Anfänger steht vor vier Schwärmen und ist auf der Suche nach Lösungen

  • Hallo liebes Forum,
    dies ist mein erster Beitrag in diesem Forum und ich hoffe auf eure Nachsicht falls ich hier Themen anspreche die schon zu oft durchgekaut wurden.
    Aber erstmal zum Hintergrund:
    Ich bin absoluter Anfänger ohne eigene Erfahrungen was die aktive Imkerei angeht, aber mir steht mein Papa mit etwa 15 Jahren Bienenzucht zur Seite. Leider musste er selber das Imkern (10-15 Völker) vor etwa 12 Jahren aus Zeitgründen aufgeben. Zubehör und Stand sind aber noch bis heute vorhanden.
    Nachdem ich meinem Vater schon die letzten Jahre in den Ohren gelegen habe, ob er nich wieder anfangen wolle war es dann letzte Woche soweit. Bei der Gartenarbeit meinte er zu mir, es wäre ja schade wenn die vier Schwärme, die auf seinem Stand im Frühjahr eingezogen sind nicht über den Winter kommen sollten oder sich ein neues zu Hause suchen. Und er fragte mich ob ich mich nicht um die Völker kümmern möchte. Ich habe nach einem Tag Bedenkzeit Ja gesagt - wobei wir uns gemeinsam um die Bienen kümmern werden.
    Nachdem mein Vater schon letzte Woche nach dem ersten Volk geschaut hat und einen halben HR aufgesetzt hat, waren wir gestern das erstamal gemeinsam am Stand um uns einen Überblick zu verschaffen. Und nun seteh ich vor einer Menge Fragen und Aufgaben. Natürlich könnte ich enfach meinen Vater fragen (hab ich auch schon) aber mich interessieren auch noch andere Meinungen.


    Erstmal zum Stand:
    Er liegt bei uns am Dorfrand ist von uns in 2 Minuten zu Fuß zu erreichen. Dort stehen noch etwa 12 Beuten (Segeberger DN) wovon z.Zt. vier bewohnt sind. Zur Art kann ich nichts sagen, außer dass sie sehr dunkel und äußerst friedlich sind.


    1. Beute steht auf einer Zarg BR + 0,5 Zarge HR, den meine Vater letzte Woche aufgesetzt hat. Im HR sind alle Mittelwände ausgebaut und die Bienen haben begonnen Honig einzulagern. Im Moment wohl das unkritischste Volk.


    2. Beute steht auf drei Zargen vermtl. ohne Absperrgitter + Futterraum. Am Flugloch ist eine Menge betrieb und gegen Abend hängen an Flugbrett kleine Trauben. Die Zargen waren gestern ordentlich zugekittet und wir hatten unsere Mühe einen Blick hineinwerfen zu können. Wir konnten lediglich den Deckel abnehmen und haben gesehen, dass der Futterraum durchgefressen ist und die Bienen vom Deckel abwärts mit einem Wildbau begonnen haben, bzw. dieser schon sehr weit vortgeschritten ist. Das bedeutet wohl einiges an Aufwand und wir haben weiteres auf Sonntag verschoben. Einen Plan was wir alles machen wollen gibt es noch nicht.


    3. Beute steht auf zwei Zargen allerdings ist das Volk sehr schwach und bewohnt nur 4-5 Waben in der oberen Zarge. Leider nicht wie gwünscht, sondern die Waben hängen quer zu den Rähmchen. Dieses Volk soll erstmal der Schwerpunkt für diese Woche sein. Geplant ist (und hier hoffe ich auf eure Anregungen und Kritik) Untere Zarge wegnehmen; Das Flugloch verkleinern auf zwei? Bienen breit; Waben ausschneiden und in gedrahtete Rähmchen setzen; Mittelwände dazu hängen; ggf. zufüttern, nur wann? Gleich jetzt oder erstmal abwarten, ob das Volk es alleine schafft und bisher ausgeraubt wurde.


    4. Beute steht auf zwei Zargen. Das Volk scheint vom Flugbetrieb ähnlich stark zu sein wie das in der ersten. Wir konnten allerdings noch nicht reinschauen, weil der Unterbau am Stand dort weggesackt ist und die Zargen ordenlich verkittet sind. Das steht auch für Sonntag auf dem Plan.


    Wie gesagt ich hoffe auf Anregungen und Kritik. Haut ruhig drauf wenn ihr meint ich übernehme mich oder es kann nicht funktionieren, ich habe ein dickes Fell. Sollte ich euch wichtige Informationen vorenthalten haben (und das befürchte ich) liefer ich die gern nach.


    Beste Grüße
    Lars

  • Ohje,
    Mal abgesehen davon das es verboten ist unbewohnte Beuten offen stehen zu lassen.....
    Wenn die schon seit 12 Jahren (?) da rum stehen, würde ich erstmal neue Beuten oder wenn die wirklich noch in Schuss sind, gründlich gereinigt und desinfizierte, bereit stellen mit entsprechend neuen Rähmchen und Mittelwänden, die auf die Alten Plätze stellen und die eingezogenen Schwärme wie bei der totalen Bauerneuerung umlogieren. Raus aus dem alten Zeug....
    Evtl kann man den neuen Wabenbau schneiden und in Rähmchen rein basteln, kommt aber auf den Umfang an ob sich das lohnt....
    Nur meiner Meinung nach müssen die irgendwie aus dem alten Zeug raus.

  • Hallo,


    Herzlich Willkommen und viel Erfolg mit den Bienen.
    ja, wie mein Vorredner schon schrieb: da ist einiges falsch gelaufen, angefangen bei den offen stehenden Beuten.


    Augenscheinlich hängt/hing in diesen Beuten auch noch Wachsmaterial, welches durch die Jahre und sicherlich auch die Wachsmotte in Mitleidenschaft gezogen wurde und entsorgt gehört.
    Wenn dein vater früher geimkert hat, dürfte er sich auskennen und wissen, wie es weiter geht.
    Wichtig ist: Die Völker müssen angemeldet werden!


    Was die Beute 3 betrifft:


    Einengen auf eine Zarge, aufgefüllt mit MW scheint mir richtig. Bei den Segebergern reicht dann Verengung des Flugloches mit dem Fluglochschied
    Ob man den Wildbau ausschneiden sollte und umhängen, ist fraglich. ich würde eventuell auf den Wildbau eine Zarge mit Waben stellen und auf das Hochwandern spekulieren.


    Füttern? Überall da, wo kein eigenes Futter vorhanden ist oder nur wenig!
    Bei den Völkern mit Honigraum in den eingetragen wird natürlich nicht füttern.


    Und: Über eventuelle Varroabehandlung nachdenken (schließt Honigernte dieses Jahr aus)



    Viele liebe Grüße:
    Anni

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Hallo,
    vielen Dank für die Rückmeldungen. Zur Anmeldung hab ich mich heute schonmal informiert und das wird natürlich angehen.
    Außerdem hatte ich heute schon neue Zargen und Rähmchen in der Garage stehen - mein Vater scheint da ähnlicher Meinung wie ihr zu sein;-)
    Und was die offenen Beuten angeht, die waren gar nicht die ganze Zeit offen wie ich heute gesehen und erfahren habe. Nur leider haben die Leisten mit denen die Einflüge verschlossen waren zum Teil das Zeitliche gesegnet.


    Wg. Varroabehandlung hab ich gestern schon Tipps und Infomaterial vom örtlich Imkereibedarf bekommen. Auf Honig bin ich dieses Jahr eh nicht aus und es geht nur darum die Völker über den Winter zu bekommen. Wobei ich mir bei dem Volk auf drei Zargen keine Sorgen mache, lt. meinem Vater stand die Beute über alle Jahre nie leer.


    Beute 3 habe ich heute auf eine Zarge gesetzt und neue Rähmchen mit Mittelwänden soweit es ging eingehängt. Leider noch im alten Kasten, da ich mich nicht getraut habe die fünf Waben in Eins rauszunehmen.


    Ansonsten werde ich die nächste Woche dann erstmal mit Aufräumen und Müll entsorgen verbringen. Euch nochmal vielen Dank. Ich melde mich wieder wenn die nächsten Fragen auftauchen.


    Lars