Met so schwer?

  • Moin,
    ich habe einen Gärballon bekommen. Jetzt dachte ich mal darüber nach etwas Honig zu vergären.
    Wenn man auf honigweinkeller.de liest klingt das alles ja ziemlich aufwendig und kompliziert. Dagegen gibt es ein paar Youtube Videos wo die Grundzutaten zusammen gemischt werden, warm stellen und Gärröhrchen drauf und blubbern lassen.
    Frage steht jetzt für mich im Raum ob es wirklich so kompliziert sein soll. Wie sind eure Erfahrungen?
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Man kann wild rumexperimentieren und wild gären lassen. Nur das Ergebnis ist nicht immer toll. :) Ist auch schade um den schönen Honig.


    Zuverlässiger ist es, und langfristig macht es auch mehr Spaß, wenn man sich Mühe gibt und reproduzierbare Ergebnisse erzeugt. Dann kann man auch anfangen hier und da zu feilen. Und besser werden.


    Definierte Zustände!

  • Ist gar nicht kompliziert. Ein befreundeter begeisteter Mettrinker hat nach kurzer Anweisung seinen eigenen Met in ca. 15 Minuten aufgesetzt. Das schlimmste war die Wartezeit, nach 1-2 Monaten schmeckt der Met wie Federweisser, aber richtig gut wird er erst nach mindestens einem Jahr (dann gährt er aber schon lange nicht mehr). Der Met war anschließend der beste den er je getrunken hat.
    Klar darfst Du nicht wild gären lassen, sondern solltest schon Reinhefe verwenden.


    Ich kann hier dann nur mein Standardrezept 1-1-1 wiederholen:
    1 Liter Wasser, 1 Liter naturtrüben Apfelsaft (notfalls aus dem Tetrapak), 1kg Honig (alles in gewünschter Menge) in den Gärballon kippen, dazu Reinhefe (ich kann Portwein empfehlen), Stöpsel drauf, warten! (Bei uns steht das bei ca 20°C)
    Wenn Du etwas aufpasst und keine große Sauerei in der Küche anstellst, ist nach 30 Minuten alles inklusive Aufräumen erledigt.


    Das Ganze erinnert mich daran, dass mein Metvorrat langsam zur Neige geht und ich mal wieder neuen aufsetzen sollte... Der Plan für das Wochenende steht!

  • Der Met war anschließend der beste den er je getrunken hat.


    Das habe ich von meinem ersten Met auch gedacht. :-D


    Und dann habe ich einen Met von Rudi Maurer getrunken.

  • Omni das meine ich. Das was du schreibst ist einfach. Anders haben das die Youtubevideos nur in paar Details erklärt. Klar sauber arbeiten, gute Reinzuchthefe dazu weil sonst kann man auch Lotto spielen.
    Aber dieses ganze zugekippe von Nährstoffen und Säure einstellen und und ... das ist mir alles zu kompliziert für ein Gesöff was leicht süß schmecken soll und Alkohol enthalten soll mal so für gesellige Runden.
    Ich will allerdings eben nicht ganz im Blindflug das machen bzw die Wahrscheinlichkeit für Misserfolge erheblich minimieren. Es soll aber halt auch kein High-End Produkt werden sondern Durchschnitt sein sondern das Endprodukt soll deutlich besser sein als mein geringer Aufwand vermuten lassen könnte ;)

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  • So baut man Bomben! :cool:


    Stöpsel locker drauf...:lol:


    Wieso? Da ist doch das Gärröhrchen drinne wo der Überdruck abfließen kann.

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  • Also, manche setzen noch Nährsalz oder Schwefel dazu, damit es klar wird und gut anfängt zu gären. Aber das braucht man nicht. Ich mache allerdings 2 Tage vorher einen "Starter": von dem Liter Apfelsaft (immer Direktsaft, sehr gut frisch gepresster im Herbst) nehme ich 1/4 l und tue die Hefe dazu. Die Flasche verschließe ich nur lose und dann geht es mit der Gärerei ganz schnell. 2 Tage später den Ansatz mit den anderen Zutaten (den Honig mache ich flüssig) in den Gärballon und dann in den Keller. Der hat zwar nur so 15°C, geht aber auch. Nach 3 Wochen etwa von der Hefe ziehen in ein anderes Gefäß und dann nochmals mit Gärspund 4-6 Monate schaffen lassen. Dann wieder von der Resthefe ziehen und abfüllen tue ich das dann kurz vor dem Verkauf.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Nach 3 Wochen etwa von der Hefe ziehen in ein anderes Gefäß und dann nochmals mit Gärspund 4-6 Monate schaffen lassen. Dann wieder von der Resthefe ziehen und abfüllen tue ich das dann kurz vor dem Verkauf.


