Regen

  • Hallo Miteinander,


    kennt Ihr das: Schöner Sonnenschein, und plötzlich kehren schlagartig alle Flugbienen auf einmal nach Hause. 21 - 22 - regnet es. - Woher wissen die Bienen, dass es gleich regnen wird ? 7ter Sinn ? oder Ultraviolettfilter im Auge oder Barometer in den Fühlern ?


    Viele Grüsse von Benjabien

  • Nur keine Verschwörungstheorien!


    Bienen wissen nicht mehr vom Wetter wie wir.
    Kommt ein Schauer, also eine dunkle, dicke Wolke, so sehen sie es und starten das Programm "Heimflug" ganz automatisch. Weil sich in der Evolutionsgeschichte herausgestellt hat, dass am meisten Bienen überleben, wenn sie daheim sind, sobald es dunkel wird.
    Und die Bienen, die in der Richtung unterwegs sind, aus der der Schauer heranzieht, bekommen naturgemäß eher mit, dass es dunkel wird. Deshalb fliegen zuerst diese Bienen heim und dann immer mehr, je weiter der Schauer das Sammelgebiet einer Beute überzieht.


    Daher gibt es einen Strom von Bienen, der eine zeitlang ins Flugloch strömt bis alle daheim sind oder der Schauer schon da ist.


    Mehr steckt da nicht dahinter.
    War übrigens heute zufällig mehrmals sehr schön zu beobachten.


    Gruß
    hornet

  • und trotzdem bin ich der Meinung, dass Bienen doch etwas mehr naturverbunden sind als z.B. ich.
    Deshalb nehmen sie Signale eher und deutlicher wahr und sie reagieren natürlich darauf.
    Und zwar bevor ich überhaupt merke, dass etwas im Anzug ist.


    Ist es nicht auch so, dass Bienen andere Sinne haben?
    Was ist mit den elektrischen Impulsen kurz vor einem Gewitter? Spüren die das nicht doch vielleicht?


    Auf jeden Fall kann man den Bienen-Heimflug nutzen, um zu entscheiden, ob man weiterzuppeln kann oder doch die Flucht nach drinnen antreten sollte.


    Auch mehrmals beobachtet.


    Gruß Doro

  • dass der Mensch gar nicht in einer entzauberten Welt leben will.


    :daumen:
    Das wird's sein!
    Daher Doro E sollte ich dir deine Romantik eigentlich nicht nehmen. Aber zuvor gebe ich doch noch folgendes zu bedenken:


    Wenn Bienen und viele andere ach so wetterfühlige und "naturverbundene" Tiere (und Pflanzen, Stichwort frühe oder späte oder starke Laubfärbung, viel oder wenig Fruchtansatz und andere Dinge die angeblich harte Winter oder ähnlichen Unsinn andeuten sollen), die alle angeblich so toll nicht nur Wetter, sondern sogar Jahreszeiten vorhersagen können sollen, also wenn die das wirklich könnten, warum nur geraten trotzdem soviele Tiere (und Pflanzen) dann in arge Not oder gehen gleich ein/frieren ab, wenn sie in schweres Wetter geraten oder eine Jahreszeit gar ganz ungemütlich wird, obwohl sie es doch "vorhersehen" hätten können und sich darauf einrichten?


    Warum verhungern z.b. Jungvögel in verregneten Frühjahren, warum starten Schwärme obwohl noch am selben Abend eine Kaltfront 2 Wochen Dauerregen bringt, warum frieren Bäume durch Spätfröste ab, warum frieren Blüten ab? :confused:


    Dass Bienen instinktiv noch vor dem Schauer heimfliegen, weil es dunkel wird und/oder Wind aufkommt und der Geruch von Regen herangeweht wird, ist doch eine natürliche Reaktion, evolutionär selektiert, da Bienen bei Regen nunmal nicht mehr gut fliegen können, auskühlen und Gefahr laufen zu sterben. Dazu muss man keine verschwörerischen siebten Sinne und irgendwelche obskuren Vorahnungen erfinden!


    Und auch heute wieder konnte man sehen, dass die Bienen erst in Scharen heimkehren, wenn der Schauer schon so nahe ist, dass auch ich ihn auch ganz von alleine bemerkt und vorhergesehen habe und nicht etwa schon 1 Stunde vorher, wo noch gar nix zu sehen war. Also die Bienen waren heute wie immer garantiert nicht vorahnungsvoller und prophetischer als jeder normale Mensch, der zum Fenster hinausschauen kann.


