Kurzfristig Ableger für Weiselzelle direkt neben altem Volk bilden

  • Hallo,


    ich habe ein sehr starkes Volk mit eifriger Königin und aus einem anderen Kasten eine Weiselzelle, die wohl am 3.7. schlüpfen wird. Erfahrung habe ich leider keine! Würde folgendes funktionieren:

    • Ein leerer Kasten kommt zwei Meter neben den Kasten mit dem starken Volk. Das Flugloch verkleinere ich auf 3cm.
    • Aus dem starken Volk kommt eine Wabe aus dem Honigraum und eine Wabe aus dem Brutraum mit Bienen in den leeren Kasten.
    • Nach einem Tag prüfe ich die Brutwabe auf Weiselzellen und öffne sie (sind die nach einem Tag da?) und hänge den Rahmen mit der Weiselzelle in den leeren Kasten.
    • Einen Tag später schlüpft die Königin.


    Würde das funktionieren? Sind die Flugbienen, die in ihren alten Kasten zurückwandern, wegen der ausreichenden Nahrung der Honigwabe verschmerzbar? Die Brutpflegerinnen, die mit der Brutwabe mitkämen kennen ihren Kasten noch nicht von außen und würden daher nicht abwandern? Was ist mit Honigraub weil noch keine Wächterbienen da sind?


    Vielen Dank für euren Rat und nicht böse sein, wenn ich meine Vorstellungen etwas naiv sind.

  • Viel zu schwach gebildet! Die Anzahl der Bienen reicht nicht.
    Stefan


    Da gibt es so eine Grundregel:


    Ableger im Mai: 1 Brutwabe mit ansitzenden Bienen
    Ableger im Juni: 2 Brutwaben mit ansitzenden Bienen
    Ableger im Juli: 3 Brutwaben mit ansitzenden Bienen


    danach keine Brutableger oder maximal nur mit vielen Waben erzeugen.


    Gruss, Christian

  • Da gibt es so eine Grundregel:
    Ableger im Juli: 3 Brutwaben mit ansitzenden Bienen


    Oh Gott, ich bin fast vom Stuhl gefallen als ich von Drops 7-8 Brutwaben las. 3 wären ja ok, die könnte das bestehende Volk noch gut ausgleichen?

  • Das kommt darauf an, was man draus machen will. Für eine Reservekönigin, die Du in einer Art Miniplus-Beute auf Vorrat haben willst, wäre die Vorgehensweise okay.


    Möchtest Du ein im nächsten Frühjahr trachtfähiges Volk aufbauen, dann bräuchte es mind. 3 Brutwaben und dazu noch ansitzende Bienen von weiteren 3 Waben dazukehren/abschütteln.


    Damit füllt das Volk locker eine Brutzarge bis Ende September, sofern die Kö zügig begattet wird und zu stiften beginnt. Und Du das Volk anständig fütterst, sofern keine oder nicht genügend Tracht reinkommt.


    Und ein 3 cm breites Flugloch ist zu groß, sofern geräubert wird. Würde Dir 8 mm empfehlen. Rund. Und Abends füttern.


    Gruß Sven

  • Es geht mir darum, möglichst viel zu lernen, ohne die bestehenden zwei Völker zu gefährden. Wenn ich ein drittes und viertes Volk durch den Winter bekomme wäre das eine sehr positive Erfahrung. Honig haben wir jetzt schon mehr als genug, die Tracht weiterer Völker ist nicht wichtig, aber mit vier Völkern könnte ich stressfreier experimentieren :wink:


    Zufüttern hatte ich vor, dazu muss ich mich aber noch besser einlesen. Wie viele Brutzargen sollten im September voll sein, damit das Volk den Winter überlebt?

  • jostr : Dir geht es um den Schlupf der Königin. Die Zugabe einer schlupfreifen Weiselzelle zu einem frisch gebildeten Ableger kann klappen, ist aber riskant. Die Weiselzelle wird mitunter (oder oft) nicht akzeptiert und die Jungkönigin getötet. Der Ableger sollte mindestens 7 Tage, besser 9 Tage weisellos sein. Dann müssen alle Nachschaffungszellen gebrochen werden. Danach ist die Annahme der eingesetzten Weiselzelle einigermaßen sicher. Dieses Zeitfenster hast du aber verpasst.
    Was aber gehen müsste: 1 Tag vor dem Schlupf käfigst du die Zelle und bildest einen kleinen Kunstschwarm aus Honigraumbienen mit diesem Käfig mittendrin. Den Kunstschwarm stellst du mit Futterteig für 3 Tage in Dunkelhaft. Dann schlägst du den Kunstschwarm in eine Beute, kontrollierst, ob die Königin geschlüpft ist, und gibst sie über Futterteig frei. Nach 14 Tagen kannst du kontrollieren, ob sie legt und dann ggf. den Kunstschwarm verstärken.


