Imker stellt offene Beuten neben Stand und lässt sie stehen

  • Hallo,


    ich war gerade beruflich ein wenig weiter im Land unterwegs und bin da gestern abend an einem Bienenstand mit etwa 10 Völkern am Waldrand vorbeigekommen. Darum herum waren nochmal etwa genau so viele Ableger-/Begattungskästchen verteilt.
    Und neben bzw. auf den 10 Beuten waren zwei offene Zargen mit Waben. Ganz offensichtlich absichtlich so hingestellt.


    Die Waben waren bereits weitgehend leer, aber in der einen Zarge saßen auf zwei Waben noch viele Bienen, die ganz offensichtlich die restlichen Honigvorräte geplündert haben.


    Heute morgen kam ich nochmal dort vorbei und es hat sich nichts geändert.


    Was geht hier ab? Hat er ein Volk abgefegt oder lässt er die geschleuderten Honigräume öffentlich ausschlecken?
    Im Frühling war ich schon mal dort, da sind mir viele Wildbauwabenteile aufgefallen, die er offen auf den Beutendeckeln liegen hatte, offensichtlich auch zum Ausschlecken.


    Wäre das bei mir in der Nähe, würde ich den Imker ausfindig machen und ansprechen das abzustellen, denn ich hätte Angst, dass auch meine Bienen dort räubern und wer weiß was für Krankheiten mitbringen. Oder ist das Imkerhypchondrie?
    Ggf. hätte ich sogar daran gedacht, das Veterinäramt zu informieren, wenn er sich unkooperativ zeigt.


    Gester und dort, in für mich fremde Gefilden wollte ich mich aber nicht einmischen, ganz zu schweigen von Zeitmangel.
    Aber der Bienenstand steht völlig offen sichtbar direkt neben einem stärker befahrenem Waldweg, da kommen also genug Leute (und ortsansässige Imker) vorbei, die eher Anlass hätten sich da drum zu kümmern. Vielleicht finden die das dort also alle ok so, dann sollen sie mal.


    Oder ist das doch alles so ok? Was hättet ihr an meiner Stelle gemacht?


    Gruß
    hornet

  • Bienen auf's Räubern zu trainieren ist immer chayse.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Kenne ich,
    noch viel übler.
    Alles Sodom und Gomorra. Olle Kisten offen, Dreck, abgeschrotetes Wabenwerk, nix bienendicht, alles liegt rum etc., etc.


    => Fotos, Meldung anonym per Mail ans VetAmt.
    Die müssen der Sache nachgehen.
    Feddisch.


    Zeit und Nerv gespart. Bringt eh nix (in den seltensten Fällen)


    Musst Du selber wissen, sonst häng nen Zettel an den Stand mit Telfonnummer und Bitte um Rückruf. Und dann wünsche ich viel Erfolg!


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper


  • Sehe ich das richtig, dass Du die fremden Beuten unerlaubt geöffnet hast?

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Moin Anni, moin Josef,


    woher nehmt Ihr das? Hornet schrieb:


    "Und neben bzw. auf den 10 Beuten waren zwei offene Zargen mit Waben. Ganz offensichtlich absichtlich so hingestellt"


    Vom Gucken nimmt man die AFB, wenn sie denn da ist, nicht mit nach Hause.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Hallo Leute,
    zur Räuberei animieren ist nicht schön, sollte man nicht tun, nicht ganz fair, nicht ganz fein, gelbe Karte wäre ok.
    Sicherlich waren die Waben gerade geschleudert worden und sollten von den Bienen ausgeschleckt werden. Wenn der Imker, und davon gehe ich aus, davon ausgeht, dass der Honig in Ordnung war, gibt er sie normalerweise mit einer Leerzwischenzarge auf die entsprechenden Völker drauf. Wenn der Resthonig aber nicht diesem einen Volk schaden kann, sollte er auch anderen Bienen jetzt nicht direkt schaden, und draußen im Wald, an einem stark befahrenen Waldweg?, stört es wohl nicht mal die Nachbarn.
    Das herumstehen lassen von fast leeren Beuten am Standplatz mit geöffnetem Flugloch ist, ohne Krankheitsbefund, nicht so schlimm wie es dargestellt wird. Habe schon öfters erlebt, dass da Schwärme ganz alleine eingezogen sind. Und ganz alleine, da steh ich drauf.
    Das Problem mit der Anstiftung zur Räuberei sehe ich eher in der Gefahr, die räubernden Bienen an den Stand zu locken, wo sie evtl. sich auch besetzte Beuten die nicht so gut geschützt sind als Ziel aussugen, wenn sie eh schon mal in großer Zahl gerade hier sind. Das wiederum ist eigentlich das Problem des Standimkers selbst.
    Insgesamt würde ich dieses Problem nicht so hoch hängen. Nicht ganz fair, nicht ganz fein und in 6 Wochen kann der Spieler wieder feste Nahrung zu sich nehmen.
    Viele Grüße
    Wolfgang, der irgendwie an Otto denken muss?