    Aber jetzt höre ich auf - es soll ja auch Leute geben, die glauben an den Weihnachtsmann...:wink:

  • ...Ist es nicht auch so, dass Bienen andere Sinne haben?
    Was ist mit den elektrischen Impulsen kurz vor einem Gewitter? Spüren die das nicht doch vielleicht?


    Und was machen sie, wenn nur Regen, ohne Gewitter...?:wink:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Du meine Güte, man kann wohl alles falsch verstehn, wenn man es drauf anlegt.


    Habe ich etwas von Tagen, Monaten Jahren geschrieben? Nein!
    Aber wenn es Menschen gibt, die auf Fön reagieren, die wetterfühlig sind -
    das wollt ihr doch nicht bestreiten, oder? -
    dann sollte man das Tieren nicht absprechen.


    Und ob ich nun mit der Nase im Unkraut sitze oder die Bienen aufmerksam auf die Umgebung achten,
    das ist doch auch ein Unterschied.
    Und so romatisch ist Unkraut zupfen bestimmt nicht.


    Und genauso wie Bienen ein anderes Farbspektrum sehen, und Vögel sich am Magnetfeld orientieren,
    kann ich mir vorstellen, dass Bienen andere Informationsquellen hanen, als ich mit meinen 5 Sinnen, die ich hoffentlich noch beieinander habe.
    Auch wenn's mancher bestreitet.


    Und da ihr so auf Verschwörungstheorien aus seid, ich leg einen vor:
    Wie wäre es mir riechen? :wink: :-D


    PS: 5 Sinne sind natürlich stark untertrieben.
    denke da noch an Starrsinn, Leichtsinn, auch Scharfsinn ;-)
    Blödsinn lasse ich weg, das ist kein Sinn
    sorry, musste sein :-))

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  • Es ist scheuklappenblickartig, wenn man so tut, als könnten alle Mitkreaturen nur genau das und genauso wahrnehmen, was und wie auch wir das können.


    Was macht ein Fisch mit seinem Seitenlinienorgan, wie ist es, wenn man in anderen Spektren Licht sieht? Was registiert ein Hund und wie beim Duftlesen?


    Erklärt doch mal einer Ameise Beethovens Neunte :lol:


    Mystifizieren ist eine Sache. Alles ausblenden und so tun, als sei "unsere" Welt die einzig so existierende, ist genauso verkehrt.


    Hier mal ein interessanter Artikel über Bienen und deren Möglichkeiten der elektrischen Wahrnehmung :u_idea_bulb02: - na, gewusst? Schon mal nachempfunden? :lol:
    Bei oder um Gewitter oder Tiefdruckfronten entstehen übrigens auch elektrische Feldstärken - ich weiss ja nicht, ob es jetzt nur das Licht ist, was ausgeht, dass sie großteils noch rechtzeitig nach Hause kommen...:wink:
    Evolutionsbiologisch wäre es umso sinnvoller, je weniger man als Volk durch so Wetterwahrnehmungs-Legasthenie im Felde verlieren würde.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Aber wenn es Menschen gibt, die auf Fön reagieren, die wetterfühlig sind -
    das wollt ihr doch nicht bestreiten, oder? -
    dann sollte man das Tieren nicht absprechen.


    Moment - du schreibst es doch schon selbst "reagieren": d.h. zuerst der Föhn (mit "h"), dann die Reaktion! Das aber ist doch keine Vorhersage, sondern einen einfache Reaktion auf etwas, was schon da ist. Wie bei den Bienen - es wird dunkel, es besteht die Gefahr dass ein Schauer kommt oder die Nacht hereinbricht - also nix wie heim. Das ist eine Instinkthandlung, da ist gar nix geheimnisvoll-Vorherseherisches dabei.


