Sommerernte, rühren, Rapido, Fragen ;)

  • Hey Leute,


    habe heute den Sommerhonig meiner drei Völker geschleudert.


    Nun habe ich eine Frage bezüglich des Rührens.


    Bei meiner Frühjahrsernte (viel Raps) hab ich das so gemacht: Stehen gelassen, bis er kristalisiert ist, aufgetaut, gerührt, abgefüllt.


    Wie läuft das nun bei der Sommerernte? Dem Geschmack und der Farbe nach ist ziemlich viel Wald mit dabei, er ist zumindest sehr dunkel und schmeckt ziemlich würzig.
    Wird der überhaupt in absehbarer Zeit fest?
    Soll ich ihn mit einem Glas aus der Frühjahrsernte animpfen? Wenn ja, wie dann weiter verfahren?


    Ich habe letztes Jahr, als ich noch keine eigenen Bienen hatte einen 40 kg Hobbok Sommerhonig gekauft. Dieser war bis er komplett aufgebraucht wurde (vor 3 Wochen) noch komplett flüssig.


    Würde mich über eure Anregungen freuen.


    Danke!


    Gruß
    Specki

    Wir seh'n die Menschen um uns herum, viele krank und furchtbar dumm. Reden viel von Intellekt, doch der Natur zoll'n sie keinen Respekt. [XIV Dark Centuries]

  • Moinsen!


    Da mich ähnliche Fragen umtreiben, hänge ich mal kurz mit rein: Gibt es ne grobe Richtung oder Faustformel, mit wieviel kandiertem Honig man impfen soll? Hintergrund: Ich habe vor 2 Wochen ca. 25kg Sommerhonig mit 500g Rapshonig geimpft, kann aber noch keine Anzeichen von Kristallisation erkennen. War des evtl. zu wenig? :confused:

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

  • Ich habe dieses Jahr auch herrlich flüssigen Honig geerntet im Sommer und hoffe, dass der lange so bleibt. Festen und cremigen Honig habe ich genug, der Rapsfelder wegen.


    Deswegen: Bei der Frage: [B]Was soll ich tun? [/B]musst Du auch immer das Ziel mit nennen, dass Du erreichen willst. Soll er flüssig, cremig, streichfest, kristallisiert sein (alles das findet seine Abnehmer)?


    Nach von der Ohe ist jeder Bearbeitungsschritt eine mögliche Beeinträchtigung der Honigqualität...

  • ....musst Du auch immer das Ziel mit nennen, dass Du erreichen willst.


    Mein Ziel ist eigentlich nur, dass der Honig nicht irgendwann grob auskristallisiert, wenn ich den jetzt flüssig abfülle.
    Hatte irgendwo mal gelesen, dass das nach einigen Monaten passiert und man das nur verhindern kann, wenn man im Vorwege eine Kristallisation einleitet und diesen Vorgang mittels Rühren auf einen bestimmten Status Quo einstellt.
    Von mir aus kann er gerne so flüssig bleiben, wie er ist (wenn er es denn tut). :wink:


    Und 3 zu 1 mischen kommt gar nicht in Frage - dann müsste ich den ja Sommerhonig mit hohem Rapsanteil nennen :p

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

  • Haha, ich stimme dem letzten Beitrag von Kuden-Imker mal voll und ganz zu ^^
    Würde ihn auch gerne so flüssig lassen. Möchte halt nicht, dass er anfängt grob zu Kristalisieren in den nächsten Wochen/Monaten.


    Ist ja mein erster jahr, drum kann ich das jetzt nicht so beurteilen, ob er denn auch lange so flüssig bleibt.


    Was sagt da eure Erfahrung?


    Gruß
    Specki

    Wir seh'n die Menschen um uns herum, viele krank und furchtbar dumm. Reden viel von Intellekt, doch der Natur zoll'n sie keinen Respekt. [XIV Dark Centuries]

  • Das Verhältnis ist nicht 3 zu 1, sondern eher 30 zu 1 (im aktuellen Bienenjournal wird 25 zu 1 empfohlen). Es geht ja lediglich darum, ausreichend Kristallisationskeime in den flüssigen Honig zu bringen.
    Ohne grobe Kristalle kristallisiert der Honig aus, wenn er gerührt wird, sobald er anfängt sich einzutrüben. Dann rührt man am besten bis er merklich eindickt. Ich lasse ihn deswegen solange im Hobbock, bis die Eintrübung beginnt. Ich benutzte Edelstahlhobbocks mit Silikondichtung im Deckel, da kann er unbesorgt auch länger lagern.
    Das Auftauen ist für die Honigqualität nicht optimal. Ein aufgetauter Honig bleibt aber flüssiger.
    Wenn er Dir nach der o.g. Methode zu fest wird, kannst Du ihn ja immer noch verflüssigen. Das geht auch im Glas sehr gut.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Hallo Specki,


    ich würde Honig nie auftauen, ist auch in meinen Augen immer eine Wertminderung- selbst animpfen empfinde ich als Verfälschung. Wann der Honig fest wird, kann Dir keiner sagen, weiß ja letztendlich keiner, was drin ist! Außerdem hängt die Kristallisation auch von der Umgebungstemperatur ab. Ich würde genau wie Wolfgang warten, bis die Eintrübung anfängt, dann rühren, dann abfüllen. Für den Eigenverbrauch kannst Du Dir ja immer frisch von dem noch flüssigen Honig abzapfen.

