Mehrfachbestiftungen, mehrere Königinnen - was geht da vor?

  • Hallo,


    ich habe in letzter Zeit mehrere Völker, bei denen die Dinge nicht richtig laufen:



    Problemvolk 1, Kurzform: anscheinend weiselloses Volk auf Mittelwände abgefegt, Königin vom letzten Jahr (rot) dazugesetzt. Die Köngin lebt noch, aber es sind mehrere Stifte pro Zelle zu sehen, ca. jede zweite Zelle enthält mehr als einen Stift, manche auch drei.


    Ausführlich: Brutling, der bei der Umstellung eines Volkes auf ein anderes Wabenmaß entstand. Also ein Volk, dem ich die Königin, einen Teil Pflegebienen und Flugbienen genommen hatte. Sie haben sich auch brav mehrere Nachschaffungszellen angelegt, mindestens eine schlüpfte, andere wurden ausgefressen. Aber eine stiftende Königin fand sich auch Wochen später nicht. Also besorgte ich eine Königin (letztes Jahr, also rot) aus einer anderen Beute von einem anderen Stand. Dieses Tierchen hatte ich schon drei Tage vorher gekäftigt, aber solange in seinem alten Volk belassen. Diese rote Königin kam nun in einem Ausfresskäfig in eine neue Beute an den Platz des Brutlings, dessen Bienen alle dazugefegt (Brut war ja keine mehr da).
    Einige Tage später nachgesehen: rote Königin lebt, Stifte sind auch da, aber viele Zellen waren mehrfach bestiftet. Ich überlegte, ob es am Käfigaufenthalt liegen könnte. Doch zwei Wochen später das gleiche Bild: doppelt-, dreifach- vierfach bestiftete Zellen! Nochmals gründliche Durchsicht, diesmal eine zweite Königin auf der gleichen Wabe wie die rote Königin gefunden, Flügel sahen allerdings ziemlich zerkaut aus. Ok, ungezeichnete Königin mit kaputten Flügeln entnommen, vielleicht war das die Nachschaffungskönigin, aus irgendeinem Grund nicht begattet und nun sinnlos am rumstiften. Fall gelöst...
    ... denkste! Heute, eine Woche später wieder nachgeschaut: rote Köngin ist noch immer da, aber auch vielfach bestiftete Zellen. :-(



    Problemvolk 2, Kurzform: Ableger, der zur Einweiselung einer gekauften Königin gebildet wurde, zeigt ebenfalls mehrfach bestiftete Zellen.


    Ausführlich: Ableger mit zwei Dadantbrutwaben gebildet (glaube es war Anfang Juni), gekaufte Königin (grün) im Ausfresskäfig dazu. Wurde später auch gesichtet, also hat die Einweiselung wohl funktioniert. Brutnest auch angelegt. Aber neulich (vor zwei Wochen?) bei genauerer Betrachtung einen Bereich mit vielen mehrfach bestifteten Zellen gefunden. Wenig später auch hier auf der gleichen Wabe wie die grüne Königin eine ungezeichnete Königin gefunden. Außerdem eine geschlüpfte Zelle. Ok, die wollten die wohl umweiseln. Aber heißt das nun zwangsläufig, dass die gekaufte Königin nicht (mehr) geeignet ist, oder bestehen gute Chancen, dass mit der Entnahme der Umweiselungsköngin doch noch alles ins Lot kommt? Und warum waren da so viele doppelt- bis vierfach bestiftete Zellen? Dass Jungköniginnen manchmal solche Fehler machen sollen habe ich hier ja schon gelesen, aber gleich so heftig?



    Problemvolk 3: entfernt gelegener Standplatz, kommt dort nicht so oft hin, Volk in Zanderbeute, zwei Brutraumzargen und eine Honigzarge. Ich gucke in die untere Zarge: keine Brut, rel. wenig Bienen, eine Königin (grün gezeichnet) purzelt von einer Wabe, eingeknäult von einigen Bienen. Sie scheint relativ normal weiterzulaufen, mind. zwei Bienen sitzen ihr im Nacken und stechen, während eine andere sie füttert. Mist, da ist also die Einweiselung einer jungen Königin aus einer Schwarmzelle vor einigen Wochen schief gelaufen. Aber warum lebt sie überhaupt noch...?
    ...die Antwort findet sich in der zweiten Zarge: Brut ist da. Zweite grün gezeichnete Königin auch. Ok, neue Vermutung: ich hatte an dem Tag vor ein paar Wochen ziemlich viele Schwarmzellköniginnen aus einem Volk erhalten (und gleich gezeichnet, aber ohne Nummern). Zwei davon in Kieler Begattungskästen untergebracht. Einer davon ist nun leer, Futter auch nicht da, offenbar als Hungerschwärmchen ausgezogen und in die besetzte Zanderbeute eingezogen.
    Bleibt die Frage: ist es für Arbeiterinnenn tatsächlich so schwer, eine Königin abzustechen?



    Jedenfalls habe ich nun in weniger als zwei Wochen drei Völker mit mehr als einer Königin gefunden. In zwei dieser Völker fanden sich außerdem Vielfachbestiftungen (z.T. mehr als zwei Stifte pro Zelle!), in mindestens einem davon ist offenbar eine einjährige Königin dafür verantwortlich.


    Was könnte da vor sich gehen?


    Grüße,
    Robert

  • Hi,


    Zu 1 und 2, erstmal alle Königinnen zeichnen, dass macht das suchen einfacher,
    Dann alle Bienen nach unten Kehren und die Gekaufte königin raus, absperrgitter drauf und auf ausgebaute
    Waben in den Honigraum, oder ganzzarge aufsetzten, Königin rein,
    Die gekaufte stiftet ind den HR und du siehst ob die den Mist macht, oder ob noch eine da ist,
    Die unten stiftet, dann heists suchen,


    Möglichkeit 2: neue zarge an alten Platz, Waben OHNE Bienen in die neue
    Zarge, Königin im Käfig mit rein, Absperrgitter drauf , Leeren HR oder Zarge
    als Trichter drauf und alle Bienen da drauf, Drohnen und andere Königinnen
    Bleiben oben und können entsorgt werden.,


    Möglichkeit 3: gekaufte Käfigen, neue Beute mit Waben ohne Bienen in die neue Beute
    Königin im Käfig dazu, und alle Bienen 10 20 meter auf die wiese stoßen, bienen Fliegen zurück Königin
    Und afterwaiseln bleiben zurück.


    Möglichkeit 3 ist der einzige weg um afterwaiseln auszuschließen, da die auch durchs Absperrgitter passen sollen.
    Junge Baubienen wirdst du aber verlieren, weil die noch nie draussen waren und nicht heim finden.


    Zu Fall 3: 2 te Königin raus und in Begattungskästchen oder weitere zarge und ausserhalb Flügbereich aufstellen, evtl Kellerhaft. Nach einiger Zeit siehst du welche besser ist, und evtl beide verwenden, oder schlechte erlösen
    und vereinigen.
    Wenn von beute 1-2 eine schlecht ist ggf mit einer von denen vereinigen.


    Meine Meinung


    Gruß

  • Hallo,


    sorry, kam die letzten Tage nicht zum Antworten. Gestern habe ich Problemvolk 2 durchgeschaut: Noch immer viele mehrfach bestiftete Zellen, bin mir jetzt ziemlich sicher, dass die von der (gekauften) grünen Königin stammen. Eine dritte Königin wird wohl kaum drinnen sein, und außerdem habe ich jetzt gesehen, dass der Königin ein Vorderbei fehlt. Eigentlich meine ich, dass ich da auch sonst drauf geachtet habe, aber beschwören könnte ich es nicht, dass sie beim letzten Mal das Bein noch hatte... :-(
    Prüft eine Königin nicht vor der Eiablage die Zellen auch mit den Vorderbeinen? Vielleicht kann sie nicht mehr erkennen, dass schon ein Ei drin ist?