    Du wolltest vorhin aber eindeutig suggerieren, dass Bienen einen Regenschauer vorhersehen können, obwohl du ihn noch gar nicht sehen kannst. Das sind aber zwei verschiedene Dinge. Das eine ist einfach erklärbar und real, für das andere gibt es noch nicht mal Hinweise darauf, dass es das gibt, weil die Bienen ja erst heimflüchten, wenn der Schauer schon offensichtlich bevorsteht und viele Bienen dabei trotzdem noch nass werden. Eben weil sie den Schauer nicht "vorhersehen" können, sondern bestenfalls erkennen, wenn er unmittelbar da ist. Das können wir aber auch, dafür braucht es keinen 7. Sinn.
    Ob die Bienen den Schauer jetzt mit den Augen, dem Geruch oder irgendeinem elektrischen Feld als bevorstehend erkennen, tut doch gar nix zur Sache, es ändert nichts daran, dass die Bienen den Schauer auch nicht früher bemerken als wir und nur das will ich damit aussagen. Bienen reagieren auf Vorhandenes, sie sehen nichts vorher was noch nicht da ist, punkt.


    Zitat

    Und genauso wie Bienen ein anderes Farbspektrum sehen, und Vögel sich am Magnetfeld orientieren,
    kann ich mir vorstellen, dass Bienen andere Informationsquellen hanen, als ich.


    Es gibt keinen Grund dafür, sich einfach mal irgendwas vorzustellen, wofür es noch nicht mal Anhaltspunkte gibt. Die Sinne der Bienen sind weitgehend bekannt, es ist keiner darunter, bei dem man annehmen könnte, dass sie damit das Wetter oder einen Schauer frühzeitiger vorhersehen können als ein Mensch, der beim Blick aus dem Fenster einen herannahenden Schauer von blauem Himmel unterscheiden kann. Ob sie den Schauer jetzt mit den selben oder anderen Sinnen als wir wahrnehmen, ändert daran nichts.


    beetic :
    niemand versucht zu bestreiten, dass es noch andere Sinne und Wahrnehmungen gibt als wir sie haben. Selbstverständlich können Bienen UV-Licht und polarisiertes Licht sehen und Fische haben Seitenlinienorgane wir dagegen nur einen Nabel :wink:
    Aber daraus muss man doch nicht immer und immer wieder unsinniges ableiten wie irgendwelche mysteriösen Prognosefähigkeiten, ohne dass es dafür einen echten Hinweis gibt.


    Ja, WENN Bienen immer alle rechtzeitig im Stock wären BEVOR der Regenschauer anfängt, WENN der Strom der heimkehrenden Bienen einsetzen würde BEVOR man als Mensch auch nur einen Spur von einem Regenschauer wahrnehmen, dann würde ich sagen, da könnte was dran sein. Aber so ist es doch nicht!

  • Halt, ich hab nix abgeleitet, ich hab nur was dagegen, dass man so tut, als wären wir und unsere Sinne und "unsere" Welt das Absolute.
    Meine persönliche Meinung und auch Beobachtung ist, dass sie in der Einschätzung besser sind als wir.
    Was simpel daran liegen kann, dass sie Personal in 3 km Entfernung haben, die schon flüchten (und schneller), wenn wir noch drüber nachdenken :wink:
    Oben war vom "7. Sinn" die Rede. Streng genommen haben sie den im Vergleich zu uns, nicht im Sinne von Wahrsagerei natürlich.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Halt, ich hab nix abgeleitet, ich hab nur was dagegen, dass man so tut, als wären wir und unsere Sinne und "unsere" Welt das Absolute.


    Habe ich diesen Eindruck erweckt? Das täte mir leid, denn so sehe ich das nicht. Aber ich ziehe in der Tat die Augen hoch, wenn wieder mal jemand kommt und Zustimmung heischend wilde Vermutungen äußert wonach wieder irgendwelche Tiere oder Pflanzen vermeintliche Zukunftsszenarien anzeigen sollen, weil sie doch bestimmt irgendwelche mystischen Fähigkeiten haben, die uns fehlen und daher Wetter/Jahreszeiten vorausahnen können.


    Kennst du das nicht? Jedes Jahr im Herbst kommen die selben Wahrsager aus den Löchern und wollen uns weismachen, dass irgendwelche Zeichen der Natur auf einen harten, harten Wintert hindeuten...fragt man dann, wie das gehen soll, kommt IMMER die Antwort, das wisse man nicht, aber es gäbe doch bestimmt noch mehr Dinge als wir sie in unserer Wahrnehmung kennen, weshalb man das doch nicht ausschließen könne...
    Solltest du irgendwelche Parallelen dazu in diesem thread wieder finden, hast du herausgefunden, was ich hier meine.


