Schwarm wieder weg...

  • Hallo,


    am vergangenen Samstag habe ich einen Schwarm in die "Dunkelkammer" gestellt. Am Dienstag Abend eingeschlagen, am Mittwoch Abend wegen schlecht Wetter ca. 250 g Apifonda gegeben. Heute schaute mich nur noch eine hungrige Wespe an, die den Braten schon gerochen hatte.


    Vor dem Füttern machte der Schwarm einen total schlaffen Eindruck. Die umherfliegenden Bienen hatten nur noch sehr niedrige Flügel"drehzahl" und einige lagen schon tot im Boden.


    Habe ich zu viel gefüttert?


    Wir hatten die letzten Tage schlecht Wetter und noch keine Waldtracht.
    Wie mache ich es das nächste Mal besser?


    Gruß Markus

  • Das nächste Mal besser eine "Bannwabe" geben - junge, offene Brut mit nur wenig Futterkranz. Das hält eigentlich fast jeden Schwarm in der Beute.
    Die Fütterung würde ich nicht als falsch erachten - der Schwarm hat ja nun wirklich lange gehungert und wenn das Wetter so lausig kalt und nass war wie hier, ist das schon eine gute Starthilfe.


    Aber manche Völker hält man auch mit Bannwabe nicht in der Kiste, dann kann man eigentlich nur froh sein wenn sie weg sind...


    Melanie

  • ganz so ist es nicht, hummel.


    Das wurde vor kurzem hier diskutiert, nach 3 Tagen Kellerhaft haben sie ihre Vorräte aufgebraucht und sind hungrig.


    Hallo Markus,
    was falsch gelaufen ist, kann ich auch nicht sagen.
    Aber für das nächste Mal eine Möglichkeit: Brutwabe mit offener Brut zuhängen,
    damit die Bienen was zu pflegen haben.


    Ist normalerweise nicht notwendig, kann aber helfen.


    Gruß Doro


    PS: Melanie war schneller

  • Wie mache ich es das nächste Mal besser?


    Was soll der Schwarm im Keller? Warum hungerte der Schwarm im Keller? => Bienenquälerei ist das.


    Beim nächsten Mal schlägst Du den Schwarm am gleichen Abend in die Beute ein und zwar da, wo sie stehen bleiben sollen. Mir ist in zehn Jahren Schwarmimkerei noch nicht ein einziges Mal ein Schwarm wieder ausgezogen. Und das ganz ohne das Gedöns mit Bannwabe oder Ähnliches. Gib' dem Schwarm einfach keinen Grund, wieder abzuhauen.


    Wer ganz sicher gehen will, der käfigt die Königin unter Teigverschluß, klemmt den Käfig zwischen die Rähmchen und läßt den Schwarm einlaufen. Fertig.

  • Wie immer finde ich Ratschläge und Meinungen in alle Richtungen. Ich habe mich an das Erlernte der letzten Monate (Imkerschule Schwaben) gehalten und bin auch nicht überrascht, dass es nicht die einzige Möglichkeit ist, sein Ziel zu erreichen. Es wäre ja auch zu einfach, wenn es nur einen Weg gäbe. Die Bannwabe habe ich nicht reingehängt. Und Mein Nachbarimker (30 Jahre Imker) sagte schon im letzten Jahr "Kellerhaft sei veraltet" Werd das nächste Mal beides ausprobieren.


    Dank schon mal.


    Gruß Markus

  • ...... am vergangenen Samstag habe ich einen Schwarm in die "Dunkelkammer" gestellt. Am Dienstag Abend eingeschlagen......


    .... das heist, das Volk hat 3 Tage und Nächte gehungert ??! Eine Nacht hätte völlig gereicht, wenn überhaupt. Daher der "schlaffe Eindruck". Ich vermute, sie waren fast am Ende und Du hast eher zu wenig gefüttert ....

