Volk abgefegt und nun viele Tote vor der Nachbarbeute

  • Hallo Freunde,


    ich habe gestern ein drohnenbrütiges Volk ca. 5 m vom Stand entfernt abgefegt. Die Weiselprobe verlief vorher negativ.
    Sie haben sich auch alle schön beim Nachbarvolk eingebettelt (oder auch nicht?)


    Als ich heute spät Nachmittag geschaut habe, lag ein ganzer Bienenteppich toter Mädels vor der Beute. Auch zerrten einige Damen tote Bienen aus dem Stock.
    Kann es sein, dass der Schwarm die abgefegten Bienen nicht akzeptiert hat und diese nun kalt gemacht hat?
    Ich mache mir ja echt Sorgen um die Königin, will aber jetzt noch nicht nachsehen um nicht noch mehr Unruhe zu machen.


    Denke, ich lasse sie noch ne Woche in Frieden und schaue dann mal nach. Was denkt ihr?


    Viele Grüße,
    Carsten

  • .... auch zerrten einige Damen tote Bienen aus dem Stock.
    Kann es sein, dass der Schwarm die abgefegten Bienen nicht akzeptiert hat und diese nun kalt gemacht hat?


    Hallo Carsten,


    ja, die abgefegten Bettelbienen wurden kalt gemacht. Und die Aktion hat mit Sicherheit auch einigen Schwarmbienen das Leben gekostet, ist ja nicht so, dass es im Krieg nur auf einer Seite Tote zu beklagen gibt.


    Ist bei mir dasselbe Problem. Hab letzte Woche noch 6 Ableger gemacht und mit Zuchtstoff ausgestattet. Bei 4 Ablegern hats geklappt, bei zweien nicht. Dessen Bienen wollten sich auch wieder in ihrem ehemaligen Volk einbetteln, dieser Plan ist gescheitert.


    Gruß Sven

  • Ich verstehe aber trotz der Antworten den Zusammenhang nicht.


    Klar ist für mich,
    in weitem Abstand abfegen, damit die Drohnenmütterchen die Distanz nicht überwinden können.
    und vorher einräuchern, damit sie sich mit Honig volltanken können und sich dadurch einbetteln können.


    Was hat der 5m-Abstand mit den toten Bienen zu tun? Weil vielleicht doch Drohnenmütterchen mit gekommen sind?
    Und deren Anhänger sie verteidigt haben?


    Hat das abgefegte Volk sich nicht eingebettelt sondern die Beute überrannt?


    Drohn: bitte erkläre mir, was es mit der halben Stunde auf sich hat.
    Was soll in dieser Zeit passieren?
    Die Bienen brauchen doch nicht so lange, um Honig zu tanken?


    Danke und Gruß
    Doro

  • Genau - bei 5 m kommen womoeglich Drohnenmuetterchen mit und das fuehrt zu gesteigertem Alarm bei den Nachbarvoelkern, bei denen sich die zurueckfliegenden Sammlern einbetteln wollen...was deren Empfang schon mal nicht erleichtert.
    Dazu kommt, dass man eben aufzuloesende Voelker kraeftig einraeuchern sollte und eben eine Weile offen stehen lasst, damit sich auch die Stockbienen den Bauch vollhauen koennen und beim Einbetteln was mitzubringen haben...sonst Essig mit Einlass!


    Melanie

  • Danke Melanie!


    Dass das doch eine halbe Stunde dauern kann hätte ich nicht gedacht.
    Bei uns ging es damals glücklicherweise gut und sie wurden gut angenommen.


    Irritierend ist hier ja, dass die Bienen zuerst drin waren und dann erst die Kämpfe losgingen.
    Sie haben also das Flugloch erst mal überwunden.


    Die einzige Erklärung, die mir einfällt, ist die, dass die fremden Bienen den Stock übernommen haben und die Hausbesitzer raus geworfen haben.


    Kann das sein?
    Wenn ja, was kann die Ursache sein und wie kann man das verhindern?

  • Ob das nun genau 30 Minuten dauert weiss ich nicht - ich wuerde ein abzufegendes Volk bei trachtarmene Zeiten nun nicht ganze 30 Min. offen stehen lassen von wegen Raeuberei und so aber etwas mehr Zeit als nur Rauch - Aufmachen - Rausnehmen der Waben - Fegen sollte man ihnen schon geben.
    Ich trage nach dem Raeuchern wenn moeglich die ganze Zarge zum Abfegeort; die Unruhe veranlasst sie auch zum Auftanken und es fliegen schon die ersten ab und zurueck.


    Aus dem Post kann ich nicht erkennen ob die Bienen sich erst erfolgreich eingebettelt haben und dann erst um die Ecke gebracht wurden - das liesst sich so als ob sich der Schreiber nicht sicher war und am Nachmittag dann erst die Haeufung bemerkte.


