Ohrwürmer (Dermaptera) in der Beute und in den Völkern

  • Über die Fraglichkeiten der Anwesenheit von Ohrwürmern konnte ich zumindest bei meiner Recherche hier im Forum nichts wirklich zielführendes finden, deshalb:


    Erste Frage: hat schon mal jemand konkret erlebt, daß Ohrwümer in Bienenvölkern in Bezug auf die Bienen, Waben, Brut etc. ein Problem sein können und wenn ja, wie zeigt sich das?


    Zweite Frage: die Ohrwümer setzen ja reichlich Kot in der Beute ab, kleine schwarze trockene Krümelchen - hat jemeand Erfahrung, ob das bei der Honigernte ein Problem sein kann, z.B. als Verunreinigung?


    Dritte Frage: Gibt es einen konkreten Anlaß, Beobachtung, Erfahrung dafür, daß die Ohrwürmer in irgend einer Form nützlich sind im Bienenvolk?


    Für sachdienliche Antworten dankt


    Der Bienenfreund

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21

  • Ich kann die Fragen nicht beantworten, will aber eine Beobachtung einfügen. Dieses Jahr sind sehr viele Ohrwürmer unter den Beutendeckeln zu finden. Das hatte ich bisher noch nicht. In den Beuten drinnen habe ich noch keine Ohrwürmer gesehen.

  • Wie Bernhard schreibt, habe auch ich die Ohrenkneifer immer nur zwischen Innendeckel und Metaldeckel. Sie lieben offensichtlich das dunkle, trockene, warme dort. Dieses Jahr viele, kann sein ja. Aber im Volk selber, mit Kontakt zum Honig, habe ich noch nie einen gesehen.
    Von daher Antwort auf alle Fragen: Nein, da kein Kontakt zum Volk/Honigraum

  • Ich habe im Winter des Öfteren welche auf den Oberträgern (also unter der Folie) gesehen.
    Die laufen da vollkommen unbehelligt herum, verstecken sich in leeren Zellen und naschen sicher auch an Vorräten, Brut und/oder Bienen.
    Nützlich werden sie nicht sein, aber schaden wohl auch nur minimal. Das scheint eine eher einseitige Symbiose zu sein.


    cu

  • Wer Dermaptera an seinen Beuten hat, der hat ein Problem mit Achroia grisella.


    Beide Populationen bedingen sich gegenseitig, ähnlich Gnu und Löwe, oder Wespen und Läuse, Bienen und Nektar, etc...
    Populationen wachsen und sterben in gemeinsamen Zusammenhängen.


    @Michael....der Droh geht davon aus, dass Du diese Zusammenhänge kennst


    dD

  • Zitat

    Wer Dermaptera an seinen Beuten hat, der hat ein Problem mit Achroia grisella.


    Wenn das eine Jäger-Beute Beziehung ist, pendelt sich das auf einem Level ein, dass ein kein Problem ist? Oder bleibt es ein Problem?
    Und was könnte man machen, dass es sich so einpendelt, dass wir mit Dermaptera leben können?


    Gruß
    Ludger

  • Wenn es Verstecke für Ohrenkneifer gibt, gibt es auch Verstecke für die Motte?

  • Hallo Drohn,


    Wer Dermaptera an seinen Beuten hat, der hat ein Problem mit Achroia grisella.


    Da hat der Drohn wohl Recht,
    beide sind in diesem Jahr vermehrt da: "Ohrwürmer und kleine Wachsmotte".


    Welche Beziehung besteht zwischen Ihnen ?
    Vorstadien der Wachsmotte als Nahrung div. Ohrwürmer ... ?


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Zitat

    Wer Dermaptera an seinen Beuten hat, der hat ein Problem mit Achroia grisella.


    An einem meiner Standorte habe ich ständig Ohrwürmer, unterm Blechdeckel, von Wachsmotten aber keine Spur.


    Ist die kleine Wachsmotte bzw. deren Vorstadien wirklich die einzige Beute von Ohrwürmern?


    Oder gibt es noch andere Beutetiere die die Population der Ohrwürmer beeinflussen?


    Laut Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeiner_Ohrwurm ernähren sie sich sowohl von pflanzlicher als auch von tierischer Nahrung.


    Dann sollte der Umkehrschluß richtig sein, wo die kleine Wachsmotte ist, sind Ohrwürmer nicht weit - aber gilt das auch umgekehrt?


    Gedanken von Herrn Rübengrün

    Prüfet Alles und wählet das Beste!


    Erst kommt das Fressen, dann die Moral!

  • Ist die kleine Wachsmotte bzw. deren Vorstadien wirklich die einzige Beute von Ohrwürmern?


    Oder gibt es noch andere Beutetiere die die Population der Ohrwürmer beeinflussen?


    Hallo Herr Rübengrün,


    die Ohrwürmer ernähren sich auch von toten Bienen, die vor der Beute liegen. Allerdings nur des Nachts, tagsüber schlummern die in ihren Verstecken. Je mehr solcher Unterschlüpfe vorhanden sind, desto größer ist Ohrwurmpopulation.


    Im Umkreis der Beuten, die ich in einem offenen Holzverschlag stehen habe, kommen im Strahl der Taschenlampe hunderte Ohrwürmer zum Vorschein. In den Beuten sind die allerdings nicht, von daher gibt es da keinen Grund in irgendeiner Art und Weise tätig zu werden.


    Gruß Sven

  • Es kommt auf die Beutenkonstruktion an ob "Ohrwürmer" eindringen können, sie sind wie gesagt nachtaktiv und passen durch offene Gitterböden und kleinste Ritze.
    Gerne ernähren sie sich von Motteneiern oder jüngsten Larven. Diese Eier und Larven befinden sich nicht in einem intakten Brutnest, sondern in Ritzen und Spalten einer Beute.
    Allerdings können Dermaptera auch Krankheiten übertragen, da sie nicht beutenstätig sind.


    dD

  • Wir haben auch viele Ohrkneifer, die unter den Deckeln der Beuten sitzen, habe aber bisher auch nichts von einer Wachsmotte gesehen.
    Wie schon geschrieben ist der Ohrwurm ja nicht nur auf die Wachsmotte als Futter beschränkt, sondern frißt alles Kleinviech, tote Insekten, aber auch Grünzeug.
    Eigentlich hatte ich gehofft, daß er sich insbesondere über die Varroa hermacht.
    NAja, spätestens mit der AS-Behandlung sind die Kerlchen weg.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Ich habe nur an einem von drei Standorten viele Ohrwürmer.


    Die Bienen stehen da 3m von einem großen Komposthaufen entfernt.


    Ich vermute mal darin den Grund ihres häufigen Vorkommens.


    Grüße


    von Herrn Rübengrün

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