    Gruß Ralph

  • Es geht mir darum, möglichst viel zu lernen, ohne die bestehenden zwei Völker zu gefährden.


    Dann würde ich raten, die Aktion zu lassen. Was ist wenn Du beide Völker (Altvolk und Ableger) ins Taumeln bringst? Dann hast Du nur noch eines.


    Der Tipp von Bienenchris ist auch nicht ganz vollständig: zu den 3 Waben mit ansitzenden Bienen kommen noch Bienen von weiteren 8-9 Waben, denn ein Grioßteil aller Bienen fliegt ja zum Altvolk zurück. Ohne diese zusätzlichen Bienen verkühlen sowohl Brut als auch Weiselzelle des Ablegers.
    So, und wofür hast Du Dich nun entschieden?
    Gruß
    KME

  • Dann würde ich raten, die Aktion zu lassen. Was ist wenn Du beide Völker (Altvolk und Ableger) ins Taumeln bringst? Dann hast Du nur noch eines.


    Ich würde es tun, schon um eine Reservekönigin zu haben, aber nur entsprechend meinem Vorschlag. Bei der Bildung eines Kleinkunstschwarms mit Honigraumbienen aus dem starken Volk gerät nichts ins Taumeln. Der Ableger würde aber ins Taumeln geraten, wenn dort die Königin nicht von der Begattung heimkehrt. Deshalb wäre eine Reservekönigin gut.


    Gruß Ralph

  • Ich würde es tun, schon um eine Reservekönigin zu haben, aber nur entsprechend meinem Vorschlag. Bei der Bildung eines Kleinkunstschwarms mit Honigraumbienen aus dem starken Volk gerät nichts ins Taumeln. Der Ableger würde aber ins Taumeln geraten, wenn dort die Königin nicht von der Begattung heimkehrt. Deshalb wäre eine Reservekönigin gut.


    :confused: Der Ableger, um den es hier geht, ist der (oder eben nicht) zu bildende Ableger. Somit geht entweder: Einen Ableger erschaffen, wofür die Weiselzelle hergenommen werden soll. Oder eben eine Reservekönigin haben. Beides geht irgendwie nicht;).


    Zum Thema:
    Die Überwinterungsaussichten von 2 guten Völkern sind besser als die von 3 Wackelkandidaten. Also besser Klotzen als Kleckern.
    Wenn du jetzt eine Weiselzelle hast, dann legt die Königin in 2 Wochen Eier und die Brut schlüpft dann nochmal 3 Wochen später. Dann ist schon fast Mitte August. Da ist nicht mehr viel Jahr da. Zumal noch AS-Behandlung kommt, Winterfutter sollen die auch noch machen und dann noch mindestens 5-6 Wabengassen Winterbienen. Das wird eng.


    Stefan

  • Stefan : Oben steht: "und aus einem anderen Kasten eine Weiselzelle". Was für ein Kasten mag das wohl sein? Ich denke, ein bestehender Ableger, der mehrere Weiselzellen enthält. Aber jostr sollte hier Klarheit schaffen.


    Gruß Ralph

  • So, und wofür hast Du Dich nun entschieden?


    Entscheidungen unter extremer Unsicherheit widerstreben mir etwas. Ich will vorher noch eine andere Option prüfen, vielleicht wendet sich dadurch alles: wie gerade bemerkt, kommt die Weiselzelle ja aus einem Volk...


    ... und zwar geht es um die schöne große Weiselzelle aus dem Beitrag http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=40658. Dem Volk, aus dem diese Weiselzelle stammt, wurde am Nachmittag des 25.6. eine unbefruchtete Versand-Königin beigesetzt. Nachdem ich mich mittlerweile eingelesen habe, haben wir beim Zugeben dieser Königin sehr viel falsch gemacht. Ich wollte ihre Chancen nicht noch weiter senken, indem ich vorschnell in den Kasten gucke.


    Wenn dieses (starke) Volk die Versandkönigin nicht angenommen hat wäre es für die Rückgabe der Weiselzelle prädestiniert(?). Ich überlege, ob ich die Weiselzelle mit einem Käfig, in den ich Futterteig gebe, umbaue, damit die Königin in Gefangenschaft schlüpft und ich mir so etwas Zeit erkaufe. Nach wievielen Tagen würdet ihr prüfen, ob ein Volk eine Versandkönigin angenommen hat? Ich traue mir noch nicht zu, dies durch das vom Brummen des Volkes zu erkennen und müsste den Kasten öffnen und nach der Königin bzw. nach Eiern suchen.

  • Du hast dort geschrieben: "Vor dem Zusetzen der Königin haben wir alles, was nach Weiselzellen aussieht geöffnet oder entnommen." Wo ist denn nun die Weiselzelle, um die es geht? Im Brutschrank oder wo?


    Gruß Ralph