Langstroth 3/4

  • Hallo zusammen,


    mich interessiert brennend, ob es jemanden im Forum gibt, der mir Informationen über das Imkern in Langstroth Magazinen mit der Abmessung 3/4 (Rähmchenhöhe) geben kann.
    Meine wichtigsten Fragen sind:
    - Sind 2-Zargen-Bruträume auch für starke Völker ausreichend (Wabenfläche von 10 Waben Langstroth 3/4 liegt knapp unter Wabenfläche von 10 Waben DNM)?
    - Lässt sich, wie von mir vermutet, das Brutnest einfacher an das Absperrgitter bringen, als bei eher höheren Rähmchenmaßen wie DNM oder Zander (Langstroth 3/4 geht ja eher in die Länge/Breite)?
    - Wie klappt die Überwinterung eines Ablegers in nur einer Zarge? Ist die Größe einer 10-Waben Beute ausreichend (Futter)?
    - Welche Bezugsquellen für Material (v.a. Rähmchen und Mittelwände) gibt es?


    Besten Dank an euch im Voraus!

  • Hallo,
    zwei sind ausreichend.
    Wenn dein Brutnest zur Trachtzeit immer noch nicht am Absperrgitter ist solltest du entweder deine Betriebsweise oder deine Bienen ändern.
    Man kann auch problemlos auf einer Zarge überwintern wenn die Volksstärke es zulässt.
    Zu den Bezugsquellen : einfach mal das Internet benutzen,( es giebt da eine Suchfunktion die heißt "Google".) !


    gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Doch, meine Bienen bekomm ich schon ans Absperrgitter; einfach überzählige Futterwaben kurz vor der Kirschblüte entnehmen und Mittelwand in die Mitte hängen + Drohnenrahmen an die zweite Position.


    Da aber das Brutnest eher in die Höhe als in die Breite strebt (Eiform), frage ich mich, ob 11 bzw. 12 DNM nicht völliger Quatsch sind. Die äußeren Waben werden nur mäßig angenommen, 10 Waben reichen! Langstroth und Zander sind bei zweiräumiger Brutraum-Führung aber zu voluminös, d.h. es wird zu viel Honig in den Brutraum getragen und aufgrund der Gesamthöhe der zwei Bruträume entsteht sehr schnell eine Honigkappe über dem Brutnest. Das erschwert generell (nicht spezifisch) die Annahme des Honigraums. Außerdem finde ich die Zargen sehr schwer. Eine Alternative wären flache Zargen, aber Zander und Langstroth 2/3 sind bei zwei Zargen BR zu klein, um damit Ableger über den Winter zu bekommen und starke Völker zu beherbergen. Langstroth 3/4 fände ich daher eine gute Sache....


    Noch jemand mit Erfahrungen??

  • Nein, mit Langstroth 3/4 kenne ich mich nicht aus, nur mit Langstroth 2/3 (also kleinere Wabenfläche). Meine Antworten beziehen sich auf Langstroth 2/3 und 10-Waben-Zargen:



    - Sind 2-Zargen-Bruträume auch für starke Völker ausreichend (Wabenfläche von 10 Waben Langstroth 3/4 liegt knapp unter Wabenfläche von 10 Waben DNM)?


    Ja, völlig ausreichend



    - Lässt sich, wie von mir vermutet, das Brutnest einfacher an das Absperrgitter bringen, als bei eher höheren Rähmchenmaßen wie DNM oder Zander (Langstroth 3/4 geht ja eher in die Länge/Breite)?


    Ja.
    Man muß allerdings aufpassen: Nach dem Schleudern haben die Völker u.U. keine Honigvorräte mehr.



    - Wie klappt die Überwinterung eines Ablegers in nur einer Zarge? Ist die Größe einer 10-Waben Beute ausreichend (Futter)?


    Klappt.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo,
    für mich erschließt sich der Sinn von 3/4 Langstroth nicht. Es ist zu klein für ein Brutnest in einer Zarge. Zwei Zargen sind aber wiederum zu groß für ein Brutnest. Das Gleiche habe ich bei DNM auch beobachtet. Als Honigraum sind sie einfach nicht praktikabel, da kann man auch gleich eine Vollzargen nehmen.


    malibu85
    Darf ich fragen warum du 3/4 Langstroth einsetzen möchtest ? Welche Vorteile erhoffst du Dir persönlich ?


    VG
    Hendrik

  • Was aus der neueren Geschichte.
    Lamgstroth 3/4 hat Karl Kies zur Probe gebaut. Er hat damit viel geprobt und nach seinem Tod ist diese Größe einfach von dem Magazinimkern weitergeführt worden. Sie hat sich bis auf Ausnahmen nicht durchsetzen können. Mit dem 2/3. Maß bist Du besser aufgestellt. Und es stimmt, die 10 er 2/3 reicht mit Honig gefüllt, dann sind das ca. 23 kg. Also da schon fast nicht händelbar wenn 5 Zargen aufeinander stehen. Zweitens eignen die sich besser im Mischbetrieb mit dem Mod. Dadant.
    Ich arbeite mit dem Schweriner Magazin seit 1983, eine frühe 2/3 Variante aus der DDR Zeit.
    Ja und man kann in 2 Zargen gut überwintern. In der hohen Variante hast Du dann im Frühjahr zuviel Zucker Futter im Brutnestbereich.
    Gruß Peter

  • malibu85
    Darf ich fragen warum du 3/4 Langstroth einsetzen möchtest ? Welche Vorteile erhoffst du Dir persönlich ?


    VG
    Hendrik


    Hallo Hendrik,


    gerne :) Vielleicht hab ich mich auch zu schwammig ausgedrückt bisher.


    Also, Dadant kommt für mich nicht in Frage, da ich die Vorteile einer einfachen Wabenhygiene und die -wenn auch umstrittene- Kippkontrolle durchaus schätze. Imkere auf 11er Segebergerbeuten in DNM, da ich die Beuten aus der Imkerei meines Vaters übernehmen konnte. Warum möchte ich umstellen? 11 oder 12 Waben in einer Beute halte ich für Unfug, da, wie auch ein Imkerkollege von mir gut bemerkt hat, die Bienen dazu neigen, zunächst in die Höhe -anstatt in die Breite- zu streben (die Eiform des Brutnestes). Randwaben bleiben im Frühjahr oft lange unbesetzt und sind auch bei voller Volksstärke entbehrlich. Außerdem möchte ich mit Holzzargen arbeiten - auch weil ich gerne handwerke.


    Aus den vorherigen Überlegungen bleibt mir also der Selbstbau von 10er Holz-Zargen (Langstroth, Zander oder DNM). Weiter spielt das Gewicht einer vollen Honigzarge eine große Rolle. Bei Langstroth sind mir die Honigräume einfach zu schwer. Zander würde gerade noch gehen, DNM wäre OK. Daneben wird das Volumen von zwei Bruträumen Zander bzw. zwei Bruträumen Langstroth in dieser Region gar nicht benötigt. DNM ist da völlig ausreichend, auch bei der Überwinterung von einzargigen Ablegern.


    Dann bei DNM bleiben, nur auf 10er Holzzargen umstellen? Aus folgenden Gründen lieber nicht:
    Zwei Bruträume bei DNM (und auch bei Zander, Langstroth) sind sehr hoch. Das "Brutei" wird zwar sehr gut abgebildet, aber die Bienen haben auch nicht den Drang/Zwang im Frühjahr in den Honigraum aufzusteigen, denn im zweiten Brutraum bleibt neben der "Eispitze" genügend Platz für eine breite Honigkappe (die dann auch noch den Aufstieg erschwert).


    Optimal wäre also ein Maß, welches ungefähr der Fläche des DNM nahekommt, aber bei zweiräumiger BR-Führung nicht so sehr in die Höhe geht. Da die Bienen zwar ungern die elfte oder gar zwölfte Randwabe nutzen, dafür aber gerne die volle Breite einer (einzelnen) Wabe, müsste das Maß zusammenfassend die ungefähre Fläche des DNM beherbergen, dafür aber flacher und breiter sein. Solch ein Maß wäre das Langstroth 3/4.


    Bei Langstroth 2/3 bezweifel ich, ob zwei Bruträume bei einer eher extensiven Bewirtschaftung ausreichen, und ob genügend Futter auch bei starken Ablegern in eine einzargige Beute passt.


    Nach Erfahrungen bezgl. Langstroth 3/4 hatte ich gefragt, weil ich meine Überlegungen gerne noch bestätigt sehen würde, bevor ich umsteige.


