Umstellen und neue Beute

  • Hallo zusammen,


    ich hoffe ihr könnt mir hier gut weiter helfen mit Ideen und Ratschläge wie ich mein Vorhaben umsetzten kann.


    Erstens:
    Meine Beute möchte ich Umstellen, ca 30cm vor und 60cm nach links.
    Ist das für die Bienen störend da sie immer an den gleichen Platz fliegen und auf einmal ist die Beute nicht mehr da wo sie mal war?
    Oder kann ich das Problemlos machen?


    Zweitens:
    Das Zuhause von meinem Volk ist eine Warré Beute mit 3 gefüllten Zargen.
    Ich möchte das Volk gern in eine neue Beute (Dr. Liebig - Zanderrähmchen) umsiedeln.


    Wie gehe ich am besten vor, die Königin in der Warre Beute zu finden ist nicht ganz einfach, aber denke irgendwie schon machbar.
    Waben rausschneiden, prüfen und finden.
    Die fertigen Waben von der Warre, wie kann ich die übernehmen oder packen es die kleinen wenn ich die Rähmchen mit Mittelwände ausstatte?
    Wie sollte ich am besten vorgehen um das ganze gut umzusetzten?


    Vielen Dank
    Gruß
    Micha

    JEDER FÄNGT MAL AN..... SCHLIMM IST NUR, WENN MAN MITTEN DRIN AUFHÖRT!!!

  • Hallo,


    Ist das für die Bienen störend da sie immer an den gleichen Platz fliegen und auf einmal ist die Beute nicht mehr da wo sie mal war?
    Oder kann ich das Problemlos machen?


    Nein, das geht nicht, jeden Tag ein bisschen(handbreit) ist ok.


    Ich möchte das Volk gern in eine neue Beute (Dr. Liebig - Zanderrähmchen) umsiedeln.


    Du meinst sicher die Hohenheimer Einfachbeute, die ein Dr. Sachs entwickelt hat.


    Wie sollte ich am besten vorgehen um das ganze gut umzusetzten?


    Am besten als Kunstschwarm, du schlägst die Bienen mit Königin auf Mittelwände, fütterst sie. Die Brutwaben von Warre hängst du mit ein paar ansitzende Bienen in einen Kasten. Such mal nach dem Stichwort Brutscheune.
    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • Hallo,


    Nein, das geht nicht, jeden Tag ein bisschen(handbreit) ist ok.


    Das will ich etwas konkretisieren: Die Verschiebung nach vorn (oder hinten) ist nicht das Problem, sondern das seitliche Verstellen.
    Die Flugbienen kommen zurück ... steht die Beute etwas verstellt, aber auf der Fluglinie, kriegen die das schnell mit. Sie begegnen da der Beute im Flug. Steht die Beute jedoch irgendwo daneben, ist sie erst mal "weg" und die kreisen ewig über der alten Stelle.
    Wie weit das mit den Handbreitverstellen klappt, weiß ich nicht. Die Flugbienen sind halt eingeflogen, wieso sollten sie das Handbreitweise mitmachen?
    Es gibt aber hier im Forum noch Tipps für "Verstellen auf kurze Distanz".

  • HAllo,


    zum Verstellen: steht das Volk weit und breit alleine, kannst Du in der Mittagszeit bei bestem Bienenflug das Volk einfach verstellen. 60 cm zur Seite ist überhaupt kein Problem. Nach einigen Orientierungsflügen fliegen sich die Bienen neu ein.


    Steht das Volk neben anderen Völkern, würde ich es genau so tun und gleichzeitig dafür sorgen, dass beim Verstellen genügend (eine Handvoll) Bienen auf dem Flugbrett sterzeln, z. B. durch Abstoßen von Bienen auf das (verlängerte) Flugbrett. Auch hier erkennen die Rückkehrerinnen schnell ihr Volk.


    Wie man eine Königin in der Warrebeute findet, kann ich mangels Erfahrung leider nicht sagen.
    Gruß
    KME

  • Die Königin läßt sich in der Warré gut finden. Allerdings wäre ich mit dem Wabenschneiden etwas vorsichtiger, vor allem Honigwaben sollte nicht mit ansitzenden Bienen darauf geschnitten werden. Das sollte man nur im Notfall machen.