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Oh je, lass das nicht den Henry hören. Der macht gerade die Erfahrung, wozu sowas führen kann. Das offenstehen lassen von Beuten ist verboten. Aus gutem Grund! Dazu gehört auch und gerade das offene Auslecken lassen von Honigwaben. Das ist kein Kavaliersdelikt! Viele Grüße, Brigitta


  • Das herumstehen lassen von fast leeren Beuten am Standplatz mit geöffnetem Flugloch ist, ohne Krankheitsbefund, nicht so schlimm wie es dargestellt wird. Habe schon öfters erlebt, dass da Schwärme ganz alleine eingezogen sind. Und ganz alleine, da steh ich drauf.


    Damit verstößt du laufend gegen die Bienenseuchenverordnung und du würdest von mir zur Anzeige gebracht.


    Aus der Bienenseuchenverordnung: Verschluss von Bienenwohnungen
    § 6
    Von Bienen nicht mehr besetzte Bienenwohnungen sind vom Besitzer der Bienen stets bienendicht verschlossen zu halten.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.



  • Aus dieser Aussage:
    Die Waben waren bereits weitgehend leer, aber in der einen Zarge saßen auf zwei Waben noch viele Bienen, die ganz offensichtlich die restlichen Honigvorräte geplündert haben.


    Daraus kann man schließen, dass die Beute geöffnet wurde

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Hallo,


    Anni :
    dass man mal was überliest, kann ich ja verstehen. Aber dass man mit einem Zitat mühevoll und umständlich um eine Schlüsselpassage herumzitiert und damit dann insgesamt natürlich an der Sache vorbeiargumentiert - hm, muss ich das verstehen?!? :confused:
    Lies' bitte einfach nochmal in ALLER RUHE mein erstes Posting und zwar möglichst ALLE Sätze.... :wink:


    Nochmal für alle: Ich hab nix angefasst, nur geguckt. Und ich wollte mit diesem Posting nicht nur mitteilen, sondern eigentlich auch um Rat fragen, wie so eine Praxis eigentlich zu bewerten ist. Gemacht habe ich das auch nur, weil dieser Bienenstand mir bereits im Frühjahr einschlägig aufgefallen ist, es sich dort also um längerfristige Praxis und nicht etwa um eine einmalige Schludrigkeit handelt.


    Die meisten Antworten haben mir jedenfalls schon mal geholfen beim Einordnen der Sache - danke!


    Gruß
    hornet

  • Hornet, ich habe es nicht böse gemeint, ich wollte vorbeugend fragen


    Ich muss mich aber wahrhaftig voll und ganz entschuldigen, ich habe überlesen, dass diese offen daneben standen!
    Also: SORRY!

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Aber Joseph,
    ich würde doch sowas nie tun, bin ich doch gesetzestreu wie keiner hier. Und das gilt nicht nur für das BauGB oder die LbauO. Ich käme auch nie auf die Idee sog. Schwarmfangkisten aufzustellen und mit Lockstoff einzusprühen. Viel lieber bau ich mir ein 1o m langes Rohr zusammen und hänge einen Staubsauger dran, oder schieße mit der Flinte den Ast ab.
    Ich lade dich gerne zur Kontrolle meiner Stände ein.
    Viele Grüße
    Wolfgang, der trotzdem ganz teif im Innern die Empfindung hat, dass ein krankes Bienenvolk in einer Kiste wesentlich gefährlicher ist als eine saubere Beute mit drei neuen Anfangsstreifen und ohne Schaumstoff im Flugloch.

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.