Wie lange Waben wässern zum Nassausschmelzen?

  • Hallo!


    Gibt es eine optimale Einweichzeit der Waben? Hat es unter Euch eine(r) gestestet? Die Suchfunktion brachte keine Antwort.


    Zum Hintergrund der Frage:
    Beim Nassauschmelzen ohne die Waben vorher gewässert zu haben, stellte ich ich eine ungefähre Ausbeute von 1 : 1 fest (Wachsausbeute zu Gewicht Mittelwände).


    Seitdem ich die Waben vorher einweiche, stelle ich eine 12% bis 22 % höhere Ausbeute fest. So bekomme ich einen Wachsüberschuss und das Wachs wird schön gelb.


    Zwar ist beim Erkalten festzustellen, dass noch Restwachs im Trester bleibt. Dieses hatte ich auch schon ausgedrückt, aber es wurde dunkles Wachs und Kerzen gieße ich nicht. Solch dunkles Wachs kommt mir nicht in die Mittelwände.


    Nachdem die Suchfunktion eine Einweichzeit von 1 -3 (und länger) Tage ergeben hat, nun die oben aufgeführte Frage.
    Denn die unterschiedliche Ausbeute von 12 - 22 % Überschuss lässt mich vermuten, dass es mit der Einweichzeit zu tun hat.


    Wie lange brauchen Larvenhäutchen bis sie ganz vom Waser voll gesogen sind?


    Herzliche Grüße


    Andreas

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  • 24 Stunden, also einen Tag lang Einweichen müßte locker reichen. So dick sind die Häutchen ja nicht, daß sie lange brauchen, bis sie vom Wasser durchdrungen wurden.

  • Lieber Bernhard!


    Da Du in der Möglichkeitsform geschrieben hast und keine anderen User geantwortet haben, schließe ich, dass noch niemand es ausprobiert hat oder Erfahrungswerte hat.
    Ja, wenn man mehr Zeit hätte!


    Herzliche Grüße


    Andreas

  • Ich haue die immer einen Tag lang rein und das war es. Ob nun ein Tag länger x-Prozent mehr Wachs ergibt, das habe ich in der Tat noch nicht ausprobiert. Ob es sich lohnt?

  • Hallo Andreas!


    Ich weiche die Waben absichtlich immer länger ein, bis zu einer Woche. Der große Vorteil liegt meines Erachtens nicht nur in der Tatsache, dass sich die Nymphenhäutchen voll saugen, sondern auch dass größtenteils der Pollen ausgewaschen wird und somit kein Wachs aufnehmen kann.


    Die Wachsausbeute ist wesentlich davon abhängig, wie lange der Tresterkuchen warm gehalten wird. Das Wachs braucht eine gewisse Zeit bis es nur durch die Schwerkraft ausreichend abgetropft ist. So lange musss der Tresterkuchen warm gehalten werden.


    Mein Marke Eigenbau Dampfwachsschmelzer wird mit Holz befeuert. Indem, dass nach dem Schmelzen alles heiß ist und ich zusätzlich alles mit Decken abdecke, dauert es sicherlich einige Stunden bis der Tresterkuchen fest wird. Da ist zum Abtropfen genügend Zeit.


    Durch das Einweichen wird auch viel Schmutz ausgewaschen und das Wachs schöner.


    MfG
    Honigmaul

  • Hallo!


    Ich habe zwei Versuche mit unterschiedlicher Einweichzeit gemacht. Hier die Ergebnisse:


    Ausbeute Wabenauskochen


    Gewicht gekaufte Mittelwände:
    • Eigenwachs (Goldimkerei Oberschwaben, gewalzt)
    1090 Gr. in 15 Mittelwände = 70 Gr. pro Mittelwand
    • Biorat/Wallner (rückstandskontrolliert, gegossen ?)
    2020 Gr. in 25 Mittelwände = 80,8 Gr. pro Mittelwand
    Anmerkung: Mittelwände aus Eigenwachs werden lieber ausgebaut


    Gewichtsausbeute in Beziehung zu gewässerten Waben (Dampfwachsschmelzer)
    6 Tage: 654 Gr. bei 7,8 Waben = 83,3 Gramm pro Mittelwand
    Gewinn zu Mittelwand Eigenwachs: 19 %
    Gewinn zu Mittelwand Wallner: 3 %