    Muss man das machen wenn man das nur für sich selbst machen möchte? Oder warum ziehst du den noch mal von der Hefe? Wie verhinderst du dass er in der Flasche weiter gärt?

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  • Äh, Schwefel kommt, meines Wissens, erst dazu, wenn der Gärvorgang abgeschlossen ist. Mit Schwefel tötet man nämlich nicht nur Bienen, sondern auch die Hefe und vermeidet damit ein Nachgären in der Flasche, was dann wirklich zu einer Bombenstimmung führen kann... Da ich aber meinen Met so lange gären lasse, bis die Umgebung der Hefe zu alkoholig ist, habe ich noch nie Schwefel eingesetzt und auch keine Bomben gebaut.
    (Ich habe aber auch so viele Ballons dass der Met meistens in den Ballons mit Gärverschluss lagert, und ich fülle erst nach einem Jahr in Flaschen um.)


    Richtig, Nährsalz kippe ich üblicherweise (meistens) bei meinen Ansätzen auch noch dazu. Aber pingelig sauber arbeite ich, ehrlich gesagt, nicht. Klar, ich wasche den Ballon aus (mit Sand als Scheuermittel), aber dafür kippe ich ja die Reinhefe dazu, dass hier nicht wilde Gärung passiert. Ich koche den Gärballon nicht aus, da habe ich zu viel Angst dass mir das Glas plötzlich springt.
    Mir ist noch nie ein Ansatz umgekippt, und ich habe mittlerweile sicher schon über 30 Ansätze gemacht (sowohl Wein als auch Met).


    Säure einstellen, davon habe ich gelesen, das aber selber noch nie gemacht. Dafür ist der Apfelsaft drin, der bringt genug Säure mit und hilft später auch beim Geschmack, zumindest bilde ich mir das ein. Ich habe auch schon Ansätze einfach mit Wasser statt dem Apfelsaft gemacht, funktionierte auch. Oder Kirschsaft statt Apfelsaft (das nennt sich dann "Drachenblut"), aber ich mag Kirschen nicht so sehr. Kirschliebhaber fahren aber voll darauf ab.


    Wenn mich also wer fragt: Es ist wirklich super einfach. Ich kaufe beim nach hause fahren im Jodel-Baumarkt um die Ecke die Zutaten (Hefe und Nährsalz, die haben bei uns eine kleine Abteilung für die Obstaufbereitung wo auch alles für den Hobbywinzer steht) und dann kippe ich alles zusammen in den Ballon, benutze die Tetra-Paks auch direkt als Messbecher für das Wasser, Hefe rein, evtl. Nährsalz rein, fertig. Das Aufwendigste ist wohl dabei, den Honig so flüssig zu bekommen, dass er in den Gärballon läuft. Ja, dabei stelle ich teilweise die Honiggläser in warmes Wasser. Wenn der Honig Wasser zieht, stört mich das hierbei nicht :)


    EDIT: Das Abziehen macht man normal damit der Met nicht so trübe ist. Ich lagere meinen Met aber ziemlich lange, die Hefe setzt sich schon in einer Art Schlamm auf den Boden ab, dann fülle ich um, die Flaschen stehen auch noch eine Zeit und es setzt sich noch einiges ab. Wenn man nicht zu hektisch kippt, bleibt der Schlamm beim letzten Schluck in der Flasche, das kippe ich dann weg, opfere es dem Bienengott.
    Ein Bekannter von mir hat sich aber auch für teuer Geld (glaube es waren knapp 200€) eine Filteranlage gekauft. Allerdings hat er jetzt beim Filtern mehr Arbeit als beim Ansetzen.

  • Allerdings hat er jetzt beim Filtern mehr Arbeit als beim Ansetzen.


    Ich habe das mal bei Youtube mit so einer Filteranlage gesehen. Das ist wahrlich ziemlich aufwendig. Das lohnt wahrscheinlich auch nur wenn man größere Mengen machen und verkaufen will.

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  • Moin


    Das beste ist: fang mit einem erprobten Rezept an.
    Met ist nicht ganz so einfach, aber soooo kompliziert nun auch wieder nicht.
    Wichtig ist Sauberkeit und mit Reinzuchthefen zu arbeiten.
    Bei Interresse, kann ich Dir mal nen Rezept zukommen lassen, welches sich hervorragend als Grundrezept eignet.
    Vielleicht solltest Du Dir auch mal Gedanken über die Anschaffung einer Ochslewaage machen.
    Das kostet nicht die Welt, präzisisiert aber deinen Brauprozess und lässt die Widerholgenauigkeit steigen - damit Deine Zufriedenheit.


    Gruß
    Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935