Honig lässt sich nicht schleudern

  • Vermutlich ist das eine ziemlich dumme Anfängerfrage, dafür bitte ich um Entschuldigung. Heute habe ich zum ersten Mal Honig geerntet. Zuhause gleich in die sauteure Schleuder gepackt und siehe da, das Zeug lässt sich kaum schleudern. Äh, die Verdeckelung habe ich natürlich entfernt. :lol:
    Die Bienen stehen in einer Kleingartenanlage und deshalb ist vermutlich viel Obst drin, diverse Blumen und vermutlich noch vieles andere. Was mache ich da falsch?

  • Hallo Dackelhasser,
    es gibt keine dummen Fragen.
    Als Ursache seiht es so aus, dass Du die Frühtracht zu späht schleudern wolltest.
    Du kannst die Waben evebtuell vorhandene Ablegern zuhängen oder einem Volk zum Umtragen in einer Zarge über eine Leerzarge hängen.
    In beiden Fällen die Waben guten wässern.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Die Bienen stehen in einer Kleingartenanlage und deshalb ist vermutlich viel Obst drin, diverse Blumen und vermutlich noch vieles andere. Was mache ich da falsch?


    Zu spät geschleudert?
    Von der Ferne schwer zu sagen .....
    Ist der Honig bereits in den Zellen kristallisiert?
    Die Waben direkt aus dem Volk in die Schleuder oder erst einige Stunden oder Tage "zwischengeparkt"?

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Kristallisierter Honig kann nicht geschleudert werden. Ist er kristallisiert?
    Wenn er kristallisiert sein sollte, kann man ihn nach Trachtende umtragen lassen. Wie das gemacht wird? Benutze die Suchfunktion dieses Forums.


    Gruß Ralph

  • Wann wurden die Honigräume aufgesetzt?


    ich schließe mich den Vorrednern an und Tippe auf frühtracht mit Rapsanteil.
    Wenn der nicht rechtzeitig geschleudert wird, kommt er nimmer raus

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Okay Leute, Danke erstmal.
    Ich habe den Honigraum vor circa einem Monat aufgesetzt. Raps glaube ich nicht, denn in unmittelbarer Umgebung habe ich keine Felder gesehen. Ausschließen kann ich es aber nicht. Kristallisiert ist er aber noch nicht, nur sehr zähflüssig.


    Ableger habe ich keine, denn mir reicht (vorerst) ein Volk. Außerdem muss ich diesen Honig ernten, denn ich kann als Hobbyimker doch nicht im Supermarkt auf Importware zurückgreifen (oder gar bei einem anderen Imker kaufen, was noch peinlicher wäre). Und das ist der einzige Honig, den ich zur Verfügung habe.
    Nun habe ich damit begonnen, mit einem Messer die Waben auszukratzen und der Honig fließt ganz langsam durch das Sieb. Wird wahrscheinlich bis morgen dauern, aber das ist wohl meine einzige Chance auf eigenen Honig.


    Achso, ich habe mich sofort nach der Ernte ohne "Zwischenparken" an die Schleuder gestellt. Hat alles in allem höchstens eine Stunde von Herausnehmen bis zum Entdeckeln gedauert.

  • Hallo Dackelhasser,


    der Honig ist zu kalt. Daher fließt er nicht aus den Waben. Nur so viel Honig ernten, wie man am gleichen Tag - also sofort - auch schleudern kann. Das geht am besten mit einer der beiden Methoden:


    1. Arbeit mit Bienenflucht an einem warmen Tag gegen Abend. Dann ist der Honig von der Sonne noch schön warm und fließt gut


    2. Abkehren der Bienen: Am besten an einem trachtfreien Tag die Bienen abfegen und die bienenfreien Waben direkt zur Schleuder und ausschleudern. Nicht erst ein paar Stunden oder gar über Nacht stehen lassen.


    Also nun so weiter machen wie beschrieben oder den Honig erwärmen.


    Gruß
    Frank

  • Okay, noch eine Frage, sollte ich nach der Honigentnahme bereits zufüttern oder noch etwas warten?
    Viel los ist bei den Bienen nicht mehr, der Flugbetrieb ist weitestgehend eingestellt, verglichen mit der Zeit vor einem Monat.

  • Moinsen Dackelhasser:


    Das liegt an der Betriebsweise bzw. deinen Beuten. Hast du DN / Zander und entnimmst die Futterwaben bei der Honigernte nicht, haben die Bienen ja noch rund 6-8 Kilo Futter. Das reicht aus, um recht zeitnah eine Varoabehandlung zu machen. Im Anschluss dann auffüttern. Ob in mehreren Schritten oder alles in einem Zug hängt vom Imker ab. Der eine füttert gleich 20 Kilo, der andere in kleineren Gaben z. B. a 5 Kilo.


