Anfänger, Naturbau und die Ameisen

  • Hallo liebes Forum,


    da ich seit ner Weile hier mitlese und mitbekommen habe dass ihr auf persönlichen Umgang und gute Etikette Wert legt, stell ich mich mal vor und berichte was ich in meiner ersten Saison bis jetzt so erlebt habe.


    Mein Name ist Moritz, komme aus Luxemburg (das Land) und studiere zur Zeit im Breisgau, und bin vielseitig interessiert :)


    Ich habe dieses Jahr mit 2 Ablegern auf jeweils 4 Waben begonnen.
    Ich habe mir meine Zander-beuten selber gezimmert und bin, bis auf die Deckel die gequollen und verzogen sind ganz zufrieden. Der war aber auch nur geleimt.
    Bei den Zargen-> statt Schrauben habe ich Holzdübel aus Buche und a bisserl Leim benutzt. Hält bombig.


    Die Beiden Ableger stehen in einem Weinberg hier im Ort, dieser ist in Parzellen aufgeteilt wo teilweise Wein angebaut wird, der Rest verwildert oder wird mit Obstbäumen oder Schrebergärten bestellt. Ich bin in 10 min zu Fuß da und hab dann noch einen netten Spaziergang durch die Felder.


    Ich habe beiden Ablegern leere Rähmchen ohne Mittelwände gegeben. Beide haben sie gut angenommen und ausgebaut.
    -Volk A war schon vor ein paar Wochen das letzte Rähmchen am ausbauen, ich habe mittlerweile eine zweite Zarge aufgesetzt, müsste ich ja ohnehin zum füttern und behandeln.
    -Volk B schwächelt und hatte zeitweise mit Ameisen (die harmlosen) zu kämpfen die ich nach wiederholtem auskippen im Gebüsch aus dem Deckel losgeworden bin. Dieses Volk baut aber sehr langsam aus und ist erst auf 6,5 Zargen verteilt.


    Ich habe NICHT gefüttert bis jetzt, es gab (so nahm ich an) genug Tracht direkt vor der Tür. Werde morgen mit Flüssigfütterung beginnen da ich gerne beide Völker separat durch den Winter bekommen möchte.


    Und ich habe beim Volk B Waben umgehangen als ich die leeren Rähmchen eingsetzt hab nach dem Schema Voll-Voll-Leer-Voll-Leer-Voll-Leer-Leer-Leer-Leer.
    Dumme Idee, ich werde es nicht wieder tun. *Schäm*


    Volk A nimmt die Rähmchen in der oberen Zarge bis jetzt noch nicht an, sitzt da aber teilweise schon rum und brummt vor sich hin.


    Hat jemand Erfahrung mit Ablegern die auf Naturbau überführt werden?
    Könnte es sein dass das schwächere Volk ausgeräubert wird? Ich konnte bis jetzt keine Kämpfe mitverfolgen und auch nicht sehen dass eine Biene von A zu B fliegt..


    Ich freue mich auf Antworten und auf dei SuFu verwiesen zu werden :D

  • Hallo Gurke! Willkommen. Ich übernehm mal die Standardeinführung: Das Profil ist schön, wenn ausgefüllt, zumindest vielleicht Wohnort und Beutensystem. Hast du ja jetzt auch schon in deinem Beitrag genannt =)


    Flugloch kleinhalten, insbesondere wenn du fütterst, dann wird das normalerweise auch kein Problem mit der Räuberei. Wenn du fütterst, fang am besten abends damit an. Dann können die Bienen schonmal annuckeln und es kommt nicht so schnell zum Futterneid, weil sie ja des Nachts nicht fliegen können. Was ich dir schon rate, ist nicht nur darauf zu vertrauen, dass genug reinkommt. Entweder du wiegst die Kästen und kennst die Vergleichsgewichte oder du schaust dir die Waben mal an und schätzt ab was drin ist. Es ist definitiv von Vorteil, wenn auf den Waben ein verdeckelter Futterkranz am oberen Rand ist. Ich hatte diesen Sommer manchmal nichtmal mehr das. Und da wirds echt ungemütlich für die Bienen. Bevor du Ameisensäure Langzeit behandelst solltest du wohl schon ein paar Kilo Vorrat in den Waben haben, wegen des eingeschränkten Sammelflugs während der Behandlung. Selber allerdings keine Erfahrung damit.


    Bereits bestehende Räuberei kannst du btw normal schon am Flugloch erkennen. Da wird gekämpft, da sind schwarze, abgewetzte Bienen und da sind tote Bienen. In der Beute sind die Futterwaben dann hektisch aufgerissen. Hast du denn den Verdacht?

  • Danke für die Antwort :)
    Heute hab ich Zeit zum Futter ansetzen ich werd die Ladies dann mal gut mästen dass sie mir durch den Winter kommen.


    Ich nehme mal an zu einer optimalen Futterverteilung in den Waben werde ich im Netz Fotos finden? Hast du dazu ein Foto parat zufälligerweise?


    Ich hatte keinen wirklichen Verdacht auf Räuberei, hab aber beim mittäglichen Hochbetrieb vorm Flugloch feststellen müssen dass ich Räuberei gar nicht erkennen würde weil ich nicht weiß worauf ich kucken muss. Einer Biene mit den Augen zu folgen ist auch gar nicht so leicht mit dem 24fps Menschenauge.

  • Die kämpfenden Bienen fliegen nicht, sondern krabbeln unsd beissen sich vor der Beute. Solang du siehst, dass normaler Betrieb herrscht, dh es wird Pollen eingetragen, die Bienen wirken ruhig, dann passt auch sonst meistens alles.


    Was die Futterverteilung angeht, die Bienen wissen schon wie sies machen. Du musst da gar nix (versuchen zu) steuern. Solange du nicht mit einem Schwung 10 Liter Zuckerwasser gibst, verhonigt dir das Brutnest auch nicht. Solche Mengen kann man dann zur endgültigen Wintereinfütterungen bei einem voll ausgebauten Volk geben. Meiner Meinung nach ist es aber besser, in kleineren Mengen (bis 5L) auf einmal zu füttern, grad wenn das Volk noch im Aufbau ist. Die Bienen brauchen auch Zeit, das Futter zu trocknen und einzulagern.


    Was die Fütterung speziell bei dir angeht, willst du erreichen, dass sie dir noch die Waben ausbauen? Dann füttere am besten Zucker:Wasser 1:1 (Tracht vortäuschen), zur Wintereinfütterung sagt man 3:2 (weniger Wasser zu verdunsten).

  • Ok, dann wirds bei mir wohl keine Räuberei sein.
    Ich war mir halt nicht sicher ob das Schwächeln am Naturbau oder dem Wabenumhängen (*facepalm*) liegt. Oder an den Ameisen.


    Ich wollte die Futterverteilung auch nicht steuern aber ich würde sie gerne erkennen können wenn ich mir so eine Wabe ankucke.


    Also ich würde zusätzlichen Ausbau ganz nett finden, dann wüsste ich auch dass sie im Frühjahr genug Platz zum bestiften haben, es wird ja jetzt noch ne Menge Futter dazu kommen.
    Der Unterschied zwischen SOmmer und Winterfütterung ist auch nochmal gut zu hören :)

  • Aber wenn Honig/Futter in den Waben ist, das erkennst du ja, oder? Offener Nektar ist leicht zu erkennen, und verdeckeltes Futter von vereckelten Brutzellen unterscheiden auch nicht weiter schwer. Falls du dich mit sowas doch schwertust würde ich dir empfehlen einfach mal mit einem erfahrenen Imker ein bissl mitzugehen. Da lernt man schnell dazu. Andere Anlaufstelle sind dann halt Verein und deren Anfängerkurse. Weiss ja nicht ob du bei sowas dabei bist.



    Hier nochmal ein Bild, wie so eine Brut/Futter-Verteilung ausschauen kann. Wurde Ende März diesen Jahres geschossen, man sieht das sich ausdehnende Brutnest (unverdeckelte Brut im Randbereich) und oben und links von der Brut das verdeckelte Futter, mit "nassen" Deckeln. Brutzellendeckel erscheinen immer bräuner als die des Honigs. Btw auch Naturbau, bei einer MW wäre das alles mehr in Reih und Glied. Die Wabe war im Kaltbau angeordnet, und die rechte Seite war nach vorne, zum Flugloch hin. Das Futter wird also FLuglochfern gelagert, logisch, so lässts sich besser beschützen.

  • War gerade mal jeweils 3 Liter füttern, mal schaun wie sies anehmen,
    hat die letzten Tage gut geschüttet da war wohl nicht viel mit fliegen.


    Wie die Zellen aussehen weiß ich *stolz*
    die Sache mit den Fotos bezog sich eher auf die optimale Verteilung.


    Danke für das super und die Erläuterung, ich war ein paar mal bei verschiedenen Imkern dabei,
    aber irgendwie werden die Fragestellungen und Zusammenhänge erst konkret wenn man selber seine Völker versorgen möchte.
    Jetzt wär warscheinlich noch mal ein super Zeitpunkt um andere am Stand zu besuchen..


    Das Futter auf deinem Foto ist ja dann wohl noch von letztem Jahr über? Oder hattest du sehr früh Flugwetter?

  • Dieses Jahr war der Winter ja sehr warm und es kam früh was rein. Zum Zeitpunkt des Fotos, Ende März, hab ich bereits die Honigräume aufgesetzt. Das Futter da ist allerdings vom Vorjahr. Das verdeckeln der Zellen braucht ja auch seine Zeit. Die Verteilung so wie man sie da jetzt sieht ist, meiner Meinung nach, optimal und so wie die Bienen es sich eben anlegen: rund ums Brutnest. Vor dem Winter ist da natürlich noch mehr Futter da. Schlecht ist wohl, wenn alle Waben Knallvoll mit Futter sind. Dann bekommen die Bienen "kalte Füße", ist ja klar, das Futter isoliert nicht so gut wie eine mit Luft gefüllte Zelle und muss mitgewärmt werden. Also nicht übertreiben mit dem Einfüttern! Aber da gibts ja Richtwerte, je nachdem ob ein oder zwei Zarger.
    Dazu hier das Merkblatt zur Fütterung... http://www.lwg.bayern.de/biene…ltung/28706/linkurl_6.pdf