    4 Tage: 653 Gr. bei 12,8 Waben = 75,23 Gramm pro Mittelwand
    Gewinn zu Mittelwand Eigenwachs: 10 %
    Verlust zu Mittelwand Wallner: - 6 %


    Fazit: Ich werde keine weiteren Versuche mit kürzerer Einweichzeit machen, da für mich die Tendenz klar ist und ich zukünftig auf 6 und mehr Tage Einweichzeit achte.
    Wahrscheinlich braucht das Wasser Zeit, um in die verschlossenen Brutzellen einzudringen. Die Waben stammten von einer totalen Brutentnahme. Wahrscheinlich gibt es auch Unterschiede zwischen Brutwaben und alten Leerwaben. Aber da soll ein Schüler einer Bienen-AG oder ein Student eine Arbeit darüber schreiben und sie können beim Weissacher Imkertag berichten


    Herzliche Grüße


    Andreas

  • Danke für die interessante Rückmeldung. Dann werde ich meine Waben auch mal länger einweichen lassen.

  • Hallo Doro E!


    Es stinkt übel. Die aufgelösten Honigreste, ich drücke verdeckelte Futterecken vor dem Wässern ein, fangen an zu gären.
    Ich bin froh um die Gummihandschuhe mit langen Stulpen von der Ameisensäurebehandlung.


    Die Rähmchen werden bei mir getrocknet und bei entsprechender Anzahl in 5% Sodalösung ausgekocht, in 5% Essiglösung neutralisiert (in einer großen Pflanzschale), anschließend abgebraust.
    Sie riechen wie früher die Waschstube meiner Tante. Nichts Gammeliges ist zu verspüren. Das Holz leidet nicht mehr wie sonst bei Sodalösung. Die Rähmchen, vernagelt und mit Propellerleim D3 verleimt, halten die Wässerung durch. Du musst halt schauen, dass sie komplett vom Wasser bedeckt sind.
    Das Wachs wird bei mir noch dreimal mit reinem kalkfreiem Wasser aufgekocht und nach dem Erkalten unten abgekratzt. Zum Schluß mit entmineralisiertem Wasser. Da stinkt dann nichts mehr.


    Ich nehme so eine altes blaues Chemikalienfass mit Deckel und trete einmal am Tag mit dem Fuß kräftig dagegen, damit die Luft aus den Zellen entweicht.


    Meine Tomaten und Himbeeren haben nichts dagen, dass ich diese Brühe an ihren Fuß gieße. Ich bin halt Schwabe. :-D"No nix umkomma lau'" hat d'Hausfrau g'sagt und "A'gschleckt wirscht ond wenn de no so zappelst" und hat die Maus am Schwanz aus dem Sahnetopf gezogen. Wir im Süden müssen Berlin mit durchfüttern.:-D


    Herzliche Grüße


    Andreas

  • Hi Andreas,


    Danke für die Erklärung.
    Blaues Fass habe ich, Wachs wartet grob zusammengeschmolzen noch auf einen großen Topf.
    Muss doch mal öfters auf Flohmärkte gehen.....


    Abr gellfei, d'Polidik lasse mr dahoim :wink::-D


    Gruß Doro

  • Eventuell hilft es, schon beim Einweichen eine Säure (Milchsäure zum Beispiel) mit in das Faß zu geben. Erstens wird so die Fäulnis/Gärung unterdrückt und zweitens klärt sich das Wachs beim späteren Schmelzen mit dem Säurezusatz besser. (Stichwort: Bleichen.)

  • Eventuell hilft es, schon beim Einweichen eine Säure (Milchsäure zum Beispiel) mit in das Faß zu geben. Erstens wird so die Fäulnis/Gärung unterdrückt und zweitens klärt sich das Wachs beim späteren Schmelzen mit dem Säurezusatz besser. (Stichwort: Bleichen.)


    Ob da auch Essig geht?


    Übrigens ist das ein ziemlich interessantes Thema. Ich hatte das letztens auch gleich mal ausprobiert. Das Verhalten des Tresters ist, wenn er voll Wasser ist, deutlich angenehmer im Sieb. Auch im Strumpf bleibt weniger Dreck zurück.

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"