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • Hmmm, gibts denn garkeine Erfahrungswerte was den Sommerhonig angeht?


    Oder was macht ihr? Füllt ihr direkt ab oder wartet ihr, bis er anfängt zu kristalisieren?


    Wär halt doof, wenn ich den jetzt im Hobbok lasse und der bleibt ein Jahr lang flüssig. Dann hätte ich ihn auch gleich abfüllen können.
    Wenn er aber in den nächsten Wochen fest wird, dann lasse ich ihn lieber noch im Hobbok und warte das ab.


    Wie handhabt ihr das mit der Sommertracht?


    Gruß
    Specki

    Wir seh'n die Menschen um uns herum, viele krank und furchtbar dumm. Reden viel von Intellekt, doch der Natur zoll'n sie keinen Respekt. [XIV Dark Centuries]

  • Hm,


    meine Kunden wollen gar keinen flüssigen Honig (bis auf ein paar Ausnahmen). Fein-cremig ist gefragt.
    Es heißt ja, dass Sommerhonig wesentlich längre braucht als Frühtracht. Ich habe für einen Hobbock mit ca 35 kg Honig gut 500 g Frühtrachthonig zum impfen genommen. Am nächsten Tag angefangen zu rühren (das war am Montag), morgen oder übermorgen wird abgefüllt.

  • So, habe mich entschieden.


    Werde es folgendermaßen machen:
    Die 24 kg Sommerhonig aufteilen in 2 x 12 kg.
    12 kg direkt, flüssig abfüllen.
    12 kg mit einem Glas Frühtracht impfen und dann rühren, wenn er anfängt zu kristalisieren.


    Somit sammle ich an Erfahrung in meinem ersten Jahr und kann den Kunden etwas Abwechslung bieten :)


    Gruß
    Specki

    Wir seh'n die Menschen um uns herum, viele krank und furchtbar dumm. Reden viel von Intellekt, doch der Natur zoll'n sie keinen Respekt. [XIV Dark Centuries]

  • Ich habe ähnlichen Honig, Wassergehalt um 17%. Um einen 40kg-Hobbock cremig zu bekommen, habe ich mit 500g breiig kristallisiertem Honig geimpft und anschließend immer wieder gerührt. Keinen hart kristallisierten Honig verwenden, der macht hässliche Brocken! Nach ca. 2 Wochen war der geimpfte Honig deutlich getrübt und ich habe ihn abgefüllt. Noch ist er dickflüssig. Eine in den Kühlschrank gestellte Probe aber ist nach 1 Woche steif gewesen.
    In anderen Hobbocks, wo der Honig nicht geimpft wurde, ist er flüssig geblieben. 500g auf einen Hobbock sind also ausreichend. Wahrscheinlich spielt aber auch der Wassergehalt eine Rolle: Je trockener, umso leichter lässt sich über Impfen die Kristallisation einleiten.


    Gruß Ralph

  • Hallo Specki,


    wie und wann Dein Honig kristallisiert, das wird Dir hier kein Mensch sagen können, das sind leider nun mal Erfahrungswerte, Du weißt noch nicht, was Du da drin hast und wie es läuft. Es kann sein, dass Du wartest bis fast zum St. Nimmerleinstag und der bleibt schön flüssig. Es kann aber auch sein, dass er nach einigen Wochen doofe, grobe Kristalle bevorzugt am Boden absetzt. Wenn der Kundenkreis kein großer ist, dann hast Du den im Glas so stehen. Wenn die Kunden den so aus dem Schrank nehmen zu Hause, ist das aber auch nicht besser. Und er kristallisiert dann leider weiter - jedoch unschön: grob und auch evtl steinhart, Entmischen geht leider auch. Und das wieder auftauen klappt nicht immer zufriedenstellend.


    Zum Thema Animpfen:


    Man braucht überhaupt kein riesen Theater machen, und vor allem: klassisch Animpfen heißt: man braucht NICHT mehr Rühren!!


    Also: In "Das große Honigbuch" wird angegeben, dass der flüssige Honig mit 6-10% eines fein-kristallin-cremigen Honigs angeimpft wird, dieser kann evtl. ein wenig erwärmt werden, damit er geschmeidiger wird (damit sind 25-10° gemeint, nicht auftauen!)
    Die Menge wird sehr gründlich in den zu Impfenden Honig eingerührt, alles wird gut durchmischt.


    Und dann ist`s gut! Dann füllt man den ab. Die richtige Konsistenz hat er erst nach ca. 2 Wochen Stehzeit im Glas. Aber er wird feincremig, nicht grob und nicht fest.
    Ich schwör`s:daumen:
    Weil ich hab das schon öfter so gemacht.
    Wenn man feincremigen eigenen Honig hat, dann finde ich das auch nicht verfälschend. Man beschleunigt nur den Vorgang, auf den man sonst wartet und wobei man über einen langen Zeitraum rühren muss, um das Ergebnis hinzukriegen. bzw. terminiert man diesen! z.B., wenn der flüssige Honig im Hobbok steht, man aber in Urlaub will oder einfach die Nase voll hat vom Warten oder die Kundschaft schon vor der Türe scharrt :lol:


    Nimmt man zu wenig Impfhonig oder welchen, der grob ist, dann setzt man zu wenig Kristllisationskeime im Verhältnis zur Menge zu oder eben zu große Ausgangskeime. Dann wird das Ergebnis auch nicht unbedingt feincremig.
    So wie oben beschrieben klappt das aber!


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper