verdeckelter Honig mit 22% Feuchte??

  • Werbung

    Interessante Theorie, bei 30% Luftfeuchtigkeit die Honigfeuchte unter 20% bringen zu wollen.

    Die Physik des Wasserdampfdruckes in gasförmigen und in flüssigen Stoffen in Abhängigkeit ihrer Temperatur und Atmosphärendruck machts möglich. Gemessen und dargestellt auf der Skala des relativen Wassergehaltes [% r. F.]. Relativ = gemessener Wassergehalt in Relation zum maximal möglichen Wassergehalt von 100%.
    Guckst du als Bsp. für Luft: Mollier-h-x-Diagramm

  • Zwischenfrage, wenn ich mir das erlauben darf:
    Wenn der Wassergehalt i.O ist, schleudere ich dann auch 2/3 -3/4 gefüllte HR ab wenn die Tracht endet oder "lagere" ich die irgendwie im Wabenschrank fürs nächste Jahr/nutze Sie als Winterfutter?

  • Interessante Theorie, bei 30% Luftfeuchtigkeit die Honigfeuchte unter 20% bringen zu wollen.


    Theorie? Nein, das funktioniert.

    Zitat

    Mit gesetzlicher Lage ist gemeint, dass man dem Honig nichts hinzusetzen und nichts entziehen darf. Mit „Nichts“ meinen die auch Wasser.


    Ich entnehme die Waben aus dem Volk --> Der Wassergehalt wird ansteigen, da der Wassergehalt im Honig mit dem Wassergehalt der Luft in einem Gleichgewicht steht und diese relativ feucht sein kann.
    Ich schaffe die Waben in den Schleuderraum --> Der Wassergehalt steigt weiter, solange der Wassergehalt der Luft unkontrolliert ist.
    Ich schalte den Luftentfeuchter ein --> Der Wassergehalt sinkt, da der Wassergehalt im Honig mit dem Wassergehalt der Luft in einem Gleichgewicht steht.
    Dieses Auf und Ab kann wohl kaum über die Honigverordnung geregelt werden; es ist reine Physik.

    Zitat

    Der Wasserentzug bei Honig kann über eine „abgestoppte Gärung“ nachgewiesen werden.


    Das kann ich nicht glauben. Eine Wabenlagerung im trockenen Raum hat denselben Effekt wie eine Honigtrocknung im Bienenstock, nämlich die Verdunstung von Wasser. Wie soll das unterschieden werden?


    Gruß Ralph

  • Bei einem Gärungsprozess entstehen bestimmte Mikroorganismen. Honig beginnt, wenn zu feucht geerntet, zu gären und somit beginnen diese Mikroorganismen sich zu entwickeln. Wenn dem Honig das Wasser entzogen wird, welches für die Gärung zwingend notwendig ist, nämlich über 22%, dann wird dieser Gärungsprozess unterbrochen oder abgestoppt. Offensichtlich ist dieser abgebrochene Gärungsprozess über bestimmte, noch vorhandene Mikroben nachzuweisen. Hintergrund ist, dass man über die genauere Herkunft von Honigen Nachstellungen angestellt hat. Da die Honige aber verschnitten, gesiebt werden, ist wohl im Moment als Quintessenz der Indiz, des zu feucht geernteten Honigs herausgekommen. Man weiß, dass industriell in Massenproduktion hergestellter Honig zu feucht geerntet wird und erst im Verarbeitungsprozess das Wasser entzogen wird. Somit ist ein abgestoppter Gärungsprozess ein Indiz für industriell hergestellten Honig.
    Ich finde irgendwie den Artikel nicht mehr, war interessant.
    Viele Grüße

  • Hier müsste aber auch genügend Zeit vergehen, damit eine Gärung in Gang kommt. Wenn die Waben geerntet und in einen trockenen Raum gebracht werden, steht wohl nicht diese Zeit zur Verfügung, zumal sich das nicht wesentlich vom Vorgang im Bienenstock unterscheidet. Wenn der Honig aber geschleudert, gelagert und später getrocknet würde, dann wäre ein solcher Nachweis für mich vorstellbar.
    Für Hobbyimker wird das aber kaum relevant sein.


    Gruß Ralph

  • Richtig, Ralph.:daumen:
    Dazu müssten Gärungsprozesse bereits im Gang sein, frisch geernteter Honig ist da nicht der Nachweiskandidat. Wobei ein gewisser Gehalt an Mikroorganismen/Hefen durchaus natürlich nachweisbar ist.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Erbuco


    so ist es. Bei Massentrachten ( Raps, Akazie, Linde etc. ) Wird bei weitem mehr "rangeschafft", als in Abhängigkeit der Volkstärke in der Zeit verarbeitet werden kann und somit verdeckeln die Damen auch schon relativ feuchten Honig, um der anfallenden Masse noch gerecht zu werden.


    Dickwaben neigen auch zu höheren Wassergehalten.

  • dg392 : Vielen Dank für den Link. Soweit ich verstanden habe, soll die abgestoppte Gärung über die Anzahl von Hefezellen und den Glyzeringehalt nachgewiesen werden. Bei Blatthonigen soll das nicht funktionieren und bei Blütenhonigen ist es umstritten. Die Untersuchungen zielen auf chinesischen Honig, der angeblich unreif geerntet und dem nach Lagerung in einem großtechnischen Vakuumverfahren Wasser und Gärungsalkohol entzogen werden soll.
    Das hat mit der hier erwähnten Lagerung von Waben vor der Schleuderung in trockener Luft nichts zu tun. Selbst die Behandlung mit Melitherm oder Apitherma ist nicht die Zielrichtung. Man sollte sich aber hüten, gärigen Honig durch Trocknung aufbessern zu wollen. Das ist eindeutig verboten!


    Gruß Ralph

  • Ehrlich gesagt finde ich es bemerkenswert, wie aus einer Stichprobenmessung an einer Stelle der Wabe gleich eine Trocknungsdebatte entsteht - womöglich hat die Wabe an anderer Stelle 16% und das mittelt sich im Eimer aus.
    Wenn verdeckelt, dann würde ich das Zeug abschleudern und dann messen. Alles unter 20% ist ausreichend, unter 18% wäre es optimal.
    Würde mich nicht wundern, wenn es darauf hinausläuft und dann braucht es nichts mehr zum Trocknen.
    Und wenn nicht: Verfüttern kann man den dann immer noch; hat aber wenigstens die HRs wieder frei.


    Melanie

  • Bei verdeckelten Waben kommt doch nichts mehr raus, ist doch wie ne Tupperdose luftdicht.?
    Ich würde es umtragen lassen dann passt das auch von der Honigverordnung,
    Gärigen Honig nur verfüttern, sonst hast du den zwar wieder zum schleudern, aber geschmacklich
    immer noch ne leichte Note.


    Mit , ob du noch genügend Zeit hast meinte ich deine Varroabelastung, lieber auf 3 kg Honig verzichtet
    als ein Volk zu verlieren.


    patrick : wenns 3 Tage schlechtes Wetter war, ohne neuen Nektareintrag kannst du fast alles schleudern,
    evtl an mehreren Stellen messen, bei 2/3 Verdeckelten Waben sollte es auch passen, am besten Bienenflucht oder vor
    Flugbeginn die Waben raus und schleudern,


    Gruß

  • Gärigen Honig nur verfüttern


    Gäriger Honig gehört auch nicht verfüttert.


    Er enthält nun mal viele Sporen, die dann wieder im Futter landen. Wenn die Bienen die da drin haben wollten, dann hätten sie in ihrer Evolution irgendwann mit dem ganzen Trockenungsgedöhns aufgehört :wink:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo,


    ich habe auf den Waben mehrere Proben genommen. Die Ergebnisse schwankten von 20-22%. Also Mittelwert 21%.


    Jetzt behaupte ich mal, dass Honig mit 21% auch etwa ein Jahr haltbar ist, wenn ich im kühlen Keller lagere. Bis Mai kommenden Jahres habt mein Junior schon dafür gesorgt, dass die Gläser "ausgeschleckt" sind.


    Die Honigverordnung hätte kaum 20% festgeschrieben, wenn bei 21% bereits der Gärungsprozess in dieser kurzen Lagerzeit einsetzt. Ein etwas Reserve wird da schein eingeplant sein. Außerdem gehe ich davon aus, dass die Bienen wissen, wann ihr Winterfutter lagerfähig ist.


    Es sei denn, die Mädel können mein Geimkere nicht mehr ertragen und wollen über den Winter kollektiven Selbstmord begehen. :Biene:


    Viele Grüße


    Tom

    Auch eine eierlegende Wollmilchsau gibt keinen Honig.