Flugbienen Kehren zurück

  • Hallo Leute,
    um immer wieder mal aufkommenden Beschwerden, meist wegen Bienen untypischen Verhaltens, den Wind aus den Segeln zu nehmen, habe grad einen starken Ableger vom Balkon in den Garten gestellt.
    Genauer:
    Der Ableger war drei Tage im Keller - dunkel, kühl und ruhig.
    Morgens um 7.00 hab ich ihn in den Garten gestellt.
    Vor der Beutenfront habe ich ein Stück dünnen Schaumstoff herunterhängen lassen. So daß die Bienen nach links oder rechts laufen müssen, bevor sie die Sonne sehen.
    30 Minuten später Flugloch geöffnet.
    Anfänglich sah alles gut aus - kreisende Bienen, die sich anscheinend neu orientieren.
    Eine Stunde danach - lautes Summen am Balkon - die Bienen suchen ihre Kiste und die steht 30 m weiter.


    Für die Flugbienen hab ich einen leere Trogbeute mit MW hingestellt. In der Hoffnung das der Einzug schneller geht hab ich meine Reserve-Kö aus der Mini gekäfigt unter Teig rein gehangen. Mein Nachbar tritt ausgerechnet heute - am Freitag - seinen Urlaub an.


    Zu meinen Fragen:
    Was hab ich falsch gemacht (abgesehen vom Nachbarn). Es wäre wohl besser gewesen das Flugloch im Garten erst am Abend zu öffnen, aber ist das alles? Ich denke eigentlich immer noch, das hätte klappen sollen.
    Hab noch mal rein geschaut: 4,5 Stunden nach dem Öffnen im Garten sind +- 3 Mittelwände besetzt


    Bekomme ich die Flugbienen wieder in ihr Ursprungsvolk zurück? Auch die Kö hatte ich eigentlich anders eingeplant.


    So spontan würde ich meinen, ich trenne heute Abend Flugbienen und Königin wieder und stelle die Trogbeute mit den Flugbienen erneut in den Keller. Nach drei Tagen in Zanderzarge umhängen und dem ursprünglichen Ableger im Garten aufsetzen. Eventuell mit einer feuchten Zeitung zwischen den Zargen (?), damit die Mädels nicht gleich wieder ins Freie stürzen. Aber nach den heutigen Erfahrungen bin ich etwas verunsichert.


    Wie seht ihr das?


    Viele Grüße:
    Mike

  • Was hab ich falsch gemacht (abgesehen vom Nachbarn).


    Hallo,


    ich würde mal sagen, Du hast die Bienenbiologie komplett missachtet. NAtürlich fliegen immer alle Bienen dorthin zurück, wo sie sich eingeflogen haben. Gerade bei einem Ableger, bei schönem Wetter, etc.
    Rate mal, warum sich so viele Imker mit Zwischenwanderung für drei Wochen an einen Außenstand (3km entfernt) Mühe geben, um Völker ein paar Meter zu verstellen.

  • Der Ableger war drei Tage im Keller - dunkel, kühl und ruhig.

    Was sollte das denn? Ein Ableger ist kein Schwarm und auch kein Kunstschwarm. Wenn der im Keller steht ist das nicht anders als tobte draußen mal 2 Tage schlimmes Unwetter und es gibt keine Flugmöglichkeit. Die Heimatinformation wird durch den Schwarmvorgang gelöscht - nicht durch schlechtes Wetter.


    Bring Ableger (da haben sich ja nun die Jungbienen der Kellerzeit eingeflogen) und Deine eingefangenen Altbienen spät abends mind. 3 km weit weg und fege dort die Altbienen vor den Ableger. In 4 Wochen holst Du die zurück und alles wird gut.


    Ich weiß nicht warum man Jahrhunderte fasziniert davon ist, daß und wie Bienen immer wieder nach Hause finden, aber meint, man könne die mit paar billigen Tricks austricksen und auf kurze Distanz doch versetzen. :roll:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,
    @ KME: Nach meiner heutigen Erfahrung sind wir beim schönen Wetter und den Ablegern einer Meinung.
    Vom Wandern hab ich nun gar keine Ahnung, aber wenn ich raten soll: Damit sie mit eine Pause vom Ackergift haben und mit frischen Flugbienen ans Werk gehen. Nur geraten!


    Schnielz
    Danke für den Link, den hatte ich noch nicht. Aber so in etwa hatte ich es mir vorgestellt. Bei anderer Gelegenheit hat das auch geklappt,aber abends, oder wie im Link beschrieben bei Regenwetter.


    Henry : Dank für den Rat den Ableger+ weg zubringen, so werde ich es machen. Sicher ist sicher! :)
    Warum man es anders versucht: Weil zu lesen ist, daß es geht und weil es schon geklappt hat. Diesmal nicht, dafür bin ich klüger geworden. Ist doch auch ein Erfolg. - Dank für deine Unterstützung.


    Grüße!

  • Aber so in etwa hatte ich es mir vorgestellt. Bei anderer Gelegenheit hat das auch geklappt,aber abends, oder wie im Link beschrieben bei Regenwetter.


    Hallo Mike,


    die alten Flugbienen umzupolen ist äußerst schwierig. Das kann aber trotzdem funktionieren, wenn Du am alten Standplatz keine Beute mehr stehen hast, d.h. Du müsstest auch das Spendervolk verstellen.


    Mit 20 m Abstand zum alten Standplatz hat das hier schon funktioniert, wenn die Flugbienen sich neu eingeflogen haben. Die fliegen zwar an den alten Standort zurück, wenn da aber nix mehr ist, nehmen sie bis auf ganz wenige hartnäckige Ausnahmen den neuen Standort an. Obs auch mit weniger Abstand funktioniert, weiß ich nicht.


    Gruß Sven


  • Warum man es anders versucht: Weil zu lesen ist, daß es geht und weil es schon geklappt hat.......!


    HAllo,


    und da haben wir auch noch etwas gelernt: nicht alles, was in Foren geschrieben steht, muss auch stimmen. DAs ist besonders auffällig bei den Themen, wenn Anfänger alten Hasen erklären wollen, wie Imkerei geht! :wink:
    Gruß
    KME

  • Und außerdem:


    Es wird nicht alles so gelesen, wie es geschrieben steht. Die eigene galloppierende Phantasie dichtet sich meist was dazu, was da gar nicht stand. :wink:

  • Moin Imkers und Imkerinnen,


    was soll man sagen, es gibt also wieder einmal 2 Gruppen, die einen die Lehrbuch gemäß imkern, dann noch eine, die wenn es nötig ist oder bequem scheint auch mal etwas nicht sicher erprobtes oder unkonventionelles ausprobiert. Klar mit dem Risiko behaftet, daß es mal nicht so wie vorgestellt klappt. (Daß das Anfängern öfter passiert liegt glaube ich in der Natur der Sache).
    Ich mag sie beide! Ganz besonders natürlich die erst genannte! Diese helfen mir gelegentlich auf den Rechten Weg.:)


    Das ich im letzten Jahr drei Ableger auf die gleiche Distanz verstellt habe entstammt nicht meiner Fantasie. Ich hab die Kisten nicht nur geschleppt, es hat sich auch an anderer Stelle positiv bemerkbar gemacht.:)
    Nur hatte ich im letzten Jahr die geschriebenen Anleitungen bis aufs kleinste befolgt (so gut ich sie erfasst hatte), wie zum Beispiel Flugloch mit 10 cm dick mit dicht Zweigen belegt, des weitern Wetter und Tageszeit. Und im vergangenem Jahr hatte ich auch noch keine MiniBeuten auf dem Balkon, was die Sache anscheinend auch vereinfacht oder ermöglicht hat.
    (Danke!@Maybee).
    Wie auch immer, im nächsten Jahr werde ich meine Ableger auf einen Außenstand bringen, dann bleibt mir die Hälfte an Arbeit und auch sinnfreie Diskussionen mit meinem Nachbarn erspart.


    @KME: Habe ich den Eindruck erweckt, ich wollte alten Hasen beibringen wie das Imkern geht? Das wollte ich wirklich nicht! Oder sind andere gemeint, die das Umstellen auf kurze Distanz beschreiben?:) Das sind auch nicht alles Anfänger, wie mir scheint. Kommt natürlich darauf an, wie man Anfänger definieren möchte. Wenn alle die noch nicht zum Lehrbuch zurück gefunden haben, Anfänger sind - dann schon! :)


    Danke für die konstruktiven Beiträge und die sonstigen Denkanstöße.
    Um einen meist ehrenwerten Imker zu zitieren:
    "Alles wird gut" - (nur nicht immer wann ich es will, - nur das sagt er einem nicht. :lol:)


    In diesem Sinne, sonnige Grüße:
    Mike