Wo sind in diesem Jahr die Schmetterlinge?

  • Hallo zusammen,


    unser Garten (insbesondere die Schmetterlingsflieder) wurde bis letztes Jahr von vielen (auch verschiedenen) Schmetterlingen besucht. In diesem Jahr blühen die Schmetterlingsflieder nun schon seit fast 2 Wochen und außer einem einsamen Kohlweißling finden wir keine Schmetterlinge.


    Wie sieht das bei Euch aus?


    Gruß, Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

  • Bei uns sieht man sehr viele Schmetterlinge (Kohlweißlinge, Kleiner Fuchs, Zitronenfalter, Pfauenauge). Also alle üblichen wie die letzten Jahre auch. Mag vielleicht auch daran liegen, dass beim benachbarten Bahndamm immer viel langes Gestrüpp wächst in dem sich die Raupen wohl fühlen.


    Gruß
    Chris

  • Moin,
    katastrophal !!!
    zwei Waldbrettspiel
    einen Admiral
    zwei Weisse
    auf meiner gesamten Fläche.
    Von ehemals einigen Hundertschaften.
    Selbst meine treuesten Tagpfauenaugen sind weg, trotz großer Brennnesselflächen
    es macht mich traurig
    Aber einige Vögel sind zurück, die Totholzhaufen wurden zum Brüten angenommen
    Mal sehen, wie lange die sich noch ernähren können
    Auf jeden Fall das schlechteste Schmetterlingsjahr seit meiner Imkerzeit
    Gruß
    Helmut

  • Anni
    Hier in Südniedersachsen hat unser Sommerflieder dieses Jahr unglaublich an Höhe zugelegt und bekommt jetzt erst Blütenansätze, bis vor ein paar Tagen warn die noch nicht zu sehen. Vielleicht legt er ja noch los?

  • Also bei uns auf dem Hof sehen wir genügend Schmetterlinge und auch seltene. Ich habe die leise Vermutung, daß die von mir angelegten Phaceliaflächen dazu beigetragen haben, die sehr gern von sehr unterschiedlichen Wildbienen und Schmetterlingen besucht wurden und werden. In der näheren Umgebung ist dagegen tote Hose. Sind eine kleine Insel hier.

  • Seit verstärkt Anwelksilage von den Wiesen geholt wird und ein Schlupf aus den Pressballen nicht mehr möglich ist, werden alle Insekten massiv bekämpft, die ihre Eier an Pflanzenstengel kleben um sie dort frei zu überwintern. In der Silage gehen sie unter, im Pessballen ebenso. In einem Heureuter hatten sie ein Chance oder in einem Schober. Ja selbst in den Miniballen konnten sie es schaffen. Bei dreimaliger Wiesenmahd ist die Fläche insektenmäßig steril. Bei Ackergrünland mit Umbruch ebenso.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Bei dreimaliger Wiesenmahd ist die Fläche insektenmäßig steril.


    Das ist in der Tat eine Erklärung. Das wird ja heute völlig übertrieben, nachdem das Gras nur noch siliert wird. Und auch schon so früh im Jahr mit der Mahd begonnen wird.

  • Moin Bernhard,


    das Eine führt zum anderen: Für Silage ist der empfohlene Mahdzeitpunkt deutlich vor der Blüte der Gräser, damit mehr Blattanteil besser komprimierbar ist. Für Heu mäht man zur Blüte. Dann liegt die Silage etwa 1, höchstens 2 Tage. In der Zeit verziehen sich die Larven noch nicht an den Boden, wo neues Grün auch noch nicht sprießt und werden dann mitsiliert. Heu liegt 4 bis 6 Tage und da retten sich dann schon einige...


    Dreimal jährlich Heu wäre noch geradezu öko, die peilen den 2stelligen Bereich an...


    Dazu kommt der Ordnungswahn auf Seitenstreifen und Wegrändern, und die Großflächigkeit auch aufgrund der immensen Schlagkraft der Maschinen. Gräben werden bis in den Grund ausgemulcht, und dabei überlebt nicht viel.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Ein wenig kommen uns da die Pleiten der Kommunen zur Hilfe, da diese aus Sparsamkeitsgründen (naja...) das Mähen der Weg- und Straßenränder reduzieren. Bei uns sogar nur einmal im Jahr.


    Die wildgewordenen Bürger unserer Stadt greifen aber zur Selbsthilfe und schaffen selbstständig für "Ordnung"...die mähen da mit Aufsitzrasenmäher selbst die Straßenränder.


    Ich habe mal einen tollen Vortrag eines Insektenkundlers und Schmetterlingsexperten gehört, der das Schmetterlingsaufkommen in unseren Landen mit denen in Ungarn (Ungarn war es, glaube ich) verglich. Sein Fazit war, daß es bei uns zu aufgeräumt auf den Höfen und in den Dörfern ist. Gerade da, wo noch etwas Unkraut wächst, wo es noch Schlammpfützen auf den Wegen gibt und wo eben nicht alles aufgeräumt ist - gerade da sind viele Schmetterlinge zu finden. (So wie bei uns auf dem Hof. :) )


    Er hat aber auch die Überdüngung des Bodens als einen Hauptgrund für den Rückgang der Schmetterlinge bei uns genannt.


    Neben der Überdüngung wird die Durchseuchung mit Pestiziden ihren eigenen Beitrag dazu liefern.

  • Solche unaufgeräumten Gartenecken mit Brennesseln und anderem "Unkraut" gibt es in unserem Garten - teils aus Zeitgründen, teils weil so gewollt - auch mehrere. Aber scheinbar ist unsere "Insel" zu klein?
    Im letzten Jahr konnte ich unsere Nachbarn gerade noch überzeugen ein paar qm Brennesseln an der Grundstücksgrenze doch bitte stehen zu lassen, weil sich dort gerade eine Raupenkolonie sattfraß.


    Die zunächst erstaunten Blicke änderten sich GsD, als ich erwähnte, wer Schmetterlinge fliegen sehen will, der muß auch mal Raupen und Brennesseln zulassen. "Achjaaaa..."
    Manchmal finde ich es gruselig, daß sogar die Landbevölkerung von solchen Zusammenhängen scheinbar nichts mehr weiß.


    Gruß, Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

  • Hallo
    Vor kurzen habe ich den Schwalbenschwanz bei uns gesehen und auch die üblichen Schmetterlinge wie Kohlweisling,Admiral,Tagpfauenauge und Himmelblauer Bläuling.Trotzdem ärgere ich mich jedes mal wenn manche Leute die Rasenflächen schon nach einigen Tagen so kurz mähen das nicht eine Blüte zum Zuge kommt!! Es ist manchen Leuten egal ob nun was blüht oder nicht, haubsache der Rasen ist kurz.Gerade hatten wir ja lange Zeit kein Regen und trozdem wurde der schon kurze Rasen gemäht.Manchmal wünschte ich das man Gesetze beschließt die so was regeln denn mit Einsicht der Leute kann man selten rechnen! Den Leuten macht es eben spaß Stundenlang auf ihren Rasentraktor hin und her zu fahren!


    Grüße aus Thüringen