Verwildertes Bienenvolk an Hauswand

  • Moin,


    ich hab mich hier angemeldet, weil ich ein vermutlich nicht ganz alltägliches Anliegen habe. Aber ich muss dazu etwas weiter ausholen.....ich bin auch kein Imker...


    Vor einigen Tagen hab ich einen faszinierenden Dokumentarfilm gesehen, "Bitterer Honig". Hätte ich den TV zu dem Zeitpunkt nichteingeschaltet, wäre ich nicht so bieneninfiziert, wie ich es jetzt bin, und ich hätte mir wohl auch kaum Gedanken gemacht.


    Am Wochenende besuchten meine Frau und ich meine Mutter anlässlich ihres Geburtstages. Einer meiner ersten Aktionen--wie immer--war, Zigarette drehen, raus auf den Balkon, rauchen..
    Aber diesmal nicht ohne den Warnruf meiner Mutter: "Bitte, tut meinen Wespen nichts!".


    Ich war ziemlich erstaunt-- in einem Hohlraum in der Außenmauer des Gebäudes hat sich ein Bienenvolk eingenistet ! ich verbrachte den Geburtstag meiner Mutter größtenteils damit, den fleißigen Insekten zuzusehen, und bewunderte vor allem die Ventilatorbienen, die --sich mit allen sechs Beinen am Holz festhaltend- ihre Flügel unablässig summen ließen und so einen richtigen warmen Luftstrom erzeugten. Als ich die Hand vor das Astloch im Holz hielt, bemerkte ich einen kräftigen warmen Luftstrom---ganz wie aus einer Heißluftdüse.


    Ich beobachtete die Samlerinnen, wie sie am Flugloch ein- und ausflogen, und ich kann mit Sicherheit sagen: An Geschäftigkeit ist Fuhlsbüttel* nix dagegen! Ich war erstaunt, das KEINE EINZIGE Biene trotz der geöffneten Balkontür in das Wohnzimmer meiner Mutter flog. So, als wüssten sie, das dort eh nix zu holen ist


    *Fuhlsbüttel = Hamburger Flughafen


    Nun aber zu meinem Anliegen: Was macht man da am besten? Das Volk kriegt man aus der Wand nicht heraus. Werden die Bienen genug zu essen haben? Sollte man sie ganz in Ruhe lassen oder ist es evt sinnvoll, mit etwas Zuckerwasser zuzufüttern? Es ist eine kleinstädtische Umgebung mit verwilderten Wiesen, einem See, jenseits des Sees Raps-und Getreidefelder und ein Friedhof und ein Wald ist auch noch in der Nähe (alles im Umkreis von etwa 5 km).


    Bin voll verliebt in diese Bienen... aber ich muss zugeben: Hätte ich den Film nicht einige Tage zuvor zufällig gesehen, dann wär mein Interesse auch nicht mal halb so groß.

  • Verwunderlich, dass sich hier noch niemand gemeldet hat. Aber ich denke, dass kommt noch :-)!


    Ich habe auch erst dieses Jahr mit dem Imkern angefangen und bin mind. genau so begeistert wie Du. Zufüttern halte ich persönlich für schwierig, da wo sie jetzt sind, können sie nicht überleben. Ein Hauptproblem und Killer der Biene ist die Varroa-Milbe und unsere heimischen Bienen gehen an dieser ein, wenn sie nicht behandelt werden.


    Normalerweise sollte man das Volk einfangen (Bienen-Sauger ?!) und einem Imker übergeben.

  • Seit wann sind sie da?
    Wie aufwendig schätzt du es ein, die Wand aufzumachen, um an das Nest zu kommen? Nur eine Holzverschalung oder mehr?
    Wende Dich am besten an einen Imker in der Nähe.

  • Doch, jetzt, ein paar grundsätzliche Gedanken an den Begeisterten:
    Verwilderte Honigbienen haben leider nur geringe Chancen zu überwintern. Selbst wenn alle anderen Bedingungen günstig sind, die Varoa-Milbe macht ihnen den Garaus, wenn sie nicht dagegen behandelt werden.
    Sie sollten also dort raus und in "Betreuung".
    Hier im Forum werden zwar Methoden diskutiert, wie man Bienen aus Spalten und Höhlen bergen kann - aber das ist sicher nichts für Dich so ganz ohne Erfahrung. Deswegen der Tipp, Dich an einen Imker zu wenden.
    Dazu gehe zwei Wege: Suche nach dem Imkerverein in der Gegend - meist gibt es dort Imker mit Bereitschaft zur Rettung eines Volkes. Und schreibe hier genauer den Ort auf, um den es geht, weil es auch im Forum Imker geben könnte, die dort in der Nähe imkern.
    Bei der Gelegenheit findest Du vielleicht auch den Imker, der Dir hilft, Deine neue Bienenbesessenheit zu "heilen" (im anthroposischen Sinne heilt man Gleiches mit Gleichem, also Bienensucht mit Bienen).


    Übrigens Lobesgrüße an Deine Ma, dass sie für (vermeintliche) Wespen Schutzinstinkte entwickelt statt wie oft üblich Panik zu entwickeln.

  • Doch, jetzt, ein paar grundsätzliche Gedanken an den Begeisterten:


    Hier im Forum werden zwar Methoden diskutiert, wie man Bienen aus Spalten und Höhlen bergen kann - aber das ist sicher nichts für Dich so ganz ohne Erfahrung. Deswegen der Tipp, Dich an einen Imker zu wenden.
    ...
    Übrigens Lobesgrüße an Deine Ma, dass sie für (vermeintliche) Wespen Schutzinstinkte entwickelt statt wie oft üblich Panik zu entwickeln.


    Ihr müsst entschuldigen: Meine Mutter ist fast blind....


    Und des weiteren will ich die eigentlich gar nicht bergen, von mir (und meiner Mutter aus) können die Bienen dort gerne bleiben und ihre Apfelbäume im Garten bestäuben :) und ihren hart erarbeiteten Honig dürfen sie auch behalten.


    Es gibt aber Neuigkeiten: Vor ca 14 Tagen berichtete Mutter, daß "sich eine große Traube" gebildet habe. Ich fürchtete, sie seien wieder ausgeflogen.
    Heute war ich aufgrund eines anderen Umstandes wieder bei ihr und guckte natürlich auch nach den Bienen. Sie sind noch da! Morgen fahre ich wieder hin und werde meine Kameras mitnehmen und einige Fotos machen. Vielleicht könnten die erfahrenen Imker hier dann auch sagen, um welche Rasse es sich handelt....


    Ist es möglich, hier Bilder einzustellen?

  • Moin
    Die Traube, die ihr seht sind vermutlich vorlagernde Bienen; ein normales Bild bei den zur Zeit hohen Temperaturen.
    Wennn es niemanden stört, deine Mutter sogar Freude daran hat, würde ich es einfach in Ruhe lassen.
    Sind sie bereits länger da, haben sie vermutlich ihren Wintervorat schon beisammen.
    Varroa ist zwar gefährlich, aber zwangsläufig daran sterben müssen sie nicht.
    Schönen Gruss, Elk

  • Hi,
    das ist doch einfach ein Balken unter dem Fenster. Wo ist denn der Hohlraum, in dem sie nisten?
    Die Bienen sehen aus wie meine - Wald- und Wiesenmischung, vermutlich Buckfasteinschlag (gelber Ringel).
    Tolle Bilder!
    Grüße
    apirita

  • Der Balken ist kein Balken , sondern eher ein Brett , ca 15 mm dick.Reine Zierde. Außen ist vorgeklinkert, dann kommt der Hohlraum mit der Dämmschicht (und jetzt eben auch Bienen), dann Kalksandstein.

  • Wann sind die Bienen dort eingezogen?
    Daraus läßt sich in etwa ermessen, wie es um die Wintervorräte bestellt ist.
    Offensichtlich sollen die Bienen ja bleiben und auch den Winter überleben.
    LG Elk

  • Bei uns in der Firma gibt es ein ähnliches "Problem".


    Wäre es möglich die Bienen rauszulocken ?
    Am Flugloch einen Schlauch anbringen, diesen in eine Beute führen und das Flugloch der Beute so positionieren, das die Bienen dort rein/durch müssen.
    Wenn man am "Schauchausgang" der Beute eine Bienenflucht anbringt können die Bienen nicht mehr in die Wand.


    Würde die Königin mit den "Nestbienen" irgendwann rauskommen um in die Beute umzuziehen ??


    Hoffe ich habs nicht zu kompliziert geschrieben.


    Gruß
    Hegges

  • UPDATE :


    Mitte Mai waren Mutter und ich sehr traurig, das sich beim Bienenvolk nichts rührte, und wir glaubten bereits, daß das Volk ausgestorben sei, wie hier ja auch von einigen prognostiziert. Umso größer ist die Freude! Seit heute fliegen die Bienen wieder!:Biene: Sie haben also den Winter überstanden :-D:-D


    Auch wenn wir an deren Honig nicht rankommen (wir können ja schlecht die Wand einreißen) ist es doch toll, daß sie auch in diesem Jahr ihrer Bestäubungsarbeit nachgehen können, und offensichtlich handelt es sich um ein gesundes Volk :-)