Futterzarge schimmelt - Zuckergehalt zu niedrig?

  • Liebes Forum,


    ich habe mir ja selbst Zuckerwasser 3:2 angemischt und dies über eine Futterzarge an meinen Ableger verfüttert. Nach ein paar Wochen war die Zarge leergefressen, in der Zarge lagen einige tote Bienen (vermutlich ertrunken, werde das nächste Mal zusätzlich zum Dom noch Zweige in die Zarge legen), die bereits verschimmelten. Auch an der Wand der Zarge waren einzelne schimmelnde Stellen.


    Woran liegt das? Zuckergehalt zu niedrig? Leere Futterzarge zu lange belassen? Normal?


    Kann ich eigentlich den Zuckergehalt mit meinem Refraktometer messen (Antwort ist klar: ja!)? Was wäre da ein für meinen Sirup angestrebter Wert bei dem ich sicherstellen kann, dass in der Zarge nichts schimmelt?


    Viele Grüße
    Pisolo

  • Hallo Pisolo,


    ich denke, da Zuckerwasser immer zum gären / schimmeln neigt, wirst du das nur durch fertigen Sirup in den Griff bekommen. Ich habe das Problem mit Sirup (egal ob Weizen oder Zuckerbasis) noch nicht gehabt.


    Gruß
    Frank

    12er Dadant, Buckfast

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  • Du kannst einen Schuß Milchsäure ins Futter geben. Aber dann kannst Du auch gleich fertigen Sirup nehmen. Ob die Bienen das Zuckerwasser mit einem niedrigen pH-Wert noch invertieren können, wage ich zu bezweifeln.

  • Ich verwende ja eigenen Sirup, weil ich Biozucker verwenden will. Bioinvertsirup habe ich nicht erhalten. Ich habe einen Schuß Zitronensäure ins Futter gegeben, macht das einen Unterschied? Falls ja: Woher Milchsäure nehmen? Apotheke? Drogerie?

  • Hallo Pisolo,


    Milchsäure bekommst Du z.B. hier http://www.bienenzuchtbedarf-seip.de/index.php. Wozu willst Du den Zuckergehalt Deiner Lösung messen? 3:2 sagt doch alles. Süß in Kombination mit feucht ist der ideale Nährboden für Schimmelpilze- Zucker allein in trockener Form wird nicht von Schimmelpilzen befallen, weil er den Pilzen das Wasser entzieht.

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • Ich verwende ja eigenen Sirup, weil ich Biozucker verwenden will.

    Nein, Du löst Zucker in Wasser auf. Das ist was anderes.

    Bioinvertsirup habe ich nicht erhalten.

    nänänänänä :lol:

    Ich habe einen Schuß Zitronensäure ins Futter gegeben, macht das einen Unterschied?

    Ja, damit hast Du die BIO-Zertifizierung verloren, denn das darfst Du nicht. E330 ist als BIO-Tiernahrungsmittel für Bienen nicht zugelassen! Und nun steht es im Internet, daß Du's nimmst. Da wirst Du wohl nochmal durch die Umstellung durch müssen. :p

    Falls ja: Woher Milchsäure nehmen? Apotheke? Drogerie?

    Nur zu! Auch Milchsäure ist als Zusatzstoff zur Tierernährung bei Bienen nicht zugelassen.


    Der Verbraucher will das so.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Pisolo,


    Du bringst hier das Futter in Zusammenhang mit Schimmel.
    Das ist einfach egal. Der Schimmel würde sich an jedem nährstoffhaltigen Material bilden, soforn es warm und feucht ist.
    Die Bienen können den Bereich der Futterzarge NICHT trocknen.


    Dann haben wir hier im Süden heuer dauernd den Wechsel zwischen Warm und Kalt, was die Kondensierung begünstigt.


    Heißt: Kühles Wetter -> Bienen heizen -> mit Feuchtigkeit gesättigte Warmluft kondensiert im oberen Bereich -> Wasserdampfbeschlag ->
    Schimmelbildung.
    Speziell Ableger haben mit der Klimahaltung Probleme, da die Bienenmasse fehlt.


    Das kannst Du auch im Haus/in der Wohnung bei falscher Lüftung erhalten.


    Gruss, Christian

  • ...selbst Zuckerwasser 3:2 angemischt und dies über eine Futterzarge an meinen Ableger verfüttert.
    Nach ein paar Wochen....