    Womoeglich hatte einfach auch die grosse Naehe zwischen Abfegeort und Nachbarbeute dazu gefuehrt, dass die fremden Bienen regelrecht in das Nachbarvolk einfluteten anstatt sich brav einzubetteln und dann erst in der Beute bemerken mussten, dass sie falsch gelandet sind. Ich habe sowas schon bei Schwarmeinzuegen beobachtet wenn man den Schwarm einlaufen laesst - manchmal laeuft ein Schwung quer und wandert massiv beim Nachbarn ein. Ein schwacher Nachbar laesst sich das sogar gefallen (man kann wunderbar schwache Apideas mit Schwarmbienen fuellen wenn man sie beim Einlaufen-lassen mal kurz neben den Schwarm stellt...natuerlich erst wenn die Schwarmqueen oder -queens schon im Hauptkasten sind) aber bei einem starken Volk findet man spaetestens am naechsten Tag einen Schwung toter Bienen vor dem Flugloch.


    Glaube also nicht, dass da was "uebernommen" wurde..nichtsdestotrotz immer eine Gefahr fuer die Queen!


    Melanie

  • Ja klar, erst räuchern, dann tragen. Davon ging ich aus.


    Du schreibst, ein Schwung toter Bienen,
    Carsten schreibt, ein Teppich voller toter Bienen.
    Das ist wahrscheinlich Ansichtssache und je nach Erfahrung wird das anders gesehen.


    Dann scheint ja alles ok zu sein und man muss nichts weiter unternehmen.
    Abwarten und beobachten.


    Danke, hat auch mir geholfen, besser zu verstehen.


    Gruß
    Doro

  • Hallo,


    zwei mal wurde in diesem thread erwähnt, man solle das abzufegende Volk nicht nur einräuchern, wegstellen und abfegen, sondern vor dem Abfegen auch noch 30 Minuten offen stehen lassen.
    Mir ist nicht ganz klar, wozu das dienen soll?
    Den Bauch mit Honig voll machen sie sich doch wegen dem Rauch, dachte ich?


    Oder geht es darum, dass in dieser Zeit schon mal ein Schwung Bienen einfach abfliegt, die offene Beute "vergisst" und automatisch erst mal "heim" fliegt und damit nicht mehr abgefegt werden muss?


    Wenn letzteres der Fall ist, warum ein abzufegendes Volk nicht einfach 1-2 Tage 20 Meter weiter hinstellen und erst dann erneut 20 Meter weiter abfegen? In diesen 2 Tagen ist doch bestimmt die Hälfte der Bienen schon ganz ohne Stress von selbst abgeflogen und hat sich woanders eingebettelt, als sie bemerkt haben, dass ihr altes Heim nicht mehr da ist. Das würde doch die eigentliche Abfegeaktion wesentlich übersichtlicher gestalten.


    Warum wird das nicht gemacht? Nur weil zu aufwändig für den Imker?


    Gruß
    hornet

  • wissen denn dann aber die Innendienstler wohin sie fliegen müssen um Bienen zu finden, bei denen sie sich einbetteln können?


    Ich könnte mir vorstellen, dass bei normalem Abfegen solche Bienen von den Außendienstlern mitgerissen oder geleitet werden.


    Ich habe das jetzt mal beobachtet.
    Sie brauchen doch etwas länger zum Auftanken als ich bisher dachte.
    Allerdings ist für mich auch Melanies Einwand wegen der Räuberei logisch.
    Kommt wahrscheinlich wie immer auf die Jahreszeit an, wie lange man warten soll.


    Gruß Doro

  • wissen denn dann aber die Innendienstler wohin sie fliegen müssen um Bienen zu finden, bei denen sie sich einbetteln können?


    Vermutlich nicht, aber Abfegen ist so oder so kein Kinderspiel für das Volk, es ist im Gegenteil nichts anderes als die Schlachtung des selbigen. Dass dabei sehr viele Bienen sterben/verhungern/verloren gehen ist mit einkalkuliert. Im Gegenteil, dass viele Bienen es schaffen sich woanders einzubetteln ist etwas, was anderen Tieren verwehrt bleibt. Erlegt/schlachtet man diese, kann kein Teil davon direkt weiterleben, bei Bienenvölkern geht das.



    Wenn noch jemand etwas zu meinen Fragen zwei Postings weiter oben hat, ich bin immer noch sehr interessiert!


    Gruß
    hornet

  • Na da danke ich mal für die zahlreichen Antworten.
    Höchstwahrscheinlich haben die abgefegten Bienen das Volk zunächst überrannt und sind dann erst im Nachhinein rausgeworfen worden.
    Einen Tag später war jedenfalls wieder Ruhr und es wurde reichlich Pollen eingertragen.
    Am Wochenende werde ich nachsehen und gucken ob mir die grüne Königin über den Weg läuft.


    Mein Fehler war garantiert der zu geringe Abstand. Denn an einem anderen Stand musste ich selbiges tun, dort waren es aber bestimmt 10-15m und das Einbetteln hat wunderbar funktioniert.


    Grüße,
    Carsten