    Zitat

    Meine persönliche Meinung und auch Beobachtung ist, dass sie in der Einschätzung besser sind als wir.
    Was simpel daran liegen kann, dass sie Personal in 3 km Entfernung haben, die schon flüchten (und schneller), wenn wir noch drüber nachdenken


    Also da kommen wir schon eher zusammen. Aber auch nur, wenn wir von unübersichtlichem Gelände reden, z.B. geschlossenem Wald, so dass der Mensch den Schauer nicht sehen kann. Überall woanders wette ich, dass ein Mensch einen Schauer eher erkennt als die Bienen. Vorausgesetzt er weiß wie ein Schauer aus der Entfernung aussieht und erkennt ihn nicht nur an nassen Tropfen im Gesicht.
    Wobei 3km nichts sind, da sieht auch der Unbedarfteste schon einen schwarze Wolkenwand und vermutet Regen.

  • Marion, danke dafür!
    Für die Seitenlinien, das Duftlesen etc.
    gut erklärt!


    hornet, Föhn stimmt, sorry.


    Aber suggerieren stimmt nicht.
    Da ist nichts esoterisches dabei, reine Sinne. Nenne es Physik wenn du willst.


    Ich könnte auch schreiben, voher sehen anstelle von vorhersehen,
    was ja wieder mal missverstanden wurde.
    So besser?
    Dabei kann selbst ich einen Regenschauer vorhersehen, wenn ich den Himmel anschaue oder ein Gewitter wenn ich den Donner höre. Tzsss.... Wortklauberei....


    Wegen anderer Informationsmöglichkeiten haben Bienen andere Wahrnehmungen.
    Ist das denn so abwegig oder kompliziert?


    Und jetzt kuck ich Marions link, das interessiert mich.

  • Vorhersehen ist auch nicht zwingend mystisch sondern nichts anderes als die Aufnahme vorhandener Informationen und das Auswerten derselben - die Information muss nur als solche erkannt werden.


    Und wenn man sich da nicht vorstellen kann, dass die Welt aus anderen und vor allem mehr Informationen bestehen kann, als nun gerade wir sie wahrnehmen, dann lebt man schon in einer kleinen Homo Faber-Welt.


    Viele Grüße
    Henrike

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von henrike ()

  • Vorhersehen ist auch nicht zwingend mystisch sondern nichts anderes als die Aufnahme vorhandener Informationen und das Auswerten derselben - die Information muss nur als solche erkannt werden.
    Und wenn man sich da nicht vorstellen kann, dass die Welt aus anderen und vor allem mehr Informationen bestehen kann, als nun gerade wir sie wahrnehmen, dann lebt man schon in einer kleinen Homo Faber-Welt.


    das ist alles in Ordnung, so lange man nicht über's Ziel hinausschießt und die haltlosen Behauptungen aufstellt, Bienen, andere Tiere oder Pflanzen könnten Jahreszeiten oder Wetterereignisse wie Gewitter stundenlang vorhersehen/-fühlen oder was auch immer und sich im Voraus geeignet darauf einstellen.
    Wenn das aber doch der Fall ist und ihr das glaubt, dann vergleicht mal die Zeilen von henrike mit meiner Aussage von oben:


    hornet schrieb:

    Kennst du das nicht? Jedes Jahr im Herbst kommen die selben Wahrsager aus den Löchern und wollen uns weismachen, dass irgendwelche Zeichen der Natur auf einen harten, harten Wintert hindeuten...fragt man dann, wie das gehen soll, kommt IMMER die Antwort, das wisse man nicht, aber es gäbe doch bestimmt noch mehr Dinge als wir sie in unserer Wahrnehmung kennen, weshalb man das doch nicht ausschließen könne...


    Also bringt ihr doch wieder mal nur das immer gleiche Totschlagargument:
    Wer nicht glaubt, dass es da noch Dinge gibt, die man nur nicht erklären kann obwohl nichts darauf hinweist, ist halt engstirnig und dumm.


    Ok, wenn das so ist, bleibe ich in diesem Zusammenhang doch lieber engstirnig und dumm statt gläubig! :wink:


    Gruß
    hornet