Menge Ameisensäure Schwammtuch von oben

  • Nur mal eine Frage. Ich habe Liebig Beute DNM. Man soll ja pro Rähmchen 2 ml AS nehmen. Das sind also 24 ml. Hätte ich jetzt Zander wären es ja nun nur 20 ml, weil ja nur 10 rein passen aber der Raum bleibt der gleiche. Ist mir ebend so aufgefallen. Was ist nun richtig?

  • Meiner Meinung nach kommts darauf nicht an. Dafür gibt es ganz andere Faktoren die die Verdunstung beeinflussen. Nimm das wobei du dich wohler fühlst, 24ml sind nicht zuviel und 20ml vermutlich nicht zu wenig.

  • Hallo Mathias,

    Zitat

    Nimm das wobei du dich wohler fühlst, 24ml sind nicht zu viel und 20ml vermutlich nicht zu wenig


    Nein, nimm das wobei die Bienen sich wohl fühlen.
    Volkstärke, Außentemperatur, sind von der zu gebenden Menge mit entscheident,
    mit 20ml liegst Du gut, schön über das ganze Schwammtuch verteilen, damit es breit gefächert verdunsten kann,
    Behandlung mehrmals wiederholen.


    Gruß Jürgen

  • Ich habs so gemacht wie Jürgi es meint, es geht sehr gut so, und ohne Brut und Bienenverluste.
    Reichlich Milben erwischt.

  • Würde auch sagen dass es gut geht, ich habs selber mit 24ml 80% AS von oben gemacht. 3ml pro Wabe, waren also 8 Stück drinne. Schäden hab ich keine gesehen, bezweifle aber auch sehr dass ich die sehen würde. Die Bienen räumen ja zügig auf. Aber dass AS keine Schäden verursacht, ich denke dieser Illusion darf man sich nicht hingeben. Die Behandlungsalternativen sind allerdings von der Bienenverträglichkeit her auch überschaubar.

  • Das Youttubevideo von Dirk Unger "Mein wichtigstes Video ..." erklärt ausgezeichnet die Varroabehandlung mit Ameisensäure. Er geht auf die % ein und auf die Verdunsterarten. War für mich absolut lehrreich. Das Schwammtuch kommt da mal gar nicht gut weg und es wird auch begründet warum. Ich hab den neuen Nasenheiderverdunster in meinen Völkern (2 Völker da Neuimker) und bis jetzt sieht alles recht vernünftig aus. Falls aber Schwammtuchkritik hier nicht sein soll wegen Off-Topic, bitte entfernen.

    Carnica 2 Wirtschaftsvölker, Braunelle "Kaunertal" 2 Jungvölker, Heroldbeute Zandermaß,

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  • Hallo BernhardHeuvel,


    am besten schaust du dir das Video von Dirk Unger an, der erklärt es sehr gut und ausführlich. Ich versuche es mal etwas anzureissen.
    Das Schwammtuch hat seine Hauptschwäche darin das es die Verdunstungsmenge nicht regeln kann. Es ist absolut von der
    Außentemperatur abhängig. Das bedeuet z.B. wenn man Nachmittags die optimale Verdunstungstemperatur hat, gilt das nicht für Früh, Mittag, Abend und schon gar nicht für die Nachtzeit. Eine kontinuirliche Säureverdampfung/sättigung wäre aber das beste um eine möglichst erfolgreiche Varroabekämpfung zu erlangen. Dieses Problem der Temperaturabhängigkeit umgeht sowohl das Liebig- wie auch das Nasenheidersystem.

    Carnica 2 Wirtschaftsvölker, Braunelle "Kaunertal" 2 Jungvölker, Heroldbeute Zandermaß,

  • Hallo Kollegen,
    dieser "Nachteil" ist ja gerade der entscheidende Vorteil des Schwammtuchs.
    Wenn Du ein Schwammtuch um 18.00 Uhr einlegst, brauchst Du dir um die Verdunstungsmengen am nächsten Nachmittag keinen Kopf zu machen.Auch nicht um die Temperaturen.
    Das Prinzip heißt ja nicht umsonst Stoßbehandlung und nicht Langzeitverdunstung.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • ... Eine kontinuirliche Säureverdampfung/sättigung wäre aber das beste um eine möglichst erfolgreiche Varroabekämpfung zu erlangen. Dieses Problem der Temperaturabhängigkeit umgeht sowohl das Liebig- wie auch das Nasenheidersystem.


    Eine kontinuierliche Verdampfung ist doch gar nicht gewollt. In den ersten Stunden der Verdampfung macht es bums, danach wird doch kaum noch was verdampft. Mir egal, wie morgen das Wetter ist, für das Schwammtuch sind die ersten ~8 Stunden nach dem Einlegen die Entscheidenen. Habe auch schon über Nacht verdampft, als es tagsüber ~35 Grad waren.
    Das Schwammtuch ist dabei sehr flexibel.

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

  • Und das Ausschlaggebende: es kann nicht mehr verdampfen, als man draufträufelt. :daumen: Die maximale Dosis wird daher unter keinen Umständen überschritten. Eine etwaige zu niedrige Verdampfung wird sofort bemerkt, wenn das Tuch noch nass ist am nächsten Tag. (Was es bisher noch nie war.) Die mindestens dreimalige Wiederholung garantiert das Erwischen etwaiger überlebender Milben.

  • Das Schwammtuch hat seine Hauptschwäche darin das es die Verdunstungsmenge nicht regeln kann. Es ist absolut von der Außentemperatur abhängig.

    Wir wissen, daß das immer wieder so behauptet wird. Das Schwammtuch regelt seine Verdunstungsmenge dadurch, daß es nur jeweils 25ml AS mitbringt. Mehr kann folglich nicht verdunsten.


    Nehmen wir uns mal gedanklich den Nassenheider horizontal vor. Gehen wir von einer niedrigen Temepratur aus. Der Verdunstungsdocht - die Fläche - wird gleichmäßig mittig betropft und der Verdunstungsfleck nimmt an Große zu, weil wenig AS verdunstet. So soll das ja auch sein. Stellen wir uns nun vor, der Verdunstungsfleck seie angewachsen bis auf die Fläche eines Schwammtuches. Der Tropfdocht tropft jedoch weiter. Und die Temperatur steige. Jetzt machen wir bitte gedanklich einen fotomäßigen Schnappschuß. Auf dem Volk liegt jetzt also eine schwammtuchgroße Verdunstungsfläche auf, die dadurch erst kleiner wird indem die AS ins Volk hinein verdunstet. Die Fläche ist für die aktuelle Temperatur zu groß, denn die Regelung hängt nach und erfolgt über die Verdunstungsfläche, die erst dadurch abnimmt, daß sie halt verdunstet. Nun ein Blick zum Schwammtuch. Wo ist der Unterschied? Falls Ihr nun denkt: Es gibt keinen, doch: Es tropft nämlich keine weitere zusätzliche Säure darauf. Die Konzentration in Schwammtuch und Stock nimmt ab, genau wie in den Stunden in denn der Nassenheider leer wird und nichts mehr nachtropft. Das Dochtsystem des Nassenheiders dient nämlich gerade nicht dazu, die Verdunstungsmenge zu reduzieren, sondern ist gemacht, sie zu erhöhen, falls die Säure zu schlecht verdunstet. Wird es kalt wird der Fleck größer. Wird es warm ist er ja schon groß.


    Als weiterer Punkt seie mal die Innentemperturstabilität in einer Segeberger Kunststoffbeute angeführt. Ein Tankstellen-Frostüberwachungs-Thermometer mit nach innen verlegtem Außenfühler läßt hier staunen. Die Innentemperatur wird vom Brutstatus stärker beeinflußt als vom Wetter outside. Glaubt mir das nicht! Geht zur Tankstelle und meßt mal selber!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder