Creme Herstellung und Verkauf , RECHTLICHES ???

  • Hallo Leute ,
    Ich mach meine Frage mal kurz,


    Wenn ich Wachs und Öl zu einer "Creme" zusammen mische , oder als Lippensift.
    Und dieses dann verkaufe. Natürlich ohne irgendwelche heilende Wirkungen oder ähnliches
    anzuführen. Dabei halte ich mich noch an die Vorschriften was Deklarierung von Kosmetika usw angeht.
    Kann uns Imkern dann jemand an die Karre fahren?


    Ich habe jetzt im Netzt die verscheidensten Sachen gelesen , wenn man eigene Creme erzeugt , ist das
    Quasi unmöglich (teuer , umständlich usw.) offiziel zu machen. Von Mikrobiologischen Proben die
    an Laboren gesendet werden müssen bis hin zu unbedenklichkeits Bescheinigungen.


    Andere Quellen haben ergeben:
    Das gerade der Imker seine Produkte verwerten und verkaufen darf , solange er sich an Etiketten vorschriften ,
    Hygiene Vorschriften usw hält. Mal in meinen Worten zusammen gefasst.


    Was stimmt ????


    Nehmen wir mal an ich michte eine ganz Simple , nennen wir es mal Lippenpflegecreme , herstellen und verkaufen.
    Was muss wirklich beachtet, getan , gemeldet werden , damit es keinen Ärger gibt.


    Betriebshaftpflicht und Imkereigewerbe liegen schon vor.


    Viele Grüße , Philip

  • Das würde mich auch brennend interessieren, da ich die Lippenstifte super einfach selber zu machen finde und Bekannte und Familie begeistert sind.


    Rausgefunden habe ich bis jetzt, dass es eine Liste mit erlaubten Inhaltsstoffen gibt an die man sich halten muss. Da steht aber alles gängige, wie die Pflanzenöle, Bienenwachs etc. drin. Zu Zulassungsverfahren habe ich bis jetzt aber Widersprüchliches gelesen/gehört. Das geht von "Wenn die Stoffe in der Liste stehen, dann sind sie auch zugelassen" bis hin zu "Jede Zubereitung, bzw. jedes Rezept braucht eine eigene Zulassung."


    Hoffentlich hat da jemand genauere Infos. Da wäre ich auch sehr dankbar dafür.


    Ich sehe das Problem in der Untersuchung der Ungefährlichkeit/Verträglichkeit durch ein Labor o.Ä.


    Lies dich hier mal durch:


    Kosmetikverordnung: http://www.gesetze-im-internet.de/kosmetikv/index.html

  • Solange da keine wässrige Phase im Produkt ist (wie bei Creme etc ) und alles rein im Bereich Wachs/Fett/Alkohol bleibt, ist die Baustelle mikrobielle Belastung überschaubar. Aber die Inhaltsstoffe...sobald sie wirksam sind, wird es kniffelig. Propolis z.B., weil Allergen und dann, als i-Tüpfelchen, nicht zertifiziert. Wie Deine selber gesammelten Ringelblumen.


    Merke: als Imker bist Du willkommen als Bestäuber. Weil das volkswirtschaftlich wichtig ist, läßt man uns den Honig vermarkten. So einfach, daß das jeder Doof hinbekommen kann. Steuerfrei. Damit es überhaupt jemand macht! ABER: sobald Industrieinteressen berührt werden, ist SOFORT Schluß mit lustig! Kosmetik, nö. Lebensmittel, nö. Da kann man gegenarbeiten, aber das ist unglaublich mühsam und lenkt Dich fix wieder zurück in geregelte Bahnen.


    Fazit: am ehesten noch wasserfreie Salben etc., dann lange nix, dann Seifen, dann ganz lange nix und dann Cremes, Lotion, etc

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Schade, daß manche nicht selber suchen, z.B.:

    https://www.lwg.bayern.de/mam/…enen/dateien/propolis.pdf

    Ist aber auch nur eine grobe Zusammenfassung aus dem Jahre 20??

    Ich kenne das schon lange. Ob das alles zu 100% so stimmt, weiß ich nicht.


    Zitat

    Propolis-Tinktur gilt als Fertigarzneimittel und darf für den Verkauf nur von

    Apothekern bzw. Personen mit vergleichbarer Ausbildung hergestellt werden!

    Verkauf allein durch den Apotheker als Einzelrezeptur zulässig!


    nur mal als Beispiel: Darf es wirklich nur in der Apotheke verkauft werden?

    Die gibt es doch in fast jedem Imkerfachhandel.

  • Für Kosmetika und Seife, die man verkaufen will, muss man einen geeigneten (separaten) Produktionsraum, möglichst nach HACCP Standard haben.

    Im Vorfeld sind Anmeldungen bei der örtlichen Verwaltung, dem Chemischen- u. Veterinäruntersuchungsamt, dem Bundesamt für Verbraucherschutz CPNP notwendig. Sicherheitsbewertung eines Labors für Kleinmengenhersteller usw.

    Das gilt für alle Kosmetika, ob wasserhaltig oder nicht, Seife etc.

  • Danke ribes für den Hinweis, der ja eindeutig ist. Und ob aus dem Jahr 200x oder 199x - es ist akt. gültige Rechtslage.


    Unser Arzneimittelgesetz dient dem Schutz von kranken Menschen und das ist gut so. Ebenso gibt es Richtlinien für Kosmetika, die einzuhalten sind.


    Allein die Beurteilung der mikrobiellen Kontamination und deren Auswirkung ist nicht jedem geläufig. Das drückt sich schon in der o.g. Begriffsverwirrung aus : Cremes sind sog. Öl in Wasser Emulsionen, die anfälliger für mikrobiellen Verderb sind; Salben sind Wasser in Öl Emulsionen, die weniger anfällig dafür sind, jedoch immer noch kontaminiert sein können.


    Und rase , es ist damit nicht getan, wenn man im lipophilen Bereich bleibt. Sporen überleben dort bestens und keimen z. B. im wässrigen Milieu (z. B. auf Lippen) aus. Und die Kosmetik- bzw. Pharmaindustrie interessiert sich für die paar Produkte von Imker eher wenig; die möchten eher das reine Bienenwachs, das den meisten Imkern verwehrt bleibt.


    Für den Eigenbedarf kann man machen, was man will. Sobald die Produkte verkauft werden, ist man für deren Unbedenklichkeit verantwortlich (s. auch Anmerkung von Rainfarn zu Herstellungsanforderungen).


    Beste Grüße


    Rainer

  • Nachtrag: Es gibt sog. Standardzulassungen für Arzneimittel und Produkte, die grenzwertig Kosmetika sein können. Diese dürfen durch entsprechend ausgerüsteten Betriebe, die überwacht werden, hergestellt und außerhalb der Apotheken vertrieben werden.

  • Hallo,


    ich hatte auch mal über den Verkauf nachgedacht. Für die wenigen Cremes Salben und co. ist mir das zu aufwändig. Im engen Bekanntenkreis verschenke ich beim Honigverkauf mal eine Creme, Lippenstift oder eine Seife. Aus meiner Sicht wäre eine Produktion zum Verkauf auch unrentabel oder der Preis wäre so hoch, dass keiner die Produkte kauft.



    grüße Stefan

  • Das Thema hatte ich (in Sachsen) mit dem Lebensmittelüberwachungsamt auch... da gings um Propolis und die Verarbeitung etc.


    Wenn du Cremes etc. selbst herstellen willst, muss das Umfeld (Arbeisplatz etc.) auch dafür passen...

    Ich gebe dir den Rat, dich vorher mit dem für dich zuständigen Lebensmittelüberwachsunsamt in Verbindung zu setzen und dort nachzufragen. Das erspart dir später ggf. viel Ärger und möglicherweise auch Bußgelder!


    Schau mal hier! https://www.lua.sachsen.de/dow…g_kosmetischer_Mittel.pdf

    "Die Zukunft der Honigbiene liegt in den Kreuzungen!" - Bruder Adam

  • Hallo und Gesundes Neues noch,

    Das mit den Salben und Co. ist wirklich nicht so einfach. Stichworte wie Verträglichkeitsprüfung u.ä. sind schon gefallen.

    Die Industrie ist fein raus, eine Rezeptur geprüft und genehmigt, unverändert für 1000 Jahre, heißt Geld drucken!

    Bei uns ist der Rohstoff ständig anders, ist halt Natur. Wir müssten jede Charge testen lassen, dass steht keiner durch.

    Ich verkaufe meine Propolistinktur als Möbelpolitur! Selbst Frau Dr. med. kauft bei mir und nicht in der Apo. Weil, ist von hier!

    Notlösung: Verschenke die Lippenstifte und lasse dir etwas SPENDEn.

    Auch nicht legal, weil Weitergabe an andre Personen....

    Knäcke