Vorlagern trotz niedriger Temperatur

  • Moin, moin,


    meine Völker lagern mehr oder weniger vor (direkt am Flugloch bzw. an der Vorderfront). An den heißen Tagen mit 28 Grad am Spätabend hielt ich das für normal. Gestern Abend bei 22 Grad wunderte ich mich schon. Nach der heutigen Nacht mit 72mm Niederschlag und 17 Grad am Morgen frage ich mich nach der Ursache. Die Außentraube ist z.T. bis zur Flugunfähigkeit vernäßt, andere bewegen sich normal. Könnt Ihr helfen? Danke - Gottfried

  • Wie sieht es denn mit der Belüftung aus? (Flugloch, Boden, etc.) Anzahl der Zargen? Vorgeschichte der Völker? => Mehr Informationen.

  • Ich hatte das mal bei einer Trachtlücke. Die Damen hatten keine Arbeit und hingen auch bei 15 Grad im Regen von der Türe rum. Als die Linde anfing, waren alle wieder unterwegs.


    Gruß
    Frank

  • Bei den Völkern ist seit mehreren Wochen alles unverändert geblieben, also: genug Platz (1 BrutR + 1 HoR, der NICHT überquillt vor Bienen), Flugloch bei den stärkeren Völkern auf voller Breite offen, bei den schwächeren Ablegern auf großem Schlitz (10 x 1,5 cm ca.), bei den ganz schwachen nur auf 4 Bienenbreiten (dort "Vorlagerung" nur von 6-10 Bienen).
    Zanderbeuten von Bienenweber mit dessen Böden mit Edelstahlgewebe von BienenWeber (s. dort unter Beuten, läßt sich leider nicht direkt verlinken). Windel seit Wochen zur Diagnose + Gemüllbeobachtung eingeschoben (mit Holzleisten nach unten -> also hinten (gegenüber dem Flugloch) auf voller Breite ca. 2 cm Lüftungsschlitz. Die Beuten stehen ca. 45cm hoch auf Stahlrohrstützen mit quer gelegten Kanthölzern.
    Jetzt haben wir hier dichten Nebel, hohe Luftfeuchtigkeit. Der vorlagernde Bienenbart setzt sich in der Beute nahtlos zu der unter den Unterträgern durchhängenden Traube fort, Rähmchen Zander modifiziert.
    Zu hohen Varroadruck schließe ich eigentlich aus. Zur Hitzewelle ging der natürliche Milbenfall zurück auf 2 - 3/Tag, davor 6 - 10/Tag.
    Wenn der Wassergehalt es erlaubt, will ich in ca. 2 Tagen schleudern + danach sofort AS-Kurzzeit mit Liebig-Dispenser + Auffüttern.


    Vorsorglich gerade eben noch einmal kontrolliert: Die vorlagernden Bienen sind größtenteils wieder eingezogen, nur die völlig vernäßten, bewegungsträgen hängen noch am Flugloch, andere fliegen schon wieder ein und aus. Für mich ist dieses verhalten noch immer unerklärlich, zumal es schon gestern Abend kühler wurde (20 Grad) und die schweren Regenfälle + Gewitter nicht urplötzlich aufkamen, sondern sich allmählich aufbauten. Sie hatten also genug Zeit, sich "vernünftig" zu verhalten und hätten sich nicht draußen hängend beregnen lassen müssen... Gottfried

  • Ich hatte das mal bei einer Trachtlücke. Die Damen hatten keine Arbeit und hingen auch bei 15 Grad im Regen von der Türe rum.


    Auch hier eine Trachtlücke wegen Trockenheit, nicht einmal der Weißklee in der Wiese wurde beflogen. Trotzdem noch gestern reger Flugbetrieb und keine Anzeichen von Räubereitendenzen (hatte eine Leerwabe rausgenommen + vergessen wegzuräumen, die war abends noch unberührt. Eine Kollege meinte, schon wieder Melizitose-Eintrag zu sehen, also doch keine Trachtlücke? Gewichtsveränderungen analog der Zeidlerwaage vom IV Erfurt, leider seit 5.7.14 Datenlücke und meine eigenen Kofferwaagenmessungen sind zu fehlerbehaftet:
    http://www.imkerverein-erfurt.de/index.php?option=com_content&view=article&id=134&Itemid=98


    Zu hohe Luftfeuchte im Bienenstock.


    Hm, gestern abend war es aber noch deutlich trockener?!


    Etwas verwirrt - Gottfried

  • Ich hatte das Verhalten in den letzten beiden Tagen bei meine beiden Völkern auch. Wir hatten und haben warmes, schwüles Wetter. Was Bernhard sagt kann durchaus stimmen. Platz haben sie genug, weil ich vor einer Woche einen weiteren HR aufgesetzt habe. Den wollen sie aber nicht. Es kommt zu wenig rein.

    Auch eine eierlegende Wollmilchsau gibt keinen Honig.

  • Ich bleibe dabei: Gestern abend war es bei uns nicht mehr so schwül und auch kühler und leicht windig. Vielleicht hingen sie da aus vortägiger Gewohnheit vor der Tür. Aber warum zogen sie bei aufziehendem Regen (der hier gegen Mitternacht zunächst ganz sachte begann) nicht ein? Wähnten sie sich in sicherem Schutz durch das vorspringende Blechdach von Bienenweber und wurden dann vom Starkregen überrascht?
    Gottfried

  • Ja, aber ich nahm an, daß es wesentliche Unterschiede von Mai zu Juli geben könnte. Ich gehe davon aus, daß einen wichtigen Grund vor das Vorlagern gibt, sonst hätten das nicht alle so gemacht (mit Bartmode auffallen müssen die zum Glück nicht). Selbst der schwächste Ableger mit 5 Waben hatte es durch seine kleine Einflugöffnung hindurch versucht mit einer Handvoll Bienen. Die war, so wie die Einflugöffnungen der Anderen, regelrecht verstopft heute früh. Gestern abend habe ich dieses Detail im Dunkeln nicht so genau wahrgenommen, weiß daher nicht, ob es gestern schon so verstopft war. Aber es ging nicht (nur) um das Abschotten, dazu waren die Bärte draußen zu groß. Leider sind die Online-Wetter-/Luftfeuchteaufzeichnungen vom IV Erfurt gerade in den letzten tagen nicht verwertbar. Noch immer rätselnd - Gottfried

  • Lieber bernhard,


    Du hast mich nun fast überzeugt (die für die letzten drei Tage zurückliegenden Daten kann ich nicht finden). Hältst Du es für besser, die Windeln jetzt rauszunehmen, damit der offene Boden noch besser lüften kann? Luft mit 100% relativer Feuchte bei 20 Grad kann immer noch Feuchtigkeit aus dem Brutnest mit 38 Grad abtransportieren. Danke - Gottfried

  • Ja, ich würde sie rausnehmen. Mal sehen, was sie dann machen. In den nächsten Tagen soll es ja besser werden.