    Wenn du Dadant hast (wie ich) haben die Bienen nichts in der Kiste nach der Ernte. Ich gebe nach der Ernte ein paar MW hinzu und füttere dann rund 5 Kilo Sirup ein. Danach (je nach Befallsgrad) mache ich die erste Behandlung. Im Anschluss noch mal 5-10 Liter Sirup. Dann erst mal abwarten, ob noch Senf bei uns kommt.


    Gruß
    Frank

  • ... Hast du DN / Zander und entnimmst die Futterwaben bei der Honigernte nicht, haben die Bienen ja noch rund 6-8 Kilo Futter.


    Was genau meinst Du mit "Futterwaben"?:confused:


    Ich verstehe unter Futterwaben Waben in die kein Honig aus Nektar sondern aus Sirup eingelagert ist. Diese entferne ich im zeitigen Frühjahr. Sonst tragen die das nämlich in den Honigraum um wennste Pech hast.


    Oder meinst Du mit Futterwaben die Randwaben, die meistens gut mit Honig gefüllt sind? Ob die aber tatsächlich 6-8 kg Honig (=Futter) enthalten, sollte man überprüfen. Es gibt Imker die schon zufüttern müssen.


    Also lieber Dackelhasser (pass bloß auf Deine Waden auf, ich liebe Dackel), Du solltest schauen wieviel Nahrung Deine Bienen noch haben und dann eine Entscheidung treffen. (eine Wabe DN faßt ca. 1,8 kg Honig=Futter=Nahrung.:u_idea_bulb02:


    Es grüßt der Herr Rübengrün

    Prüfet Alles und wählet das Beste!


    Erst kommt das Fressen, dann die Moral!

  • Hallo Rübengrün,


    jepp ich meinte die Randwaben. Da ich die Ausgangslage nicht kenne, ging ich mal von Zander aus. Da hat ja eine volle Wabe mit Honig rund 2-2,5 Kilo Honig. Wenn ich dann von mindestens 4 Waben ausgehen kann - also eine pro Seite bei einem Zweizarger, hätte ich ja sogar fast 10 Kilo Honig. Aber das kann ja niemand von hier sagen. Wie es im Vogtland aussieht ich schon mal gar nicht.


    Gruß
    Frank

  • Also, ich habe DN und der Honigraum war nach über einem Monat noch nicht komplett voll. Drei Rähmchen waren gerade erst ansatzweise befüllt. Aber ich wollte unbedingt mal eigenen Honig haben und konnte deshalb nicht mehr warten.
    Hier war das Frühjahr sehr trocken. Bei reichlicher Kirschblüte hat sich dort keine Biene hinverirrt, weil nix zu holen war. Dementsprechend habe ich auch fast keine Kirschen. Die Trockenheit hält mit kleinen Unterbrechungen an und wenn es mal regnet hat, ist es nicht sehr viel gewesen. Entsprechend mager sieht es beim Nektar aus. Da werde ich wohl bereits zufüttern müssen. Ist es nicht etwas zu früh für die Varroabehandlung oder ist dieses Jahr alles zeitiger?

  • Wie sieht denn die Tracht bei dir aus? Das Vogtland liegt ja, wenn ich mich in Erdkunde nicht ganz irre, etwas höher als das Münsterland. Bei mir fängt grade die Winterlinde an. Die warte ich noch ab. Die Sommerlinde brachte erst in letzter Zeit noch Honig rein. Vorher war es auch bei mir nicht viel.


    Also blüht bei dir noch die Linde? Dann kommt da noch was. Wie sehen denn die Randwaben bei dir aus? Ist da noch Futter? Wie sieht der Milbenabfall aus? Alles Fragen, die ich von hier nicht beantworten kann.

  • Linde blüht noch nicht, Kastanie ist schon durch. Sämtliche Wiesen in der Umgebung sind gemäht (und vertrocknet), so dass auch kaum Blumen zur Verfügung stehen. Bleibt nur noch Läppertracht in den Gärten. Die Bienen fliegen, wie erwähnt, kaum noch. Ein paar Pollensammlerinnen sind aber durchaus unterwegs. Vor ein paar Wochen war deutlich mehr Betrieb.


    Im Garten habe ich Phacelia. Die wurde letztes Jahr intensiv beflogen, dieses Jahr sind dort nur Hummeln und nicht eine Biene.