Zadant - Eine Brutraumzarge über den Winter ausreichend?

  • Frueher hat eine Brutraumzarge gereicht, moderne Hochleistungshybriden aus genverarmter weniger vitaler Linienzucht brauchen in den Systemen unserer Vorvaeter halt zwei Brutraumzargen

    Genverarmt, weniger vital aber braucht dann mehr Platz... Den Zusammenhang musste mir mal erklären.


    Gruß Chris

    Gerne :) [es ist wirklich keine Raketenwissenschaft] :

    -Linien-/Rein-/Rassen-Zucht ist Innzucht (Grossmuetter mit Bruedern, Soehnen und Enkel kreuzen). Innzucht ist zwingend mit Genverarmung und Vitalitaetsverlust verbunden (Verlust an Allel-Varianz). Sichtbar an lueckenhaftem Brutbild bei zu viel Inzucht in den Hybriden am Stand des Normal-Imkers. Solltest Du eigtl. wissen.

    Vgl. Hundezucht, z.B. Windhunde haben kleinen Schaedel, wenig Gehirnmasse im Vergl. zum Wolf, waeren in Natur nicht ueberlebensfaehig - es sind hochgezuechtete Rassehunde (oder Hybriden ;)

    -Moderne Hochleistungsbienenrassen ('Carnica' in BRD) sind auf Ertrag gezuechtet: groesseres Brutnest=mehr Ertrag => mehr Platzbedarf. Diese entstehen aus Linien-/Rein-/Rassen-Zucht (Innzucht) siehe oben. Der Kreis schliesst sich. Hoffe das hilft.

  • -Linien-/Rein-/Rassen-Zucht ist Innzucht (Grossmuetter mit Bruedern, Soehnen und Enkel kreuzen). Innzucht ist zwingend mit Genverarmung und Vitalitaetsverlust verbunden (Verlust an Allel-Varianz). Sichtbar an lueckenhaftem Brutbild bei zu viel Inzucht in den Hybriden am Stand des Normal-Imkers. Solltest Du eigtl. wissen.

    Das weißt du aber nur vom Hörensagen:!:Ich bezweifle sehr stark, das der Kreis der Normaloimker überhaupt Genetische Erosion betreiben kann!(und erkennt)

    Die Vererbung/Geschlechtsbestimmung von Säugetieren (auch das ist von dir sehr weit hergeholt) mit den von den Hautflüglern zu vergleichen ist schon falsch.

    Sichtbar an lueckenhaftem Brutbild bei zu viel Inzucht in den Hybriden am Stand des Normal-Imkers. Solltest Du eigtl. wissen.

    Ich bin sicher, du hast nix davon selber verstanden, gerade bei Standbegattung werden die Völker niemals Inzuchtdrepression zeigen, eher die Fehler bei der Aufzucht und Begattung und Pflege, das sieht nämlich genau so lückig aus.

    DAS könntetst/solltest DU eigtl. wissen...


    Die Rasse, für die Zander oder DNM einzargeig!! entwickelt oder abgeschaut wurden (bei den Amis!) waren die Schwarzen Bienen. Die machen machten nunmal keine Völker die in größere Kisten passten/gehörten. Als mit der Carnika oder Italienern eine viel fruchtbarere Biene eingeführt wurde, war zb. Zander einzargig zu klein, und man suchte Größeres (Schwarmtrieb!!). Der Weißheit letzter Schluß setzte einfach eine Weitere Brutraumzarge auf und verschlimmbesserte die Lage noch, weil so wiederum zu groß im Brutraum herauskam.

    So jetzt,

    hätten die Institute das immer ideal anpassbare Mittelding Dadant empfohlen, wäre der ganze Beutenwirrwar mit seinem Preiswucher erst garnicht....;)


    Zum Thema, füttert die Bienen mit aufgesetzter Flachzarge ein, stellt die im späten Herbst drunter, und nehmt die dann leere Halbzarge im Frühjahr drunter weg. Das löst vor allem das Problem des Überfütterns, falls ihr wirklich so starke Völker habt.