  • Wenn ich das richtig verstanden habe, soll man Völker, die in Kellerhaft (3 Tage) gehen, füttern. Bei mir gehen sie nicht in Kellerhaft, aber gerade in diesem Jahr muss man auf ausreichenden Futterstrom achten. Der Schwarm bringt max. für 3 Tage Futtervorrat mit. Dementsprechend wird auch früher oder später mit 1:1 gefüttert.
    LG Katrin

  • Also soweit ich gelernt habe, soll der größte Anteil des in der Honigblase der Bienen befindlichen Honigs zwecks Krankheitsübertragung aufgebraucht werden, so dass kein alter Honig neu in einer Wabe eingelagert werden kann. Also eine Art Karantäne. Wie man das hinbekommt, wenn man den Schwarm sofort einschlägt, weis ich nicht. Wenns funktioniert, dann passts ja.
    Übrigens...


    ich stelle mir vor, das die meisten Königinnen die bei Schwärmen dabei sind nicht nachzuchtwürdig sind. Also ist es doch besser, wenn diese bald möglichst umgeseiselt wird. Warum nimmt man nicht 2 Zargen (untere Zarge mit MW's, darüber ein Absperrgitter und dann die 2. Zarge, in die man den Schwarm einschlägt. Eigentlich müsste doch der Schwarm in die Zarge mit Mittelwänden ziehen und die Königin (mit ein paar Bienen) bleibt oben und kann nicht durch den Boden wieder verschwinden. Nur so ein Einfall am Rande! Danach kann man ja eine neue Königin zusetzen.



    Grüße


    Markus

  • Moin, moin!


    ?!


    Zu der Idee am Rande:


    Nö. Die bauen dann in der oberen Zarge, wie ihnen danach ist. Wenn die Kö unbegattet ist, bleibt sie das auch. Und warum sollte eine Schwarmkönigin nicht erhaltungswürdig sein?


    Zu dem Gelernten:


    Ein Schwarm ist in der Regel nicht krank, braucht also in der Regel auch nicht zu hungern. Hungern muss, im Rahmen der Faulbrutsanierung, der Kunstschwarm, den man eigens dazu macht. Jeden Schwarm aus diesem Grunde hungern zu lassen, ist ähnlich sinnvoll, wie die Desinfektion der Reifen der Autos, die Fehmarn zu Zeiten der Vogelgrippe verließen... unter dem schallenden Gelächter zahlloser freifliegender Möven.


    Und Du verwunderst Dich, dass die vorsichtigen Tiere es für sicherer halten, woanders Obdach zu suchen? Ich, wenn die wäre, ginge auch lieber woanders...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Hallo Clas,


    mir gehts eher um das Risiko, bei einem von 10 Schwärmen sich was zu holen. Unser Bienenfachwirt lehrt klar, dass es am Sinnvollsten ist, wenn die Bienen keinen Honig aus ihrer Honigblase wieder einlagern können, da dort das Risiko am höchsten ist, Pilze, Viren oder andere Sporen zu übertragen. Allerdings fände ich es auch besser, wenn man den Schwarm gleich einschlagen kann und er auch bleibt.


    Zur "erhaltungswürdigen" Schwarmkönigin.
    Ich habe gestern einige Königinnen auf die Belegstelle gebraucht und da wird schnell klar, dass man am meisten Erfolg mit den Bienen hat, wenn man gezielt paart und über die Genetik bescheid weiss. Bei einer Schwarmkönigin weiss ich meist erst im folgenden Jahr, wie ihre Qualität ist. Klar kann man immer auch eine gute erwischen, allerdings ist schon mal sicher, dass sie erhöten Schwarmtrieb hat.


    Gruß Markus

  • Hallo Clas,
    Zur "erhaltungswürdigen" Schwarmkönigin.
    Ich habe gestern einige Königinnen auf die Belegstelle gebraucht und da wird schnell klar, dass man am meisten Erfolg mit den Bienen hat, wenn man gezielt paart und über die Genetik bescheid weiss. Bei einer Schwarmkönigin weiss ich meist erst im folgenden Jahr, wie ihre Qualität ist. Klar kann man immer auch eine gute erwischen, allerdings ist schon mal sicher, dass sie erhöten Schwarmtrieb hat.


    Gruß Markus


    Hallo Markus. Ob Belegstellenkönigin, Schwarmkönigin, die jeweilige Qualität wirst du erst im Folgejahr beurteilen können. So kannst du auch nicht die Haltungsbedingungen der Schwarmkönigin erkennen und deshalb auch nicht beurteilen wie es zum Schwarm kam. Und bedenke, nicht alles von der Belegstelle ist auch Klasse.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo Josef,


    das habe ich mir auch gedacht, schaue aber (da selbst Landwirt) bei meinen Tieren schon klar auf die Genetik, was sonst zuchtmäßig eher in die Hose gehen würde.


    Was ist denn eigentlich der Unterschied zwischen einer "Bannwabe" für einen Schwarm und einer "zugehängten Brutwabe", um die Arbeiterinnen des eingeschlagenen Schwarms zu beschäftigen. Ist da ein Unterschied oder nicht?


    Gruß Markus