Beuten mit Bauschaum verstopft - 19 Völker tot

  • Also ich bin auch dafür, dass jeder Wanderimker sich vorher die Adressen der dort evtl lokal vorkommenden Standimker besorgt, dann diese vor der Anwanderung schriftlich, natürlich mind 3 Wochen (oder wahlweise 21 Tage) in 3 facher Ausführung (jeweils 1 Kopie anVerein und VetAmt) per Einschreiben kontaktiert und um Wandererlaubnis bittet.


    Leute Leute!


    Ich bin bisher noch nicht gewandert (nur mit Bienen umgezogen) aber was stellt ihr euch so vor?
    Der Wanderplatz soll in der Nähe der Tracht liegen, dann noch Bienengerecht (windgeschützt, Schatten etc) und Umweltgerecht: nicht am Schwimmbad, neben der Schule, 2m neben dem Radweg....
    Dann sollte man als Imker da auch noch mit PKW (oder Pritsche) mit Anhänger hinfahren können, bei Bedarf auch mit Bienen drauf auf den verregneten Feldwegen wieder weg...
    Dann noch vorher den Grundbesitzer ausfindig machen, den Pachtvertrag abwickeln und den AmtsVet kontaktieren.


    Wie um Himmels willen soll ich von z.B. Hessen aus alle möglichen Imker irgendwo in Sachsen oder im tiefsten Bayern ausfindig machen? An 5 Sonntagen hinfahren und die Lage auschecken?
    Über einen Verein? Und was ist dann mit Imkern, die nicht im Verein sind? Oder dort, wo der Verein selbst keine Ahnung hat, wer wann wo und wieviele seiner Völker irgendwo rumstehen hat?
    Ehrlich gesagt ist es doch schon ein Chaos, wenn jedes Jahr die Vereinsmitglieder ihre Völkerzahlen rechtzeitig zum 1. April nennen sollen, weil der Landesbeitrag und die Versicherungssumme errechnet werden muss.


    Ich hätte keine Probleme damit, wenn ein Imker seine Bienen 200m neben meinen Stand aufstellt. Es würde sich nichts ändern, wenn die Bienen 1km weiter weg wären. Ob die Bienen nun hier stehen oder 2 Felder weiter macht keinen Unterscheid, da Bienen ja bekanntlich fliegen können.


    Stefan



    Stefan

  • Ich finde auch, daß Wanderimker Verzeichnisse der Standimker führen sollten, damit sie sich dort anmelden können. Einfacherweise sollten sich die Standimker bei den Wanderimkern melden, wenn sie in ihrer Nähe mit bedeutender Tracht rechnen und zudem noch gut überwachte Standplätze zur Verfügung stellen können.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • In unserer Kleinstadt und im Umkreis soll es 40(!) Imker geben ... hat mir der BSV geflüstert. Einen Verein gibts hier nicht. Manche sind nicht mal beim VetAmt gemeldet.
    Wenn jetzt einer hier her Wandern möchte soll er die Imker alle fragen? Ganz ehrlich wie albern ist das denn?
    Und wenn man sich mal überlegt wie viel ein ha Phacelia z.B. an Nektar theoretisch abwirft braucht glaube ich keiner Futterneid haben (selbiges gilt für Linde oder Robinie). Das ist zwar alles theoretisch aber auch die Hälfte der Theorie wäre mehr als genug für jeden Imker.
    Irgendwie hat so eine Denke mMn was von "Ausländer nehmen uns die Arbeit weg" ... "Wanderimkerbienen nehmen uns den Nektar weg". Da kann man wirklich nur facepalmieren.

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"


  • ...würde eine hundert-/tausendvölkerfache Anwanderung in Tracht ... sich alleine schon vor dem Hintergrund der Krankheitsübertragung wie auch einer ausgewogenen (Pollen-)Versorgung der Völker bei meinem Selbstverständnis als Imker verbieten.

    Na dann verzichtest du halt auf Heide, Tanne, Robinie, Linde, Kornblume, Sonnenblume...Pollenmangel habe ich, ausser bei Tanne, noch nichts von gehört oder gesehen...




    ...alleine 100 Völker auf einem "Haufen" ...

    Irgendwie wiederholt sich dieses Angstschema ständig...Bienen können fliegen und wenn es um Kohlenhydratemangel geht, sind auch ein paar hundert Meter ein Klacks für sie. Also jedes Gebiet mit mehreren Imkern im Flugradius, selbst wenn es die besten und schönsten Standimker ohne jegliche Gewinnabsicht sind, kann schnell mal auf 100 Völker kommen.




    Ob es eine derartige Massentracht, insbesondere in den erforderlichen Zeitfenstern, gäbe

    Es gibt sie, doch da sind die Wanderimker sowieso...




    ...ob 100 oder 1000 nicht gefütterte, sehr wohl aber abgeschleuderte Völker mit schlimmstenfalls am Tage aufgesetzten, abgeschleuderten HR, es schaffen, sich gegenseitig und die Völker der Nachbar- / Standimker auszuräubern.

