Varroa Behandlung in nachschaffendem Volk. Guter Zeitpunkt ?

  • Hallo,


    ich habe folgendes Problem, vor 10 Tagen habe ich mehrere Völker umgeweiselt ( Stichwort : Böse Stecher), gestern habe ich zum 1. Mal nachgeschaut, wie es funktioniert hat. Kurz um recht gut, bis auf ein Volk, keine ( neue ) Königin drin, dafür reichlich Nachschaffungszelle.
    Ich habe nun gestern ohnehin die Honigräume abgenommen und mit der 1. Sirupfütterung begonnen und wollte eigentlich in der nächsten Woche, wenn ich ca5-6kg eingefüttert habe mit der Varroabehandlung starten. Hierzu verwende ich das Nassheider Prof. System.
    Meine Frage ist nun ob es sinnvoll ist, ein nachschaffendes Volk jetzt zu behandeln, oder ob ich damit die noch nicht einmal geschlüpfte Königin geschweige denn begattete Königin schädige.
    Wenn ich mich nun aber entschliesse, dieses Volk zunächst auszuschliessen und später zu behandeln , also in ca. 3 Wochen wenn die Neue dann hoffentlich in Eiablage ist, laufe ich dann nicht Gefahr dass die anderen Völker am Stand sich wieder rasch eine hohen Milbenlast aufbauen. Muss ich deshalb die Behandlung insgesamt von allen Völkern verschieben ?
    Die Zählung des Milbenfalls hat aktuell zwischen 3- 8 Milben pro Tag gezeigt, bei einem Volk waren es 10.
    Einen anderen Platz um das nachschaffende Volk zu verstellen habe ich leider nicht.


    Liebe Grüsse und sonnigen Sonntag wünscht Honigbrot

  • Mit der Behandlung in ca einer Woche gehst du ein hohes Risiko ein, alle neuen Königinnen zu gefährden. Es ist ja noch nicht einmal eigene Brut geschlüpft, geschweige denn die Altbienen, die zudem noch aggressiv sind, sind abgestorben.
    Guter Rat ist hier gefragt. Kann dir allerdings keinen geben.Nur den, die Behandlung zu verschieben. Beim Auswechseln der Königin fallen ohnehin erhöht Milben (Jungels, 2000). Warum, weiss niemand.

  • Moin Honigbrot!


    Ich schließe mich Bernhard an: Wenn keine begattete Königin jetzt zur Verfügung steht und du zuvor evtl. eine erste Behandlung machen könntest (AS-SChwammtuch böte sich ob der kurzen Dauer an), dann macht es keinen Sinn, dieses weisellose Volk weiter durchzuziehen.
    Weil: Lange Brutpause, "dank" der dir die Bienen, die zur Winterbienenaufzucht erforderlich wären, fehlen, oder: (Zu) späte Behandlung, zuvor ebenfalls recht lange Brutpause, bis die möglicherweise richtig begattete Königin vom Begattungsflug zurückkehrt und legt (erste neue Arbeitsbienen also frühestens 21 Tage später).
    Dadurch eine vermeidbar hohe Varroenlast im Volk und insbesondere in den ersten Brutzellen der neuen Königin, wodurch mindervitale Jungbienen fast vorprogrammiert sind=negative Auswirkungen auf die Winterbienenaufzucht. Weiterhin müsste das Volk im Anschluß ja doch behandelt werden, was ebenfalls eine Belastung dessen, was dann noch übrig wäre, bedeuten würde.
    Indem du auflöst, nutzt du die jetzt zur Verfügung stehende, relativ unverbrauchte Bienenmasse so sinnvoll wie möglich, indem sie in den anderen Völkern mitarbeiten kann. Alternativ siechen sie ziemlich sicher dahin und arbeiten sich schlussendlich schlimmstenfalls an irgendeiner Drohnenbrut ab. Das was du da dann im Anschluß abkehrst...nunja, wäre schad`drum.


    Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Optional habe ich noch ein Volk in einem Schaukasten, den ich ohnehin jetzt auflösen werde. Es sitzt auf 2 Dadantbrutraumwaben und 2 Dadanthonigraumwabe.
    Dann würde ich die Weiselzellen in dem nachschaffendem Volk brechen, den Inhalt des Schaukastens in eine
    Zarge setzen und diese dem weiselosen Volk aufsetzen ( oder untersetzen ?).
    Wie lang sollte man zwischen dem Brechen der Nachschaffungszelle und dem Aufsetzen idealerweise warten ?


    Liebe Grüsse Honigbrot

  • Hallo Honigbrot,


    da du die Zeiten ziemlich genau kennst, habe ich noch eine Alternatividee. Betrachte das umweiselnde Volk als sehr großen Brutableger. Durch das Umweiseln ergibt sich ja wie beim Brutableger eine Brutlücke und damit ein nahezu brutfreies Volk. Wenn du diesen Moment abpasst, und mit Milchsäure behandelst, solltest du die Varroalast auch ohne den Einsatz von Ameisensäure deutlich senken können, bei wesentlich geringerer Schädigung von Bienen und junger Königin.
    Aber Vorsicht, angesichts der Altbienen im Volk, ist eine Milchsäurebehandlung um diese Jahreszeit, sicherlich nur mit Schutzkleidung zu machen.


    Gruß
    Ludger