    Wie sehen die Waben im untersten Teil der Warré aus? Mutmaßlich sind diese Waben eben genau nicht voll mit Honig und damit leicht zu schneiden und herauszuheben. Da hinein, in diese Zarge, mußt Du die Königin treiben. Ich empfehle wie folgt vorzugehen.


    1) Alle drei Zargen auseinander nehmen. Die unterste Zarge verstellst Du mitsamt Boden ein paar Meter weiter nach hinten oder zur Seite - auf diese Weise mußt Du nicht in einer Wolke von Flugbienen arbeiten. Ruhe ist das erste Gebot. Dann löst Du die unterste Zarge vom Boden und drehst die Zarge über die Stirnseiten der Waben auf den Kopf. Auf einem Tisch abstellen. Die Seiten der Waben, die an den Wänden anhaften, löst Du mit dem Stockmeißel. Vorsichtig wieder rumdrehen und Wabe für Wabe herausheben. Dabei kontrollieren, ob Du die Königin entdeckst. Drei bis vier Waben stellst Du zur Seite. In eine leere Zarge oder so. Gehe alle Waben der untersten Zarge durch. Wenn Du die Königin nicht findest, dann setze vier der gelösten Waben wieder in die Mitte der untersten Zarge und stellst die Zarge dann auf den Boden.


    2) Setze nun die zweite Brutzarge auf die erste (unterste) Brutzarge. Mit etwas Rauch - Pausen lassen, damit die Bienen nicht die Orientierung verlieren - und leichtem Trommeln mit den Fingern auf den Oberträgern, treibst Du die Bienen nach unten auf die Waben der untersten Zarge. Du mußt nicht alle Bienen nach unten bewegen. Es reicht schon aus, so eine halbe Minute etwas zu räuchern und zu trommeln. Die Königin ist meistens die Erste, die davonläuft und alle Bienen willst Du nicht auf den Waben unten haben, weil es sonst zu viele sind und Du nix mehr siehst. Dann nimmst Du schnell wieder die zweite Zarge ab und ziehst dann wieder die bereits gelösten und beweglich gemachten Waben einer nach der anderen und kontrollierst auf die Königin. Die Seitenwände der unteren Zarge nicht vergessen, manche Herkünfte und auch junge Königinnen neigen da zur Flucht auf die Wand anstatt auf die Wabe.


    3) Die oberste Zarge sollte hauptsächlich Honigwaben enthalten. Auch sie kannst Du auf die unterste Zarge mit den beweglichen Waben setzen und die Bienen nach unten treiben. Mit etwas weniger Rauch natürlich. Du kannst sie aber auch schon etwas bienenfrei machen, indem Du am Vortag eine Bienenflucht eingesetzt hast.


    Wenn gar nichts anderes mehr hilft, gerade junge Königinnen sind schwer zu entdecken, kannst Du auch an die Stelle des Bienenvolkes die neue Beute hinstellen, die neue Königin im Käfig unter Teigverschluss zwischen die Waben/Mittelwände hängen, ein Absperrgitter vor das Flugloch befestigen und dann das Volk vor das Flugloch mit dem Laubbläser auspusten. Die von Bienen befreiten Zargen mit der Brut stellst Du später über Absperrgitter auf die neue Beute, den Überstand deckst Du übergangsweise mit Brettchen ab, bis alle Brut geschlüpft ist.

  • Super, Herzlichen Dank.
    Meine Hohenheimer Einfachbeute wird die Tage soweit sein.
    Bis die soweit ist werde ich einfach mal Stück für Stück die alte Warre Beute Richtung neuen Standplatz schieben.
    Immer nur ein paar cm dann haben es die kleinen vielleicht leichter.


    Die Honigzarge, also die Oberste (Brut ist glaub auch mit dabei) werde ich mit einer Bienenflucht leer bekommen. Die Waben dann natürlich untersuchen und dann werde ich die Waben von der Warre in die Zanderrähmchen irgendwie reinbekommen bzw. festmachen mit einem Blumendraht oder ähnlichem.


    Zur Untersten und die mittleren Zarge, da werde ich die Bienen einfach in die neue Beute reinfegen.


    Die neue Beute ist dann so aufgestellt. 1 Zarge mit Mittelwände, 2 Zarge die Warre Waben drin und die dritte Futter.
    Futter, eine Mischung aus Zucker und Wasser.


