TBE - Königin ziehen

  • :daumen:
    Ich liebe die Bienenphysiologie und besonders die Untersuchungen zu Lebensdauer, Plastizität, Winterbienenentstehung, Hormonhaushalt und Überwinterung etc.:p


    Klar überwintern Baubienen aber nicht als Baubienen. Alles, was jetzt Baubiene ist oder noch wird im August, ist schnell ex und hopp.
    Wer jetzt bei der TBE baut, das sind die aktuellen Sommerbienen. Stichwort Plastizität. Wachdrüsenaktivierung ist nicht das Ding für ein Volk. Im Falle des Altvolkes. Im Falle der Brutscheune ist das von der Alterstruktur her sowieso kein Problem, da wird eher der Überschuss noch frühzeitig zum Sammeln abgezogen.


    Winterbienen sind Alleskönner als langlebige Reservebienen, die aber erst mal gar nichts machen außer sich vollfressen und den Reservekörper bilden. Sie starten ihren Zyklus erst sehr, sehr viel später und durchlaufen dann viel langsamer genau die Stadien, die die Sommerbienen aktuell im Vergleich sozusagen eher durchhecheln. Dabei pflegen sie, und später werden sie dann auch zu Baubienen.
    Immer. Und in jedem überwinterten Volk ist das so. Wenn genügend gesunde Winterbienen erbrütet werden können, dann ist für den Bau im Frühjahr automatisch gesorgt.
    Winterbienen also.
    Der Begriff "überwinternde Baubienen" ist somit eigentlich nichts Neues sondern eine normale und notwendige Erscheinung.
    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Eine TBE um diese Zeit ist nichts anderes als ein KS


    Bildest Du die Kunstschwärme mit Bienen aus nur einem Volk? Das ist aber nicht gerade die gute fachliche Praxis. Daß es erhebliche Unterschiede zwischen Kunstschwarm und Totaler Brutentnahme gibt, ist unzweifelhaft. Da gehört schon eine Portion Blindheit dazu, diese zwei Konstrukte als ebenwertig anzusetzen.


    ich bin sicher, auch Du nicht. Im besten Fall hast Du das irged wo gelesen.


    Das ist schon eine ziemlich kackendreiste Behauptung, die Du da in den Raum trompetest. Du vergisst wohl, daß ich nach Warré sehr spät im Jahr geerntet habe? Mehr an Argumenten kannst Du nicht bringen? Und wo Luffi da eine "Erklärung" in deinem Gegeifer sieht, kann ich nicht nachvollziehen? Meint ihr, nur weil man Bienen zum Wachsschwitzen zwingen kann, zu jedem Zeitpunkt, daß eine Sommerbienenbaubiene ebenwertig mit einer Winterbienenbaubiene ist?


    Da vergleicht man wohl Äpfel und Birnen. Das Augenfälligste ist ja wohl die Lebensdauer der Winterbienen. Und woher kommt die lange Lebensdauer? Stirbt eine Baubiene, die nach der Bildung zur Winterbiene zur Baubiene wurde?


    http://www.agroscope.admin.ch/imkerei/00000/index.html?download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDeHt3fGym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--&lang=de


    Und am Ende denkt wieder irgend ein Anfänger, das es besser ist zu warten mit dem bauen lassen und lieber im September oder Oktober das zu machen, weil Bernhard das vorschlägt.


    Das ist nicht anzunehmen, da ich deutlich gesagt habe: (siehe oben)


    1) Brutentnahme drei Wochen vor Trachtende. (wiederholt)
    2) Brutentnahme geschieht zur Varroabehandlung - muß daher frühzeitig zum Trachtschluss erfolgen.
    3) Kunstgriffe (Katastrophen) sollen vor der Bildungszeit der Winterbienen (August-September) abgeschlossen sein.


    Hingegen erwecken dein Handeln und deine Aussagen den Eindruck, als wäre eine Brutentnahme zum jetzigen Zeitpunkt völlig in Ordnung. "Mache ich auch so", "kein Problem", "ist wie ein Kunstschwarm" usw.


    Das aber ist ein schlechter Rat. Ich kann nur davon abraten. Völker, die ich bis dato nicht per Brutentnahme behandelt habe, kriegen eine Ameisensäurenbehandlung oder werden aufgelöst und als echter Kunstschwarm verarbeitet, gebildet aus mehreren Völkern.


    Das richtige Mittel zur richtigen Zeit.

  • Mein Trachtende liegt in der zweiten Septemberwoche...

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Also noch einmal und dann bin ich weg denn eine Einigung werden wir nicht erreichen, ist aber auch nicht wichtig.


    Du stellst Behauptungen in den Raum, von denen Du erwartest, das sie einfach so als die einzige Wahrheit angenommen werden und wenn jemand das anzweifelt, dann ist das "kackendreist", wie Du es nennst.
    Ich hab einfach andere Erfahrungen gemacht und das schon über mehrere Jahre, kannst Du das nicht annehmen?


    Wie definierst Du Trachtende?
    Nur weil bei Dir die Tracht angenommen Anfang Juli endet, heißt das nicht das das überall so ist. Ich hatte letztes Jahr Melitracht bis in die zweite Augustwoche. Die Völker waren so verhonigt das ich den Großteil abehren MUSSTE. Da die Tracht sehr spät eingesetzt hatte, hab ich etwa Mitte Juli schon einen Teil abgekehrt, da ich nicht mehr damit gerechnet hatte, das noch was kommt.
    Das heißt, ich hab mitte Juli einen Teil und einen anderen Teil noch später in der letzten Augustwoche abgekehrt.
    Ergebnis heuer im Frühjahr: Kein einziges Volk verloren. Ich hab welche abgegeben.


    Und das mit 2 Wochen vor Trachtende wird meines Wissens nach geraten weil dann mit Fangwabe gearbeitet werden kann, noch vermehrt Tracht rein kommt und keine Räuberei auftritt, somit das Arbeiten angenehmer ist.


    Und ja, ich bilde KS auch aus nur einem Volk, manchmal aus 2, oder auch aus mehr, je nachdem wie es sich ausgeht bei der Honigernte mit der Bienenflucht, aus Mini Plus oder anderen Kästen in denen ich Kö parke und die geschröpft werden müssen.
    Ob das "gute fachlicht Praxis" ist ist mir wurscht, glaub mir das. Nachteile hatte ich noch nicht beobachtet.


    So, das wars. Mach Du was Du für richtig hältst und ich mach meins. Mich nervt die Sache inzwischen etwas.

  • Hallo Bernhard.


    Was'n los mit dir.
    Warum bist du denn so stinkig.
    [emoji109]


    Ich habe dem Günther deswegen Recht gegeben, weil auch ich dieselben Erfahrungen mit Spättrachten habe. Letzte KS aus mehreren Völkern hatte ich erst Ende August gebildet. Das waren die ausgelaufenen BW der Brutscheune aus der TBE.


    Und ob die TBE nun 2 Wochen vor Trachtende gemacht wurde oder nicht.
    Wichtig ist es, das diese TBE Völker genügend Bienenmasse haben.
    Damit meine ich nicht den 0815 KS mit 2 kg, sondern einen KS, den man entsprechend der Jahreszeit entsprechend groß machen muss. Ich sage mal angepasst!


    Sowas funktioniert, aber:
    Das werden keine "Brechervölker" mehr für die frühe Frühtracht (z.B. Weide oder Kirsche).
    Es sei denn du machst die KS so dermaßen groß, dass diese ganz späten KS gleich vom Start weg jede Menge Brut und damit Winterbienen erbrüten können. Und noch ein Trick:


    Gleich ausgebaute und schon bebrütete Leerwaben dazu nehmen und auch gleich 2 Futterwaben und 2 Pollenwaben je Zarge jeweils außen an den Rand links und rechts.


    Und zur Größe des KS:


    Er sollte 2 Zargen 10er Zanderkisten umfassen.


    Und es ist mir eigentlich egal, was das für spezielle Bienen sind: Winterbaubienen oder Winterfaulenzerbienen oder auch Winterstockwachenbienen. Hauptsache Winterbienen.


    Und es muss noch gut Pollen geben.


    Das funzzt.
    Angepasster KS!


    Also Bernhard bleib locker, so richtig schlecht drauf steht dir doch gar nicht!
    [emoji56] [emoji259]

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Daß es erhebliche Unterschiede zwischen Kunstschwarm und Totaler Brutentnahme gibt, ist unzweifelhaft.


    Sorry, aber als Anfänger (wir sind ja hier in der Anfänger-Abteilung, oder?) stehe ich hier wohl etwas auf dem Schlauch.


    Sowohl die Brutbefreite Einheit kann man ja aus einem oder auch aus mehreren Völkern bilden - ebenso wie einen KS.


    Und in beiden Fällen kann man sowohl die eigene Königin als auch eine neue verwenden.


    Der einzige nennenswerte Unterschied ist doch das, was zurückbleibt: Brutscheune oder weitestgehend intaktes Altvolk.


    Was sind diese "erheblichen Unterschiede"?

  • Hallo,
    Ein KS wird üblicherweise aus mehreren Völkern erstellt. Klassisch wäre nach der Ernte dazu betont Jungbienen aus den HR zu verwenden, die schon unter den Bienenfluchten sitzen.
    Man kann KS auch aus einem Volk aus abgefegten Bienen erstellen. Da wären dann auch mehr Flug- und Altbienen mit dabei. Kellerhaft und neuer Stand vorausgesetzt.


    Bei der TBE ergibt sich eunmal ein Volksteil aus allen Flugbienen zusammen mit den großteils abgeschlagenen Bienen von den Brutwaben also auch jungen. Dieser Teil entspricht etwa einer Kombination aus KS plus Flugling sozusagen und hat im Verlauf aufgrund der fehlenden Brut und der Notwendigkeit des Neubaues eine Brutlücke, bekommt versetzt also einen "Knick".
    Zum Bauen werden hier die ohnehin vorhandenen Baubienen und auch neue aus den anderen Kasten rekrutiert.
    Teil 2 enthält Pflegebienen, also Junge, und ALLE Brut, die die nächsten Wochen für ständigen Nachschub an schlüpfenden Jungbienen sorgt. Nach 1 Woche gibt es nix mehr zu pflegen. Klassischerweise enthält der Teil keine Königin, zieht nach oder wird weisellos gehalten. Flugbienen entstehen schnell auch aus den jungen. Stichwort Plastizität. Zu pflegen und zu Bauen gibts ja nichts.
    Weisellos bauen sie schlecht bis gar nicht.
    Nach Schlupf aller kann man daraus KS erstellen. Auch mehrere je nach Masse. Oder man setzt sie mit hrer neuen jungen auf frisches Wabenwerk/MW. Füttert und ab gehts.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo zusammen,


    ich habe bei meinen Völkern eine totale Brutentnahme durchgeführt und wollte gleich umweiseln, so habe ich den Flugling eine schlüpfreife WZ oder eine frischgeschlüpfte Kö gegeben.
    Die Jungkö sind mittlerweile 10 Tage alt und ich kann so gut beobachten, dass solche Völker gar nicht mehr fleißig sammeln! Springkraut ist in massen da, aber nur Völker mit Brut und begatten Kö sammeln weiter.


    Deshalb zweifle ich gerade an der Aussage, dass die Entnahme von Brut 2 Wochen vor Trachtende zu mehr Ertrag führt, da die sammeleifer ohne Brut nach meiner momentannen Beobachtungen stark nachlässt


    Es ist echt krass zu beobachten, wie Völker mit Brut Massen an Pollen und Nektar von der Goldrute und Springkraut schleppen, während die stärkeren Völker mit all den Flugbienen und den Jungkö rumfaulenzen!


    Ich hoffe, dass mit der ersten Brut vermehrt gesammelt wird, sonst verpassen die Bienen jede Menge Pollen vom Springkraut, was ja schade ist.


    Ich werde später, wenn das neue Brutnest der jungen Kö schon in den frischen Waben entstanden ist, mit ausgebauten ältern Waben am Rand verstärken. vielleicht sammeln sie mehr, wenn mehr leere Zellen vorhanden sind. Wenn ich aber gleich bebrütete Waben am Rand gebe, würde die Jungkö bestimmt dort anfangen zu stiften und das wäre suboptimal.


    Lg Salsero

  • :roll:
    Mannmannmann, muß man dazu wirklich was sagen ? Nö, hast dir ja die Antwort eigentlich auch selbst gegeben

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • dass solche Völker gar nicht mehr fleißig sammeln! Springkraut ist in massen da, aber nur Völker mit Brut und begatten Kö sammeln weiter.


    Hallo Salsero, was du gemacht hast, sind keine Völker, sondern Bienen mit Königin. Du hast versucht einen Kunstschwarm zu machen, was dir aber mit deiner Methode nicht gehlückt ist.
    Ein Kunstschwarm sitzt mindestens 48 Stunden mit der neuen Königin im Keller, damit die Bienen sich als Schwarm fühlen.
    Bis bald
    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Hallo Molle und Marcus,


    da ich keine begatte Kö zu damaliger Zeit hatte, müssten unbegatte rein. Mit Kellerhaft wäre besser gewesen, aber die Honigräume waren ja noch drauf und der Honig sollte noch etwa trockner werden.


    Nun weiß ich das ja selber, dass es nicht optimal war, aber deswegen berichte ich hier drüber, vielleicht verschont der Bericht den einen oder anderen Nichtwissenden wie mich vor 2 Wochen :D


    Mich hat's aber trotzdem überrascht, denn so krass habe ich es mir nicht vorgestellt!


    Meint ihr, dass nach einer TBE mit der alten Kö ohne Brut die Sammeleifer ungebremst weiter geht? Ich zweifle dran. Können die Profi-TBEer was dazu sagen?

  • Hallo Salsero,
    du imkerst mit Dadant ? Hast du mal meine Betriebsweise von Br. Adam gelesen ? Steht dort ein Wort von umweiseln im Juli mit unbegatteten Kö ? Steht da nicht etwas drin, dass die Kö reif sein muss ?
    Schreibt Günther Ries nicht, man sollte aufpassen, dass sich die alte Kö nicht bei dem anlegen vom neuen Brutnest zu sehr verausgabt und man immer neue Kö für diesen Fall auf Ersatz haben sollte.
    Wann denkst du denn, dass die neue Königin richtig in Schwung ist, damit viele Winterbienen erbrütet werden können ?
    Kommt die neue Königin überhaupt in dieser Jahreszeit in Schwung, weil es schon weniger Drohnen als im Juni gibt ?
    Wenn man seit 2011 imkert, ist man nicht mehr unwissend, zudem ist es keine Schande hier im Forum mal zu fragen.
    Ich hoffe für deine Bienen, dass sie den "Kunstgriff" bis 2015 überleben.


    Bis bald
    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401