    Äh - einem Ableger würde ich niemals eine selbstgemischte Zuckerlösung länger als ein paar Tage zum Verzehr belassen!


    Schimmel hast Du schon bei entsprechender Menge durch Kondensation und die Feuchte am Holz. Auch liegen gebliebene Tote schimmeln oft und gern, wenn man sie denn nur lässt.


    Zuckerwasser gärt schneller als Fertigsuirup und bildet auch so leckere Schleimhefen, da ist dann nur noch so eine miefige Glibbermasse im Fütterer, und überhaupt wird das alles voll eklig aber nicht mehr essbar. Die kommen außerdem viel schneller als der Schimmel.


    Aber alles Bio, das ja.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • nänänänänä :lol:Ja, damit hast Du die BIO-Zertifizierung verloren, denn das darfst Du nicht. E330 ist als BIO-Tiernahrungsmittel für Bienen nicht zugelassen!


    Henry, Du bist ne fiese Möpp! :-D Aber ich kann Dich beruhigen, den Zitronensaft haben meine Biofinger aus Biozitronen gequetscht, die ich in meinem Biogarten selbst züchte. Das Zitronenbäumchen wir auch Bio gedüngt, nämlich ... na gut, das erspare ich Dir jetzt... :liebe002:


    Ich mache Bio nicht, weil ich irgendeiner Richtlinie entsprechen muss, ich bringe meinen Honig nicht in den Verkehr, sondern verzehre ihn selbst.


    Viele Grüße
    Pisolo

  • ... den Zitronensaft haben meine Biofinger aus Biozitronen gequetscht, die ich in meinem Biogarten selbst züchte.

    Egal! Auch-BIO-Zitronensäure ist nicht zulässig, genausowenig wie das Abtöten von Bienen zur Honigernte mit BIO-Öl zulässig ist. Die Verwendung von Futterzusätzen ist abschließned BIO-geregelt.

    Das Zitronenbäumchen wir auch Bio gedüngt, nämlich ...

    irrelevant

    Ich mache Bio nicht,

    Sag ich ja.

    ... ich bringe meinen Honig nicht in den Verkehr, sondern verzehre ihn selbst.

    Sollten sich BIO-Freaks nicht ausschließlich von BIO-Produkten ernähren und nicht von so Zeugs, das mit unzulässigem E330 verunreinigt sein kann und sich trotzdem "BIO" nennt?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • ich habe mir ja selbst Zuckerwasser 3:2 angemischt und dies über eine Futterzarge an meinen Ableger verfüttert. Nach ein paar Wochen war die Zarge leergefressen,
    Pisolo


    Lieber Pisolo,
    gelbe Karte !!
    So hast du das aber nicht bei Horst Samstags gelernt :wink:
    LG

  • Hallo Pisolo,


    ich nehme 1L-Joghurteimer als Fütterer für Ableger und bin damit sehr zufrieden.
    Einfach ein paar Löcher in den Deckel stechen und den Eimer umgedreht über ein Loch im Deckel stellen.


    Die Menge von etwa 1 L ist gut für Ableger. Die Joghurteimer kannst du in der Spülmachine sauber machen.


    Lg Salsero

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Sollten sich BIO-Freaks nicht ausschließlich von BIO-Produkten ernähren und nicht von so Zeugs, das mit unzulässigem E330 verunreinigt sein kann und sich trotzdem "BIO" nennt?


    Ich bin kein Freak. Und ich nenne es auch nicht "Bio", der Begriff ist schon vergeben. "Obi" war auch schon weg. Ich schwank noch zwischen "Oib" und "Iob"... Meine Kinder nennen es "sinnvoll", aber das finde ich zu simpel.

  • Ich hatte mit 3:2 noch nie Probleme, ich denke das einige eben 2:3 mischen und das ist dann natürlich zu dünn


    Nochmals ich mache auf 3 Kg Zucker 2 Liter Wasser, Konkret mische ich immer grössere Mengen an, z.B. 21 Kg Zucker und 14 Liter Wasser, das in einen grösseren Fass da kommt Pumpe rein und in einer Halben Stunde hab ich feinstes Futter

    Nur wir Imker können funktionierende Varroa Abwehr schaffen, sicher nicht die Chemie