    Dieses Horrorszenario spielt sich in Deutschland nach der Ernte jeder Tracht in JEDER Imkerei ab, Jahr für Jahr!!!
    Ich erinnere nochmal an die alte Imkerweisheit, die sich aus dem ständigen Schuldzuschieben heraus entwickelt hat: "Jeder Räuberei geht eine Eselei des Imkers voraus."




    ...kann...mir hier aber gut vorstellen, dass mindestens immenser Streß in den Völker ausgelöst wird. Ob dieser in der betreffenden Phase des Bienenjahres so förderlich ist, ich bezweifle es ja.

    Die übliche Haltung der Bienen durch den Menschen im Allgemeinen löst bei den Immen immensen Stress aus. Im speziellen wäre der Stress für sie geringer, wenn sie eine Tracht in dieser betreffenden Phase des Bienenjahres vorfinden würden, womit wir wieder beim Wandern wären...

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Ähnlich praxisnah wurde übrigens woanders und zum Thema AFB bezüglich Meldung, Regelung und Nachweiserbringung etc. von Entmündigung gesprochen,
    jetzt wird Nachweispflicht gefordert
    - so ändert sich das subjektive Empfinden je nach Thematik.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Zitat

    Das Unglück ist, dass jeder denkt, der andere ist wie er,
    und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt.

    von olle Zille

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Den Tod der 19 Völker einem anderen Imker in die Schuhe zu schieben finde ich sehr vage.
    Einen Berufsimker als Täter würde ich ausschließen, denn erstens gibt es die nicht wie Sand am Meer und zweitens sollte bei diesem Berufsbild die Liebe zu den Tieren so ausgeprägt sein, dass sie zu solchen Taten nicht fähig sind. Ein Hobbyimker müsste schon an der Grenze von Schizophrenie sein, wenn er hier den Tod von so vielen Bienen wegen eines Hobbys, vom dem er finanziell nicht abhängig ist, in Kauf nimmt.


    Deshalb hört bitte auf, andere Kollegen als Täter anzunehmen.


    Bienendiebstähle sind hingegen sicherlich die Taten von Imkerkollegen.

  • Guten Morgen Franz,


    es ist ehrenwert dass du die Lanze für unsere Kollegen brichst, jedoch sprechen für mich ganz viele Indizien dafür dass es ein Imker war.
    Ich weiß das es spekulativ ist, aber dass es einen Wanderimker getroffen hat, dessen Kästen dort erst 2 Wochen standen, ist für mich schon mal ein Indiz. Dass in unmittelbarer Nähe ein Phacelia Feld war, was bei Imkern ja bekanntlich gewisse Begehrlichkeiten weckt ein weiteres.
    Der Durchschnittsvandale zündet Böller / Raketen im Flugloch, stößt Beuten um oder zündet welche an.
    Wenn jemand still und leise mit Bauschaum einen kompletten Stand vernichtet, weiß er was er macht.
    Entweder ist es ein Imker oder ein psychisch gestörter wie z.B. Der Baumhasser der In der Stadt Bäume angesägt hat.


    Kannst du wirklich deine Hand dafür in das Feuer legen, das es nicht einer diesen ewig gestrigen Imker war, der "seine" Phaceliaernte in Gefahr gesehen hat?
    Ich bin zwar eine Ecke jünger als du, aber das Leben hat mich gelernt, dass ich für niemanden meine Hand ins Feuer lege und wie auch schon geschrieben, wenn man hier einige Beiträge liest, erkennt man ja die offensichtliche Abneigung gegen Wanderimker.


    Nichts für ungut Franz und einen schönen Sonntag,


    Max

  • Moin zusammen!


    Ich denke mit

    Zitat

    Ich hab so langsam das Gefühl, daß hier Standimker ohne Probleme auf theoretischer Ebene Sachen diskutieren, die sie sich so vorstellen. Der Praxisbezug ist dabei deshalb nicht verloren gegangen, weil er nie bestand.


    hast du nicht Unrecht, Henry!
    Ich finde das Thema dem zum Trotz äußerst interessant für mich, weil so bzgl. einer für mich sehr spannenden Thematik Pros und Contras aufgeworfen werden. Worauf auch immer basierend.


    @ molle:

    Zitat

    Na dann verzichtest du halt auf Heide, Tanne, Robinie, Linde, Kornblume, Sonnenblume...Pollenmangel habe ich, ausser bei Tanne, noch nichts von gehört oder gesehen...


    Wäre es zur Nutzung einer der o.g. Trachten erforderlich, mich mit, ich wiederhole, 100ten bis 1000enden Völkern auf engstem Raum zusammenzudrängen, dann täte ich dies in der Tat! Vielleicht übertriebene Vorsicht, aber das ist meine Mentalität, zu der ich auch stehe. Wohlgemerkt, ich habe keinerlei kommerziellen Druck. Das sei fairerweise an dieser Stelle nochmal erwähnt.
    Ob und ab welcher Völkermassierung Pollenmangel außerhalb einer pollenspendenden Massentracht auftritt, das vermag ich i.d. Tat nicht einzuschätzen. Doch auch hier ist aus meiner Sicht Vorsicht besser als Nachsicht.


