1. Jahr: Auffüttern, Behandeln und Wabenhygiene Reihenfolge + Ablauf (Zander)

  • Hallo!


    Ich habe zwar den Imkerkurs gemacht, eine Menge Bücher gelesen, aber manches ist Praktisch dann doch noch ein Rätsel. Leider wiedersprechen sich hier auch manche Bücher/Resourcen.


    Besonderheit: Alle Völker auf 2 Zargen überwintern.


    Hintergrundinfo:
    a) Im Moment habe ich 6 Völker auf 2 Zargen und 1 "Volk" auf 3 Waben (Die Königin will ich später in ein Volk mit Alt-Kö reinsetzen im September).
    b) Abschleudern erfolgt nächste Woche


    Meine Ziele:
    a) Ich möchte meine Völker 2-Zargig überwintern (natürlich nur bei vorhandener Stärke, ansonsten lege ich 2 zusammen).
    b) Behandlung mit Nassenheider + 60% AS
    c) Wabenhygiene (Austausch unterster Brutraum)
    d) Einfüttern/Auffüttern nach Abschleudern (Futtersirup)


    Fragen:
    a) Normalerweise läuft es ja so: Abschleudern, 5KG anfüttern, AS Behandlung (laut LWG Bayern). Zu welchem Zeitpunkt kommt die Wabenhygiene rein (entnahme unterste Zarge + neue Zarge oben drauf)?
    b) Würdet ihr einen anderen zeitlichen Ablauf als unter a) genannt vornehmen? (Abschleudern, 5KG anfüttern, AS Behandlung + dazwischen noch Wabenhygiene)
    c) Die Wabenhygiene bei 2 Zargern, wie läuft die ab? Unterste Zarge entnehmen und Honigraum als neue Zarge oben drauf? Dann Bienen einfach in ehemaligen Honigraum klopfen?
    d) Kleine Zusatzfrage: Leider habe ich bei meinem 3 Waben Ableger die OS Behandlung verpasst, da ich zu dem Zeitpunkt keine OS besaß. Welche Behandlungsoptionen habe ich jetzt? Normal Nassenheider bei 3 Waben?


    Vielen Dank für die Geduld bei einem Anfänger. Leider kann ich auch Imkervereinskollegen nicht fragen, da Wabenhygiene hier "je nach Gefühl" vorgenommen wird.


  • Hallo Genscher. Bei mir wird die untere Zarge erst im Frühjahr entfernt. Mit dem schwindenen Futter gehen die Bienen in die obere Zarge. Spätestens zur Weidenblüte wird dann die untere Zarge entfernt und die bisherige obere Zarge auf das Bodenbrett gestellt und sofort oben um einen Brutraum erweitert ( gilt auch für Frage c ) der mittig 3 Schleuderwaben und an den Wänden mit je einer Schleuderwabe und den Drohnenrahmen bestückt ist. Rest mit Mittelwänden auffüllen. Damit ist die erste Erweiterung abgeschlossen. Die nächste Erweiterung folgt bei der Kirschblüte mit dem aufsetzen der Honigraumzarge bestückt wie vorher beschrieben, aber ohne Drohnenrahmen. Damit hast du gleichzeitig mit den aufsetzen der zweiten Zarge alles für die Wabenhygiene getan. Die Fragen c kannst du vergessen. Zu d Behandlung im brutfreien Zustand mit OS.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Ich hänge mich mal hintendrann und habe als Anfänger auch eine Frage:


    Ich habe nur Naturbauwaben (mehr Dickwaben als schöne, aber immerhin gerade und durch meine Unwissenheit entstanden). Im Honigraum sind es nur Drohnenzellen. Wenn ich diese ausschleuder (Anfang nächster Woche), dann auslecken lasse - möchte ich sie über den Winter aufheben. Wenn ich diese nun in den Brutraum hänge, so habe ich ja nur Drohnen. Was kann ich tun, da ich keine Mittelwände möchte? Immer einen leerrahmen zwischen 2 alte Drohnenrahmen? Ich würde gerne auch 2 zargig überwintern und dieses Jahr noch wie unter a) vorgestellt vorgehen.
    In meinem Verein ist niemand greifbar - die haben sich total übernommen ;(
    Ich hoffe ihr könnt mir raten. Danke für eure Mühen des Lesens und Antwortens,


    LG
    Möpi

  • Hallo Genscher. Bei mir wird die untere Zarge erst im Frühjahr entfernt. Mit dem schwindenen Futter gehen die Bienen in die obere Zarge.......


    Gruß Josef


    Vielen Dank für die ausführliche Antwort! Das macht natürlich total Sinn. Wir können damit beruhigt in den Winter gehen :Biene:

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von hartmut () aus folgendem Grund: Zitat gekürzt, denn ein Zitat ist ein kurzer Auszug und nicht das komplette Posting.

  • Mhm mit Naturwaben kenne ich mich nicht so gut aus allerdings kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass meine Bienen letztes Jahr einen vergessenen Drohnenbrutrahmen in Arbeiterinnenzellen umgebaut haben und das noch im August.


    Als Alternative zu der hier genannten Vorgehensweise kann ich ja noch sagen wie ich das in meinem Kurs beim Liebig gelernt habe und seitdem praktiziere


    Nach dem Abschleudern Ersten Honigraum ohne Absperrgitter drauf zweiten mit Leerzarge noch oben drauf so das du nen 5 Zargen Turm hast.


    Danach 3-5 Tage später 2ter Honigraum und Leerzarge weg.


    Nochmal 2 Bis 3 Tage später untersten Brutraum weg. Da wir dann schon fast im August sind sollte dieser nahezu brutfrei sein eventuelle Brutwaben wenn es nur um 1 oder 2 in den ehemaligen 2 Brutraum hängen dafür dort alte randwaben raus. Im nächsten Jahr dann diese entnehmen wenn du einen drohen Rahmen gibst.


    Danach erste AS Behandlung auffüttern und danach 2te AS Behandlung.


    So wird das jedenfalls vom Liebig gelehrt und bei mir im Verein gemacht bis jetzt ohne Probleme.

  • Fragen:
    a) Normalerweise läuft es ja so: Abschleudern, 5KG anfüttern, AS Behandlung (laut LWG Bayern). Zu welchem Zeitpunkt kommt die Wabenhygiene rein (entnahme unterste Zarge + neue Zarge oben drauf)?
    b) Würdet ihr einen anderen zeitlichen Ablauf als unter a) genannt vornehmen? (Abschleudern, 5KG anfüttern, AS Behandlung + dazwischen noch Wabenhygiene)
    c) Die Wabenhygiene bei 2 Zargern, wie läuft die ab? Unterste Zarge entnehmen und Honigraum als neue Zarge oben drauf? Dann Bienen einfach in ehemaligen Honigraum klopfen?
    d) Kleine Zusatzfrage: Leider habe ich bei meinem 3 Waben Ableger die OS Behandlung verpasst, da ich zu dem Zeitpunkt keine OS besaß. Welche Behandlungsoptionen habe ich jetzt? Normal Nassenheider bei 3 Waben?


    Vielen Dank für die Geduld bei einem Anfänger. Leider kann ich auch Imkervereinskollegen nicht fragen, da Wabenhygiene hier "je nach Gefühl" vorgenommen wird.


    Ich kenne auch die Empfehlung, direkt nach dem Abschleudern zu behandeln, da sonst auch die AS in das Futter zieht und somit die AS nicht voll wirkt. Ist wohl eine Glaubensfrage. Wenn die Bienen noch genug Futter haben, behandle ich vor dem Füttern. Ebenso ist wohl der Zeitpunkt der Wabenhygiene (untere BR Zarge weg, Honigraum als neuen BR drauf) eine Frage der persönlichen Einstellung. Im Herbst finde ich praktisch, da ich mit meinem Dampfschmelzer die Waben eindampfen kann, wenn nicht mehr so viele Bienen fliegen und ich dann nicht so viele Waben über den Winter bringen muss (wozu mir auch der Platz fehlt). Wer einen Sonnenschmelzer hat, wird wohl im Frühjahr wechseln. Alles eine Frage der Einstellung und der zur Verfügung stehenden Materialien/Räumlichkeiten.

  • Ich habe nur Naturbauwaben (mehr Dickwaben als schöne, aber immerhin gerade und durch meine Unwissenheit entstanden). Im Honigraum sind es nur Drohnenzellen. Wenn ich diese ausschleuder (Anfang nächster Woche), dann auslecken lasse - möchte ich sie über den Winter aufheben. Wenn ich diese nun in den Brutraum hänge, so habe ich ja nur Drohnen. Was kann ich tun, da ich keine Mittelwände möchte? Immer einen leerrahmen zwischen 2 alte Drohnenrahmen? Ich würde gerne auch 2 zargig überwintern und dieses Jahr noch wie unter a) vorgestellt vorgehen.
    In meinem Verein ist niemand greifbar - die haben sich total übernommen


    Naturbau zweizargig hatte ich folgendermaßen gemacht:

    • Jetzt werden alle Völker in offene Kunstschwärme in einer Zarge verwandelt, eine Wabe mit möglichst junger offener Brut bleibt mittig im Kunstschwarm und dient als Leit- und Fangwabe
    • Die Brutwaben werden in einen Brutsammler gegeben und dort behandelt
    • Die Kunstschwärme werden in kleinen Portionen gefüttert. Sie bauen und orientieren ihren Bau an der verbliebenen Fangwabe.
    • Die Fangwabe wird nach Verdeckelung entnommen und vernichtet.
    • Nach 14 Tagen wird eine zweite Zarge mit Leerwaben untergesetzt. In der oberen Zarge werden verbliebene Leerrahmen durch Leerwaben ersetzt.
    • Die Völker werden jetzt langsam eingefüttert.


    Die Brutsammler:
    Man kann die Brutsammler eine Kö nachziehen lassen und nach Auslaufen der Brut behandeln. Ich hatte das anders gemacht:

    • Die Brutsammler sind weiselrichtige Völker, die fremde Brut wird über Absperrgitter aufgesetzt, der Brutraum wird auf 1 Zarge mit 4 Waben eingeschränkt.
    • Nach 14 Tagen wird alle Brut aus dem Brutraum entnommen und durch Leerwaben ersetzt. Die Brut wird vernichtet.
    • Nach weiteren 14 Tagen wird der Brutsammler in einen riesigen Kunstschwarm auf 2 Zargen verwandelt, wobei in beiden Zargen je 1 Leerwabe als Leitwabe eingesetzt wird. Die entnommene Brut wird vernichtet. Der Brutsammler wird in kleinen Portionen gefüttert, sodass er baut.
    • Nach weiteren 14 Tagen werden alle Leerrahmen entnommen und durch Leerwaben ersetzt. Man kann die neu gebauten Waben in der oberen Zarge zusammenziehen.


    Zu beachten ist: Während der ersten Arbeit 14 Tage nach Bildung der Brutsammler müssen die Fluglöcher aller anderen Völker verschlossen werden, um Verflug von Jungbienen aus dem Brutsammler zu vermeiden. Erst wenn die Jungbienen wieder zurückgefunden haben, werden die Fluglöcher geöffnet.


    Gruß Ralph