Met so schwer?

  • Lustiger thread :D Über Met wurde hier schon mal ausführlich und fachmännig diskutiert, das sollte zu finden sein. Da kam vor allem die Fraktion zu Wort, die es genau nimmt, alles misst und berechnet.


    Deswegen finde ich es diesmal sehr erleichternd, dass sich gerade die melden, die Met "einfach machen". Ich halte es auch so und hatte bisher keinen Misserfolg (bei mir schmeckt das Selbstgemachte sowieso erst mal besser als das von anderen, vor allem von der Industrie).
    Freilich kann ich so nie die Qualität genau vorherbestimmen, jeder Met wird anders. Und ich verzichte auch darauf, die Süsse und Säure- und Aljoholgehalt zu bestimmen.


    Nun war ich erstaunt, von Met verkaufen - nach "Met einfach machen" - zu lesen. Das geht für mich dann nicht mehr zusammen! Wenn ich verkaufe, muss ich die Qualität auch benennen (und garantieren) können, da gehört dann doch mehr dazu als alles nur einfach reinzukippen.


    Bei mir gibt es keinen Met zu kaufen, aber jeder kann kommen und mittrinken...

    Seit 2010 Sächsischer* Hobby-Imker mit ca. 10 Völkern in DNM

    * sie summen weicher als die nicht-sächsischen Bienen

  • Einfach isses immer......wenn man´s denn kann.:wink:


    Olli,
    wie oft hast Du schon guten, schmackhaften Met getrunken?



    Ich muss gestehen, dass mir bis jetzt nur ein oder zwei Honigweine (von, ich weiß nicht mehr wie vielen verschiedenen Kostproben in den vergangen Jahren) richtig toll geschmeckt haben.
    Von daher denke ich, dass es eben nicht sooooo einfach ist wie hier geschildert wird.


    Ich würde denjenigen um Rat fragen, dessen Met mir exzellent mundet.


    Genießerische Grüße
    Regina, die gestern einen gut abgelagerten Met vom Fachmann kosten durfte.:daumen::p_flower01:

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Moin,
    ja, es ist recht einfach.
    Nur soll niemand glauben, das aus schlechtem Honig guter Met wird.
    Der schlechtere wird dann zu Gewürzmet oder Ähnlichem gepanscht.


    Ich nehme auch einen Liter Apfelsaft und gebe Sherryhefe (18 %)zu.
    Die hohen Prozente brauchen aber Restsüße.
    Wenn es ordentlich arbeitet (Deckel nur lose andrehen, damit die Kohlensäure entweichen kann)dem Gemisch zugeben.
    Das Gemisch besteht halbe halbe aus Honig und Wasser.
    Gärröhrchen drauf und warten
    nach ca 2 Monaten ist die starke Gärung vorbei.
    Abschmecken, und nach Geschmack (Süße)Honig zugeben.
    In Kürze beginnt dann die Hefe sich am Boden abzusetzen und der Met klärt sich.
    Nicht zu lange auf der Hefe liegen lassen, ab und zu mal von oben weg (Schlauch) abziehen.
    Wenn er dann klar ist kann in Flaschen abgefüllt werden,
    Am Besten schmeckt er nach einem Jahr.
    Danach bekommt er aber eine leichte, angenehme Sherrynote
    Honig hat genug Säure, da braucht nichts zugegeben werden.
    Gruß
    Helmut


    die Stripe-Benutzer haben einen etwas saureren Met

    • Offizieller Beitrag

    wie oft hast Du schon guten, schmackhaften Met getrunken?


    Genau genommen noch nie. Sowas zu kaufen wars mir immer nicht wert.

    Zitat


    Ich muss gestehen, dass mir bis jetzt nur ein oder zwei Honigweine (von, ich weiß nicht mehr wie vielen verschiedenen Kostproben in den vergangen Jahren) richtig toll geschmeckt haben.
    Von daher denke ich, dass es eben nicht sooooo einfach ist wie hier geschildert wird.


    Ich würde denjenigen um Rat fragen, dessen Met mir exzellent mundet.


    Genießerische Grüße
    Regina, die gestern einen gut abgelagerten Met vom Fachmann kosten durfte.:daumen::p_flower01:


    Naja ich wäre schon froh wenn er irgendwie die Süße einer Spätlese hätte. Das schmeckt mir gut. Wenn ich da was in die Richtung hin bekomme wäre ich nicht abgeneigt.