    Zitat

    Irgendwie wiederholt sich dieses Angstschema ständig...Bienen können fliegen und wenn es um Kohlenhydratemangel geht, sind auch ein paar hundert Meter ein Klacks für sie. Also jedes Gebiet mit mehreren Imkern im Flugradius, selbst wenn es die besten und schönsten Standimker ohne jegliche Gewinnabsicht sind, kann schnell mal auf 100 Völker kommen.


    Angst ist für meine Person in diesem Fall nicht unbedingt zutreffend, o.g. vielleicht als übermäßig anzusehende Vorsicht hingegen schon. Das im Flugradius des eigenen Standes durchaus in Summer mal schnell um die 100 Völker stehen ist klar, allerdings, und ja, jetzt werde ich spitzfindig, behaupte ich mal, dass es einen Unterschied macht ob diese Völker alle wirklich sehr zentral platziert sind oder ob sie sich im Flugradius des jeweils eigenen Standes verteilen. Denn so verlagern sich ja auch die jeweiligen Flugradien der anderen Stände und das Bienenaufkommen zieht sich über eine andere, sprich größere Fläche. Mit Blick auf unsere regionale Kulturlandschaft bei mir vor Ort kann ich mir im Übrigen bei wirklich großen Ständen auf einem Platz durchaus auch Pollenmangel vorstellen (schreibt ein Kleinstwanderimker mit nur theoretischen Vorstellungen diesbzgl. :wink:).
    In "meinem" Flugradius stehen übrigens bestimmt um die 100 allein mir bekannte Völker mir bekannter Imker und dennoch ist alles im Lot :daumen:.


    Zitat

    Dieses Horrorszenario spielt sich in Deutschland nach der Ernte jeder Tracht in JEDER Imkerei ab, Jahr für Jahr!!!
    Ich erinnere nochmal an die alte Imkerweisheit, die sich aus dem ständigen Schuldzuschieben heraus entwickelt hat: "Jeder Räuberei geht eine Eselei des Imkers voraus."


    Was möchtest du mir damit jetzt sagen? Das nach jeder Ernte jeder TRacht im Jahr im Anschluß Räuberei ausbricht?! Sei so gut und erläuter`es mir bitte mal, vielleicht stehe ich gedanklich grad`auch nur auf dem Schlauch.


    Zitat

    Die übliche Haltung der Bienen durch den Menschen im Allgemeinen löst bei den Immen immensen Stress aus. Im speziellen wäre der Stress für sie geringer, wenn sie eine Tracht in dieser betreffenden Phase des Bienenjahres vorfinden würden, womit wir wieder beim Wandern wären...


    Auch hier würde mir eine kurze Erläuterung evtl. beim Verständnis helfen...:oops:


    Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!


  • Ich finde das Thema dem zum Trotz äußerst interessant für mich, weil so bzgl. einer für mich sehr spannenden Thematik Pros und Contras aufgeworfen werden.

    :daumen:




    das ist meine Mentalität, zu der ich auch stehe.

    :daumen:




    als übermäßig anzusehende Vorsicht hingegen schon.

    :daumen:




    In "meinem" Flugradius stehen übrigens bestimmt um die 100 allein mir bekannte Völker mir bekannter Imker und dennoch ist alles im Lot

    Dann sind wir uns ja einig, da das genau mein Reden ist...und du kennst garantiert nicht alle Imker :cool:




    Das nach jeder Ernte jeder TRacht...

    ...durch das Aufsetzen geschleuderter HR lt. Deiner Ausführungen immenser Stress ausgelöst wird.




    Auch hier würde mir eine kurze Erläuterung...

    Keine Tracht -> Räuberei -> Stress
    alternativ zur selben Zeit durch Wanderung: Tracht -> keine Räuberei -> kein Stress

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Ich hab so langsam das Gefühl, daß hier Standimker ohne Probleme auf theoretischer Ebene Sachen diskutieren, die sie sich so vorstellen. Der Praxisbezug ist dabei deshalb nicht verloren gegangen, weil er nie bestand.


    Nur mal eine kurze Nachfrage, weil ich es nicht verstehen kann, dass man sich seine Argumente nach belieben hinbiegt oder, wenn das wirklich nicht zutreffen sollte, auf jeden Fall nicht gründlich liest :


    Bist du mal so nett und zählst die Standimker auf, die hier ohne Praxisbezug diskutieren ?



    mfg
    hartmut


    PS. : Mich, der diese Richtung der Diskussion entfacht hat, musst Du, wie ich mehrfach betont habe, dabei herausnehmen, denn ich bin intensiver Wanderimker !