 % Gewinnspanne ist auch so ein Ding kaufmännischer Kalkulation, allerdings etwas veraltet. Man geht davon aus, daß man die in das Projekt investierte Kohle auch auf die Bank hätte bringen können und per Anlage mindestens 8 % rausgeholt hätte. Also das Geld an sich arbeiten lassen. Deswegen wird mit einem Mindestgewinn von 8 % und der Einfachheit der Berechnung halber: 10 % kalkuliert. Daß man Gewinnaufschläge in bestimmten Branchen weiter nach oben aufbohren muß, liegt in der Natur der jeweiligen Branche. (Handel, Gastronomie,...)


  • 5) Der Kaufmann rechnet netto. Als Privatmann wirst Du keine Mehrwertsteuer berechnen. Und wenn Du die berechnest, dann nicht 19 % sondern 10,7 %, da es sich um ein landwirtschaftliches Produkt handelt. Als vorsteuerabzugsberechtigter Betrieb wirst Du 7 % berechnen.


    Hi Bernhard,



    das die Königin als Landwirtschaftliches Produkt zählt hat ich nicht gewusst, wieder was gelernt :wink:


    Natürlich hast du recht wenn du sagst dass Privatpersonen keine MwSt. Berechnen kannst.
    Mir ging's wie oben Geschrieben nur darum dass Erwerbsmässige Züchter wie z.B. die Heike, die MwSt. ausweisen müssen. Daher war ich der Meinung sie gehört noch mit rein.


    Auf jedenfall eine schöne Rechnung mit einem realistischen Ergebnis, :daumen:


    Gruß Max

  • Hallo Bernhard,
    auch von mir ein Danke für diese detaillierte Rechnung. Wie schon vermutet, bleibt nur ein kleines Plus für so eine Königin. Und das auch nur, wenn alle Arbeiten sehr schnell und geübt durchgeführt werden (deine Zeiten sind wirklich sehr sportlich). Und Schiefgehen darf auch nicht viel. 80% Begattung über alle Serien das ganze Jahr über ist eine gute Quote, da darf aber nicht mal eine vermasselte Serie wg. Schietwetter oder übersehener Nachschaffungszelle o.ä. dabeisein.
    Eine Frage hätte ich noch: Wie hast Du das Miniplus gerechnet (Nutzungsdauer/Anzahl Königinnen pro Jahr)? Viele Grüße, Brigitta

  • Was Du noch vergessen hast zu berechnen, sind die vielen Anrufe der Imker, ob sie die Kö nicht doch eine Woche früher/später, eine Kö mehr/weniger, eine mit mehr oder weniger gelben Ringeln etc. haben können ;-). Ein nicht zu unterschätzender Faktor!

  • Verwaltungskosten fehlen. Kommunikation und Zahlungsaufwand auch. Der Weiselnapf geht mit Cent ein aber die Bienen werdenit 10 € geschätzt. Die Rechnung kann man so nicht machen. Man kann bestenfalls ein Zuchtjahr mal kostenmäßig erfassen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • ...und dann runterrechnen auf die verkauften / gezogenen Kö?

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • ... Und wenn Du die berechnest, dann nicht 19 % sondern 10,7 %, da es sich um ein landwirtschaftliches Produkt handelt....


    Da muss ich jetzt mal zwischenfragen:


    Zum Honiglehrgang des LV Sächs. Imker hat der Dozent (Sven Richter) zum wiederholten mal behauptet, das mit der Urproduktion für Imkereiprodukte sei nicht mehr gültig, da Imkerei nicht mehr zur Landwirtschaft zähle.


    Is das so?


    MfG André

  • Sind 10,7 % für Landwirtschaft und Imkerei zählt dazu.

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“