    Problem gelöst, oder?

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Du vermischt hier verschiedene Tatsachen.


    Sehr wohl führt fortgesetzte Inzucht zu Genverarmung und lückenhaften Brutnestern. Aber Du lässt hier den Eindruck entstehen, dass die früheren Bienenpopulationen alle besser und vitaler gewesen wären. Und dennoch dabei einfach kleinere Einheiten waren.


    Ich gebe Dir Recht, dass frühere Populationen kleiner waren. Wollte man so, man hat das so gezüchtet. Schon frühere Imkergenerationen haben Zucht betrieben. Sie wollten nicht diese riesengroßen Völker überwintern, weil Imker schon immer geizig waren. Also trommelte man die Völker ab und schwefelte die sogar noch ab. Kleine Einheiten brauchten auch nicht so viel Futter im Winter. Der war teuer und rationiert in einigen Jahren. Und von den überwinterten Kleinsteinheiten wollte man ja auch keinen Rapshonig ernten. Geschweige denn nennenswerte Frühtracht. Sommertracht war das erklärte Ziel. Frühe Schwärme produzieren war auch super, weil es dann viele Völker gab, die dann die Sommertracht eintragen konnten.


    Im übrigen züchtet auch die Natur und lässt dadurch geografische Rassen entstehen. Also Bienenpopulationen, die den geografischen Gegebenheiten angepasst sind. Nicht angepasste Allele werden eliminiert.


    Natur züchtet alleine auf regional angepasstes Überleben, nicht auf Ertrag, Schwarmträgheit oder Sanftmut. Und die jeweilige Population verliert die nicht benötigte Gene und Allele. Einfach so!


    Das ist ein Kontinuierlicher Verbesserungsprozess wenn Du so willst.


    Es war früher aber nicht alles besser, sondern anders! Und ob es wirklich eine Verbesserung war?


    Ich weiß es nicht!


    Auf jeden Fall ist das Bestreben jeglicher geschlechtlicher Fortpflanzung eine möglichst breite Durchmischung der Gene zu erhalten. Dadurch könnte eine möglichst optimale Anpassung an Änderungen in Wetter und Geografie auch möglichst gut abgefangen werden. Dazu fliegt die Königin auch mehrmals aus dem geschützten Bienenstock aus, um eine möglichst große genetischer Breite der Geschwistergruppern im Bienenvolk zu erreichen.


    Dennoch hat jede Königin, egal ob aus einem genetisch breitem Volk aus freier Mehrfachbegattung/Standbegattung oder aus maximaler Genarmut durch Eindrohnbesamung hervorgegangen ist auch nicht mehrere Väter!


    Sie hat nur einen Vater und eine Mutter! Die Diversität der Nachkommenschaft wird durch die ca. 2 Duzend unterschiedlichen Erbanlagen der Drohnen in der Spermatheka erzeugt.


    Die genetische Varianz ist und bleibt dabei 2 hoch 16 = 65.536 mögliche Variationen. Werden Töchter und Söhne (= bei der Bienen Tante-Neffe-Paarung) durch Inzucht kombiniert, so schränkt man das Erbgut ein. Es überleben aber nur diejenigen Individuen aus dieser Kombination, die nicht zu sehr ingezüchtet und zu ähnlich in der Genetik sind.


    Ich behaupte mal, dass solche ingezüchteten Individuen eher in die Richtung der von unseren Altvorderen gerne gesehenen sparsamen Kleinvölker tendieren.


    Gut durchgezüchtete Linien haben sicherlich etwas Inzucht "on board" und das ist gut so und durchaus gewollt. Imker wollen viele Bienen in den Kisten, damit es maximal Honig gibt. Ingezüchtete Linien schaffen das nicht!


    Es gilt eine vitale Biene zu züchten mit möglichst wenig Inzuchtanteil.


    Aber das war ja früher besser...


    Da kannten die alten Imker ja auch noch keine Heterosis...

    :wink:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Die Imkerei hat das Wachstum in 'guter fachlicher Praxis' der konventionellen industriellen intensiven Landwirtschaft mitgemacht: Neobionten fuer Monokultur in Massentracht und zuechterischer Optimierung (frueher Bluehbegin) mit Genpoolverarmung durch Inzucht (Rein-, Linien-) und starkem Vitalitaetsverlust dafuer Sanftmut fuer Badehosenimkerei! Hinter den propagandistischen Buzzworten steht aber einzig: Gewinnabsicht. (...) P.S.: Sorry fuer diesen 'Nekro'

    Du bist so'n richtiger 'Imkerlich-landwirtschaftliche konventionelle Praxis' Buzzwortimker ;)


    Kannst ja mal googeln, wie das früher so war. Am besten mit so Buzzworten wie Kalkbrut, Nosema, Tracheeenmilben oder nach dem Ursprung der Buckfastbiene. Auch haben sich die Landwirtschaft kaum verändert seit vor 150 Jahren, und Dank Internet kann jetzt jeder Mal in die Suppe spucken ;)

    Was ist denn das für eine Wassersuppe, die Du da einfach mal so rauslässt?

    Du kennst die „Nichtveränderung“ der Landwirtschaft in den letzten 150 Jahren?

    Und dann gibt es auch noch von 7(!) Mitlesern den Daumen hoch .

    Na gut.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Gerne :) [es ist wirklich keine Raketenwissenschaft] :

    -Linien-/Rein-/Rassen-Zucht ist Innzucht (Grossmuetter mit Bruedern, Soehnen und Enkel kreuzen). Innzucht ist zwingend mit Genverarmung und Vitalitaetsverlust verbunden (Verlust an Allel-Varianz). Sichtbar an lueckenhaftem Brutbild bei zu viel Inzucht in den Hybriden am Stand des Normal-Imkers. Solltest Du eigtl. wissen.

    Vgl. Hundezucht, z.B. Windhunde haben kleinen Schaedel, wenig Gehirnmasse im Vergl. zum Wolf, waeren in Natur nicht ueberlebensfaehig - es sind hochgezuechtete Rassehunde (oder Hybriden ;)

    -Moderne Hochleistungsbienenrassen ('Carnica' in BRD) sind auf Ertrag gezuechtet: groesseres Brutnest=mehr Ertrag => mehr Platzbedarf. Diese entstehen aus Linien-/Rein-/Rassen-Zucht (Innzucht) siehe oben. Der Kreis schliesst sich. Hoffe das hilft.

    Trotzdem ist mir hier zu Hause der vitale Retriever lieber als n Wolf. Gutes Beispiel übrigens!

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von ichundmeinholz () aus folgendem Grund: RS

  • Irgendwie erzeugt das Video bei mir nur Kopfschütteln, deshalb meine Frage an die Profis. Überwintert man tatsächlich öfters in nur einer Zarge MP oder sollte das einfach nur ein Experiment von dem jungen Mann sein??

    Kopfschüttelnde Grüße Daniel

    Nein, man füttert - wenn man MPs überwintert, auch hier entsprechend ein, nur halt weniger.

    Man will ja auch hier nicht im Winter alle zwei Wochen Angst haben, das die kleineren EInheiten verhungern und dann drauf angewiesen zu sein, mit Futterteig eine Notlösung zu haben, die nur geht, wenn die Bienen parallel dazu auch Wasser sammeln können.

    Aber man kann im MP auch ganzjährig arbeiten, Beispiel: https://www.bienen-affoltern.c…ads/pdfs/MiniPlus2013.pdf oder https://www.lwg.bayern.de/mam/…%C3%BChrung_mini_plus.pdf


    und wenn Du die Suchfunktion nutzt findest Du auch hier viele Beiträge zur Überwinterung in MPs, Beispiel Überwintern auf Mini-Plus?