Schnappschüsse Königinnenvermehrung

  • Das ist dann eben eine sehr schöne "dunkle Biene", sieht aber auch sehr gut aus, "die Dunkle" oder "Carnica"?

    Ein bisschen mehr Wärme bei der Aufzucht, und sie wär heller, größer, aber auch besser?

    Besser für wen? Für die Bienen und ihr Überleben in der Natur? Wohl eher für den Imker, der alle 1 bis 2 Jahre sowieso die ausgepowerten Königinnen austauscht, da funktionierts, prima.


    Ich frag mich gerade, wenn ich meine Brutbox auf 35,1°C statt 35,0°C temperiere, ob das wirklich bessere Königinnen hervorbringt. Sie werden größer und heller, aber wenn das wirklich vorteilhaft wäre, warum haben die Bienen nicht mit ihrer langen Evolution schon längst ihre Brutnest Temperatrur um ein Zehntel erhöht ?

    Na gut, Broiler oder Hybrid-Legehennen wären auch nicht durch Evolution entstanden...


    Irgendwo muß da der Haken sein, und ich vermute mal das ist die Langlebigkeit.

    Nur so ein Gedanke.

  • Ein bisschen mehr Wärme bei der Aufzucht, und sie wär heller, größer, aber auch besser?

    Besser für wen? Für die Bienen und ihr Überleben in der Natur?

    Warum Wärme ein wichtiger Faktor bei der Aufzucht von Bienen ist, kannst Du bei den Veröffentlichungen von Professor Tautz und anderen Forschern zum Thema Wärme und Bienen nachlesen. Hier etwas populistisch geschrieben: http://www.wissenschaft.de/archiv/-/journal_content/56/12054/1600845/Wer-kalt-aufwächst,-bleibt-dumm/


    Wohl eher für den Imker, der alle 1 bis 2 Jahre sowieso die ausgepowerten Königinnen austauscht, da funktionierts, prima.

    Die Langlebigkeit einer Königin ist wohl in erster Linie davon abhängig, wie gut ihre Eischläuche und ihre Spermatheka entwickelt sind und wie viel Samenvorrat sie darin beherbergt.


    Ob es da von Nachteil ist, einen voll entwickelten Körper zu besitzen und besonders weit beim Begattungsflug fliegen zu können?


    Na gut, Broiler oder Hybrid-Legehennen wären auch nicht durch Evolution entstanden...


    Naja. Dieser Vergleich ist wohl etwas an den Haaren herbeigezogen. Füttere ich meinen Königinnen gentechnisch verändertes Futter aus Übersee? Wie zum Beispiel Soja aus Südamerika? Füttere ich Palmöl?


    Verabreiche ich meinen Königinnen etwa Wachstumshormone? Oder Antibiotika?


    Züchte ich Tiere, die sich noch nicht mal mehr selbst bewegen können?


    Ich denke nicht. Alles, was ich mache, ist die optimalen Lebensbedingungen zu stellen, frische natürliche Nahrung zu geben und mich hingebungsvoll um die Königinnen zu kümmern. Mehr nicht.


    Selbstverständlich ist und bleibt die Königinnenvermehrung "künstlich" oder menschengemacht. Aber das geht schon lange so. So berichtet Nicol Jacobi in seinem Buch bereits im Jahre 1568 von den positiven Effekten der Verjüngung, sowohl der Bienen als auch des Wabenwerkes. Er beschreibt auch, wie man aus Backbienen einen Futtersirup macht. Oder wie man Eistreifen aus einer Klotzbeute in die andere setzt, um Königinnen heranzuziehen. Kannst Du hier alles nachlesen (für Klotzbeutenimker sowieso interessant):

    http://gdz.sub.uni-goettingen.de/dms/load/img/?PID=PPN595247474|LOG_0001&physid=PHYS_0004




    Sprich:


    Alles schon mal dagewesen. Vielleicht gehört das zur Beziehung Mensch < > Bien, daß man sich umeinander kümmert. Solange man nicht übertreibt...

  • wie gewinnst Du denn so viel Gelée Royal?

    Hallo Susanne,


    ich kaufe Gelée Royal aus vertrauenswürdiger Quelle zu. Gibt ja Berufsimker, die sich auf die Gelée Royal-Produktion spezialisiert haben, wie zum Beispiel die Imkerei Heiser.

  • Hallo Bernhard!

    Vielen Dank für die tolle Dokumentation und Einsicht in deine professionelle Arbeit!

    Die gezeigten Kö's sind, zumindest vom Aussehen her, herausragend! Wow!

    Durch solche Beitrage bekommt man nochmal ein besseres Gefühl dafür, wie wichtig die Zusammenhänge von richtiger Zusammensetzung des Volkes und Temperatur für die Aufzucht der Kö sind.

    Ich kann für mich nur sagen: Mein Plan für nächstes Jahr steht! Schlechter als dieses Jahr kann es aber auch nicht laufen;-)

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Ich als Pfennigfuchser schieb natürlich die Klappe auf!

    Mach ich bei Anfangsstreifen oder Mittelwänden auch.


    Wenn der Käfig aber, wie von Bernhard beschrieben, zwischen die ausgebauten Waben im Vollvolk eingehängt bzw. reingedrückt wird, nimmt der ja die ganze Wabengasse für sich ein und der Weg nach unten ist da der Schnellere und Sicherere.


    Danke für die Infos, Bernhard

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • wie gewinnst Du denn so viel Gelée Royal?

    Hallo Susanne,


    ich kaufe Gelée Royal aus vertrauenswürdiger Quelle zu. Gibt ja Berufsimker, die sich auf die Gelée Royal-Produktion spezialisiert haben, wie zum Beispiel die Imkerei Heiser.

    Hallo Bernhard, wie viel von dem Gelée Royal gibst du da in die Zelle?
    Klar, milligramm-angaben gehen da schlecht, aber hast du vielleicht ein Bild wo man die Menge sieht?

    Und wenn du nicht mit der chinesischen umlarvst, dann legst du die Made direkt nur auf das Gelée Royal, ohne den Futtersaft aus der Ursprungszelle noch zusätzlich mit reinzugeben, oder?

    Vielen Dank für die vielen Bilder und die Beschreibung!

    Liebe Grüße,
    Luis

    Mikrowellen-Essen aus biologischem Anbau lässt uns nur so leise aufstoßen, dass sich niemand belästigt fühlt.


  • Na gut, Broiler oder Hybrid-Legehennen wären auch nicht durch Evolution entstanden...


    Naja. Dieser Vergleich ist wohl etwas an den Haaren herbeigezogen.

    Sorry, hast Recht. Sollte auch nicht abwertend gemeint sein. Ich habe auch fast nur noch Hybrid-Legehennen im Stall und bin begeistert, wie viel die legen. Letztes Jahr hatte ich auch mal ein Rassehuhn dabei, das war sehr schön, aber hat kaum was gelegt...


    Bei der Königin-Nachzucht denke ich auch, das möglichst große kräftige Tiere erstrebenswert sind. In diesem Frühjahr durfte ich einen Nachschwarm einfangen. Da gab es eine große Traube und noch 3 kleinere am Baum. Nachdem die große in der Kiste war habe ich die kleineren in zwei weitere eingeschlagen. Bei einer hat es geklappt und der Schwarm darin war letzten Endes etwa genau so groß, wie der erste. Als ich eine Woche später die Königinnen rausgesucht und gezeichnet habe hat sich aber gezeigt, das die Königin aus der ersten großen Schwarmtraube viel größer und heller als die aus der zweiten kleinen Traube ist. Die muß also schon in der Weiselzelle bessere (wärmere) Aufzuchtbedingungen gehabt haben und ist für die Schwarmbienen wohl aus gutem Grund viel atraktiver gewesen.


    Ich frag mich halt nur, wie geht das weiter, wenn der Mensch versucht, diese Aufzuchtbedingungen noch mehr zu verbessern bzw. kann er das überhaupt, oder haben die Bienen in ihrer langen Evolution nicht schon längst das Optimum erreicht?

    Werden wir sie in kürzester Zeit noch besser (für uns und den Honigertrag) züchten können, so wie es uns bei meinen blöden Beispielen ja auch schon irgendwie gelungen ist?


    Die Königin auf Bernhards Foto wirkt natürlich auch besonders groß auf der kleinen süßen Hand seiner Tochter, dann ist das ganze sicher auch von sehr nah mit dem Handy aufgenommen und daher leicht verzerrt, ich denke mal, das ist keine "Monsterkönigin" sondern einfach nur eine besonders schöne kräftige Bienenkönigin, wie man sie sich nur wünschen kann, und wie sie auch aussehen, wenn sie unter super Bedingungen in einem Schwarmvolk hätte entstehen können, eben eine echte Königin.

  • Übrigens, Gelée Royal kann man als kleiner Imker beim Umlarven ganz einfach aus gebrochenen Weiselzellen nehmen. Die hat man ja bei einem Sammelbrutableger sowiso. Allerdings ist in den 9 Tage alten Zellen kaum was drin.

    Wenn man aber schon am 5.-6. Tag alle Zellen bricht und am 9. nochmal, sind die voll mit Gelée Royal. Davon dann einfach mit dem Umlarvlöffelchen einen kleinen Klecks ins Nikot-Näpfchen und dann die Larve drauf. Funktioniert super, und die Annahme und Entwicklung ist wirklich besser. Bei solchen Zellen ist dann meist auch noch wenn die Königin geschlüpft ist ein kleiner Rest Gelée Royal in der Weiselzelle, was ja bedeutet, das die Königin im Überfluß versorgt war, immer ein gutes Zeichen...

  • Bernhard, ich hoffe, du hast Recht!

    Aber ein bisschen Bedenken bekommt man schon, wenn man so ein "Monster" sieht...


    Hab gestern meine Königinnen gezeichnet. Die besten sind dabei dort entstanden, wo sie aus der Brutbox kurz vor dem Schlupf als Krabbelzelle in ein Volk gehängt wurden. Die allergrößte Königin wurde dabei in dem Sammelbrutableger herangezogen, der bis dahin noch mit der letzten Zuchtlatte bestückt war. Diese Königin ist ihren Schwestern aus den Kieler Begattungskästchen (die aber auch durchaus sehr gut geraten sind) nicht nur körperlich, sondern auch in der Eilage Zeit- und Mengenmäßig weit vorraus:

    20170729_141928a2600.jpg



  • Die "Monsterkönigin" von 2017 hat wie erwartet auch ein sehr gutes Volk mit ordentlich Honigernte 2018 hervorgebracht und darf noch ein weiteres Jahr regieren.


    Auch dieses Jahr sind wieder wunderschöne Königinnen in meiner Brutbox geschlüpft und wurden entweder in Kieler Begattungskästchen oder gleich als Krabbelzelle oder auch in einer Zweitschlupfzelle (danke Bernhard, für die Beschreibung + Video!) direkt in Vollvölker eingeweiselt. Dabei hat sich herausgestellt, das es keine schlechte Idee ist, die Kieler mit Futterzarge und 6 Rähmchen zu betreiben. Aus solch einem stammt jedenfalls die

    Gewinnerin auf dem Laufsteg 2018 (Buckfast F1) Nr. 42 !

    imkerforum.de/attachment/10737/