    Was sagen die Experten dazu?
    Bevor ich beginne möchte ich mir das gerne abhacken lassen, nicht das ich als Anfänger einen Fehler begehe.
    Es wird vorraussichtlich auch noch jemand Erfahrenes dabei sein wenn ich das ganze umsetzte. Gerade als Anfänger finde ich das wichtig.
    Aber wenn ich vorab schon ein paar Infos habe, geht das ganze auch Flüssiger und einfacher.


    Gruß
    Micha

    JEDER FÄNGT MAL AN..... SCHLIMM IST NUR, WENN MAN MITTEN DRIN AUFHÖRT!!!

  • Brutscheune !
    Bienen mit Königin auf eine Zarge MW setzen.
    3 kg flüssig füttern 1:1
    Die Bande zweimal innerhalb 2 Tagen mit MS gegen Varroa behandeln.


    Brutscheune behandeln und die behandelten Bienen nach 3 Wochen zu den Anderen


    Bienenflucht funktioniert nur ohne Brut


    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • Hallo miteinander,


    bei mir steht ein ähnliches Problem an, allerdings sollen die Bienen weiter als 60 cm umziehen. Ich bekomme die nächsten Tage drei Jungvölker auf DN, die bisher in Styroporbeuten wohnen. Final sollen sie einige km entfernt in die u.a. von einem Herrn Dr. Sachs entwickelten Hohenheimer Einfachbeuten auf Rähmchen im Zandermaß umziehen (habe ich das jetzt richtig geschrieben?), die damit erstens woanders stehen und zweiten anders aussehen.


    Ein Versuch eines Fluglings im Frühjahr war u.A. daran gescheitert, dass die Bienen offenbar trotz gleichen Standorts nicht gewillt waren, von einem großen grünen Styropor-Hochhaus in einen Holzbungalow umzuziehen. Sie sind letztendlich lieber in die daneben stehenden Hochhäuser eingezogen (Banausen!), den kleinen wackeren Rest hat es dann ausgeräubert...


    Eure Überlegungen zur totalen Bauerneuerung finde ich für meine Zwecke verlockend elegant. Nur: in welcher Reihenfolge sollte ich vorgehen?


    Die Styropor-Kisten erst einige Tage an den neuen Standort stellen und dann die Bienen in die Holzbeuten fegen?


    Oder die Bienen am alten Standort in die Holzbeuten fegen und dann zum neuen Standort bringen? Welche Tageszeit? Gleich rauslassen oder erst noch in den Keller?


    Brutwaben würde ich in den Styroporkisten als Brutscheune sammeln. Eine extra Königin habe ich aber nicht. Geht das auch ohne? Die schlüpfenden Bienen sollen dann wieder zu den anderen in die Holzkisten.


    Ach ja, und muss ich beim Abfegen vorher die Königin raussuchen oder kann ich die einfach mitbefördern?


    Fragen über Fragen...
    Danke schon mal!
    Kikibee

    With lots of room for improvement.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Kikibee () aus folgendem Grund: Ergänzung

  • Hallo Kikibee,
    wenn der neue Standort mehr als 2 km Luftlinie entfernt ist, sehe ich keine Probleme. Bienen morgens ganz früh, nicht erst um 8, in der guten Segeberger Beute zum neuen Standort.
    Königin suchen, käfigen(sie muss gefunden werden, denn Kö in Brutscheune ist doof), 75% der Bienen in die Holzbeute auf MW kehren. Königin einlaufen lassen. Fütterer drauf, und die 3 kg Zucker 1:1 mit Wasser verfüttert.
    Waben in der Segeberger mit ein paar Bienen lassen.
    Fluglöcher von beiden beuten eng halten.
    Am 2. Tag MS Behandlung der Holzbeute
    Am 4. Tag s. o.
    Am 9. Tag Weiselzellen in der Brutscheune brechen brechen, vielleicht auch AS Behandlung starten.
    Am 21 Tag Brutscheune auflösen, Bienen vor die Holzbeute schlagen, Waben mit dem Rest Drohnenbrut einschmelzen.
    Fertig
    Bedenke aber, du stellst ein Kleinwabenmaß auf ein andere Kleinwabenmaß um. Es ist weder für die Bienen, noch für den Imker besser. Doch du hast längere Ohren, aber ob es das wert ist......
    Bis bald
    Marcus


    PS. Das mit der Beute regt mich auf, da hat einer ein unwesentliche Kleinigkeit an der Beute verbessert und schon wird sie nach ihm benannt. PR nennt man sowas glaube ich in Neudeutsch

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • Hallo Marcus,


    vielen Dank für Deine wirklich hilfreiche Antwort! :-D
    Da ich Anfängerin bin, könntest Du bitte auch noch kurz beschreiben, wie das mit der Brutscheune im Detail abläuft?