    Die Königin in Problemvolk 1 habe ich auch nochmal betrachtet: wenn sie so über die Wabe läuft, sieht es für mich irgendwie seltsam aus. Als ob ihr Hinterleib ein Eigenleben hat und die Spitze ganz leicht nach links und rechts vibriert, unregelmäßig.


    Erbuco, danke für die Vorschläge, doch ich glaube nicht, dass ein durchsieben jetzt noch nötig ist. Die jeweils zweite Königin hatte ich ja schon entnommen. Und beide 'Alt'königinnen geben mittlerweile Anlass zu der Vermutung, dass mit ihnen etwas nicht stimmt. Ich bin mir zu 99% sicher, dass diese beiden Königinnen defekt sind und ersetzt werden müssten, obwohl mir das in beiden Fällen sehr weh tut.
    Zeichnen tu ich meine Königinnen übrigens wann immer ich eine ungezeichnete Königin entdecke. Und wenn ich vermute, dass da eine ungezeichnete ist, dann suche ich auch (gefangener Schwarm, abgeschwärmtes Volk, nachschaffender Ableger...).
    Die eine 'Zweit'königin hatte ich gleich anderswo in einem Ableger untergebracht, die andere mit den völlig kaputten Flügeln kann eh keine Regentschaft mehr übernehmen.


    Nun würde mich noch immer interessieren, welche Mechanismen dazu führen können, dass Königinnen Zellen mehrfach bestiften...


    Grüße,
    Robert

  • Hallo,


    den Vergleich jung gegen alt mit Aufteilung würde ich aber schon noch versuchen. Denn so beantwortest Du dir Deine Frage sicher.:u_idea_bulb02:


    Falls es verschwindet, dann war`s typisch eine junge.


    Was mir noch aufgefallen ist: wenn fremde Königinnen eingeweiselt wurden, dann verstreicht bei Dir lange Zeit, wo Du nochmal kontrollierst. Je nach Volk passiert es gar nicht selten, dass sie zunächst noch Umweiselungsanfänge, wie "Umweiselungsspielnäpfchen" auf den Waben haben. Manchmal sind die aber auch bestiftet! Eine Neue ist erst ganz sicher, wenn ihre eigenen Nachkommen in ausreichender Zahl sie umgeben.
    (Nur für den Fall, dass Dir hier still umgeweiselte, junge eine lange Nase machen, und Du einfach jeweils zum gerade passenden Zeitpunkt die Mehrfachstifte der Jungen gesehen hast).


    Meine Umweiselung im Schaukasten zeigte eine Phase lang, dass BEIDE Königinnen mit sicherheit kurz hintereinander weg die gleichen Zellen "bestifteten". Bei mir war das allerdings eine Art Schattenboxen, weil die Junge da noch nicht gelegt hat aber ein eifriges Legeverhalten zeigte.
    Jedoch glaube ich nicht, dass so mehr als zwei Stifte begründbar wären.


    Und noch was: meine Altkönigin hatte auch einen Defekt am Bein: Fehlendes Fußendglied mittleres Bein. Es fiehl wirklich auf, dass sie schlecht zu Fuß war und das Festhalten und Positionieren beim Stiften machte Schwierigkeiten. Zum Schluss hat sie nur noch selten und wenige Zellen bestiftet. In diesen blieb der Hinterleib immer ewig lange drin, sie verharrte in dieser Position.
    Ob da mehrfach gestiftet war, kann ich nicht sagen. Ich hab mir da keine Mühe mehr mit dem Ausleuchten gemacht. Weil hinter Glas, ist es schwierig, da mal eben ein paar Bienen wegzupusten:wink:


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper