Ungereimtheiten bei einem Schwarm

  • Hallo,
    ich habe am 03.06. einen kleinen Schwarm eingefangen (ca.1-1,5kg). Abends direkt in eine Beute eingeschlagen wie so üblich.
    Gestern gegen abend hab ich mal reingeschaut um zu sehen wie sich der Schwarm entwickelt.
    Soweit eigentlich ganz gut meiner Meinung nach ( sitzt auf 5 Waben Dadant die aber nur zur hälfte ausgebaut sind) Futter ist aussreichend vorhanden aber gebaut haben sie noch nicht wirklich viel.
    Stifte habe ich zum Teil gesehen und auch schon etwas ältere Maden. Zum Teil waren auch zwei Stifte in den Zellen. Außerdem waren drei Weiselzellen zu sehen.
    Eine der Weiselzellen war bestiftet und in den anderen zwei waren sogar schon etwas größere Maden. Die Königin konnte ich nicht entdecken.
    Kann es sein das es sich um einen Nachschwarm handelt und die Königin erst noch lernen muss richtig zu stiften oder sehe ich das falsch? Aber wenn das so ist warum
    sind dann bestiftete Weiselzellen vorhanden?
    Oder hat die Königin zu wenig Platz zum stiften da noch nicht so viel ausgebaut ist?
    Kann mir vielleicht jemand sagen an was das liegen kann und was ich am besten mache in dieser Situation?
    Einfach abwarten oder vielleicht doch noch flüssig füttern damit sie erst mal noch ein bisschen bauen?


    Danke im voraus!


    Grüße Jan

  • Hallo Jan,


    wenn noch keine verdeckelte Brut da ist, war es wohl eine Jungkönigin, die gerade erst mit Legen anfängt, da kann es vorkommen, dass mal 2 Stifte in einer Zelle sind. Eventuell sind die Bienen mit ihr nicht oder noch nicht zufrieden, daher die Weiselzellen. In diesem Fall breche ich sie das erste Mal, lasse sie dann aber machen, wenn sie wieder welche ansetzten. 1kg Bienen sind ja nicht viel, sie konnten wohl nicht mehr bauen, und die Bienenmasse nimmt nun immer mehr ab. Wenn sie jetzt nicht mehr bauen, hilft Zuckerwasser 1:1, das unterstützt auch die Volksentwicklung. Aber immer nur soviel geben, dass genug Platz zum Legen bleibt, also etwa einen Liter alle 3 Tage. Nächste Woche sollten sie dann der Bienenmasse entsprechend Brut haben und weiterbauen.


    Gruss, Jan

  • Heuer scheinen wohl etliche Schwärme ein Königinnenproblem zu haben - höre ich aus dem Verein.


    Mir ging es so: Schwarm am 25.5. eingeschlagen, am 5. 6. vereinzelte Stifte gesehen - das waren aber schon Drohnenmütterchen! Am 10. 6. haben wir (mein Imkerpate und ich) das "Volk" nochmal durchgesehen - etliche mehrfach bestiftete Zellen, kein geschlossenes Brutnest, keine Königin gefunden. Wir haben dann in die Wiese abgefegt, einen Ableger in die Beute, mit den Flugbienen und Waben des Schwarmes verstärkt. Die Durchsicht am 17.06 zeigte dann - Buckelbrut auf den Waben des Schwarms! Und glücklicherweise die Königin des Ablegers in Eilage ...


    Da hätte aber wohl (fast) jeder gesagt - so schnell geht das bei einem Schwarm nicht, dass die drohnenbrütig werden.


    Sonnigen Gruß
    Marion

    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Hallo Marion,
    warum wurden die offensichtlich buckelbrütigen Waben des ursprünglichen Schwarms dem Ableger nach dem abfegen zugehängt?
    Oder habe ich etwas falsch verstanden?
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo Marion,
    warum wurden die offensichtlich buckelbrütigen Waben des ursprünglichen Schwarms dem Ableger nach dem abfegen zugehängt?
    Oder habe ich etwas falsch verstanden?
    Gruß Eisvogel


    Auf den Waben war hauptsächlich Pollen und etwas Futter und eben erst später sichtbar einige verteilte Buckelzellen. Beim Abfegen waren die ja noch nicht soweit. Mein Pate meinte dann noch, Pollen und Futter täte dem noch ziemlich schwachen Ableger gut. Die Waben waren bienenfrei!


    Ich weiß nicht ob ich es auch so gemacht hätte, aber es war ganz lehrreich zu sehen, dass tatsächlich Drohnenbrütigkeit vorlag. Mir taten die noch tagelang in der Wiese verbliebenen"Restbienen" schon ziemlich leid und ich war mir nicht sicher, ob das "rabiate" Vorgehen nicht doch verfrüht war.

    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Wenn die verdeckelten Buckelwaben jetzt entsorgt werden dann ist der Schwarm wohl so ziemlich Milbenfrei


    Hmm ... da sind auf einer Wabe vielleicht ein, zwei Dutzend Drohnenzellen - nix im Vergleich zu den jetzt von der neuen Königin schon wieder bestifteten Zellen - da ist der Schaden wohl größer als der Nutzen. Aber fürs Wochenende ist Puderzuckerdiagnose vorgemerkt und dann kann ich auch früh behandeln, falls nötig, Honig ernte ich da dieses Jahr ohnehin nicht - hier kommt auch kaum was rein, der Wald ist pfurztrocken, da rührt sich nix.

    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • ... aber gebaut haben sie noch nicht wirklich viel.


    Weisellos!

    Zitat

    Stifte habe ich zum Teil gesehen und auch schon etwas ältere Maden. Zum Teil waren auch zwei Stifte in den Zellen. Außerdem waren drei Weiselzellen zu sehen.


    Weisellos und drohnenbrütig! Sie ziehen sich Könige.

    Zitat

    ... die Königin erst noch lernen muss richtig zu stiften oder sehe ich das falsch?


    Auch eine Jungkönigin legt ein geordnetes Brutnest an. Sporadisch bestiftete Zellen weisen auf Drohnenmütterchen.

    Zitat

    Oder hat die Königin zu wenig Platz zum stiften da noch nicht so viel ausgebaut ist?


    Ein weiselrichtiges Volk legt ein vorbereitete Brutnest an: Zusammenhängende leere Flächen mit Futter zu beiden Seiten und darüber. Weisellose Völker nutzen die Zellen ohne System.

    Zitat

    Kann mir vielleicht jemand sagen an was das liegen kann und was ich am besten mache in dieser Situation?


    Noch 3 Tage warten, dann kann man die älteren Maden als Drohnenmaden erkennen. Wenn das Drohnenmaden sind, sollte man das Volk auflösen.


    Gruß Ralph

  • Hallo Jan,


    an den Buckeln. Arbeiterinnenbrut kennst Du. Die Wabendeckel sind ganz glatt. Die Drohnenmaden sind größer, als die von Arbeiterinnen. Die Deckel wölben sich nach außen. Es sieht nicht aus wie ein normales Brutbrett. Das erkennst Du.


    LG Olivia

    Wiedereinsteigerin nach 20 Jahren. :Biene:

  • ...an den Buckeln...


    Eigentlich sollte ein Imker das schon vorher erkennen, wenn die Buckel auftauchen ist es meist schon zu spät, in der jetzigen Jahreszeit, für volkserhaltende Maßnahmen. Wie Imker das erkennt steht sicher hier im IF mehrfach.
    Marion die Suchmaschine findet es sicher:liebe002:


    dD

  • Hallo , habe heute nochmal reingeschaut. Sehr viel Drohnenbrut zu sehen. Zwischendrin aber auch vereinzelt normale verdeckelte Brutzellen. Eine verdeckelte Weiselzelle ist vorhanden. Macht das Sinn die stehen zu lassen oder kommt bei so einem Volk sowieso keine gescheite neue Königin dabei raus? Soll ich lieber eine Brutwabe mit Stiften reinhängen damit sie sich noch eine ziehen können? Wüsste nämlich nicht wo ich eine Königin sonst herbekommen soll.
    Bitte um Ratschläge.


    Danke im voraus.


    Grüße Jan