    Ich stecke dort mehr oder weniger alle Waben rein, die ich bekomme. Also alles mit Brut sowie die Randwaben mit Honig und Pollen. Dazu ungefähr ein Viertel der Bienen. Das Flugloch wird verschlossen.
    Was brauchen die Bienen in der Zwischenzeit da drin? Wasser? Futter?
    Kriegen die genug Luft?
    Wird das Flugloch irgendwann wieder aufgemacht?
    Wie kriege ich die Bienen am Schluss halbwegs gleichmäßig auf die drei Holzbeuten verteilt?


    Und die wahrscheinlich ganz dumme Frage: Königin einlaufen lassen heißt, die Königin vor das Flugloch setzen und drauf warten, dass sie reingeht? Tut sie das immer oder kann das auch schief gehen? Warum nicht direkt mit reinsetzen, sie war doch höchstens einige Minuten weg?


    Viele Grüße
    Kikibee

    With lots of room for improvement.

  • Halli Kikibbe


    Das Flugloch wird verschlossen.


    Ne, bitte nicht, wieso willst du die Bienen einsperren ?


    Was brauchen die Bienen in der Zwischenzeit da drin? Wasser? Futter?
    Kriegen die genug Luft?
    Wird das Flugloch irgendwann wieder aufgemacht?


    Du lässt doch das Flugloch auf, wenn wenig Futter in den Waben ist, tust du etwas Futter in die Styroporbeute , da du aber alle Waben nimmst, wird da auch Futter drin sein.


    Wie kriege ich die Bienen am Schluss halbwegs gleichmäßig auf die drei Holzbeuten verteilt?


    Ich dachte du hast nur eine Styyroporbeute, die du in Holzmagazine umziehen willst ? Schütte sie in einen Eimer und Pi mal Daumen vor die Fluglöcher schütten, jedes Volk einen Schluck.


    Und die wahrscheinlich ganz dumme Frage: Königin einlaufen lassen heißt, die Königin vor das Flugloch setzen und drauf warten, dass sie reingeht? Tut sie das immer oder kann das auch schief gehen? Warum nicht direkt mit reinsetzen, sie war doch höchstens einige Minuten weg?


    Ich habe gemeint sie oben in die Kiste laufen lassen, aus dem Clip heraus, direkt in die Wabengassen.


    Bis bald


    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • Danke Marcus!


    Bei der Brutscheune verschließen wohl einige zumindest zeitweise das Flugloch, daher meine Frage. Ein durchgängig einheitliches Konzept gibt es dazu offenbar nicht - wie für alles, was mit Imkerei zu tun hat (aber nicht nur da).


    Dann besteht mein Hauptproblem nun darin, in allen drei Völkern die Königin zu finden. Im Zweifelsfall beschränke ich das Experiment auf die Völker, wo ich sie finde.


    Mein Imkerpate ist mangels eigener Erfahrung von der Idee nicht angetan. Da ich aber gerade erst gesehen habe, dass ein anderes Völkchen innerhalb von zwei Tagen eine leere Mittelwand ausgebaut und schon teilweise bestiftet hat, bin ich eigentlich zuversichtlich.


    Kann die totale Bauerneuerung um diese Jahreszeit und bei guter Fütterung grundsätzlich schief gehen?


    Viele Grüße
    Kikibee

    With lots of room for improvement.

  • Hi,


    schiefgehen kann immer alles. Aber auch gutgehen.


    Nach Aussage von Guido Eich ist bei der totalen Bauerneuerung wichtig die Bienen eine Nacht ohne


    Mittelwände usw. zu lassen damit Sie auf "Schwarmmodus" umschalten. Dann bauen Sie eine Zarge


    Mittelwände komplett in 3 - 4 Tagen aus. Entsprechend Futter vorausgesetzt.


    Gruss Joachim.