    Viele Grüße,


    Malibu


  • Hallo,
    was verstehst du denn unter " extensiv". (Völker die nicht sachgemäß geführt werden kommen selbst in einem Kleiderschrank ins Schwärmen.)
    Ich kann dir versichern das zwei Zargen LS 2/3 vollkommen ausreichend sind um auch starken Völkern ordentlich Raum zu geben.
    ( Nimm den Zollstock : zwei Waben LS 2/3 übereinander entsprechen in ihrer Wabenfläche genau einer Dadantwabe ). Und zehn Waben Dadant sind locker auch für eine legefreudige Königin ausreichend. ( Warum wohl ist in der Dadantbetriebsweise das imkern mit dem eingeschränkten Brutraum möglich und so erfolgreich ???)
    Der zweite Aspekt ist der Gewichtsvorteil von 2/3. Und den merkst du deutlich !
    - Ist dein Ableger so stark das du das Futter nicht mehr unterkriegst, dann ist ein zweiter Brutraum ohnehin zwingend erforderlich. ( Ich überwintere zB. grundsätzlich zweiräumig. )
    Auch schwache Ableger bekommen im Herbst eine zweite Zarge (eine ausgebaute Honigzarge ), einfach untergesetzt. ---So bringe ich die Brutnestordnung nicht durcheinander, aber die Bienen sitzen höher, trockener und vor Witterungseinflüssen geschützter. Die unteren Waben dienen als Kletterwaben und zum Aufhängen der im Herbst oft durchhängenden Bienentraube.
    - Weiterhin ist es leicht möglich mit zwei übereinandergestellten 2/3 Zargen auch mit Dadantwaben zu imkern, (falls man mal umstellen möchte). Die Höhe passt als Brutraum immer noch ohne das unten viel angebaut wird.
    - 2/3 LS kann auch noch in einer einfachen Radialschleuder bearbeitet werden. Bei noch höheren Waben wird das in den üblichen Hobbyschleudern bis 65cm Durchmesser dann schon problematischer.
    - 2/3 LS ist ein sehr verbreitetes Maß. Du wirst also weniger Probleme beim Kauf und Verkauf haben.


    Gruß Finvara,
    (...der auch beruflich damit arbeitet.)

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Hallo Finvara,


    vielen Dank für die Hinweise! Man liest ja immer, d.h. auch auf der Seite der Magazinimker, dass 2/3 zu knapp werden könnte. Aber der Vergleich mit Dadant ist einleuchtend. Die Gesamtgröße ist ja fast identisch. Was bleibt, ist wahrscheinlich nur noch das Argument mancher Imker, dass es zu viele Rähmchen werden mit der Zeit (wobei 2 Honigräume 2/3 Langstroth auch mehr fassen, als z.B. eine Zarge DNM/Zander; für meinen, rund ums Jahr sehr ergiebigen Standort, wichtig!).


    Zur Wabenhygiene/ Zargenrotation: Warum setzt du, wenn du z.B. zwei Honigräume pro WV im Juli abschleuderst, nicht einfach jeweils einen HR auf WV und Ableger OBEN auf? Bis zur Auffütterung im September müsste in den Ablegern bereits ein Teil der Brut oben sein, und du musst im Frühjahr nicht wieder alles umwurschteln.


    Zur Schwarmverhinderung: Was sind deine wichtigsten Maßnahmen? Wie hast du diese in deine Betriebsweise integriert?


    Grüße,


    Malibu

  • Hallo,
    warum sollte ich im Frühjahr etwas "umwursteln". Alles bleibt wie ausgewintert. Der Ableger entwickelt sein Brutnest harmonisch in die untere Zarge hinein. Kommt die Tracht wird der Honigraum aufgesetzt.
    Schwarmverhinderrung erfolgt durch entnahme von Brutwaben (Ablegerbildung)oder Treiblinge nach der Honigernte.


    gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Hallo,
    warum sollte ich im Frühjahr etwas "umwursteln". Alles bleibt wie ausgewintert. Der Ableger entwickelt sein Brutnest harmonisch in die untere Zarge hinein. Kommt die Tracht wird der Honigraum aufgesetzt.
    Schwarmverhinderrung erfolgt durch entnahme von Brutwaben (Ablegerbildung)oder Treiblinge nach der Honigernte.


    gruß Finvara


    Naja, wegen der Wabenhygiene. Setzt du dem Ableger nach der Honigernte einen ehemaligen HR unter, dann verbleiben bei Standard-Zargenrotation die bebrütete Waben drei Jahre im Volk. Setzt du sie auf, sind es nur zwei Jahre. Aber gut, drei Jahre müsste noch akzeptabel sein.

  • Hallo,
    ... ist ganz einfach : zehn Waben hast du in der Zarge. Im Frühjahr kommen zwei Baurahmen rein, die ohnehin laufend geschnitten werden. Bleiben acht Bruträhmchen.
    Diese werden beim Schröpfen ( in der Regel zwei mal) im laufe des Frühsommers entnommen. Verbleibende Altwaben werden immer an den Rand gerückt.Sollten dann ende Juli noch ein oder zwei Altwaben in der Zarge zu finden sein werden sie zur letzten Honigernte ebenfalls entnommen und eingeschmolzen.
    Die Zarge mit den verbleibenden Altwaben giebt die zu entnehmenden Brutwaben fürs nächste Jahr.
    Auf diese Art wird jedes Jahr die hälfte des Wabenbaus erneuert. Eine dauernde Zargenrotation unterbleibt.


    gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • malibu85
    ..setz nach dem letzten Schleudern eine Falchzarge mit aussortierten Honigwaben auf die zwei Bruträume oben auf und füttere ein. Im November oder zeitigem Frühjahr nimmst Du die untere Zarge mit den alten Schwarten weg. Keine Angst, wenn dort Pollen eingelagert ist! Dann hast Du jedes Jahr 50 Prozent Bauerneuerung.