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Ich dachte immer Met ist aus Honig und nur aus Honig. Was soll hier Apfelsaft? Brrh, brrh. Aus Apfelsaft macht man Moschd (Apfelwein oder Most)
    Remstalimker


    Bei einer reinen Mischung aus Honig und Wasser startet die Gärung wohl recht langsam, zudem gärt der Met eventuell nicht ausreichend durch da es keine Schwebeteilchen gibt die die von den Hefepilzen genutzt werden um im Met zu "schwimmen".


    Grüße


    Ulrich

  • Hallo,


    Seit fast zehn Jahren braue ich mein eigens Bier, daher habe ich ein wenig Erfahrung mit Hefe und Gärung. Oft habe ich den vergleich gemacht zwischen das vergären von Most und von Würze und es wäre vielleicht nicht schlecht diesen Vergleich durch zu ziehen zum Met.


    Saure


    Ein Grund warum die Bierwürze nach dem Lautern gekocht werden muss und nachher quasi steril behandelt werden soll in Gegensatz zu den Most ist der hohe pH-Wert der Würze. So lange die Gärung im abgekühltem Süd keinen angefangen genommen hat ist die Würze Tabula Rasa für Mikroorganismen die eine Fehlgärung verursachen können. Einmal die Gärung richtig anfängt hat die Hefe den pH wert so weit gesenkt das die Würze einigermaßen gegen unerwünschte Organismen geschützt ist.
    Auch der angesetzte Honig hat einen relativ hohen pH-Wert und ist daher sehr empfindlich für eine Fehlgärung. Für eine konstante Qualität ist es wichtig dass die „gute“ Hefen in eine bessere Konkurrenzposition sind gegenüber „schlechte“ Hefen, Bakterien, usw.
    Den Honig erhitzen ist eine erste Möglichkeit aber man verliert schöne Aromen.
    Durch zugeben von reichlich Reinzuchthefe bringt man die "guten" Hefen schon mal in eine überzahl.
    Hefe mag ein leicht saures Milieu, viele Mikroorganismen aber nicht. Durch ansäuern verbessert man die Lage für die Hefe wieder einwenig, nur ... Milch-und Essigsäurebakterien mögen es auch gerne sauer. Ansäuern kann man durch zugeben von relativ viel Fruchtsaft, aber reden wir dann noch über Honigwein, oder durch zugeben von Organischen Säuren die geeignet sind für Lebenzmittel. Die Literatur beschreibt dass Ansäuern auch den Geschmack zu gute kommt.
    Hefen in eine bessere Konkurrenzposition bringen gegenüber Milch-und Essigsäurebakterien erreicht man durch die hier oben genannte überzahl der Hefen aber auch durch eine zügige Vergärung. Milch-und Essigsäurebakterien kommen nich gut zurecht mit Alkohol, und einmal +13 % ABV ist es für denen meisten Schluss. Um die Gärung rasch verlaufen zu lassen braucht die Hefe außer eine C-Quelle (Zucker im Honig) auch eine N-Quelle und dazu wird Nährsalz zugegeben. Dabei sind Essigsäurebakterien auch noch mal Aerob, einmal die Gärung gestartet hängt eine Kohlensaure-schicht über den Wein wodurch sie gegen diese Bakterien schon mal geschützt ist.
    Schwefel: Hefe verträgt den Schwefel besser als Milch-und Essigsäurebakterien, leicht schwefeln vor der Gärung ist möglich aber leicht vermeidbar. Ist die Gärung zu ende und der Alkoholgehalt ist niedriger als 13 % ABV oder unbekannt dann kann man nachschwefeln als Schutz gegen Milch-und Essigsäurebakterien also um den Wein länger haltbar zu machen.


    Falls ich hier oben Quatsch reingeschrieben habe oder falls jemand es besser weis höre bzw. lese ich das hier gerne, mein Met kann dadurch nur besser werden.


    Tschüss, Wilfried.

    ...und der Blick auf die Biene wird der Blick auf die Landschaft sein (Bernhard Heuvel, 08.11.2013)

  • Lieber Teleskopix, lieber Ulrich,
    es ist schwer gegen Theorie an zu stinken. Meine bescheidene Erfahrung von über 25 Jahren in Sachen Met reicht nicht aus um gegen Internetwissen zu argumentieren.
    Hallo Wiwi,
    wenn man nicht stark gärigen Honig benutzt sind 16% bei Met gut zu erreichen. Durch den hohen Alkoholgehalt ist Met nicht kritisch. Aus Met ist ohne Verdünnung kaum Essig zu vergären.
    Aber wie gesagt, ich möchte nicht gegen Internetwissen diskutieren.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol: