gärigen Honig verfüttern?

  • Hallo zusammen,


    ich habe ein ärgerliches Problem. Einer meiner 40kg-Hobbocks mit diesjähriger Frühtracht riecht leicht gärig.


    Was denkt Ihr?
     Könnte ich diesen leicht cremigen Frühtrachthonig den Wirtschaftsvölkern zurückfüttern? Oder verschleppe ich damit nur die Hefebakterien in Honigräume?


    Hintergrund:
    1) Ich habe keinen besseren Plan / Met etc. mag ich nicht.
    2) An einem meiner Stände herrscht momentan scheinbar gerade Ebbe...
    3) Ich würde den Honig etwas verdünnen und über Adamfütterer einfach auf die HR draufsetzen.


    Gruß Jörg

  • Hallo Jörg, du hast jetzt die Hefe drin, also optimaler Nährboden. Ich würde es nicht machen.
    bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)


  • [B]...Wirtschaftsvölkern zurückfüttern?


    ..auf gar keinen Fall.
    Bei den Ablegern und Schwärmen, bei welchen heuer keinen Honig abgeschleudert werden soll, sehe ich da kein Problem.
    Die Abnahmen sollte aber sehr schnell gehen > kleine Portionen die schnell abgenommen werden um eine weitere Gärung vorzubeugen.


    Ich würde den mit viel Bienenarbeit erzeugte und für mich wertvolle Honig (also den gesamten Hobbock) sofort auf 16,5% runtertrocknen - und dann selbst verbrauchen.
    Bei diesem Wassergehalt tut sich da nichts mehr. Vom Geschmack wohl ein wenig.


    Eine weitere Alternative wäre kalt stellen... aber wer hat noch einen Keller der um die 10 Grad hat.


    Ob eine Abkühlung/Gefrierung auf Minus 20-xx Grad etwas bringt ist mir nicht gekannt - z.B. ohne Deckel und dann oben die Eiskristalle abnehmen.
    Kann man damit die Hefe 'kaputt machen?'. Evt. weiß da der drohn@ was drüber?


    Jonas

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von jonas () aus folgendem Grund: Nachtrag Hobbock

  • Meist gärt der zu Beginn ja nur oben. Die oberen Zentimeter würde ich den Göttern in wasserverdünnter Form über die lokale Kläranlage oder naturnah ritual korrekt in einem Erdlochaltar opfern. Oder du beglückst einen Imkerkollegen, der mehr für Met als du übrig hast. ;-)

  • Ich würde den Regina schicken und in Form einer verarbeiteten Recycling-Schweine-Woscht-Portion beim IFT nochmal vergleichen :daumen:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Yeah....
    entweder den Schweinen verfüttern oder sich ein hautfreundliches Honigvollbad gönnen.:wink:


    Jörg, ich fühle mit Dir.
    Meine 2. Frühtrachtschleuderung ergab 180kg "Plörre" (18-19,8%iger Wassergehalt, noch nicht gärig....wird aber sicherlich noch.:roll:)


    jonas schrieb:

    Ich würde den mit viel Bienenarbeit erzeugte und für mich wertvolle Honig (also den gesamten Hobbock) sofort auf 16,5% runtertrocknen


    Könntest Du mir bitte im Detail verraten wie Du Honig auf sagenhafte 16,5% runtertrocknest?



    Sonnige Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Könntest Du mir bitte im Detail verraten wie Du Honig auf sagenhafte 16,5% runtertrocknest?


    Isch `abe gar keine Melitherm - aber "Das große Honigbuch" sagt dazu auf Seite 67:


    Zitat

    .. Es muß jedoch beachtet werden, daß zwischen dem Auftaugerät unbd dem Auffangbehälter eine möglichst große Fallhöhe gewählt wird, damit der verflüssigte Honig wieder entsprechend abkühlen kann. Bei zusätzlicher Verwendung eines Gebläses kann die Effizienz dieser "Kühlstrecke" noch gesteigert werden. In diesem Falle läßt sich das Gerät auch zur "Nachtrocknung" geschleuderten Honigs einsetzen, wobei dem Honig mit jedem Durchlauf etwa 1,0 bis 1,5% Wasser entzogen werden kann.


    Entsprechende Trockenheit der Raumluft vorausgesetzt, würde ich jetzt mal sagen.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Siehe Tiefkühl Germknödel.
    Mal auftauen und warm stehen lassen...

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • ...
    Entsprechende Trockenheit der Raumluft vorausgesetzt, würde ich jetzt mal sagen.


    Grüße


    Marion


    Die Marion hats erfasst.
    Nur so!

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hallo,
    mein Honig hat verdeckelt, unverdeckelt, Futterwabe vom letzten Jahr usw. immer nur 18,5% Feuchtigkeit, weiter runter geht es nicht.
    Gären tut da nix.
    Dem Honig Wasser zu entziehen, wie auch immer, ist unzulässig.
    Dem Honig darf, lt. Honigverordnung, nichts hinzugesetzt und nichts entzogen werden.
    Viele Grüße

  • Hi, hatte dieses Jahr ein ähnliches Problem mit Futter Waben aus dem letzten Jahr.


    Hab damit die Ableger gefüttert, würde auch vorschlagen in deinem Fall den einfach als Winter Futter geben am besten gemischt mit Sirup oder mit was du einfütterst..


    Denke wenn du nächstes Jahr im Frühjahr die überzähligen Waben rigoros entfernst solltest du keine Probleme bekommen


  • Könntest Du mir bitte im Detail verraten wie Du Honig auf sagenhafte 16,5% runtertrocknest?


    ...ich habe das Gerät dazu.
    Im Detail: der warme Honig wird großflächig mit sehr trockener, warmer Luft bestrichen. Ich arbeite nicht mit einem Melitherm.
    Es ist im Grunde das gleiche Prinzip, als wenn Du zu nassen Honig in der Wabe einem geschlossenen Raum mit einem Luftentfeuchter/Raumtrockner Wasser entziehst. Weil das ein heikles Thema ist, werde ich nicht weiter darauf eingehen. Siehe den erhobenen Zeigefinger von dg392@


    Zitat

    .. Es muß jedoch beachtet werden, daß zwischen dem Auftaugerät unbd dem Auffangbehälter eine möglichst große Fallhöhe gewählt wird, damit der verflüssigte Honig wieder entsprechend abkühlen kann. Bei zusätzlicher Verwendung eines Gebläses kann die Effizienz dieser "Kühlstrecke" noch gesteigert werden. In diesem Falle läßt sich das Gerät auch zur "Nachtrocknung" geschleuderten Honigs einsetzen, wobei dem Honig mit jedem Durchlauf etwa 1,0 bis 1,5% Wasser entzogen werden kann.


    ..diese Aussage bezweifle ich stark. "...In einem Durchlauf 1-1,5% Wasser entzogen werden." Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Und das mit dem Abkühlen halte ich für eine glatte Behauptung ohne Praxis, denn nur warmer Honig gibt seine Feuchtigkeit 'gerne' ab.


    Zitat

    dg392
    mein Honig hat verdeckelt, unverdeckelt, Futterwabe vom letzten Jahr usw. immer nur 18,5% Feuchtigkeit, weiter runter geht es nicht.
    Gären tut da nix.


    ...wir reden hier nicht von Honig in der Wabe, sondern Honig im Hobbock. Wenn Du offene Honigwaben ein Jahr stehen läßt, sind es garantiert mehr wir 18,5% Wasser, was Du messen wirst. Und die Gärung in der Zelle wirst Du gar nicht bemerken. Erst, wenn Du diesen Honig zum Ausschlecken gibst und dann bemerkst, dass der Honig der Folgeernte plötzlich zu gären beginnt ... obwohl Du alles 'richtig' gemacht hast.


    Zitat

    dg392
    Dem Honig Wasser zu entziehen, wie auch immer, ist unzulässig.
    Dem Honig darf, lt. Honigverordnung, nichts hinzugesetzt und nichts entzogen werden.


    ..da hast Du wohl etwas überlesen,
    nämlich "... sofort auf 16,5% runtertrocknen - und dann selbst verbrauchen."


    Jonas

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  • Dem Honig Wasser zu entziehen, wie auch immer, ist unzulässig.
    Dem Honig darf, lt. Honigverordnung, nichts hinzugesetzt und nichts entzogen werden.


    Macht ja keiner. Der Vorschlag war der Luft das Wasser zu entziehen, wenn dann Wasser aus dem Honig in die Luft übergeht, kann da der Imker ja nix zu. :p
    Ansonsten müsstest Du auch ohne Rauch ernten, schliesslich nimmt der Honig auch den Rauch auf. Das ist bestimmt laut Honigverordnung auch verboten, hat da mal wer drüber nachgedacht?


    BTW: Nicht ganz ernst gemeint, also steinigt mich nicht. :D